Es gibt eine breite Auswahl an Kampfsportarten, zu den bekanntesten zählen Karate, Judo, Kickboxen, Boxen, MMA oder Krav Maga. Aber es gibt weitaus mehr Kampfsportarten, nicht nur aus dem asiatischen Raum. Ihr fragt euch sicher, welche Kampfsportart passt zu mir?
Warum Kampfsport?
Die Vorteile des Sports (Fitness, Beweglichkeit etc.) sind das eine - sie sind aber auch der Schlüssel zu etwas viel Wichtigerem: Freiheit, Sicherheit und Selbstbewusstsein. Kampfsport bietet viele Vorteile - von der Verbesserung der Fitness bis hin zur Steigerung des Selbstbewusstseins.
Selbstverteidigung
Leider kommt es aber im Alltag, in Beziehungen, auf Reisen und Co. immer wieder zu Notsituationen. Die Antwort ist ja, absolut. Allerdings kommt es natürlich auf die Situation an. Gegen einen Bären oder einen Angreifer mit Schusswaffen gibt es selbstverständlich Grenzen. Jedoch hat man durch die Kenntnis von Kampfsporttechniken und Vitalpunkten sowie Fitness einen erheblichen Vorteil in einer Notsituation, egal welcher Art.
Entstehung und Fokus
Die meisten Kampfsportarten sind in Asien entstanden, es gibt aber auch neuere Stilrichtungen. Je nach Kampfsportart liegt der Fokus auf dem Kampf mit Waffen, Verteidigung, mentaler Stärke etc.
Wie finde ich den richtigen Kampfsport?
Ihr wisst noch nicht genau welcher Kampfsport für Euch geeignet sein könnte?
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- Zielsetzung: Zunächst einmal müsst ihr wissen, dass Kampfsportarten teilweise andere Zielstellung haben: Verteidigung (für das Militär oder Bevölkerung), sportliche Ertüchtigung oder Training des Geistes/ Konzentration.
- Härtegrad: Manche Kampfsportarten sind härter als andere: Kickboxen und MMA sind sehr hart, Tai Chi hingegen ist auf sanfte Abläufe ausgelegt. Und habt keine Sorge, bei einer Anfängergruppe im Kickboxen schlägt man sich nicht sofort die Zähne ein.
- Probetraining: Probieren geht über studieren - nehmt an einem Probetraining teil: Es ist sehr empfehlenswert ein paar Schnupperkurse zu besuchen und sich einen Einblick zu verschaffen. Denn das Umfeld, eure Trainingspartner und der Trainer machen sehr viel aus. Sie entscheiden maßgeblich über den Erfolg.
- ➡️ Überlegt euch auch zunächst was euer Ziel ist.
Weitere Überlegungen
- Schwierigkeit: Wie schwer ist welche Kampfsportart? Wie komplex ist die jeweilige Kampfsportart zu erlernen, weichen die Bewegungsabläufe stark vom Alltag ab?
- Effektivität: Kann die Kampfsportart im Ernstfall helfen sich gegen einen oder mehrere Gegner zur Wehr zu setzen? Hier schneiden letztendlich alle Kampfsportarten gut ab. Denn ihr Hintergrund ist die Verteidigung.
- Kondition: Wie viel Kondition braucht man für Kampfsport? Wie viel Fitness ist notwendig, um die Kampfsportart auszuüben und wie wirkt sich das Training auf das Fitnesslevel aus. Wer schon einmal einen Trainingskampf hatte, weiß wie anstrengend das ist. Daher ist der Konditionspunkt ein wichtiger Faktor. Auch zur Selbstverteidigung ist es sehr sinnvoll eine gewisse Fitness mitzubringen.
- Kraftbedarf: Ist die Kampfsportart auch ohne hohen Kraftbedarf zu erlernen bzw. auszuüben - bzw. wie wirkt sich das Training auf das Training der Muskelkraft aus. Kampfkünste die explizit die Kraft des Gegners nutzen, um sie gegen diesen einsetzen sind für körperlich schwache Menschen gut geeignet. Das ist beispielsweise Judo sowie Jiu Jitsu.
- Beweglichkeit: Die Anforderungen an die Beweglichkeit variieren innerhalb der Kampfsportarten mitunter erheblich. Das betrifft in erster Linie die Beweglichkeit für Würfe oder auch Fußtritte.
Kampfsportarten im Überblick
Im Folgenden findet ihr eine Liste mit Kampfsportarten. Im Prinzip kann jede/r jeden Kampfsport ausüben, egal welches Alter oder körperlichen Voraussetzungen ihr habt. Euer Wille ist entscheidend. Allerdings sind manche Kampfsportarten härter als andere, erfordern mehr Beweglichkeiten etc. Daher eignen sich manche Kampfsportarten besser für manche Geschlechter bzw.
Geeignete Kampfsportarten für verschiedene Zielgruppen
- Kinder: Für Kinder gibt es eigentlich keine auszuschließende Kampfsportart. Wichtig ist nur, dass sie in einem guten Kurs landen und der Trainer ein gutes Händchen für den Umgang mit Kindern hat. Die meisten Kampfkünste sind für Kinder eher spielerischer Natur.
- Senioren: Senioren sind zumeist in ihrer Beweglichkeit, Kraft und Schnelligkeit eingeschränkt. Daher gilt es hierbei einen geeigneten Kampfsport zu finden. Fokussiert auf Selbstverteidigung ist Krav Maga oder ein Selbstverteidigungskurs.
- Frauen: Es gibt keine Einschränkungen bei Kampfsportarten für Frauen. Falls gewünscht, werden oft spezielle Frauenkurse angeboten, die ohne Männer stattfinden. Beliebt sind auch Kampfarten, die eine gewisse Härte mit sich bringen. Effektiv ist u.a. Krav Maga.
Empfehlungen für Anfänger
- Keine Berührungsängste: Als Anfänger startet man nicht mit Wettkampfsport und auch nicht im Vollkontakt. Daher müsst ihr keine Sorgen oder Ängste haben.
- Gute Schulen: Kampfsportvereine gibt es auch in eurer Stadt.
- Krav Maga: Als effektivste Kampfsportart zur Selbstverteidigung können wir Euch guten Gewissens das Krav Maga empfehlen. Der Begründer legte großen Wert darauf, dass es effektiv ist, schnell erlernt werden kann und dabei keine allzu hohen körperlichen Anforderungen benötigt. Ihr erlernt hier gezielt jene Techniken, die Euch im Notfall helfen können.
Gesundheitliche Aspekte
Kampfsport bei Rückenproblemen
Du willst bei Rückenproblemen Deine Wirbelsäule am meisten schonen. Das heißt, Du solltest Kicks vermeiden, insbesondere das hohe Kicken und es soll am besten nicht geworfen werden. Beim Werfen wird der Partner auf den Boden geworfen. Hier nun Beispiele für Kampfsportarten, die Deinen Rücken, und Körper generell, schonen können:
- Karate: Es gibt sehr viele verschiedene Stile in Karate. Shōtōkan wäre einer der eher schonenden Stile zusammen mit den Matsubayashi- oder Shôrinryû-Karate.
- Boxen: Boxen beansprucht die Wirbelsäule auch nicht so sehr.
- Pekiti Tirsia Kali: Das ist ein Waffensport, dessen Grundlagen und Grundtheorie auch auf die Gesundheit achten.
- Tai-Chi: Thai chi ist eine meditative Kampfkunst, es beschäftigt sich mit dem Geist. Es braucht viel Geduld und Übung.
Wann ist Kampfsport verboten?
Physisch, ist Kampfsport sehr belastungsfähig. Also, mit Herz-Kreislauf-Beschwerden ist es nur eingeschränkt zu treiben, obwohl manche Kampfkünste bei Herzproblemen vorteilhaft sein können. Psychisch musst Du Dich im Kampfsport unter Kontrolle haben, besonders wenn es um Emotionen geht. Also falls Du an einer Kondition leidest, die Dir die Kontrolle nicht ermöglicht, solltest Du am besten nicht mit Kampfsport anfangen.
Kampfsport bei ADHS
Da man im Kampfsport geistig und physisch aktiv dabei sein muss, könnte eine Person mit ADHS sich beim Kampfsport austoben. Dazu erhöht jede Art von Sport die Produktion von Dopaminen, also kann sich auch ein ADHS-Gehirn nach Sport sich besser konzentrieren. Kampfsport könnte bei ADHS hilfreich sein, bis zu einem bestimmten Rahmen.
Ab welchem Alter darf ich Kampfsport machen?
Bei Kindern soll es ab dem Altern sein, wo sie schon laufen können und aber auch mehr oder weniger bewusst handeln können. Also ca. ab dem 4. Lebensjahr. Bei dem Alter gibt es keine Grenzen nach oben. Es geht hier um den Gesundheitszustand einer Person. Wenn Du mit 70 noch fit bist, kannst Du auch mit 70 Kämpfen anfangen.
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Die verschiedenen Arten des Kampfsports
- Kampfkunst: Der Fokus bei der Kampfkunst liegt öfters bei dem Geistigen oder Spirituellem. Beispiele: Tai chi, Kung-Fu, Capoeira, Ninjutsu
- Kampfsport: Im Kampfsport fokussiert man sich auf Wettkämpfe. Beispiele: Muay Thai, Judo, Karate, MMA
- Waffensport: Wie der Name schon besagt, hat es hier mit den Waffen zu tun. Beispiel: Escrima, Fechten, Kendo
- Selbstverteidigung: Es wird hier gelernt, wie man sich selbst verteidigt. Beispiel: Krav Maga, Aikido, Hung Kuen
Was ist mit den Verletzungen?
Kampfsport kann ganz harmlos sowie sehr gefährlich sein. Manche Menschen haben Angst, in Kämpfen mitzumachen, da sie Angst haben, sich zu verletzen oder gar zu sterben. Ja, manchmal kann Kampfsport tatsächlich letal sein.
Kontaktarten
Wenn wir von der Gefährlichkeit eines Kampfsportes reden, spielt die Art des Kontakts eine große Rolle. Es gibt diese Kontaktarten:
- Leichtkontakt
- Vollkontakt
Bei Leichtkontakt geht es um die Ausführung und um Dein Selbstbewusstsein im Kampf. Bei Vollkontakt darf man viel mehr als bei Leichtkontakt: Es gibt Knockouts, man darf unter die Gürtellinie schlagen. Du musst verstehen, dass durch die Knockouts hier natürlich viel mehr Verletzungsgefahr besteht und damit auch eine höhere Möglichkeit auf einen Totschlag besteht.
Kosten und Ausrüstung
Das Equipment für Kampfsport ist schön teuer und Du brauchst viel davon. Natürlich variiert das Equipment für jeden Kampfsport, aber wir wollen hier ein Beispiel für das Equipment in Kickboxen geben:
- Schienbeinschützer: Eine Polsterung, die auf beider Deiner beide angezogen wird. Kosten: 50-100 Euro
- Boxhandschuhe: Das sind Handschuhe mit Polsterung, besonders im Bereich der Finger. Kosten: 30-100 Euro
- Bandagen: Das sind Bände, die man auf die Hand wickelt, um die ganze Hand zu schützen. Ca. 10 Euro
- Mundschutz: Ein aus Gummi angefertigtes Stück, dass auf Deine obere Reihe der Zähne aufgetragen wird. Kosten: 10-20 Euro
- Boxschuhe: Die Schuhe sitzen sehr eng am Fuß und haben eine dünne Sohle; man braucht diese, um stabiler auf dem Boden zu stehen und nicht auszurutschen. Kosten: 40-150 Euro
- Brustschutz: Ein aus Plastik angefertigtes „Schild“, das der Form der Brust nachgeht. Schützt die weibliche Brust Kosten: 20-30 Euro
- Tiefschutz: Es gibt diesen für Männer und Frauen. Es eine Art Korsett zum Schutz der Genitalien aus dickem Gewebe. Kosten: 10-30 Euro
Dazu wirst Du Dir wahrscheinlich einen Vertrag bei einem guten Boxverein besorgen wollen, der ab 30 bis 100 Euro monatlich kosten kann. Wenn Du dann auch noch vorhast zu kämpfen, wirst Du Dir noch eine Versicherung anlegen müssen.
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Rechtliches
Kampfsport hat sehr oft mit Verletzungen zu tun. Besonders wenn Du Kampfsport professionell treiben willst, solltest Du sicherstellen, dass Du eine Versicherung hast, die die ganzen Verletzungen abdeckt.
Unter anderem musst Du Dir bewusst machen, dass Du Menschen verletzen werden musst. Es kann sogar so weit gehen, dass jemand Dich umbringt oder Du jemanden umbringst. Das ist selten und passiert bei den extremeren Kampfsportarten und Disziplinen, aber es passiert.
Totschlag
Wie vorhin schon erwähnt besteht im Kampf mit Vollkontakt ein größeres Risiko auf einen Totschlag als beim Leichtkontakt. Wie ist es rechtlich?
Öfters wirst Du bevor Du einen Kampfring eintrittst, eine Einverständniserklärung unterschreiben müssen, dass Dir bewusst ist, dass Dein Gegner Dich aus Versehen umbringen kann.
Stellen wir uns vor, Du hast aus Versehen Deinen Gegner umgebracht. Nach deutschem Recht wäre der § 228 StGB einschlägig. Solange Du gegen keine Regeln verstoßen hast, sprich: Du hast keine illegalen Schläge gebracht, wird Dir nichts passieren. Dies gilt für alle anderen Verletzungen auch: Es zählt als eine Sportverletzung, ohne weiterer Bestrafung. Falls Du doch gegen Regeln verstoßen hast, wird es als Totschlag gezählt und Du wirst angezeigt.
Die üblichen Versicherungen
Hier werden wir von der üblichen Krankenversicherung reden.
Die gesetzliche Krankenversicherung
Leider ist hier das Thema der Versicherung komplizierter als man sich vielleicht denken mag. Nun im Folgenden erfährst Du kurz und knapp paar wichtige Informationen:
Eine einfache gesetzliche Krankenversicherung, die Du besitzen solltest, wird Dir im Fall von einem Unfall bezahlen, d.h: Du wurdest plötzlich und von Außen verletzt und es ist unfreiwillig passiert.
Wenn Du Dich selber in Gefahr bringst, wirst Du eine spezielle Versicherung brauchen. Damit ist gemeint, dass Du freiwillig an einem Event teilgenommen hast und dort sich freiwillig und bewusst in Gefahr gebracht hast. Beispiel: Wenn Du Dich bei einem Wettkampf verletzt hast, wird Deine gesetzliche Versicherung es nicht abbezahlen. Oder Du bist beruflich Sportler: Dann wird die Versicherung Dir auch nicht helfen. In beiden Fällen bringst Du Dich freiwillig in Gefahr.
