Thomas "Togger" Gardlo ist eine Schlüsselfigur in der rechtsextremen Szene Hamburgs. Er soll Mitglieder der rechtsextremen "Identitären Bewegung" im Kampfsport trainiert haben.
Gardlos Rolle bei "Merkel muss weg"-Kundgebungen
Gardlo ist eine der treibenden Kräfte hinter den "Merkel muss weg"-Kundgebungen. Die bisherigen Kundgebungen verantworte ein Team um Thomas „Togger“ Gardlo, der schon lange in der rechtsextremen Szene unterwegs ist. Die Kundgebung soll sich, einem Flyer nach zu urteilen, gegen die „Klimawandel-Religion, Dieselfahrverbote, Islamisierung, und Masseneinwanderung“ richten.
Verbindungen zur "Gruppe S."
Gardlo organisierte in Hamburg die rassistischen Kundgebungen "Merkel muss weg" (MMW). Über Monate trafen sie Absprachen und waren in die Interna der "Gruppe S." eingeweiht. Auch hatten sie zugesagt an dem Treffen in Minden teilzunehmen, jenes Treffen, bei dem konkrete Anschlags-Planungen besprochen wurden.
Die Verbindungen der Drei nach Hamburg dürfte in Hinblick auf die Anschlagsziele der Gruppe von Bedeutung sein. Den Kontakt zur "Gruppe S." konnten Eitelbach, Gardlo und Kempf über den 40-Jährigen Tony Ebel herstellen, der als rechte Hand von Somogyi galt, der in Süddeutschland lebt.
Gardlos Vergangenheit und Vorstrafen
Gardlo bewegte sich früher gemeinsam mit seinem Bruder im Umfeld der "Aktionsfront Nationaler Sozialisten" (ANS) und war später an die "Freiheitliche Deutschen Arbeiterpartei" (FAP) angebunden. Gardlo ist wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz vorbestraft.
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Einschätzung durch Tony Ebel
Von Gardlo sei Tony Ebel begeistert und lege für ihn seine Hand ins Feuer, teilt er Somogyi mit. Er erklärt auch, dass "Togger" sich eher im Hintergrund halten würde, weil er in der Öffentlichkeit stehe.
Weitere Aktivitäten und Netzwerke
Das norddeutsche Netzwerk um Gardlo, Kempf und Eitelbach verdeutlicht die Teilnahme an einer jüngst von "Querdenken 40" organisierten, verschwörungsideologischen Kundgebung im März 2021 in Hamburg. Gewohnt selbstbewusst und ohne Scheu, reisten die drei gemeinsam mit einer circa 40-köpfigen Gruppe, bestehend aus Personen aus dem rechten Hooligan- und Rotlicht-Milieu zu dieser Veranstaltung an.
Gardlo entgegnete: "Bin in Hamburg dabei und viele meine Kameraden/Freundeund Weggefährten. Ahoi!".
Behörden und die Rolle des Verfassungsschutzes
Als das Landesamt für Verfassungsschutz Hamburg (LfV) am 30. März 2021 seinen Bericht für das Jahr 2020 vorstellte, wird auch ausführlich auf die "Gruppe S." eingegangen. Zudem behauptet das LfV in Bezug auf die "Merkel muss weg"-Veranstaltungsreihe: "Das LfV hatte die Öffentlichkeit frühzeitig informiert und kontinuierlich über den rechtsextremistischen Hintergrund der Versammlungsreihe berichtet."
Die Verbindungen zwischen den Gruppen werden nicht gezogen. Eine Strategie, die seit jeher von der Behörde verfolgt wird: das Offensichtliche als Neuerkenntnis präsentieren, obwohl antifaschistische Recherchen und zivilgesellschaftliche Bündnisse schon länger die möglichen Gefahren, wie auch ihren Ursprung offen legen.
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Auch das Netzwerk, welches erst Strukturen wie die "Gruppe S." ermöglicht, fällt bei den Behörden in den Hintergrund der Betrachtung. Eine Kontinuität, die ebenso in der Strafverfolgung ersichtlich ist und einer Öffentlichkeit spätestens im Prozess gegen den "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) bewusst geworden sein muss.
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