Rubinpreise: Wert, Karat und alles, was Sie wissen müssen

Seit Jahrtausenden wird Schmuck mit Edelsteinen versehen, die aus einem einfachen Schmuckstück aus Edelmetall ein funkelndes Juwel machen. Insbesondere Farbedelsteine sind besonders selten und haben einen hohen Preis in feinen Qualitäten, oftmals deutlich höher als weiße Diamanten. Der Preis von Edelsteinen hängt von vielen Faktoren ab.

Innerhalb der Edelstein- und Schmuck-Branche werden Preise in Dollar oder Euro pro Karat (.ct) angegeben, um eine Vergleichbarkeit zu schaffen. Das Gewicht von Edelsteinen wird in Karat oder Carat gemessen, wobei 1 Karat (.ct) 0.2 Gramm entspricht. Karat als Gewichtseinheit darf nicht mit Karat als Maß für die Reinheit von Gold verwechselt werden. Wir konzentrieren uns auf feine Qualitäten an Edelsteinen und geben Auskunft je nach Art des Edelsteins, wie sich der Edelstein Preis bzw. der Edelstein Wert zusammensetzt und was man für einen 1 karätigen Edelstein bereit sein muss zu bezahlen.

Der Rubin: Ein besonderer Edelstein

Der Rubin ist ein besonderer Edelstein. Der Rubin ist aus dem Lateinischen benannt nach seiner tiefroten Farbe. Die Farbe der Liebe - die emotionalste Farbe unter den Farbedelsteinen - gibt es einen schöneren Liebesbeweis? Im lateinischen steht "rubens" für rot, daraus entstand dann die Bezeichnung Rubin.

Der Rubin ist eine Variante des Minerals Korund, ebenso wie der blaue Saphir mit gleicher Härte. Mit einer außergewöhnlichen Härte von 9 auf der 10-stufigen Mohs-Härteskala gehören Rubine zu den härtesten Edelsteinen. Die wichtigsten Abbaugebiete von Rubinen sind: Tansania, Malawi, Myanmar, Mosambik, Madagaskar. Das Spurenelement Chrom ist dafür verantwortlich, dass der Rubin seine rote Farbe erhält. So wird bei mehr Chrom-Anteilen aus einem pinken Saphir ein Rubin. Aufgrund seiner Farbe kommen aus der Natur Rubine seltener hervor als Saphire, dies führt zu einem höheren Wert des Rubins im Vergleich zu blauen Saphiren.

Wie viel kostet ein Rubin?

Diese Frage habe ich bereits öfter gehört und auch im Internet gelesen. Manchmal war die Frage auch schon ein wenig präziser: Was kostetet ein 1 Karat Rubin? Doch auf keine der Fragen, gibt es eine direkt Antwort.

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Wie teuer ein Rubin letztendlich ist, hängt von so vielen Faktoren ab, dass eine pauschale Antworte schlicht nicht möglich ist. Bei der Bewertung spielen Gewicht, Reinheit, Schliff, Fundort, Farbe, Glanz, Nachbehandlung und die Zertifizierung eine Rolle. Außerdem steigt der Preis eines Rubins durch Zulieferer und Händler, die mit dem Edelstein einen Gewinn erzielen möchten. Je mehr Parteien der Rubin passiert, desto höher wird meist sein Preis.

Für eine feine Qualität eines Rubins von 1 Karat muss man mindestens 2.000€ bis 5.000+€ bezahlen. Für besondere Exemplare im Premiumsegment sind in dieser Größe auch 5.000€ bis 10.000+€ realistisch. Für größere Karat-Größen steigen die Preise exponentiell. Für seltene Spitzen-Rubine um ein Vielfaches mehr. Daran sieht man, dass sich die Frage nicht pauschal beantworten lässt, neben der Größe beeinflussen vor allem die Farbe bzw. Farbsättigung, die Reinheit und die Qualität des Schliffs den Wert eines Rubins.

Am wertvollsten ist die Farbvariante „Taubenblutrot“. Wie bei anderen Edelsteinen spielen die neben dem Karat-Gewicht die Klarheit, Farbe und der Schliff des Rubins eine entscheidende Rolle. Je nach Fundort weisen Rubine eine unterschiedlich intensive Rotfärbung und Fluoreszenz auf, welche den Wert auch signifikant beeinflussen. Die begehrtesten Rubine stammen aus dem asiatischen Raum, v.a. Myanmar (Burma) sowie aus Ostafrika (Mosambik und Madagaskar).

Allerdings lässt sich die Frage „Wie teuer ist ein Rubin?“ niemals pauschal beantworten. Ein Rubin mit ca. 1 Karat kann also ein paar hundert Euro kosten. Er kann aber auch genauso gut mehrere tausend Euro teuer sein.

Hier sind drei Beispiel-Preise von Rubinen mit ähnlichem Gewicht, die die Preisunterschiede verdeutlichen:

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  • Ein 1,18 Karat schwerer Rubin aus Burma mit ovalem Schliff und mittleren Einschlüssen wird für einen Preis von 480€ angeboten.
  • Ein weiterer, leichterer Rubin (1,02 Karat), mit intensiverem rot, ebenfalls aus Burma und mit ovalem Schliff, aber mit nur kleinen Einschlüssen kostet schon 2.410€.
  • Und schließlich ein Rubin aus Mosambik mit 1,14 Karat, ebenfalls oval geschliffen mit kleinen Einschlüssen, liegt bei 5.000€.

Die 4 C's des Rubins

Wie beim Diamanten und allen anderen Edelsteinen sind auch beim Rubin die “vier C’s“ maßgebend für die Wertbestimmung.

  • Carat: Auf Deutsch Karat, ist das Gewicht eines Edelsteins. Umso schwerer der Stein und damit umso höher die Karat-Zahl, desto wertvoller ist er.
  • Color: Auf Deutsch Farbe. Je nach Farbintensität variiert der Preis. Taubenblutrot (reines Rot mit einem leichten Blaustich) ist die Top Farbe, aber es gibt auch noch so herrliche andere Rottöne.
  • Clarity: Auf Deutsch Reinheit. Die Reinheit eines Rubins hängt von den vorhandenen Einschlüssen ab. Umso weniger Einschlüsse der Stein hat, desto reiner und desto wertvoller ist er.
  • Cut: Auf Deutsch Schliff. Auch die Qualität des Schliffs spielt eine Rolle für die Bewertung eines Rubins. Besonders beliebt ist der facettierte Schliff.

Rubin-Schmuck

Rubine lassen sich in vielen verschiedenen Schmuckstücken wie zum Beispiel in Ringen, Anhängern und Colliers verarbeiten. Rubine eignen sich auch in zur Verarbeitung in einem Solitär. Das ist ein Schmuckstück mit einem einzelnen Stein. In Verbindung mit Gelbgold, Rosegold oder Weißgold kommen Rubine besonders gut zur Geltung.

Rubinringe werden oft als Einzelstück gefertigt, manchmal als Verlobungsring oder in Kombination mit anderen Edelsteinen. Rubinanhänger sind meist schlicht gehalten und setzen den Stein in den Fokus. Sie eignen sich für eine feine Gold- oder Platinkette und lassen sich gut mit anderen Schmuckstücken kombinieren. Rubin Ohrringe, ob als Stecker oder Hänger, können durch ihre Symmetrie und Farbwirkung einen eleganten Akzent setzen. Auch hier beeinflussen Größe, Schliff und Fassung die Gesamtwirkung.

Rubin als Investment

Unter allen Edelsteinen gibt es eine Handvoll Steine, die zu astronomischen Preisen verkauft werden und sich deshalb in den vergangenen Jahren auch einen Namen als Wertanlage gemacht haben: Diamant, Tansanit, Saphir, Smaragd und Rubin. Der Markt für Farbedelsteine ist schwer vorhersagbar, aber hochwertige Rubine gelten unter Sammlern und Investoren als stabile Sachwerte.

Im Vergleich zu vielen anderen Edelsteinen sind die meisten Rubine sehr klein. Trotzdem können sie einen hohen Wert haben, wie der Verkauf des „Sunrise Ruby“ zeigt. 2015 wurde dieser Edelstein im Pentagonschliff mit 25.59 ct. für 30,42 Millionen USD verkauft.

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Pflege von Rubin-Schmuck

Auch wenn Rubine zu den härtesten Edelsteinen der Erde zählen, sollte der Schmuck mit den Steinen sorgsam behandelt werden. Den Schmuck keinen starken Temperaturschwankungen aussetzen und vor Nässe schützen. Rubin-Schmuck aus Gold, Silber und Platin lässt sich am besten mit mildem Seifenwasser reinigen. Verschmutzungen und Rückstände können mit einer weichen Bürste entfernt werden.