Kampfsport und Bandscheibenvorfall: Was ist geeignet?

Die Wirbelsäule bildet die "knöcherne Mitte" des Körpers. Sie hält ihn aufrecht und verbindet verschiedene Teile des Skeletts miteinander: den Kopf, den Brustkorb, das Becken, die Schultern, Arme und Beine. Weil die Wirbelsäule aus einer zusammenhängenden Kette von Knochen besteht, ist sie beweglich. Wie lang die Wirbelsäule ist, hängt von der Größe eines Menschen ab. Bei Männern misst sie im Durchschnitt 71 cm, bei Frauen 61 cm.

Bandscheiben liegen zwischen zwei Wirbelkörpern und ermöglichen unserer Wirbelsäule Drehbewegungen in alle Richtungen. Zusätzlich puffern sie − ähnlich wie Stoßdämpfer − Erschütterungen und Stöße insbesondere in der Längsachse ab. Die Wirbel formen Richtung Rücken (Dorsal) die Wirbelbögen, die in ihrer Mitte den knöchernen Wirbelkanal (Spinalkanal) bilden.

Bei einem Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) durchbricht der Gallertkern (Nucleus pulposus) den festen Faserring (Anulus fibrosus) der Bandscheibe. Das ausgetretene Material drückt auf den Spinalnerven oder das Rückenmark. Dies kann zu typischen Schmerzen, Lähmungen oder Missempfindungen bei den Patienten führen.

Ursachen und Symptome eines Bandscheibenvorfalls

Bei den meisten Patienten mit einem Bandscheibenprolaps der Halswirbelsäule (HWS) finden sich degenerative Verschleißerscheinungen, die mit einem geschwächten Bindegewebe einhergehen. Der Faserring wird mit dem Alter weniger stabil und elastisch und kann dem Druck des inneren Gallertkerns nicht mehr ausreichend standhalten. Jedoch kann zum Beispiel auch ein Autounfall, zu einem Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule führen.

Jeder vom Rückenmark abzweigende Spinalnerv besitzt motorische und sensible Anteile, die Reize in definierte Segmente von Schulter, Arm und Fingern leiten. Aus diesem Grund kann der Wirbelsäulenspezialist sensible Missempfindungen auf der Hautoberfläche und motorische Ausfallerscheinungen einem ganz bestimmten Halswirbelabschnitt zuordnen. Empfindet der Patient zum Beispiel Schmerzen über den gesamten Arm bis in den Daumen hinein, weist dies den Arzt auf eine Beteiligung des 6. Spinalnerven durch den Spinalkanal hin. Zeige- und Mittelfinger sind dagegen an der Wurzelkompression des 7. Spinalnerven beteiligt. Starke Nackenschmerzen werden durch eine Reizung des 3. und 4. Spinalnerven verursacht und das Heben des Arms wird für Patienten unmöglich, bei denen die Wurzel des 5.

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Ein Bandscheibenvorfall der Brustwirbelsäule (BWS) kann von einem HWS-Prolaps abgegrenzt werden, da sich die Schmerzen hier von den Schulterblättern ausgehend ringförmig nach vorne um den Brustkorb ziehen.

Was sollte man bei einem Bandscheibenvorfall vermeiden?

Bei einem Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS) solltest du vor allem Fehlbelastungen vermeiden. Damit sind unter anderem Bewegungen gemeint, bei denen die Wirbelsäule im Bereich des Bandscheibenvorfalls abgerundet oder einseitig belastet wird. Dies schließt die Lendenwirbelsäule mit ein. Dies gilt außerdem für dynamische Sportarten, bei denen der Rumpf vor allem der Bereich der Halswirbelsäule (HWS), Brustwirbelsäule (BWS) und Lendenwirbelsäule (LWS) zu schnell und oft gedreht wird.

Was sollte man beim Bandscheibenvorfall HWS nicht tun? Bei einem Bandscheibenvorfall HWS solltest du zunächst ruckartige und schnelle Bewegungen des Kopfes vermeiden. Auch Bewegungen, bei denen die Wirbelsäule aktiv abgerundet oder einseitig belastet wird, sollten vermieden werden.

Welche Bewegung solltest du beim Bandscheibenvorfall vermeiden? Beim Bandscheibenvorfall solltest Du zunächst Drehbewegungen und Rotationsbewegungen vermeiden. Achte daher erstmal darauf, Bewegungen zu machen, die zum einen die Wirbelsäule gerade bzw. neutral halten.

Kampfsportarten und Bandscheibenvorfall

Sämtliche Kontaktsportarten wie Fußball oder Handball sowie Kampfsport sind äußerst ungeeignet nach einem Bandscheibenvorfall. Das Risiko bewusst oder unbewusst von einem anderen Sportler verletzt zu werden ist dabei zu hoch. Auch andere Sportarten, bei denen häufig abrupte Bewegungsänderungen erforderlich sind, wie zum Beispiel beim Tennis, sind zu Beginn ungeeignet.

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Ju-Jutsu bedeutet „sanfte Kunst“ und ist eine Form des Kampfsportes, der sich vor allem der Techniken der Selbstverteidigung bedient. Prinzipiell ist Ju-Jutsu für alle Menschen, die sich bester Gesundheit erfreuen, geeignet. Personen, die ein Leiden mit den Bandscheiben oder der Wirbelsäule haben, sollten diesen Kampfsport nicht ausüben. Auch bei Gelenksproblemen ist es sehr ratsam, wenn vorher ein Arzt konsultiert wird.

Als Bandscheibenopfer solltest Du ein System suchen, welches den Rücken dauerhaft entlastet und keine großartigen unkontrollierten od. unkontrollierbaren Krafteinwirkungen beinhaltet. Im fortgeschrittenen Stadium solltest durchs TCC fähig sein, die auf Dich einwirkenden Kräfte so abzuleiten, dass es zu keiner Stauchung/Kompression im Rücken/Lenden-Bereich kommt. *ing *un würde ich nur mit allergrößter Einschränkung empfehlen, zumal es da extrem große Unterschiede in der Trainingsweise und der Kraftnutzung/-Einsatz gibt.

Geeignete Sportarten und Übungen

Sport nach einem Bandscheibenvorfall ist genau das Richtige. Viele Menschen sind nach einem Bandscheibenvorfall unsicher und verängstigt, dadurch neigen viele zu Schonverhalten und -haltungen. Dieses Verhalten ist aber falsch, ein gewisses Maß an Schonung des Rückens ist zwar richtig, aber auch eine ausreichende Bewegung ist nach einem Bandscheibenvorfall sehr wichtig für den Heilungsprozess. Denn Bewegung sorgt dafür, dass die Wirbelsäule beweglich bleibt und dass die Bandscheiben besser mit Nährstoffen versorgt werden und so schneller heilen können.

Es gibt viele Sportarten, die bei einem Bandscheibenvorfall geeignet sind. Dabei sind vor allem Sportarten angebracht, die den Rücken möglichst wenig belasten und eher sanfte Bewegungsabläufe beinhalten.

Hier sind einige empfohlene Sportarten und Übungen:

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  • Schwimmen: Eine geeignete Sportart, da hierbei generell alle Gelenke geschont werden. Rückenschwimmen ist ein Schwimmstil, der sich bei Bandscheibenvorfällen und Verspannungen besonders gut eignet. Dadurch, dass der Körper flach auf der Wasseroberfläche liegt, beugt dies Verspannungen vor.
  • Fahrradfahren: Eine gute Möglichkeit, Sport zu betreiben. Dabei sollte allerdings auf eine aufrechte Haltung des Rückens geachtet werden, außerdem ist eine gute Federung der Reifen wichtig.
  • Nordic Walking: Bietet sich als Sport gut an, da dort Gelenke, Bänder und Sehnen von Armen und Beinen sowie der Wirbelsäule gleichmäßig beansprucht werden. Die leichten, gleichmäßigen Rotationen im Beckenbereich sorgen dafür, dass die Bandscheiben vermehrt Wasser einlagern, wodurch du sie Volumen vergrößern und an Festigkeit und Elastizität gewinnen.
  • Pilates: Ein Ganzkörpertraining, das die tiefe Rumpfmuskulatur stärkt. Diese Muskeln stabilisieren die Wirbelsäule und richten sie auf - ein optimaler Ausgleich zu den Fehlbelastungen des Alltags.
  • Yoga: Personen speziell beim Yoga verschiedene Körperpositionen trainieren - daraus ergeben sich auch Übungen für den Rücken, die das Körpergefühl, die Kraft und Beweglichkeit verbessern.
  • Krafttraining: Gezielte Kraftübungen der Rücken- und Bauchmuskulatur zur Stabilisierung der Wirbelsäule sind gut.

Wichtige Hinweise

Wichtig ist bei allen Sportarten, dass sie nicht unter Schmerzen ausgeführt werden. Wenn also bestimmte Übungen Schmerzen verursachen oder die Symptomatik verschlimmern, sollten sie abgebrochen werden.

Natürlich ist es wichtig, dass du bereits mit dem Krafttraining oder der Krankengymnastik startest, sobald der Dr. med. es zulässt. Wichtig ist, dass du bei einem frischen Bandscheibenvorfall nicht zu schnell, ruckartig oder dynamisch arbeitest.

Wenn du mit Kraftübungen beginnst, solltest du aus der akuten Situation raus sein. Teste daher aus, welche Bewegungen schmerzen und welche nicht. Achte beim Sport danach darauf, nicht zu übertreiben. Fange langsam an und höre auf deinen Körper. Versuche es mit Sportarten, die deine Wirbelsäule nicht zu sehr belasten.

Nach Abklingen der akuten Rückenschmerzen sollte mit einer Stabilisierung der Wirbelsäule durch stärkende Rücken- und Bauchübungen und Haltungsübungen und weiteren gezielten Übungen begonnen werden. Danach kann auch mit rückenschonenden Sportarten wieder begonnen werden, eine volle Belastbarkeit des Rückens ist allerdings erst nach etwa drei Monaten wieder möglich.

Im Durchschnitt, wenn du wieder schmerzfrei bist, kannst du eigentlich bereits nach 6-8 Wochen nach deiner Bandscheibenoperation mit dem Training beginnen. Voraussetzung ist, dass du schmerzfrei bist und nicht unter Lähmungserscheinungen leidest.

Dennoch ist es möglich, mithilfe des Krafttrainings schnell wieder zum Arbeitsplatz zu kommen. Es ist erstmal wichtiger, die Nacken und Rückenmuskulaturen zu stärken, sodass diese die Wirbelsäule beim Druck unterstützen.

Zusammenfassung

Sportliche Aktivität ist nach einem Bandscheibenvorfall sehr wichtig. Der Zeitpunkt des Beginns und die richtige Dosierung der sportlichen Aktivität sind für den Heilungsprozess von entscheidender Bedeutung.

Bewegung und Krafttraining sind die beste langfristige Behandlung bei einem Bandscheibenvorfall. Deswegen ist vor allem Sport nach einem Bandscheibenvorfall so wichtig. Nach der Bandscheibenoperation kann es nämlich zu weiteren Problemen mit der Wirbelsäule kommen, weshalb das Krafttraining als Prophylaxe dient. Gleichzeitig wird durch das Krafttraining die Ansteuerung der Nerven verbessert und darüber hinaus die Rückenmuskulatur gestärkt.

Es ist wichtig, die Gesäßmuskulatur aufgrund ihrer stabilisierenden Funktion zu trainieren. Was vor allem deiner Bandscheibe hilft, sind Muskeln, die deine Wirbelsäule entlasten. Daher verlasse dich nicht ausschließlich auf Wärmeanwendungen und Massagen, sondern auf das Training.