Viele Kampfsportarten eignen sich für energiegeladene extrovertierte Kinder genauso wie für schüchterne.
Letztendlich sollten die Eltern auf die Bedürfnisse ihres Kindes achten.
Nur Sport, der Spaß und Freude bereitet, wird ihr Kind körperlich und mental stärken.
Die drei Kampfsportarten Judo, Karate und Taekwondo im Vergleich
Zu den bekanntesten Kampfsportarten zählen Judo, Ju-Jutsu, Karate, Kung-Fu und Taekwondo.
Der Nachwuchs wird zunächst mit Spiel und Spaß an die der Kampfsportart zugrunde liegenden Bewegungsabläufe herangeführt.
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Karate
Die Kampfsportart Karate kommt ebenfalls aus Japan.
Karate heißt übersetzt „leere Hand“.
Damit ist gemeint, dass man sich gegen eine Angreiferin oder Angreifer nur mit der leeren Hand, aber natürlich auch mit den bloßen Füßen verteidigen kann.
Im Gegensatz zum Judo gibt es beim Karate wenig Körperkontakt.
Ziel ist, sich mittels gezielter Schläge, Tritte und Stöße gegen die Angreiferin oder den Angreifer zu verteidigen.
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Die Karatekinder lernen, ihren ganzen Körper zu trainieren, besonders Hände, Ellenbogen, Knie und Füße.
Eine hohe Konzentration und Schnelligkeit, aber auch Gelassenheit sind beim Karate besonders gefragt.
Nur wer beim Angriff nicht in Panik verfällt, kann sich wehren.
Deshalb werden den Kindern neben der Technik im Unterricht auch psychologische Inhalte zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung vermittelt.
Jiu Jitsu
Die Kampfsportart Jiu Jitsu geht auf die japanischen Samurai zurück.
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Die Grundidee ist „Siegen durch Nachgeben“.
Deshalb ist die erste Verteidigungsmaßnahme beim Jiu Jitsu schnelles und geschicktes Ausweichen, um dann die Kraft eines Angriffs gegen die angreifende Person selbst zu verwenden.
Dazu stehen verschiedene Wurf-, Griff-, Hebel- und Schlagtechniken zur Verfügung.
Je nach Art des gegnerischen Angriffs gehören zur Selbstverteidigung beim Jiu Jitsu auch Tritte und Würgen.
Es gibt verschiedene Schulen des Jiu Jitsu, in denen jeweils unterschiedliche Techniken bevorzugt werden.
Judo
Judo ist eine japanische Kampfsportart. Übersetzt bedeutet Judo „der sanfte Weg“.
Damit ist nicht nur die Art des Kämpfens gemeint, sondern eine Lebenseinstellung.
Im Judo geht es darum, sich auf den Weg des Gegenübers einzulassen und blitzschnell darauf zu reagieren.
Judo ist eine Kampfsportart mit viel Körperkontakt: Die Kinder packen sich beispielsweise an Armen oder Schultern und versuchen, ihre Partnerin oder ihren Partner, der im Kampf zu ihrer Gegnerin oder zu ihrem Gegner wird, auf die Matte zu schleudern.
Sie lernen Wurf- und Bodentechniken, weniger Stoß- und Tritttechniken.
Judo-Techniken basieren auf der Ausnutzung der Kraft und Bewegung der Gegnerin oder des Gegners, um diesen auf den Boden zu werfen und anschließend zu kontrollieren.
Wie groß oder klein man ist, ist hierbei nicht wichtig.
Mit der richtigen Wurftechnik können hier auch die Kleinsten siegen.
Taekwondo
Taekwondo ist eine koreanische Kampfkunst und bedeutet die Verbindung von Tae (Tritt), Kwon (Faust) und Do (Geist).
Taekwondo scheint Karate sehr zu ähneln, doch die Konzentration liegt hier auf schnellen Fußtechniken und kräftigen Tritten.
Im Training werden häufige Angriffe und wirksame Gegenreaktionen geübt.
Dabei werden entweder verschiedene Formen gegen unsichtbare Gegnerinnen und Gegner durchgespielt oder der Freikampf gegeneinander trainiert.
Die Techniken helfen, Schläge oder Tritte gezielt abzuwehren.
Technische Unterschiede bei Kampfsportarten
Jeder Kampfsport hat eigene Techniken und Schwerpunkte.
Beim Ringen besteht ein enger Körperkontakt und beim Boxen werden Schläge primär aus der Distanz abgegeben.
Bei einigen Kampfsportarten sind Tritte verboten, bei anderen geben sie gerade den Ausschlag.
Manche Kampfsportarten lassen sich den Stilen „weich“ und „hart“ zuordnen.
Weich bedeutet, die Energie von gegnerischen Angriffen aufzufangen und umzuleiten.
Eigene Attacken werden nicht in voller Härte ausgeführt (zum Beispiel beim Aikido).
Harte Kampfsportarten zielen ursprünglich darauf ab, das Gegenüber zu verletzen.
Zu dieser Art Kampfsport gehört zum Beispiel Taekwondo.
Kampfsport und Gesundheit
Menschen verfolgen mit Kampfsport in der Regel zwei Ziele: Sie möchten ihre Fähigkeit zur Selbstverteidigung steigern und ihre körperliche Fitness verbessern.
Tatsächlich trainieren die meisten Kampfsportarten körperliche Fähigkeiten wie Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination und Kondition.
Studien haben positive Effekte von regelmäßigem Kampfsporttraining auf die körperliche Fitness nachgewiesen.
Außerdem scheinen die Bewegungsabläufe bei asiatischen Kampfkünsten die Knochengesundheit besonders gut zu fördern.
Studien haben zum Beispiel eine verbesserte Knochendichte bei jungen Menschen nachgewiesen, die Judo, Karate und Taekwondo ausüben.
Als Gesundheitssport für Menschen über 60 Jahre sind vor allem „weiche“ Kampfsportarten gut geeignet.
Kampfsport kann sich zudem günstig auf die psychische Gesundheit auswirken.
Die Rituale für Achtsamkeit, die Teil traditioneller asiatischer Kampfkünste sind, fördern die Selbstachtung und die Wertschätzung des Gegenübers.
Eine neuere Studie liefert Hinweise darauf, dass Menschen, die japanische Kampfkünste über einen längeren Zeitraum regelmäßig ausüben, zufriedener und weniger anfällig für psychische Erkrankungen sind als der Durchschnitt der Bevölkerung.
Außerdem lassen sich mit Kampfsportarten Aggressionen zielgerichtet abbauen.
