Wrestler sterben im Ring: Ursachen und Tragödien

Wrestling ist eine Sportart, die oft als "Sports Entertainment" bezeichnet wird und eine Mischung aus Athletik, Schauspiel und Showmanship darstellt. Obwohl die Kämpfe choreografiert sind, birgt der Sport erhebliche Risiken, und es gab zahlreiche Fälle von Wrestlern, die im Ring gestorben sind.

Bekannte Todesfälle im Wrestling

Einige der bekanntesten Todesfälle im Wrestling sind:

  • Owen Hart: Er stürzte am 23. Mai 1999 bei einer WWE-Show aus 24 Metern Höhe in den Tod, als sich sein Sicherheitsgeschirr während eines Einlauf-Stunts löste.
  • Eddie Guerrero: Er wurde am 13. November 2005 tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Die Obduktion ergab als Todesursache Herzversagen.
  • Mitsuharu Misawa: Er starb am 13. Juni 2009 bei einem Kampf in Hiroshima, nachdem er bei einem Suplex seines Gegners auf dem Kopf gelandet war.
  • Silver King: Der mexikanische Wrestler starb während eines Auftritts in London im Ring. Medienberichten zufolge könnte er an einem Herzinfarkt gestorben sein.
  • El Hijo del Perro Aguayo: Er starb am 21. März 2015 bei einem Kampf in Tijuana, Mexiko, nachdem er das Bewusstsein verloren hatte und noch im Ring starb.

Ursachen für Todesfälle im Ring

Die Ursachen für Todesfälle im Ring sind vielfältig und können auf verschiedene Faktoren zurückgeführt werden:

  • Herzversagen: Viele Wrestler sterben an Herzinfarkten oder Herzversagen, oft aufgrund von jahrelangem Missbrauch von Schmerzmitteln, Doping und Drogen.
  • Wirbelsäulenverletzungen: Bestimmte Manöver im Wrestling können zu schweren Wirbelsäulenverletzungen führen, die im schlimmsten Fall tödlich enden können.
  • Unfälle bei Stunts: Fehlerhafte Ausrüstung oder unzureichende Sicherheitsvorkehrungen bei Stunts können zu tödlichen Stürzen führen.
  • Gehirnerschütterungen und CTE: Wiederholte Gehirnerschütterungen können zu chronisch-traumatischer Enzephalopathie (CTE) führen, einer degenerativen Hirnerkrankung, die zu Depressionen, Aggressionen und anderen psychischen Problemen führen kann.

Sicherheitsmaßnahmen im Wrestling

Nach den tragischen Todesfällen haben Wrestling-Organisationen wie die WWE Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der Wrestler zu verbessern:

  • Drogenpolitik: Die WWE hat eine strenge Drogenpolitik eingeführt, um den Missbrauch von Schmerzmitteln und Drogen zu verhindern.
  • Medizinische Versorgung: Die WWE stellt sicher, dass bei allen Veranstaltungen qualifizierte medizinische Fachkräfte anwesend sind, um bei Verletzungen sofortige Hilfe leisten zu können.
  • Sicherheitsvorkehrungen bei Stunts: Die WWE hat die Sicherheitsvorkehrungen bei Stunts verbessert, um das Risiko von Unfällen zu minimieren.
  • Aufklärung über Gehirnerschütterungen: Die WWE klärt ihre Wrestler über die Risiken von Gehirnerschütterungen auf und hat Richtlinien für den Umgang mit Gehirnerschütterungen entwickelt.

Die Rolle des Drucks und der Erwartungen

Der Druck, den Wrestler verspüren, um ihren Status innerhalb der Liga zu halten, kann ebenfalls eine Rolle bei Todesfällen spielen. Viele Wrestler greifen zu Schmerzmitteln, um trotz Verletzungen weiterkämpfen zu können. Der Tod von Eddie Guerrero könnte dafür sorgen, dass sich die Situation ändert, scheinen die Offiziellen der WWE die Verantwortung gegenüber der Gesundheit ihrer Mitarbeiter ernster zu nehmen.

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Die Tragödie von Owen Hart

Owen Hart verlor am 23. Mai 1999 bei einer WWE-Show sein Leben. Er wurde nur 34 Jahre alt. Bei „Over The Edge“ aus Kansas City (USA) sollte Owen Hart - Bruder von WWE-Legende Bret Hart - in einem Superheldenkostüm von der Hallendecke abgeseilt werden. Dies wurde in den Wochen zuvor mehrere Male erfolgreich getestet. Doch nicht an diesem Abend. Als er unter der Hallendecke hing, löste sich sein Sicherheits-Geschirr und er knallte in den Ring - aus 24 Metern Höhe.

In der Netflix-Doku „Mr. McMahon“ sagt der Ex-WWE-Boss: „Die Entscheidung, die ich treffen musste, war, ob die Show weitergeht oder nicht. Das Live-Publikum hat nicht wirklich gesehen, was passiert ist. Hätten sie es gesehen, hätte ich die Show beenden müssen.“

Auch heute noch kritisiert Bret Hart (67) seinen ehemaligen Boss hart. So sagt er in der Doku: „Wenn es sein Sohn Shane McMahon gewesen wäre, der in den Tod gestürzt wäre, hätten sie ihn nicht einfach nur von der Matte gekratzt und weitergemacht.“

Schließlich einigte sich die WWE mit Martha Hart auf eine Abfindung in Höhe von 18 Millionen Dollar.

Der Fall von El Hijo del Perro Aguayo

Schockierende Szenen spielten sich bei einem Wrestling-Kampf in Mexiko ab. Obwohl einer der Sportler bereits tot in den Ringseilen hängt, kämpfen die anderen weiter. Auch die Betreuer merken nichts.

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Bei einem Match der unabhängigen mexikanischen Wrestling-Liga CRASH verlor der Wrestler El Hijo del Perro Aguayo nach einem Tritt seines Kontrahenten Rey Mysterio das Bewusstsein und starb noch im Ring.

El Hijo del Perro Aguayo hängt leblos in den Seilen, während um ihn herum zwei andere Wrestler, darunter Mysterio, weiterkämpfen und den Fans die üblichen Showeinlagen bieten.

Die Kontroverse um New Jack

Der Profi-Wrestler Jerome Young, besser bekannt unter seinem Wrestling-Namen New Jack, ist tot. Medienberichten zufolge soll ein Herzinfarkt die Todesursache sein.

Bekanntheit unter Fans der rauen Sportart erlangte der US-Amerikaner aus der Wrestling-Hochburg Greensboro (North Carolina) besonders in den 1990er-Jahren durch seine rücksichtslosen und brutalen Darbietungen im Ring.

Mitsuharu Misawa: Ein tragisches Ende einer großen Karriere

Mitsuharu Misawa war einer der größten, besten und populärsten Showkämpfer aller Zeiten, ein Mythos - mit dem es heute vor 13 Jahren ein grausames Ende nahm: Bei einem Kampf seiner Liga Pro Wrestling NOAH wurde er am 13. Juni 2009 bei einer missglückten Aktion faktisch innerlich enthauptet.

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Es war das tragische Ende einer großen Karriere - die auch deshalb in der Katastrophe endete, weil er nicht den richtigen Moment fand, ihr selbst ein Ende zu setzen.

Misawa lieferte die Blaupause für das dramatische Finale des Films, in dem Rourke als alternder und gesundheitlich kaputter Star der Vergangenheit nicht loskommt vom Ring und in einem letzten großen Kampf mutmaßlich in den Tod springt.

Zu allem Überfluss war bei Misawas Unfall auch kein Arzt am Ring (es war damals in Japan nicht vorgeschrieben), ein im Publikum sitzender Mediziner, der um Hilfe gerufen wurde, konnte Misawa nicht mehr retten.

Misawas Tod hinterließ tiefste Betroffenheit: Obwohl er nie für WWE antrat und in der westlichen Hemisphäre generell kaum aktiv war, wurde er in der Wrestling-Szene weltweit verehrt - zu seinen Bewunderern zählen unter anderem CM Punk, Bryan Danielson, Eddie Kingston und viele andere.

Statistiken und Studien

Laut einer Studie haben Wrestler im Alter zwischen 45 und 54 Jahren ein dreimal höheres Sterberisiko als normale Menschen.

Wrestler Todesursache Alter
Owen Hart Sturz bei einem Stunt 34
Eddie Guerrero Herzversagen 38
Mitsuharu Misawa Wirbelsäulenverletzung 46
Silver King Herzinfarkt (vermutet) 51
El Hijo del Perro Aguayo Wirbelsäulenverletzung 35