Wie lange dauert es bis zum schwarzen Gürtel im Karate?

Jeder, der mit irgendeiner Kampfkunst anfängt, möchte früher oder später seinen "schwarzen Gürtel" haben. Der schwarze Gürtel scheint eine Art magische Anziehung zu besitzen, er scheint der "Meisterbrief" in den Kampfkünsten zu sein, was er ja in gewisser Weise auch ist.

Doch wenn wir das Graduierungssystem etwas genauer betrachten, so stellen wir fest, dass die Gürtel eingeführt wurden, um den Fortschritt im Karate auch nach außen hin sichtbar zu machen. Hier in der westlichen Welt gibt es weit mehr Gürtelfarben als beispielsweise in Japan. Zwar gibt es dort die gleiche Anzahl von Kyu-Graden, jedoch sind die Gürtelfarben dort auf weiß, grün, braun und schwarz beschränkt.

Das Graduierungssystem im Karate

Das Graduierungssystem ist wie eine Pyramide aufgebaut. Die Kyu-Grade werden rückwärts gezählt, bis wir schließlich zum ersten Dan (Shodan) gelangen. Damit ist die Grundlage, die Basis für die Kampfkunst erreicht. Man ist jetzt den Kinderschuhen entwachsen. Vom ersten Dan an werden die Graduierungen aufwärts gezählt.

Kyu-Grade

  • 9. Kyu
  • 8. Kyu
  • 7. Kyu (Orange = Unterstufe): Orange steht für Feuer und die Wärme der Sonne. Im Japanischen sagt man über den orangefarbenen Gürtel: "Die Sonne erwärmt die Erde und macht sie fruchtbar". Das bedeutet, dass der Karate-Schüler die Anweisungen des Trainers oder Meisters besser umsetzen kann.
  • 6. Kyu
  • 5. Kyu
  • 4. Kyu
  • 3. Kyu
  • 2. Kyu
  • 1. Kyu

Dan-Grade

Ab dem ersten Dan werden die Graduierungen aufwärts gezählt. (Danträger) bezeichnet werden.

  • 1. Dan (Shodan): Der erste Meistergrad. Der erste Dan bedeutet für ihn ein Ausgangspunkt für seine Entwicklung.
  • 2. Dan (Nidan): "Der Grad der Erkenntnis". Seine Intensive Karate-Praxis und sein Studium des Weges lassen ihn über den Tellerrand des reinen Kampfsports blicken und ihn den weg der Kampfkunst verstehen.
  • 3. Dan (Sandan): "Der Grad des anerkannten Wegschülers". Meister als wahren Wegschüler anerkennen. Karate-Do ist ein wesentlicher Teil seines täglichen Lebens geworden und gibt ihm innere Stärke und Kraft.
  • 4. Dan (Yondan): "Der Experte der Technik ". verbindet die Karate Philosophie und die Budo-Technik so miteinender, dass er den Weg zur inneren Perfektion suchen und finden kann.
  • 5. Dan (Godan): "Experte der Übung". Das Karate-Do ist mit seiner Tradition ein wichtiges Lebensprinzip geworden.
  • 6. Dan (Rokkudan): "Experte der Übung". Er wird sich trotz des 6. Dan bewusst um Klarheit, Selbsterkenntnis und Harmonie streben und sich ständig verbessern.
  • 7. Dan (Kyoshi): Kyoshi ist ein Großmeister des jeweiligen Stils.
  • 8. Dan (Hachidan): "Experte des Unterrichts". Großmeister des jeweiligen Stils.
  • 9. Dan: Großmeister des jeweiligen Stils, ist im Einklang mit sich selbst.
  • 10. Dan: ist der Großmeister des Stils.

Der höchste Meistergrad ist der 10. Dan, dessen Träger auch an einem rot-weißen Gürtel zu erkennen sind. Die höchste Auszeichnung im Budo kann nur von der IMAF - Kokusai Budoin vergeben werden. Die Träger des 10. Dan sind ein Vorbild in höchster technischer Perfektion und tiefem geistigen Verständnis .

Lesen Sie auch: Judo Schwarzgurt: Voraussetzungen und Dauer

Wie lange dauert es, den schwarzen Gürtel zu erreichen?

Die Zeit, die man braucht, um den Schwarzen Gürtel zu erlangen, ist sehr unterschiedlich und hängt von den natürlichen Fähigkeiten des Einzelnen, seinem Engagement und den spezifischen Anforderungen der Schule oder des Verbandes ab. Im Durchschnitt kann es zwischen drei und zehn Jahren dauern.

Nur etwa eine:r von zweihundert Schüler:innen erreicht diese Stufe, da sie kontinuierliche Anstrengungen und die Überwindung verschiedener persönlicher und äußerer Herausforderungen erfordert.

Es gibt Leute, die meinen sie müssten auf ihre Schwarzgurtprüfung viele Jahre warten, bis sie soweit sind, denn der Kuro-Obi soll angeblich eine große Ehrensache sein. Insofern sei es auch den Leuten gegönnt, die sich Zeit mit der Prüfung nehmen.

Die „Regelstudienzeit“ für den Schwarzgurt beträgt heutzutage in den meisten Dojos/Vereinen/Verbänden ca. 5 Jahre, und das selbst dann, wenn man sich nicht zu viel Zeit lässt.

Beispielhafte Trainingszeiten

Karateka Shodan nach
Stan Schmidt ca. 2 Jahren (Intensivtraining)
Masahiko Tanaka 3 Jahren

Zwischenprüfungen für Kinder und Schüler

Für Kinder und Schüler bis 14 Jahren können Zwischenprüfungen mit farblicher Kennzeichnung am Gürtel (Querstreifen in der Farbe des nächsten Gürtelgrades) durchgeführt werden, z.B. nach der 1. Prüfung, der Prüfung zum 9. Kyu, zwei gelbe Querstreifen.

Lesen Sie auch: Gürtellänge und ihre Bedeutung im Judo

Bei der 3. Zwischenprüfung einen orangenen Querstreifen auf dem gelben Gurt usw. Die letzte Zwischenprüfung liegt zwischen dem grünen und dem blauen Gurt. Die Wartezeit bei Kindern beträgt beim 8. bis 1. Kyu 5 Monate.

Hier eine Tabelle mit den Wartezeiten für DAN-Prüfungen:

DAN Wartezeit
1. DAN 1 Jahr
2. DAN 2 Jahre

Bedeutung des Schwarzgurtes

Ein Schwarzgurt steht für ein hohes Maß an körperlichem Können, Ausdauer und geistiger Disziplin. Er ist ein Zeichen für eine bedeutende Leistung, aber auch für den Beginn einer tieferen Reise in der Kampfkunst.

Er symbolisiert nicht nur körperliche Fähigkeiten, sondern auch die Verpflichtung, sich persönlich weiterzuentwickeln und die Kunst zu verstehen. Der Schwarze Gürtel umfasst eine Reihe von Fähigkeitsstufen und Einstellungen, die sowohl die physischen als auch die philosophischen Aspekte des Karate widerspiegeln.

Entwicklungsstufen nach dem Erreichen des Schwarzen Gürtels

Nach dem Erreichen des Shodan (erster Grad des Schwarzen Gürtels) verfeinern die Schüler/innen weiterhin ihre Fähigkeiten und ihr Verständnis. Jeder weitere Rang erfordert die Beherrschung neuer Techniken und die Vertiefung des eigenen Wissens.

Lesen Sie auch: Disziplin und Entwicklung im Karate

Bei der Weiterentwicklung geht es darum, ein Gleichgewicht zwischen Grundlagen, Kata (Formen) und Kumite (Sparring) zu finden. Dieses Gleichgewicht ist entscheidend für eine echte Entwicklung und führt letztendlich zu einem tiefgreifenden Verständnis von sich selbst und der Kampfkunst.