Für Kampfsportanfänger kann die Unterscheidung zwischen Judo, japanischem Jiu-Jitsu und brasilianischem Jiu-Jitsu eine Herausforderung sein. Um die Unterschiede zu verstehen, ist es wichtig, die Ursprünge und Entwicklungen dieser Kampfkünste zu betrachten.
Ursprünge und Entwicklung
Japanisches Jiu-Jitsu ist die älteste Disziplin, die ihren Ursprung in der Feudalzeit in Japan hat und dazu diente, unbewaffnete Samurai auf dem Schlachtfeld zu unterstützen. Die waffenlose Selbstverteidigung geriet fast in Vergessenheit.
Am Hofe des japanischen Kaisers unterrichtete gegen Ende des vorigen Jahrhunderts der deutsche Medizinalrat Erich Baelz (geboren am 13.01.1849 in Bietigheim, gestorben am 31.08.1913). Ihm fiel die schwache Konstitution seiner Studenten auf und er empfahl ihnen, zur Stärkung die alten Samuraitechniken zu üben.
Einer seiner Schüler, der junge Jigoro Kano (geboren am 28.10.1860 in Mikage, gestorben am 04.05.1938), übte bei verschiedenen der letzten Meister die fast vergessenen Kampfkünste. Aus den dort erlernten Techniken entwickelte er das moderne Judo, indem er die alten Kriegskünste von ihren brutalen und gefährlichen Elementen befreite. Stöße, Schläge, Tritte und viele Hebeltechniken wurden ersatzlos gestrichen.
Die verbleibenden Techniken ermöglichten nun einen sportlichen Zweikampf, ohne daß Verletzungen zu befürchten waren. Diesen neuen Sport nannte er "Judo". Stattdessen wurde Judo Ende des 19. Jahrhunderts von Jigoro Kano erfunden, der Jiu-Jitsu-Techniken in eine sportlichere und weniger gewalttätige Form überführte.
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Wenn man heutzutage jedoch das Jujutsu trainieren möchte, aus dem das Judo entwickelt wurde, muss man sich nach einem Jiu Jitsu Verein umsehen. International ist Ju-Jutsu aber als die traditionelle Kampfkunst bekannt, aus der Judo entsprungen ist. Dieses Ju-Jutsu heisst in Deutschland wiederum Jiu-Jutsu.
Judo: Wettkampfsport mit klaren Regeln
Judo zeichnet sich durch Würfe und Stehtechniken zur Erlangung einer dominanten Position aus. Judo ist eine Wettkampfsportart mit festen Regeln: Werfen, Festhalten, Würgen und Hebeln sind erlaubt. Tritte, Schläge und Stöße sind verboten.
Was es beim Judo nicht gibt sind Tritte ,Schläge, Ellenbogen und Kniestöße. es gibt Würfe im stehen und danach das Boden randori mit Hebeln und Würgegriffe.
Ju-Jutsu: Moderne Selbstverteidigung
Ju Jutsu ist auf Selbstverteidigung ausgelegt, keine Ahnung ob es da auch Wettkämpfe gibt. "Im Auftrag des Deutschen Judo-Bundes e.V. hat das DDK e.V. in langjähriger Arbeit eine moderne Selbstverteidigung entwickelt.
Wenn man innerhalb Deutschland von Ju-Jutsu spricht, ist das ein neuentwickeltes System, welches aus mehreren KKs zusammengesetzt wurde. Quelle Ju-Jutsu 1-3 von W.Heim und J.F. Tai Boxen, Grappling usw. Man hat versucht verschiedene Techniken zu kombinieren und zu vereinen um daraus eine effektive Selbstverteidigung zu erhalten.
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Diese werden aber ständig weiterentwickelt um Techniken, die sich nicht bewährt haben zu ersetzen. Das in Deutschland angebotene Ju-Jutsu ist eine ursprünglich für die Polizei entwickelte Reihe von Techniken.
Ju-Jutsu ist eine synthetische "Sportart" zur Selbstverteidigung mit Elementen aus Karate (Tritte, Schläge...), Judo (s. o.) und Aikido (Würfe, Hebel-, Festhaltetechniken...).
Unterschiede in der Ausrüstung
Was die Kleidung betrifft, sind Jiu-Jitsu-Kimonos im Allgemeinen leichter als Judo-Judogis, die dicker und zugfester sind.
Fazit
Wenn Sie diese Unterschiede kennen, können Sie sich besser auf die Wahl der Disziplin vorbereiten, die Sie am meisten interessiert. Google doch mal nach Vereinen in deiner Nähe und nehme am Probetraining Teil bei Judo und JJ.
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