Die Welt des Mixed Martial Arts (MMA) hat viele talentierte Kämpfer aus verschiedenen Ländern hervorgebracht. Besonders hervorzuheben sind die tschetschenischen Kämpfer, die in der UFC (Ultimate Fighting Championship) beachtliche Erfolge erzielen konnten. Diese Athleten haben oft schwierige Wege hinter sich, die von Krieg, Flucht und Integration geprägt sind.
Der Weg zum Erfolg
Viele tschetschenische Kämpfer haben eine bemerkenswerte Reise hinter sich. Im Jahr 2007 flüchteten beispielsweise die Dulatov-Brüder aus dem Tschetschenienkrieg nach Deutschland. Heute sind sie gefeierte Männermodels, Kampfsportler und Jungunternehmer.
Die Dulatovs gehören zu den Shootingstars der deutschen MMA-Szene. Djibril, Islam, Sulumbek und Tamerlan Dulatov sind eine Erscheinung. Vier MMA-Kämpfer, vier Models, viermal der deutsche Traum vom sozialen Aufstieg.
Djibril war damals 13. Er kann sich noch an die Panzer in seiner Heimat nahe der Hauptstadt Grosny erinnern, an die Munition und die leeren Patronenhülsen, mit denen er als Kind gespielt hat. „Für mich fühlt sich das manchmal an wie ein Traum, als ob das nie passiert wäre“, sagt er „aber ich weiß, dass es da war.“
Aufgewachsen sind die Brüder im Düsseldorfer Problemviertel Rath. Die Perspektiven für vier Jungs aus dem Asylbewerberheim waren begrenzt. „Ich kenne alle Drogendealer aus meinem Stadtteil“, sagt Djibril, „wir hätten die Möglichkeit gehabt, viel Geld zu verdienen, aber das wäre kein schönes Geld gewesen“.
Lesen Sie auch: Sport, Propaganda und Politik im tschetschenischen MMA
Das sportliche Ziel der Brüder ist die UFC. Der größte MMA-Verband der Welt, durch den Kämpfer wie Conor McGregor oder Khabib Nurmagomedov berühmt und sagenhaft reich wurden.
Islam Dulatov: Ein aufstrebender Stern
Islam Dulatov, geboren am 2. August 1998 in Urus-Martan, Tschetschenien, ist ein aufstrebender Mixed-Martial-Arts-Kämpfer, der derzeit im Weltergewicht antritt. Seit 2024 gehört der Düsseldorfer zum Kader der weltweit führenden Kampfsportorganisation, der Ultimate Fighting Championship (UFC), nachdem er sich in der renommierten Dana White‘s Contender Series durchsetzen konnte.
Im Jahr 2019 begann Islam Dulatov seine professionelle Karriere im MMA, nachdem er eine Amateurbilanz von 4-1 erreicht hatte. Sein Profidebüt gab er in der German MMA Championship (GMC), wo er jedoch seine erste und bislang einzige Niederlage als Profi gegen Gjoni Palokaj hinnehmen musste.
Der Durchbruch gelang ihm schließlich im Jahr 2024 in der achten Staffel der Dana White‘s Contender Series. In einem dominanten Auftritt besiegte er den Brasilianer Vanilto Antunes in der ersten Runde durch K.o. und sicherte sich damit einen begehrten Vertrag bei der UFC.
Sein offizielles UFC-Debüt gab Islam Dulatov am 20. Juli 2025 bei UFC 318 in New Orleans, Louisiana. In der Weltergewichtsklasse traf er auf den US-Amerikaner Adam Fugitt und gewann den Kampf durch technischen Knockout (T.K.o.) in der ersten Runde nach 4 Minuten und 6 Sekunden. Mit diesem Auftritt bestätigte Dulatov seinen Ruf als gefährlicher Finisher.
Lesen Sie auch: UFC-Kämpfer mit tschetschenischen Wurzeln
Hier ist eine Liste der bisherigen Profikämpfe von Islam Dulatov:
| Ergebnis | Statistik | Gegner | Datum |
|---|---|---|---|
| Niederlage | 0-1 | Gjoni Palokaj | 7. September 2019 |
| Sieg | 1-1 | Kolja Predojevic | 26. Oktober 2019 |
| Sieg | 2-1 | Vladan Maksic | 29. Februar 2020 |
| Sieg | 3-1 | Laith Najjar | 20. März 2021 |
| Sieg | 4-1 | Ibrahim Celik | 22. Mai 2021 |
| Sieg | 5-1 | Giorgi Kankava | 19. Juni 2021 |
| Sieg | 6-1 | Michael Rirsch | 2. April 2022 |
| Sieg | 7-1 | Kleverson Sampaio | 6. August 2022 |
| Sieg | 8-1 | Patrick Spirk | 11. März 2023 |
| Sieg | 9-1 | Will Chope | 7. Oktober 2023 |
| Sieg | 10-1 | John Palaiologos | 10. Februar 2024 |
| Sieg | 11-1 | Vanilto Antunes | 8. Oktober 2024 |
| Sieg | 12-1 | Adam Fugitt | 20. Juli 2025 |
Weitere bemerkenswerte tschetschenische Kämpfer
Neben Islam Dulatov gibt es weitere tschetschenische Kämpfer, die in der UFC erfolgreich sind:
- Mairbek Taisumov: Er zählt zu Europas großen Hoffnungen in der Lightweight Division der UFC. Der gebürtige Tschetschene ist in Wien beheimatet und bereitet sich auf seinen Kampf gegen den Top10-Kämpfer Beneil Dariush am 17. Jänner 2016 in Boston, Massachusetts vor.
- Khamzat Chimaev: Chimaev ist nicht nur einer der momentan größten Kampfsportstars, sondern auch enger Freund des tschetschenischen Diktators Ramsan Kadyrow.
Kämpfer wie Zabit Magomedsharipov, Movsar Evloev, Askar Askarov, Islam Makhachev, Magomed Ankalaev, Omari Akhmedov, Shamil Abdurakhimov oder zuletzt Khamzat Chimaev folgten seinen Schritten und sind allesamt in den Rankings der UFC.
MMA-Profi Khamzat Chimaev ist ein Gefolgsmann des Diktators und ein Superstar in der Szene. Berlin taz | Es dauerte nicht allzu lange, bis Khamzat Chimaev am Samstagabend seinen Gegner zur Aufgabe zwang. Vier Minuten lang dominierte er ihn nach allen Regeln der Kunst.
Als Vehikel dafür benutzt er den Kampfsport, insbesondere MMA und das Boxen. Chimaev versteckt seine Freundschaft zu Kadyrow nicht. Im Gegenteil, in den sozialen Medien zelebriert er sie regelrecht. Die UFC ignoriert das gekonnt. Selbst dann, wenn Chimaev dem Diktator im Käfig öffentlich die Treue schwört.
Lesen Sie auch: MMA und Tschetschenien: Eine starke Verbindung
Fazit
Die Erfolge tschetschenischer Kämpfer in der UFC sind ein Beweis für ihren Kampfgeist und ihre Entschlossenheit. Trotz der schwierigen Bedingungen, unter denen viele von ihnen aufgewachsen sind, haben sie es geschafft, sich in der Welt des MMA zu etablieren und ihre Träume zu verwirklichen.
