Tragische Todesfälle im Wrestling-Ring: Ursachen und Folgen

Die Welt des Wrestlings ist nicht nur von sportlichen Höchstleistungen und spektakulären Shows geprägt, sondern auch von tragischen Ereignissen, bei denen Wrestler im Ring ihr Leben verloren. Diese Unglücke werfen Fragen nach den Ursachen, Sicherheitsvorkehrungen und der Verantwortung der Veranstalter auf. Im Folgenden werden einige dieser Fälle beleuchtet und die Konsequenzen für die Wrestling-Welt diskutiert.

Der Tod von Owen Hart

Eines der bekanntesten und tragischsten Ereignisse in der Wrestling-Geschichte ist der Tod von Owen Hart. Der Wrestling-Star Owen Hart starb 1999 unter dramatischen Umständen bei einem missglückten Stunt. Am 23. Mai 1999 verlor Owen Hart bei einer WWE-Show sein Leben. Er wurde nur 34 Jahre alt.

Beim Event „Over The Edge“ sollte Owen Hart - Bruder des legendären Bret „The Hitman“ Hart - in einem Superheldenkostüm von der Hallendecke abgeseilt werden. Dies wurde in den Wochen zuvor mehrere Male getestet. Erfolgreich. Nicht so an diesem Abend. Als Hart unter der Hallendecke hing, löste sich sein Sicherheits-Geschirr und er knallte in den Ring - aus 24 Metern Höhe.

Für die Fans in der Arena war der Unfall jedoch kaum zu sehen, da zu diesem Zeitpunkt das Licht ausgeschaltet war. Als es wieder hell wurde, lag Owen bereits im Ring. Sofort rannten die Ärzte zu dem Wrestler, um sein Leben zu retten. Doch sie konnten nichts mehr für Hart tun. Eine Stunde nach dem Unfall verkündete Kommentator Jim Ross, dass Owen Hart verstorben sei.

Damals gab es noch keine internetfähigen Handys. Die Zuschauer hatten mitbekommen, was sich wirklich abgespielt hatte - und dass die Szenen nicht Teil der Show waren. Realität und Fiktion sind im Wrestling ohnehin schwer zu unterscheiden, zumal es sich meistens um Show handelt. Dies war einer der Gründe, warum die WWE damals die Show nicht abbrach, sondern den Rest des Abends wie geplant durchzog.

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Die Entscheidung zur Fortsetzung der Show

Die Entscheidung, die Show nach dem tödlichen Unfall fortzusetzen, stieß auf breite Kritik. „Die Entscheidung, die ich treffen musste, war, ob die Show weitergeht oder nicht“, sagte McMahon: „Das Live-Publikum hat nicht wirklich gesehen, was passiert ist. Hätten sie es gesehen, hätte ich die Show beenden müssen. Diese Leute sind gekommen, um eine Show zu sehen. Sie sind nicht gekommen, um jemanden sterben zu sehen. Und für mich als Geschäftsmann heißt es: ‚Okay, machen wir weiter. Lasst uns die Show fortsetzen‘.“

Auch heute noch kritisiert Bret Hart seinen ehemaligen Boss hart. „Wenn es sein Sohn Shane McMahon gewesen wäre, der in den Tod gestürzt wäre, hätten sie ihn nicht einfach nur von der Matte gekratzt und weitergemacht“, sagt Hart in der Dokumentation.

Auch darauf geht McMahon ein: „Bret hat jedes Recht, etwas Negatives über unsere Firma zu sagen. Wäre ich es gewesen, nicht nur mein Sohn, wäre ich es gewesen, der ‚vollgespritzt auf der Matte‘ liegen würde, wie Bret sagte, würde ich wollen, dass die Show weitergeht. Holt mich da raus und setzt die Show fort.“

Juristische Folgen und Kontroversen

Nach jahrelangen Ermittlungen und juristischen Auseinandersetzungen (Owens Witwe verklagte die WWE , die WWE verklagte ihrerseits die Stuntfirma) wurde bewiesen, dass die WWE keine Schuld am Unfall trug. „Unglücklicherweise war das Gerät, das sie benutzten, fehlerhaft und der Hersteller wusste, dass es fehlerhaft war“, sagte McMahon.

Was in der Dokumention nicht gezeigt wurde: Owen Hart wollte den Stunt eigentlich nicht ausführen, wurde jedoch von Vince McMahon überredet. Er willigte schließlich ein und stürzte in den Tod.

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Schließlich einigte sich die WWE mit ihr auf eine Abfindung in Höhe von 18 Millionen Dollar. Bei einem missglückten Einmarsch-Stunt stürzte WWE-Star Owen Hart vor 23 Jahren zu Tode.

Der Tod von Perro Aguayo Jr.

Ein weiterer tragischer Fall ereignete sich 2015, als der mexikanische Wrestler Perro Aguayo Jr. während eines Matches verstarb. Am 22.03.15 erreichten die Wrestling-Welt traurige Nachrichten. Während einer Show in Tijuana (Mexiko) kam es zu einem dramatischen Zwischenfall. Der 35-jährige Wrestler Perro Aguayo Jr. ist während eines Matches verstorben, die Todesursache ist allerdings bisher noch ungeklärt.

Für die „The Crash Show“ in Tijuana (Mexiko) war ein Tag Team Match zwischen Rey Mysterio & Xtreme Tiger (Tigre Uno) gegen Perro Aguayo Jr. & Manik (TJ Perkins) angekündigt. Das Match verlief routinemäßig, allerdings kam es in der Schlussphase zu dramatischen Szenen. Nachdem ein Hurrincanrana von Mysterio gegen Aguayo Jr. schon misslungen war, fiel Aguayo Jr. aus dem Ring, kehrte allerdings in den Ring zurück und wurde mit einem Dopkick von Mysterio zum „619“ positioniert.

Doch bei dem Fall auf die Seile muss es zu einem schweren Unglück gekommen sein, denn Aguayo Jr. wirkte bewusstlos nachdem er seitlich auf die Ringseile gefallen war. Keinerlei Körperregung und auch beim 619 blieb er in den Seilen hängen. Er reagiert auch nicht auf seinen Partner Manik, der ihn scheinbar ansprach, bevor er schließlich „von den Seilen“ auf die Matte fiel, was bei den Wrestlern Irritation auslöste.

Genaue Gründe für den Tod von Aguayo Jr. sind, wie bereits gesagt, aktuell noch nicht bekannt. Er wurde nach dem Match ins Krankenhaus eingeliefert und dort für tot erklärt. Wie luchaworld.com vom medizinischen Personal erfahren haben will, sei die Todesursache wohl ein „Halswirbelsäulentrauma“.

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Kritik an den Umständen

An dieser Stelle wird viel Kritik geübt, da der Referee normalerweise umgehend das Match hätte beenden müssen, da Aguayo Jr. auf keinerlei Geschehnisse im Ring reagierte, doch das Match wurde fortgeführt und Xtreme Tiger warf Manik aus dem Ring, während Mysterio seinen „Gegner“ ansprach. Doch trotz der Vorkommnisse machten die Offiziellen keine Anstalten, dass Match zu beenden und auch die Wrestler führten das Programm wie geplant fort.

In einem Update zum tragischen Tod des AAA-Stars Perro Aguayo Jr., berichtet nun MedioTiempo.com über die Hintergründe die dazu führten, dass es über 2 Minuten dauerte, bis medizinisches Personal zum Ring eilte. Demnach befanden sich zwei Sanitäterteams bei der Independent-Show, die sich aber bereits um zwei andere Wrestler kümmerten, welche sich im Laufe der Show verletzt hatten. So soll ein weiterer Wrestler eine Wirbelsäulenverletzung davongetragen haben.

Die Ärzte waren zum Zeitpunkt der Tragödie noch mit der Behandlung der beiden anderen Verletzten beschäftigt, und konnten während des Main Events nicht direkt in der Nähe des Rings verweilen. Man musste sogar schnell improvisieren, sodass Perro Aguayo Jr. auf einer Tischplatte aus der Halle geschafft wurde, da sich der angesprochene Wrestler mit der Wirbelsäulenverletzung noch auf der eigentlichen Trage befand.

Mexikanische Medien berichten aber mittlerweile, dass ein unglücklicher Zusammenprall mit dem Ringseil die tödliche Verletzung verursachte, nicht etwa die vorangegangenen Aktionen von Rey Mysterio.

Der Tod von Misawa

Ein weiterer tragischer Todesfall ereignete sich im Jahr 2009, als Mitsuharu Misawa, der Gründer von Pro Wrestling NOAH, während eines Matches in Japan verstarb. On June 12, 2009, after receiving a belly to back suplex from Akitoshi Saito during a tag team match with Go Shiozaki against Saito and Bison Smith at Hiroshima Green Arena, Misawa lost consciousness and was taken to a hospital. Am 13. Juni 2009 bei einer NOAH Show, wurde Misawa von seinen Gegnern mit einem Backdrop auf die Ringmatte befördert, kam mit dem Kopf auf und konnte sich nicht mehr bewegen. Auf dem Weg ins Krankenhaus verstarb Misawa.

Auch bei Misawa soll Herzstillstand infolge eines Wirbelsäulentraumas die Ursache gewesen sein.

Hulk Hogan

Der frühere Profi-Wrestler Hulk Hogan ist in der vergangenen Woche an einem Herzinfarkt gestorben. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Gerichtsmedizin im US-Bundesstaat Florida hervor. Demzufolge litt Hogan, der mit bürgerlichem Namen Terry Bollea hieß, zuvor an Leukämie sowie an Vorhofflimmern, einer Form der Herzrhythmusstörung.

Der 71-Jährige wurde am Morgen des 24. Juli in ein Krankenhaus in Clearwater, Florida gebracht, nachdem Rettungskräfte wegen eines Herz-Kreislauf-Stillstands zu seinem Wohnhaus gerufen worden waren. Hogan galt als einer der größten Stars in der Geschichte der WWE.

Weitere Risiken und Folgen

Weitaus häufiger als an Unfällen sterben Wrestler an den mittelbaren Folgen ihrer Profession - Schmerzmittelmissbrauch infolge vieler Verletzungen, Doping und Drogen.

Bei Chris Benoit, dem WWE-Wrestler, der 2007 seine Ehefrau, sein Kind und sich selbst umbrachte, stellten Neurowissenschaftler hinterher schwerste Gehirnschädigungen fest. Der Leiter der Untersuchung verglich es mit dem eines 85 Jahre alten Alzheimer-Patienten.

Die Umstände von Aguayos Tod zeigen, dass sich die Gefahr für Leib und Leben im Wrestling nur verringern, aber nicht ausschließen lässt. Das Restrisiko, dass eine Aktion einen ungeplanten, im schlimmsten Fall tödlichen Verlauf nimmt, lässt sich schlicht nicht wegtrainieren.

Sicherheitsmaßnahmen und Verantwortung

Diese tragischen Ereignisse haben zu einer verstärkten Diskussion über Sicherheitsmaßnahmen und die Verantwortung der Veranstalter geführt. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Wrestler angemessen geschult und vorbereitet werden, dass Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden und dass im Falle eines Unfalls eine schnelle und angemessene medizinische Versorgung gewährleistet ist.

Tabelle: Tragische Todesfälle im Wrestling

NameDatumUrsacheUmstände
Owen Hart23. Mai 1999Sturz aus großer HöheMissglückter Einmarsch-Stunt
Perro Aguayo Jr.22. März 2015HalswirbelsäulentraumaUnglücklicher Zusammenprall mit dem Ringseil
Mitsuharu Misawa13. Juni 2009Herzstillstand infolge eines WirbelsäulentraumasBackdrop auf die Ringmatte