Seit Jahren boomen stilübergreifende Kampfsportturniere rund um die Welt. Die Disziplin der beiden Männer heisst «Mixed Martial Arts». MMA gilt derzeit als härtester legaler Kampfsport der Welt und ist ein Sammelbegriff für viele Techniken: Neben Faustschlägen sind auch Tritte, Würfe und Hebelgriffe gestattet.
Die Geschichte der «Ultimate Fighting Championship», die in den letzten Jahren von den USA aus den Weltmarkt erobert und alle MMA-Konkurrenzunternehmen sukzessive an Bedeutung überholt, beginnt in den frühen neunziger Jahren: Gemeinsam kamen sie auf die Idee, die Frage nach dem besten Kämpfer neu zu stellen.
Deshalb luden sie Vertreter verschiedener Disziplinen (unter anderem Karate, Jiu-Jitsu, Boxen, Kickboxen und Sumo) zum «War of the Worlds». Damit das Unternehmen besonders martialisch und für Investoren wie Pay-TV gleichermassen interessant wurde, waren nach antikem Vorbild nur das Beissen des Gegners sowie Stiche in dessen Augen verboten. Ausserdem wurde in einem Oktagon gekämpft - wie auch Arnold Schwarzenegger es in «Conan der Barbar» tun musste.
Senator John McCain, der später Gegenkandidat von Barack Obama werden sollte, sprach von «menschlichem Hahnenkampf». In den meisten US-Bundesstaaten wurde diese Form der MMA von den Athletic Commissions verboten.
Kein Wunder, dass die UFC arm und nahezu bedeutungslos war, als sie 2001 für den Spottpreis von zwei Millionen Dollar von den Brüdern Frank und Lorenzo Fertitta gekauft wurde, zwei Glücksspielunternehmern aus Las Vegas.
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Die Casinoprofis veränderten die Regeln und die Aussendarstellung der UFC binnen weniger Jahre vollständig: Gewichtsklassen wurden eingeführt, Mund- und Tiefschutz obligatorisch, gefährliche Techniken wie das «Einführen von Fingern in Körperöffnungen» wurden ausdrücklich verboten. Zudem führt Doping automatisch zu langen Sperren.
Um zum unumstritten stärksten MMA-Unternehmen der Welt zu werden, bemüht sich die UFC seit wenigen Jahren, Europa zu erobern, wo noch deutlich die Boxfans in der Überzahl sind.
Was ist MMA?
MMA oder Mixed Martial Arts ist eine Kampfsportart, bei der Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten angewendet werden. Die Kämpfer bedienen sich sowohl der Schlag- und Tritttechniken des Boxens, Kickboxens, Taekwondo, Muay Thai und Karate als auch der Bodenkampf- und Ringtechniken des Jiu-Jitsu, Ringens, Judo und Sambo. Im Gegensatz zu anderen Kampfsportarten, darf bei MMA auch im Bodenkampf geschlagen und getreten werden.
Was ist die UFC?
Die Ultimate Fighting Championship (UFC) ist eine Mixed-Martial-Arts-Organisation aus den USA. Sie ist weltweit der grösste Veranstalter von MMA-Events.
Die Ultimate Fighting Championship ist der weltweit grösste Veranstalter von MMA-Wettkämpfen. Dabei handelt es sich um eine Kampfsportart, welche 1990 bekannt geworden ist. Bei den Kämpfen werden Schlag- und Tritttechniken aus verschiedenen Kampfsportarten wie Boxen, Kickboxen, Taekwondo, Muay Thai und Karate angewendet.
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Gekämpft wird in der UFC in neun verschiedenen Gewichtsklassen:
- Strawweight: (Stroh- oder Strohhalmgewicht) bis 115 lb (52,15 kg)
- Flyweight (Fliegengewicht): 125 und weniger lb (57 und weniger kg)
- Bantamweight (Bantamgewicht): 126 bis 135 lb (57 bis 61 kg)
- Featherweight (Federgewicht): 136 bis 145 lb (61 bis 66 kg)
- Lightweight (Leichtgewicht): 145 bis 155 lb (66 bis 70 kg)
- Welterweight (Weltergewicht): 155 bis 170 lb (70 bis 77 kg)
- Middleweight (Mittelgewicht): 170 bis 185 lb (77 bis 84 kg)
- Light Heavyweight (Halbschwergewicht): 185 bis 205 lb (84 bis 93 kg)
- Heavyweight (Schwergewicht): 205 bis 265 lb (93 bis 120 kg)
Die Kämpfe gehen über drei oder fünf Runden, die je fünf Minuten dauern. Gekämpft wird in einem achteckigen Ring mit einem Durchmesser von 9,75 Metern. Anstelle von Ringseilen wird die Kampffläche durch einen Maschendrahtzaun begrenzt. Es wird mit dünnen, an den Fingern offenen Handschuhen gekämpft. Sie dienen dazu, die Hände zu schützen und Platzwunden zu vermeiden, bieten jedoch kaum Dämpfung.
Ein MMA-Kampf kann auf vier verschiedene Arten beendet, respektive gewonnen werden:
- Aufgabe (auch Submission oder Tap-Out genannt): Ein Kämpfer klatscht mehrmals mit der flachen Hand auf die Matte, tippt mehrmals seinen Gegner an oder gibt verbal auf.
- Knockout: Ein Kämpfer wird von einem erlaubten Schlag oder Tritt getroffen und wird entweder ohnmächtig oder ist nicht in der Lage, den Kampf weiterzuführen.
- Technischer Knockout: Es gibt grundsätzlich drei mögliche Wege, die zu einem TKO führen können. Zum einen ein «Referee Stoppage», in dem der Ringrichter den Kampf abbricht, weil einer der Kämpfer nicht mehr in der Lage ist sich «intelligent zu verteidigen». Ausserdem kann der Ringarzt einen Kampf abbrechen, wenn eine Verletzung einen Kämpfer zu stark hindert oder die Blutung aus einer Platzwunde nicht gestillt werden kann. Schliesslich kann das eigene Team eine Aufgabe signalisieren.
- Kampfrichterentscheidung: Nachdem es nach 3 beziehungsweise 5 Runden keinen Sieger gibt, liegt die Entscheidung bei den 3 Kampfrichtern. Es gilt ein „10-Punkte-System“, in dem der Gewinner einer Runde 10 Punkte bekommt und der Verlierer 9 oder weniger.
MMA als Spiegelbild der Gesellschaft und Politik
Die einstige Randsportart ist zu einem Vehikel der Macht geworden. Die MMA-Kampfsportserie UFC hängt in den USA eng zusammen mit dem Aufstieg von Donald Trump zum Präsidenten.
Die UFC hat unter ihrem Chef Dana White nahezu ein Monopol in ihrem Markt - unter dem neuen Präsidenten Trump muss sie keine Konsequenzen fürchten.
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Während sich Trump die UFC zunutze macht, lässt sich der russische Präsident Wladimir Putin gerne mit den besten MMA-Kämpfern des Landes blicken - und nutzt die Sportart zur Inszenierung Russlands als Staat des starken Mannes, der Vaterland und Familie beschützt.
Die Entwicklung des Brazilian Jiu Jitsu (BJJ) im MMA
Wer die Geschichte des MMA und des UFC eindringlich betrachtet, stellt fest, dass das UFC gegründet wurde, um die Effektivität des BJJ zu veranschaulichen. Das Ziel bestand darin, zu demonstrieren, wie sich das Braziian Jiu Jitsu in einem echten Kampf, der ohne Regeln stattfindet, anwenden lässt.
Royce Gracie, der BJJ trainierte, ging als Sieger aus diesen Kämpfen hervor, obwohl seine Gegner ihm körperlich überlegen waren. Er bewies, dass es auf die technischen Fähigkeiten und keineswegs auf die körperliche Masse ankommt.
Dank des UFC erlangte das Brazilian Jiu Jitsu eine weltweite Popularität. Infolgedessen fand jedoch eine Umstrukturierung im Jiu Jitsu Sport statt. Tritte und Schläge waren nicht mehr gestattet, weshalb sich diese Art des Jiu Jitsu von dem ursprünglichen BJJ zunehmend entfernte.
MMA Wetten in Deutschland
Neben Wetten auf Boxen ist derzeit Mixed Martial Arts (MMA) der beliebteste Kampfsport, der Fans auf der ganzen Welt fasziniert, einschließlich in Deutschland. Besonders die UFC, die als die "Champions League des MMA" bekannt ist, erfreut sich großer Beliebtheit bei den Kampfsportfans.
MMA-Wetten beziehen sich auf Wetten, die auf Mixed Martial Arts (MMA) Kämpfe platziert werden. Die Wettmöglichkeiten umfassen normalerweise das Wetten auf den Sieger des Kampfes, die Art des Sieges (z.B.
MMA-Wetten haben in den letzten Jahren an Popularität gewonnen, da MMA immer mehr Fans gewinnt und weltweit an Beliebtheit gewinnt. Es ist wichtig, sich über die Kämpfer und ihre Fähigkeiten zu informieren, bevor man eine Wette platziert.
Bekannte Schweizer MMA-Kämpfer
Der Schweizer Volkan Oezdemir ist einer der grössten Aufsteiger der MMA-Szene. Er ist der Sohn einer Schweizerin und eines Türken. Seinen ersten professionellen MMA-Kampf absolvierte er 2010. Erst seit diesem Jahr kämpft er im Rahmen der Ultimate Fighting Championship (UFC). Oezdemir kämpft in der zweithöchsten Gewichtsklasse, den Halbschwergewichten.
Ange Loosa ist ein Schweizer MMA-Kämpfer, der in der UFC unter Vertrag steht. Der 30-Jährige kämpfte im September in Paris und besuchte seine Familie in der Schweiz. Vor seiner Rückkehr in die USA stand er für 20 Minuten Rede und Antwort. Eine klaffende Wunde unter dem Auge, ein tief atmender, schwer gezeichneter Kämpfer: Ange Loosa hat gerade in Paris alles im Oktagon gelassen, was er hat.
