Die langjährige Fehde zwischen Chael Sonnen und Wanderlei Silva gipfelte endlich in einem MMA-Kampf.
Am 24. Juni fuhr Bellator MMA die ganz schweren Geschütze auf. Bei Bellator 180 standen sich Chael Sonnen und Wanderlei Silva im Käfig gegenüber. Außerdem sollte es bei der Veranstaltung im Madison Square Garden in New York City zum Kampf zwischen Fedor Emelianenko und Matt Mitrione kommen, der im Februar kurzfristig abgesagt werden musste.
2014 waren beide als Coaches von „The Ultimate Fighter: Brazil“ aktiv und prügelten sich bei den Dreharbeiten. Silva, der in seinem letzten Kampf im März 2013 Brian Stann K.o. schlagen konnte, wurde damals für drei Jahre suspendiert. Der „Axe Murderer“ machte daraufhin durch zahlreiche Videos, in denen er gegen die UFC wetterte, auf sich Aufmerksam. Nachdem er sich dafür entschuldigte, löste die UFC seinen Vertrag im Januar 2016 auf. Sonnen hat im letzten Jahr überraschend bei Bellator unterschrieben und kämpfte im Januar zum ersten Mal für die Organisation.
Im Co-Hauptkampf der Veranstaltung wird es zum Duell zwischen MMA-Legende Fedor Emelianenko und Matt Mitrione kommen. Beide sollten eigentlich bei Bellator 172 im Februar den Hauptkampf bestreiten. Am Tag der Veranstaltung musste Mitrione aber aufgrund von Nierensteinen im Krankenhaus behandelt werden. Der Kampf wurde daraufhin abgesagt. Bellator 180 wird in den USA als Pay-per-View übertragen.
Bereits seit längerer Zeit forderte der dreimalige UFC Championship Contender Chael Sonnen die brasilianische MMA Legende Wanderlei Silva zu einem Aufeinandertreffen im Octagon auf. Diese Versuche intensivierte Sonnen nach seinem kürzlichen und dominanten Sieg über Mauricio „Shogun“ Rua. Und sie scheinen nicht nur auf viele Fans, sondern auch UFC Präsident Dana White ihre Wirkung nicht verfehlt haben.
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So sprach White kürzlich davon, dass man an dem Kampf arbeite und ihn als Co-Main Event für UFC 167, der 20-jährigen Jubiläumsshow der Promotion, einplane. Genau dies hatte Sonnen kurz zuvor gefordert, nachdem er bemerkte, dass nur der dortige Headliner Georges St-Pierre in Sachen PPV Zugkraft mit ihm mithalten könne.
White schränkte die Zusage zu dem Kampf jedoch ein und stellte eine Bedingung:
Wir können den Kampf ansetzen. Die Frage ist nur, ob Wanderlei Silva bis Anfang nächsten Jahr ausfällt oder nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob er gesund ist. Aber falls er fit ist, können wir den Kampf definitiv ansetzen und es wird definitiv ein Co-Main Event werden.
Neben einer möglichen zu langen Verletzungspause Silvas, kam wenig später jedoch noch ein weiteres Problem auf: So soll Wanderlei Silva PPV Points für den Kampf, also eine Beteiligung an der Buyrate gefordert haben. White zeigte sich darüber jedoch nicht sehr amüsiert und antwortete auf seine eigene Art und Weise:
Silva hat gesagt, dass er nicht kämpfen werde, falls er keine PPV Points erhält, also schätze ich, dass er jetzt seine Karriere beenden wird. Wir werden sehen was wir mit Sonnen machen.
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Dann meldete sich Silva selbst noch ein Mal zu Wort und unterstrich mit dem gleich folgenden Video seine Ambitionen auf einen Kampf mit Sonnen. Dabei sprach er jedoch nicht die Aussage von Dana White an, zudem soll er in dieser Woche bereits mehrere Interviewanfragen zu diesem Thema abgelehnt haben.
Sonnens andere potenzielle Gegner wurden mittlerweile anders untergebracht. Sowohl Vitor Belfort, als auch Lyoto Machida hatten Sonnen in den vergangenen Tagen noch ein Mal herausgefordert. Machida wird stattdessen nun in die Middleweight Division wechseln und im Main Event des Fight for the Troops 3 Events auf Tim Kennedy treffen. Belfort wird wie bereits angekündigt in der Light Heavyweight kämpfen. Er wird im Main Event einer dafür neu geschaffenen Card in Brasilien in einem Rematch gegen Dan Henderson antreten.
Am Rande der UFC-Fightweek in Manchester, England, bekam Groundandpound-TV die Gelegenheit, mit Chael Sonnen zu sprechen, der sich zu seinem anstehenden Kampf gegen Rashad Evans äußerte sowie zu Anderson Silva, Chris Weidman und natürlich seinem anstehenden Engagement als Coach von The Ultimate Fighter Brazil 3 und somit Gegenpart zu Erzfeind Wanderlei Silva.
„Ich bin nicht unglücklich darüber, den Job als TUF-Coach bekommen zu haben“, so Sonnen gegenüber Groundandpound-TV. „Ich wollte schon lange gegen Wanderlei kämpfen, doch er und sein Team hatten daran einige Bedingungen geknüpft, zum Beispiel, dass der Kampf in Brasilien stattfinden muss.“
Nun wird Sonnen nach Brasilien reisen, das Land, das er so oft verhöhnt hat. Doch vorerst nicht um zu kämpfen, sondern um zu lehren. Dass seine Teammitglieder - vermutlich allesamt stolze Brasilianer - sich während der Trainingseinheiten aus Trotz quer stellen könnten, fürchtet er dabei jedoch nicht.
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„Ich fahre dort nicht hin, um Streit mir Wanderlei zu suchen oder irgendetwas aufzubauschen. Der einzige Grund, aus dem ich dorthin fahre, ist, diese Jungs zu unterrichten. Auch dass er von vorn herein der Bösewicht der Staffel sein könnte, glaubt Sonnen nicht. „Wanderlei Silva lebt in Las Vegas, Nevada. Ich komme aus West Linn, Oregon. Wir sind beide keine Brasilianer. Wanderlei hat die erste Chance genutzt, um sein Land zu verlassen. Seitdem hat er von dem Geld, das er verdient hat, keinen Cent an sein Land zurückgegeben, hat für kein einziges Wohltätigkeitsprojekt gespendet. [...] Als er Brasilien zuletzt besucht hat, wurde er sogar mit vorgehaltener Pistole ausgeraubt. Wir sind beide nicht von dort.“
Bevor es zum Duell der beiden Streithähne kommt, muss Sonnen jedoch noch gegen den früheren UFC-Champion Rashad Evens in den Käfig steigen. Was er zu dem zu sagen hatte, und wen er als Sieger von Chris Weidman vs.
