Taekwondo Gürtel: Blau, Rot und ihre Bedeutung

Der Taekwondo Gürtel ist ein farbliches Graduierungssystem, das auch aus dem japanischen Judo bekannt ist. Je nach Könnensgrad erhält man eine andere Gürtelfarbe, beginnend von Weiß als Anfänger bis hin zu Schwarz dem Meistergrad. Die verschiedenen Gürtel sind unterteilt in Schülergrade (Kup), die rückwärts ausgehend von 10 gezählt werden, und in Meistergrade (Dan), die beginnend mit 1 gezählt werden.

Die Graduierungs- beziehungsweise Gürtelsysteme der Kampfsportarten sind erst im 19. Jahrhundert entstanden und wurden erstmals vom Kanō Jigorō, dem Begründer des Judo eingeführt. Von Kanō Jigorō, dem Begründer des Judo, wurden im 19. Jahrhundert die ersten farbigen Gürtel eingeführt.

Ursprung und Entwicklung des Gürtelsystems

Ursprünglich trugen die Kämpfer nur schwarze und weise Gürtel (Obi). Diese dienten dazu, den Kampfanzug (Dōgi/Budōgi) zusammen zu halten. Erst der Begründer des Judo, Kanō Jigorō führte ab 1880 weitere Farben ein, als sich die Kampfkünste zum Kampfsport (Budosport) entwickelten.

Im Jahr 1887 wurden durch Kano Jigoro sogar die ersten farbigen Gürtel (Weiß, Braun und Schwarz) zur Kennzeichnung der Rangfolge bei seinen Schülern eingeführt. Nach seinem Tod im Jahr 1938 hat sich überdies das farbige Graduierungssystem in Europa bewährt. Dadurch wird auch die Rangfolge bestimmt, zuerst stellen sich die Ranghöchsten in einer Reihe auf und daraufhin gesellen sich die Rangniedrigsten.

Schon in früher Zeit symbolisierten Kleider- und Gürtelfarben in Asien den sozialen Rang. Die Schüler trainierten nun nicht mehr nur in Kleingruppen persönlich bei "Ihrem" Meister, sondern in größeren Gemeinschaften. Getragen wurde: weis, braun, gelb und blau. Anhand der farbigen Gürtel konnte der Meister einfacher den Überblick behalten und die Schüler entsprechenden Untergruppen zuordnen.

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Seit 1895 wurden 6 Schülergrade (Kyū) vergeben, wobei 6. der Niedrigste, und 1. der Höchste war. Später wurden hier bei uns im "Westen" weitere Farben hinzugefügt, vor allem um die langen Wartezeiten zur nächsten Prüfung gerade für Kinder zu verkürzen und überschaubar zu machen.

Die Bedeutung der Gürtel im Taekwondo

Erwähnt werden soll hier als Erstes, dass die Erkennung des Ranges nicht der Hauptgrund ist, dass beim Taekwondo Gürtel getragen werden. An der richtigen Stelle und mit richtigem Druck gebunden ermöglicht es der Gürtel, nahezu den gesamten Körper blitzartig anzuspannen, um zum Beispiel einen Tritt gezielt auszuführen oder um einen Treffer „einzustecken“.

Darüber hinaus erfüllen sie aber vielfältige Zwecke. Erstens erleichtert die verschiedenen, klar voneinander abgrenzbaren Farbgürtel dem Lehrer die Orientierung im Unterricht, kann man an ihnen doch sofort den Leistungsstand sehen und der Lehrer anhand dessen die Gruppeneinteilung bzw. Für den Schüler stellen die gestaffelten Gürtelgrade einen äußeren Motivationsanreiz dar, auf den es hinzuarbeiten gilt.

Das moderne Graduierungssystem dient vor allem dazu, den Trainings- und Wissensstand zu repräsentieren. Die Gürtelgrade sind unterteilt in Schülerklasse (Kup, Zählung abwärts) und Meisterklasse (Dan oder Poom (WTF; nur 1.-3.) bei unter 15-jährigen, Zählung aufwärts).

Die Farben der Taekwondo-Gürtel

Zu Beginn des modernen Taekwondo gab es nur vier Gürtelfarben: weiß, blau, rot und schwarz, die Farben der Koreanischen Flagge. Diese wurden mittlerweile ergänzt durch gelb, grün und braun. Ursprünglich gab es, abgeleitet von der südkoreanischen Flagge, nur die Farben weiß, blau, rot und schwarz. Die Farben gelb und grün sowie Zwischenabstufungen der einzelnen Farben wurden erst später ergänzt.

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Welche Farben es für welchen Wissens- und Trainingsstand gibt, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengetragen. Von weiß bis schwarz: Es gibt verschiedenfarbige Taekwondo-Gürtel - ähnlich wie beim Karate. Wer die nächste Farbe, also die nächste Stufe erreichen möchte, muss dafür eine Prüfung absolvieren.

Die Gürtelfarben unterteilen sich wiederum in unterschiedliche Klassen. Kup sind Schülerklassen. Diese gehen abwärts zählend von zehn (weiß) bis eins (rot). Bei den Meisterklassen wird zwischen Dan und Poom (rotschwarz, schwarz) unterschieden.

Im Taekwondo wurden damals die 4 Farben der koreanischen Flagge (Weiß, Blau, Rot und Schwarz) für die Gürtelgrade verwendet. Später kamen noch die Farben Gelb, Grün und Braun hinzu. Deutschland verwendet außerdem ganze 11 Gürtelfarben +1 zweifarbigen Gürtel für die Poomträger, die aus den Farben Weiß, Gelb, Grün, Blau, Rot und Schwarz bestehen.

Die Bedeutung der einzelnen Farben:

  • Weiß: Weiß wie der Schnee, der das Land bedeckt. Die Unschuldigkeit und die Hoffnung des Anfangs. Der Schüler ist unwissend doch offen und wissbegierig. Alles ist ungewiss.
  • Gelb: Wie der fruchtbare doch noch gefrorene Erdboden am Beginn des Frühlings, auf dem Wissen und Können gedeihen soll. Die Sonne scheint darauf. Der Schüler verliert seine anfängliche Scheu und fragt nach.
  • Grün: Die Wärme der Sonne hat den Frost verjagt und den Boden fruchtbar gemacht. Der Same des bisherigen Unterrichts keimt, bleibt jedoch weiter unsichtbar. Bewegungen und Handlungsabläufe werden langsam vertraut, sie sind nicht mehr fremd und fühlen sich authentisch an.
  • Blau: Der blaue Gürtel (4. Kup) steht für den Himmel und somit sinnbildlich für eine Grenze. Die erlernten Techniken werden gut koordiniert und er ist solide in Stand und Haltung. Sein Selbstvertrauen ist (manchmal zu 😉) stark.
  • Rot: Der rote Gürtel (2. Kup) repräsentiert eine Signalfarbe, eine Warnfarbe. Der Schüler steht nun unmittelbar davor, Meister zu werden. Vom Schüler geht schon eine ungeheure Kraft aus.
  • Braun: Einige Schulen verwenden den braunen Gürtel an Stelle des roten Gürtels. Braun ist Träger und Stoff des Lebens. Steht für Echtheit, Sicherheit, Festigkeit und Einfachheit. Das Äußere ist unwichtig geworden.
  • Schwarz: Schwarz und auch der „Schwarze Gürtel“ ist die Farbe der Meister (1.-10. Dan). Schwarz vereinigt alle anderen Farben in sich und ist somit die stärkste aller Farben. Schwarz soll auch die Autorität, das Wissen und die Erfahrung der Meister symbolisieren.

Prüfungen und Fortschritt

Um die einzelnen Gürtelabstufungen zu erreichen, werden Prüfungen, in denen der Schüler oder Meister sein Können präsentieren muss, abgelegt. Wer die nächste Farbe, also die nächste Stufe erreichen möchte, muss dafür eine Prüfung absolvieren.

Möchtest du den nächsten Gürtelgrad erreichen, ist dafür eine Prüfung abzulegen. Diese beinhaltet je nach Können unterschiedliche Techniken, welche sich mit jedem Grad sie zu meistern in der Schwierigkeit steigern. Bevor du geprüft werden kannst, benötigst du eine bestimmte Anzahl an geleisteten Trainingseinheiten, Freikampfübungen, Selbstverteidigungstechniken und Formen.

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Die Zeitabstände zwischen den einzelnen Prüfungen betragen im günstigsten Falle etwa vier Monate. Die Trainingszeit zwischen der höchsten Schülerstufe (1. Kup) und dem niedrigsten Meistergrad (1. Dan, frühestens im Alter von 16 Jahren zu erreichen) liegt zwischen einem halben und einem Jahr.

Taekwondo Gürtel Reihenfolge

Die Gürtelfarben Taekwondo sind wie folgt:

  1. Weißgurt (10. Kup)
  2. Weiß-Gelbgurt (9. Kup)
  3. Gelbgurt (8. Kup)
  4. Gelb-Grüngurt (7. Kup)
  5. Grüngurt (6. Kup)
  6. Grün-Blaugurt (5. Kup)
  7. Blaugurt (4. Kup)
  8. Blau-Rotgurt (3. Kup)
  9. Rotgurt (2. Kup)
  10. Rot-Schwarzgurt (1. Kup)
  11. Schwarzgurt (1. bis 9. Dan)
  12. Poom - rot-schwarz längsgestreift (1. bis 4. Poom)