Unterschiede zwischen BJJ und JJ

Heute gibt es eine große Menge unterschiedlicher Jiu Jitsu - Arten. Hier werden die Unterschiede zwischen Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) und traditionellem Jiu-Jitsu (JJ) erläutert.

Ursprünge und Entwicklung

Gracie Jiu-Jitsu® ist eine Kampfkunst zur Selbstverteidigung, die von Großmeister Helio Gracie in Brasilien Ende der 1920er Jahre entwickelt und gegründet wurde. Ursprünglich übte Helio gemeinsam mit seinem Bruder Carlos Gracie das traditionelle japanische Jiu-Jitsu. Helio bemerkte jedoch, dass er für die effektive Anwendung der Techniken nicht die körperliche Größe und Stärke besaß. Daher modifizierte er etwas die Techniken und verlagerte den Fokus mehr auf den Kampf nach dem Wurf.

Das was wir heute im breiten Spektrum unter Jiu Jitsu (inkl. internationaler Schreibweise: Ju Jitsu / Ju Jutsu) vestehen, wurde von der Schule um Kano Jigoro um das Ende des 19ten Jahrhunderts geprägt. Vom Mittelalter bis wenige Jahre davor war es mehr ein weites Arsenal von Techniken mit und ohne Waffen - schwerpunktmäßig konzipiert für das Schlachtfeld der Samurai.

Mit der voranschreitenden Globalisierung und Erschließung neuere Handelsrouten um 1900 wurde das Jiu Jitsu in die Welt hinaus getragen. Dort mischte es sich oft mit lokalen Stilen (wie Catch Wrestling, Ringen, etc.) und wurde entsprechend der nationalen Gegebenheiten angepasst bzw. adaptiert.

Blieb der Fokus bei vielen JJ-Stilen auf Selbstverteidigung (SV), benannte Kano seinen eigenen Stil bald darauf in (Kodokan) Judo um und fokussierte sich auf die Etablierung als Wettkampfsport. In den unterschiedlichen Ländern in es Einzug gehalten hatte, hielt sich zumeist die Bezeichnung Jiu Jitsu - besonders da, wo der SV-Fokus blieb oder die eigenen Adaptionen tiefgreifender waren.

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So zum Beispiel im Brasilien der 1920er Jahre, wo die Brüder Carlos und Helio Gracie es von Mitsuyo Maeda gelernt hatten. Angepasst an die raue Realität von Straßen- bzw „Vale Tudo„-Kämpfen stand der Fokus bald auf Griff- und v.a. Bodenkampf und man verfeinerte die Techniken über die Jahre. Das Gracie- bzw. Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) war geboren. In den frühen 1990er Jahren wurden daraus auch die Mixed Martial Arts (MMA) und das größte MMA-Turnier, die Ultimate Fighting Championships (UFC) geboren.

BJJ im Detail

Was ist eigentlich Brazilian Jiu Jitsu (BJJ)? Brazilian Jiu Jitsu (BJJ) ist eine Kampfsportart, die ihren Ursprung in Brasilien hat. Sie konzentriert sich auf den Bodenkampf und die Anwendung von Hebel- und Würgetechniken, um den Gegner zu besiegen oder zur Aufgabe zu zwingen. BJJ wurde aus Judo-Techniken entwickelt und hat sich im Laufe der Zeit zu einer eigenständigen Kampfsportart entwickelt.

Als Sportart bietet BJJ eine Reihe von körperlichen und geistigen Vorteilen. Es ist ein effektives Workout, das Kraft, Ausdauer, Flexibilität und Koordination verbessert. BJJ kann auch dazu beitragen, das Selbstbewusstsein und die Disziplin zu steigern sowie Stress abzubauen. Darüber hinaus fördert BJJ auch die soziale Interaktion und bietet die Möglichkeit, in einer Gruppe von Gleichgesinnten zu trainieren.

BJJ wird in Wettkämpfen auf nationaler und internationaler Ebene ausgetragen. Die Wettkämpfe folgen einem Punkt-System, bei dem Punkte für verschiedene Techniken wie Takedowns, Passes, Mounts und Submissions vergeben werden. Es gibt verschiedene Gewichtsklassen und Altersgruppen, in denen die Wettkämpfe ausgetragen werden können.

Insgesamt ist Brazilian Jiu Jitsu eine spannende und herausfordernde Sportart, die eine Vielzahl von körperlichen und geistigen Vorteilen bietet. Ob als Wettkampfsport oder als Freizeitaktivität, BJJ ist eine großartige Möglichkeit, um in Form zu bleiben und neue Fähigkeiten zu erlernen.

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Grappling und BJJ

Grappling und Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) sind zwei verwandte Kampfsportarten, die sich jedoch in einigen Aspekten unterscheiden. Grappling bezieht sich auf eine breitere Kategorie von Kampfkünsten, die sich auf das Ringen und Kämpfen auf dem Boden konzentrieren. Es beinhaltet Techniken wie Würfe, Takedowns, Bodenkontrolle, Submissions und Verteidigung gegen Griffe und Würfe. Grappling wird in verschiedenen Kampfsportarten wie Judo, Sambo und Wrestling verwendet.

BJJ hingegen ist eine spezifische Form des Grapplings, die aus Brasilien stammt und sich auf die Bodenkampftechniken konzentriert. BJJ legt großen Wert auf die Verwendung von Hebeln, Griffen und Submission-Techniken, um einen Gegner auf dem Boden zu besiegen. Es beinhaltet auch Positionierung und Bewegung auf dem Boden, um eine günstige Position für Submissions zu erreichen.

Ein weiterer Unterschied zwischen Grappling und BJJ besteht darin, dass Grappling oft als sportliche Aktivität oder als Ergänzung zu anderen Kampfsportarten verwendet wird, während BJJ in der Regel als eigenständige Kampfsportart praktiziert wird.

BJJ vs. Grappling: Was ist besser für Anfänger?

Beide Kampfsportarten, BJJ (Brazilian Jiu-Jitsu) und Grappling, sind ausgezeichnete Möglichkeiten für Anfänger, um ihre Fähigkeiten im Nahkampf zu entwickeln. Beide Disziplinen konzentrieren sich auf Bodenkämpfe und haben einige Gemeinsamkeiten, aber es gibt auch Unterschiede.

BJJ ist eine Kampfsportart, die sich auf den Bodenkampf und die Anwendung von Hebeln, Würgegriffen und Submission-Techniken konzentriert. Es geht darum, den Gegner zu kontrollieren, ihn auf den Boden zu bringen und ihn dann mit einer Technik zu besiegen. Grappling ist ein Kampfstil, der auf der Anwendung von Würgegriffen, Hebeln und anderen Techniken zur Kontrolle des Gegners basiert. Es umfasst auch Bodenkampf, aber im Gegensatz zu BJJ ist Grappling eher auf den sportlichen Aspekt ausgelegt und weniger auf den Selbstverteidigungsaspekt.

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In Bezug auf die Frage, was für Anfänger besser ist, hängt es von den Zielen und Interessen der Person ab. Wenn das Hauptziel darin besteht, Selbstverteidigungsfähigkeiten zu entwickeln, ist BJJ wahrscheinlich die bessere Wahl. Wenn die Person jedoch eher an sportlicher Betätigung und Wettkampf interessiert ist, könnte Grappling eine bessere Option sein.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Wahl zwischen BJJ und Grappling letztendlich eine persönliche Entscheidung ist. Beide Kampfsportarten erfordern Zeit, Geduld und Engagement, um sie zu meistern. Es ist am besten, beide zu untersuchen, um festzustellen, welche besser zu den eigenen Bedürfnissen und Interessen passt.

BJJ vs. Grappling: Wer würde gewinnen?

Es ist schwierig zu sagen, wer in einem Kampf zwischen Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) und Grappling gewinnen würde, da beide Kampfsportarten einen Schwerpunkt auf Bodenkampf und Submission-Techniken haben. Beide Sportarten haben unterschiedliche Schwerpunkte und Techniken, aber es hängt letztendlich von den Fähigkeiten und Erfahrungen der einzelnen Kämpfer ab.

BJJ ist bekannt für seine starken Submission-Techniken, insbesondere im Bereich der Bodenkontrolle und -verteidigung. BJJ-Kämpfer sind auch sehr gut darin, Positionen zu halten und auf Submission-Möglichkeiten zu warten. Grappling ist eine breitere Kampfkunst, die viele Stile des Bodenkampfes einschließt. Grappling-Kämpfer haben möglicherweise ein breiteres Wissen über verschiedene Techniken und können möglicherweise in der Lage sein, sich an verschiedene Situationen anzupassen.

Letztendlich hängt der Ausgang eines Kampfes zwischen BJJ und Grappling davon ab, wer in der Lage ist, seine Techniken effektiver und effizienter anzuwenden. Es ist auch wichtig zu beachten, dass der Gewinner in einem solchen Kampf nicht unbedingt davon abhängt, welche Kampfkunst besser ist, sondern von den Fähigkeiten und Erfahrungen jedes Kämpfers.

Form und Regelwerk

BJJ (Brazilian Jiu-Jitsu) und Grappling sind zwei verwandte Kampfsportarten, die sich auf den Bodenkampf und das Grappling (Halten, Würgen und Hebeln) konzentrieren. Der Hauptunterschied zwischen den beiden besteht jedoch in ihrer Form und den Regeln, die sie befolgen.

BJJ ist eine spezifische Disziplin des Grappling, die sich auf den Wettkampf konzentriert. Es gibt bestimmte Regeln, die befolgt werden müssen, wie z.B. die Verwendung von Gi (einem Anzug mit Ärmeln und Hosen) und die Beschränkung der Techniken, die in Wettkämpfen erlaubt sind. Im BJJ werden Punkte für Positionen, Würfe und Submission-Techniken vergeben.

Grapping hingegen ist ein Oberbegriff für verschiedene Kampfkünste und -techniken, die den Bodenkampf und das Grappling betreffen. Im Gegensatz zu BJJ gibt es beim Grappling weniger Regeln und Beschränkungen. Es kann ohne Gi ausgeübt werden und es gibt keine Einschränkungen bei den Techniken, die angewendet werden können. Bei Wettkämpfen werden in der Regel nur Punkte für Takedowns und Submission-Techniken vergeben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass BJJ eine spezifische Form des Grappling ist, die strengen Regeln und Einschränkungen unterliegt, während beim Grappling allgemeinere Regeln gelten und weniger Einschränkungen bei den Techniken bestehen. Zusammenfassend kann man sagen, dass Grappling eine umfassendere Kategorie von Kampfkünsten ist, die verschiedene Techniken beinhaltet, während BJJ eine spezifische Form des Grapplings ist, die sich auf den Bodenkampf konzentriert und oft als eigenständige Kampfsportart praktiziert wird.

Trainingsmethoden

Die meisten Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) Schulen konzentrieren sich inzwischen auf den sportlichen Aspekt und bleiben somit im wettkampforientierten Bereich. Es wird grundsätzlich keine Abwehr von Schlägen und Tritten trainiert - man fokusiert sich auf den ringerischen Grappling-Wettkampf. Das ist völlig verständlich und auch so ist man normalen Aggressoren überlegen.

Möchte man sein Jiu-Jitsu aber noch mehr „straßenkompatibel“ machen oder sich in einem Mixed Martial Arts - Kampf testen, müssen einige Dinge beachtet werden. Manche Positionen fallen dafür beispielsweise weg, da die Gefahr von Knockouts zu groß wird.

Wir bei STONEWOOD versuchen in unserem Kinder- wie auch Erwachsenentraining auf beide Einsatzzwecke ein Auge zu haben. Unsere Trainer gehen explizit die verschiedenen Strategien und Techniken ein.

Techniken im BJJ

Im folgenden werden einige Techniken des Brazilian Jiu Jitsu näher erläutert. Bei allen diesen Techniken gilt es jedoch zu beachten, dass vor allem die Ausgangslage ausschlaggebend für deren Erfolg oder Misserfolg ist.

  • Submissions: Der Gegner soll zum Aufgeben gezwungen werden. Bekannte Griffe sind Armlock, Triangle Choke und Hammerlock.
  • Sweeps: Der Gegner wird in eine andere Position gezwungen. Man unterscheidet zwischen Sweeps im Stand und am Boden sowie dem sog. Push Sweep, bei dem man den stehenden Gegner vom Boden aus blockiert.
  • Escapes: Man versucht sich, aus einer Position zu befreien. Wirksame Escape Methoden sind der Headlock Escape, der Side Control Escape und der Back Mount Escape.
  • Takedowns: Das Gegenüber wird zu Boden gebracht. Beliebte Takedown Techniken sind der Single- oder Double Leg Takedown, sowie der Arm Pull, Guard Drag oder Jumping Triangle.

Wie bereits erwähnt, stehen beim BJJ nicht die Techniken im Vordergrund, sondern vor allem das richtige Timing und die Ausgangslage für deren Anwendung. Daher werden am Anfang nur einige Techniken geschult, die sich später weiterentwickeln lassen.

Insgesamt unterscheidet man im Brazilian Jiu Jitsu zwischen 6 Grundstellungen:

  • Mount
  • Back Mount
  • Knie Mount
  • Side Control
  • Guard
  • Turtle

Das wichtigste Ziel beim Kampf ist die Verbesserung der eigenen Position oder das Verhindern von deren Verschlechterung. Profis kennen außer den 6 Grundstellungen außerdem 4 weitere Stellungen, die jeweils den Übergang zwischen 2 Grundstellungen beschreiben.

BJJ in Deutschland

Heute ist die Kampfsportart weltweit verbreitet und erfreut sich vor allem in Europa wachsender Beliebtheit. Hier wird Brazilian Jiu Jitsu an immer mehr Schulen oder in Kampfsportvereinen unterrichtet. Da Brazilian Jiu Jitsu eine relativ neue Kampfsportart ist, entwickelt sie sich kontinuierlich weiter und so entstehen auch immer neue Techniken, oder die bestehenden werden angepasst und perfektioniert.

Vorteile des BJJ

Brazilian Jiu Jitusu kannst du in jedem Alter leicht erlernen. Dafür benötigst du keine Vorkenntnisse in Judo, Jiu Jitsu oder einer anderen Kampfsportart. Du musst auch nicht besonders sportlich oder durchtrainiert sein, um die Techniken zu erlernen oder anwenden zu können. Allerdings kannst du durch regelmäßiges Training in BJJ deinen Körper und deine Fitness auf ganz natürliche Weise steigern. Außerdem lernst du im Brazilian Jiu Jitsu automatisch auch, wie du dich im Falle eines Angriffs effektiv selbst verteidigen kannst.

Am einfachsten und schnellsten lernst du BJJ in einem Sportverein oder einer Kampfsportschule wie „Yakuza Dojo“.Hier können alle Techniken, Würfe und Hebel von erfahrenen Trainern vorgeführt und erläutert werden. Du erfährst, worauf du beim Kampf achten sollst und kannst direkt mit den anderen Teilnehmern üben. Dein Trainer kann dir währenddessen Hilfestellung geben, so dass du Fehler korrigieren und künftig vermeiden kannst. Außerdem sorgen die erfahrenen Trainer dafür, dass du dich vor dem Training gut aufwärmst und dehnst, um Muskelkater oder Verletzungen zu vermeiden. Hier kannst du dein Können auch in Wettkämpfen unter Beweis stellen und sogar Medaillen gewinnen. Außerdem kannst du beim Training Gleichgesinnte treffen und dich mit diesen austauschen.

BJJ und Selbstverteidigung

Brazilian Jiu Jitsu zählt zu den wenigen Kampfsportarten, die ganz ohne Tritte oder Schläge auskommen und dennoch effiziente Methoden bieten, um den Gegner am Boden zu besiegen. Die Kampfsportart wird sogar von vielen Polizisten zur Selbstverteidigung und Immobilisierung beim Einsatz eingesetzt. Hierfür gibt es spezielle Schulungen, die es ermöglichen, aggressive Verdächtige effektiv unter Kontrolle zu behalten, ohne diesen körperlichen Schaden zuzufügen.

Brazilian Jiu Jitsu ist vor allem dann optimal zur Notwehr geeignet, wenn die Distanz zum Gegner sich nicht aufrecht erhalten lässt. Die Nahkampf- und Bodentechniken ermöglichen es, auch wesentlich größere und stärkere Gegenspieler bewegungsunfähig zu machen. Natürlich müssen diese, wie bei jeder Sportart auch regelmäßig trainiert werden, damit man das Gefühl für den eigenen Körper, das richtige Timing und die Ausdauer beim Kampf immer mehr verbessern kann.

BJJ und MMA

Mixed Martial Arts (MMA) ist eng mit BJJ verwandt. MMA ist eine Kombination aus verschiedenen Kampfsportarten. Brasilianisches Jiu-Jitsu, Wrestling, Boxen, Kickboxen und Thaiboxen haben sich als die erfolgreichsten Stile erwiesen. Im MMA werden diese verschiedenen Kampfsportarten in einem Stil kombiniert. Ziel ist es, den Gegner in einem sportlichen Wettkampf durch Schläge, Tritte oder Untergriffe zum Aufgeben zu zwingen. Brasilianisches Jiu-Jitsu bildet eine unverzichtbare Grundlage im modernen MMA, um im Gedränge, im Clinch und im Bodenkampf effektiv verteidigen oder angreifen zu können. BJJ ist also eine Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen MMA-Kämpfer.

Unterschiede in der Methodik

Wir können sagen, daß der Hauptunterschied in der Methodik des Training liegt: in beiden Künsten gibt es zwei Kampfarten, im Judo gibt es die Tachi-waza (Kampf im Stehen) und die Ne-waza (Kampf am Boden).

Im Judo liegt der Schwerpunkt mehr im Tachi-waza. Es wird auch das Ne-waza trainiert, aber die Proirität liegt im Kampf im Stehen. Im Brasilianischen Jiu Jitsu geschieht eher das Gegenteil. Es wird vermehrt am Boden trainiert, als im Stehen.

Die Betreiber des BBJ versichert, daß es einfacher ist, einen Gegner mit geringem Kraftaufwand am Boden zu bezwingen als wenn man im Stand kämpft. Deshalb gibt es im Brasilianischen Jiu Jitsu mehr Techniken am Boden, als beim Judo, und mit weniger Einschränkungen.

Andererseits, und da Judo sich mehr auf das Kämpfen im Stand konzentriert, gibt es viele Strategien, Kombinationen, die typisch sind für diesen Sport, die sich aus dem Tachi-Waza entwickeln und die oft von den BJJ-Praktizierenden nicht so gut beherrscht werden wie von Judokas.

Obwohl ein brasilianischer Jiu-Jitsu-Konkurrent einfach und sogar erfolgreich an einem Judowettkampf teilnehmen kann (wie Rigan Machado oder BJ Penn), kann ein Judoka auch an einem brasilianischen Jiu-Jitsu-Turnier teilnehmen. Jeder von ihnen muss sich einfach nur an die Regeln des Wettkampfes anpassen.

Unterschiede in den Wettkampfregeln

Wettkampfregeln für Judo

Judo wurde 1964 ofiziell Disziplin für die Olympischen Spiele. Seitdem haben sich die Regeln ziemlich verändert. Die Basis-Regeln sind jedoch relativ gleich geblieben. Um einen Kampf im Judo zu gewinnen gibt es diese Möglichkeiten:

  • Einen kompletten Punkt oder Ippon gibt es, wenn der Gegner mit dem ganzen Rücken auf die Matte (Tatami) fällt. Dies gilt als direkter Sieg und der Kampf endet. Wenn nur der halbe Rücken auf den Boden geht, heißt dies Waza-ari und zählt einen halben Ippon. Zwei Waza-ari führen zum ebenfalls zum Sieg.
  • Den Gegner für 20 Sekunden auf dem Boden unbeweglich halten ist dies ebenfalls ein Ippon. Wenn es 10 Sekunden sind und der Rivale sich befreien kann, zählt diez als Waza-ari.
  • Ebenfalls ein Ippon ist, wenn der Gegener auf dem Boden gewürgt oder eine Hebelbewegung gemacht wird, was ihn zum Aufgeben zwingt.

Obwohl es möglich ist, wie auch bei einem Brazilian Jiu-Jitsu-Turnier, durch Verrenkungen oder Würgen im Bodenkampf einen Sieg zu erringen, konzentriert sich Judo mehr auf den Fußkampf oder Tachi-Waza und sobald die Kämpfer zu Boden gehen, müssen sie die Handlungen sehr schnell ausführen, oder der Schiedsrichter wird sie wieder auf die Beine stellen lassen.

Regeln beim Brazilian Jiu Jitsu

Die Wettkampfgeschichte des BJJ ist viel jünger als die des Judo. Ausserdem ist Judo eine olympische Disziplin, BJJ im Gegensatz nicht.

Die Regeln im Brazilian Jiu Jitsu sind sehr unterschiedlich:

  • Es gibt Punkte, wenn der Gegener mindestens 3 Sekunden auf dem Boden gehalten werden kann.
  • Ein Kampf endet, wenn auf direkte Weise. Der Kampf kann direkt mit einer "Vollendung" beendet werden, die einfach darin besteht, dem Gegner eine Dislokations- oder Strangulationstechnik aufzuerlegen, so dass er gezwungen ist, sich zu ergeben.
  • Es sind Luxationen (Verrenkungen) in Gelenken erlaubt, die es nicht im Judo sind, zum Beispiel die Knöchel und auch andere Arten von Techniken, die im Judo nicht erlaubt sind, aber beim BJJ gibt es Würgetechniken, bei denen direkt die Arme, ohne Kimono ausgeführt werden.

Im Falle das keiner der beiden Gegner einen Kampf für sich gewinnt, gewinnt der Teilnehmer mit der höchsten Punktzahl. Das Punktesystem wird normalerweise wie folgt zusammengefasst:

  • 2 Punkte: man bekommt sie, wenn man den Gegner durch Rollen oder Drehen auf den Boden bringt oder die Technik Knie auf dem Bauch ausführen kann.
  • 3 Punkte: wenn man die Abwehr des Gegners überwindet.
  • 4 Punkte: erreicht man, wenn man auf dem Rücken oder Brustkorb des Gegners gelangt.

Wenn Sie eine der beiden Kampfkünste ausüben und im brasilianischen Jiu Jitsu oder Judo antreten möchten, müssen Sie die Vorschriften jeweils berücksichtigen. Sie müssen Ihre Kampfstrategie ändern, denn wenn Sie sich nicht über die Regeln im Klaren sind, können Sie disqualifiziert werden oder Punkte verlieren.

Unterschiede in der Kleidung (Gi)

Beim Judo werden zwei Farben benutzt: weiss und blau, es gibt kaum großflächigen Aufnäher und oft wird das Markenlogo klein und unauffällig gehalten. Bekannte Markennamen für Judogis sind Adidas oder Mizuno mit exzellenten Modellen wie der Mizuno Yusho IJF 2015 oder der Adidas Judogi Competición Slim 2018, den Sie in unserem Shop online finden können.

Brazilian Jiu Jitsu Kimonos sind auf dem ersten Blick den für Judo sehr ähnlich, aber der Hauptunterschied ist, bei den BJJ Kimonos gibt es eine Menge unterschiedlicher Designs mit vielen Aufnähern oder Stickereien in unterschiedlichen Farben oder farbliches Innenfutter. Ein weiterer Unterschied, der nicht gleich ersichtlich ist, aber hervorsticht, ist die engerer Passform der Kimonos für BJJ, sie liegen enger am Körper an als die Judogis für Judo.

Neben den Basisfarben wie im Judo Weiss und Blau, kommt noch die Farbe Schwarz dazu. Diese Farben sind für Wettkämpfe zugelassen, aber es gibt für´s Training jede Menge farblicher Varianten wie Dunkelblau, Navygrün oder sogar Kamouflage. Aber Vorsicht! Manche Trainer mögen diese Farbvarianten überhaupt nicht.