Die verschiedenfarbigen Gürtel stellen die Graduierung, also die Erfahrung des Aktiven im Taekwondo dar. Die KUP-Grade werden von 10 bis 1 rückwärts nummeriert, die DAN-Grade vorwärts gezählt.
Hier eine Übersicht der Gürtel und ihrer Bedeutung:
- Weißgurt: 10. und 9. Kup. Der erste Gurt, der beim Eintritt in die Schule verliehen wird. Der Lehrer gibt dem neuen Schüler damit einen "Vertrauensvorschuss".
- Gelbgurt: 8. und 7. Kup. Ist die Erde, in der eine Pflanze ihre Wurzeln schlägt. Der gelbe Gürtel steht für fruchtbaren Erdboden, auf dem Wissen und Können gedeihen sollen.
- Grüngurt: 6. und 5. Kup. Ist die Pflanze, die wächst. Der grüne Gurt steht für den Sproß, die dem bestellten Boden entspringt und Richtung Sonne zur Pflanze heranwächst.
- Blaugurt: 4. und 3. Kup. Ist der Himmel, in den die Pflanze zu einem mächtigen Baum heranwächst. Der Schüler muss nun zeigen, dass er in der Lage ist, Höheres anzustreben und auch zu erreichen.
- Rotgurt: 2. und 1. Kup. Ist die Gefahr des Schülers sich zu überschätzen und weist ihn darauf hin, sich zu kontrollieren. Die Signalfarbe Rot bedeutet "Achtung", hier entsteht etwas Bedeutendes.
- Schwarzgurt: 1. bis 9. Dan. Ist das Gegenteil von Weiß und zeigt das Können und die Reife im Taekwon-Do.
Die Graduierungs- beziehungsweise Gürtelsysteme der Kampfsportarten sind erst im 19. Jahrhundert entstanden und wurden erstmals vom Kanō Jigorō, dem Begründer des Judo eingeführt.
Der Gürtelknoten befindet sich an dem Energiezentrum des Vitalbereiches, der Körpermitte des Menschen. Dieser liegt einige fingerbreit unterhalb des Bauchnabels.
So bindet man den Gürtel richtig:
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- Lege das rechte Ende deines Gürtels auf das linke und schlinge es nach oben durch.
Um nun Stufe für Stufe weiterzukommen und den entsprechenden Gurt tragen zu dürfen, muss der Schüler das erforderliche Können in einer Gürtelprüfung präsentieren können. Die Zeitabstände zwischen den einzelnen Prüfungen betragen je nach Stufe zwischen drei Monate und mehrere Jahre.
Nach etwas über einem Jahr regelmäßigen Trainings steht man mit der Prüfung zum grün-blauen Gurt (5. KUP) an der Schwelle zu den Fortgeschrittenen. Auch hier gibt es bis zum rot-schwarzen Gurt (1.
Mindestens fünf Jahre aktive Trainingszeit sind die Regel für die Prüfung Schwarzgurt, dem I. DAN. Dieser stellt den Eintritt in die Meisterklasse dar, die ebenfalls in fünf Stufen bis zum V.
Prüfungsprogramm für den 2. Kup (Roter oder Brauner Gürtel)
Das Prüfungsprogramm für den 2. Kup umfasst folgende Bereiche:
- Überprüfung des Vorprogramms
- 6. Form
- Partnerübungen - 1-Schritt-Kampf
- Freikampfübungen
- Selbstverteidigung (Alter beachten)
- Freie Abwehr gegen Angriffe aus den verschiedenen Distanzen
- Freie Abwehr gegen Stockangriffe
- Abwehr gegen abgesprochene Messerangriffe
- Zwei Bruchtests; der Anwärter hat die freie Auswahl (Alter beachten); es müssen verschiedene Techniken gezeigt werden
- Theorie
- Trainingslehre; ansonsten siehe 3.
Details zu den einzelnen Bereichen:
Form
Es muss die 6. Form vorgeführt werden.
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Partnerübungen - 1-Schritt-Kampf
Hier werden verschiedene Angriffssituationen und die entsprechenden Abwehr- und Kontertechniken geübt.
Beispiele:
- I.
- 1. Methode: Schutzblock und Konter
- Ansatzpunkt: Bewegung 1-2 bzw.
- 2. Angriff: diagonaler (gleichnamiger) Griff des Handgelenks inkl. schlagende Befreiung mit {tip Ausführungshinweis::Um die richtige Position für Abwehrschlag und Konter einzunehmen, ist es sehr wichtig, mit dem zum agierenden Arm gehörenden Bein einen Schritt nach vorne zu machen, wie es auch in Chon-Ji der Fall ist.
- Die Technik zielt auf einen der beiden unten dargestellten Punkte am sog.
- Median Nerv.
- Der eine Punkt liegt etwa zwei Finger breit über der Armbeuge, der andere zwei Finger breit darunter.
- Druck auf einen dieser Punkte verursacht Schmerz und Taubheitsgefühl im Unterarm und in der Hand.
- Der Griff des Angreifers ist so unproblematisch zu lösen.
- II.
- 1. Methode: Schutzblock und Konter
- Ansatzpunkt: Bewegung 13-16 bzw.
- 2. Angriff: Heranstürmender Angreifer, evtl. mit Ansatz zum beidhändigen WürgegriffInitiativ-Abwehr mit hohem Keilblock, gefolgt von schnellem frontalen Tritt od.
Selbstverteidigung
Die Selbstverteidigung umfasst freie Abwehr gegen Angriffe aus verschiedenen Distanzen, freie Abwehr gegen Stockangriffe und Abwehr gegen abgesprochene Messerangriffe.
Beispiele:
- I.
- 1. Methode: Schutzblock und Konter
- Ansatzpunkt: Bewegungen 7-8, bzw.
- Übungstechnik für Meistergrade (nicht in 4.
- II.
- 1. Methode: den Handgelenksgriff umkehren und Konterhebel ansetzen.
- Ansatzpunkt: Bewegung 3, bzw.
- 2. Methode: Ausreissen und Konter
- Ansatzpunkt: Bewegung 16, bzw.
- 3. Angriff: doppelter Würgegriff von vorne, bzw.
- Ansatz ist der große Scherblock, Befreiungsschlag durch Zuziehen der Schere, Endtechnik ist Yok-Sudo.Beim Zuziehen der Schere schlägt der von oben kommende Hand als Hammerfaust gegen den Median-Nervoberhalb der Armbeuge (vgl.
- PO 9.
- KUP).
- Methode: Aufsprengen des Würgegriffs und KontertechnikAnsatzpunkt: Bewegung 1-2, bzw.
Bruchtest
Beim Bruchtest muss der Anwärter zwei Techniken seiner Wahl vorführen. Es müssen verschiedene Techniken gezeigt werden. Der Bruchtest wird üblicherweise in einer Bewegungskombination ausgeführt. Die Kombination ist nicht festgeschrieben und ergibt sich in der Regel aus dem aktuellen Unterichtsprogramm.
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Beispiele:
- 1. vertikaler Auswärtskick aus der 360° Rückwärtsdrehung (r).
- 2. vertikaler Einwärtstritt mit 360° Vorwärtsdrehung (r).
- 3. gerader Beinschwung nach oben (r), wieder in die Ausgangsstellung zurückziehen, das vordere Bein gleitet beim Absetzen nach hinten nach.
- 4. seitlicher Beinschwung (r), das Bein wird kontrolliert auf das Brett aufgesetzt.
- 5. mit dem rechten Bein wird ein gesprungener seitlicher Tritt als Bruchtest ausgeführt
Theorie
Die Theorie umfasst die Trainingslehre und die Inhalte der vorherigen Prüfungen.
Die Rolle der Gurte im Training
Die farbigen Gurte der Schüler geben einen Überblick über die zu erwartenden Fähigkeiten des einzelnen Schülers. Dies erleichtert auf Lehrgängen und im Training die Partnerzuweisung. Des Weiteren dienen die Gurtfarben als Motivation für den Schüler, fleissig zu bleiben um die nächste Stufe zu erreichen.
Funktionen des Gürtels
Das sichtbar zur Schautragen des Ranges ist nur vordergründig der Sinn der Gurte ("Ty") im Unterricht. Viel wichtiger ist der funktionelle, gesundheitliche Aspekt des Gurttragens: zwei fingerbreit unter dem Bauchnabel liegt der Körperschwerpunkt, in den asiatischen Quellen "Hara" (jap.) bzw. "Ha bog bu" genannt. Nach der Auffassung der Traditonellen Chinesischen Medizin (TCM) und vergleichbarer Lehren wird dort die Lebenskraft (Chi) erneuert und sozusagen gespeichert. An dieser Stelle und mit dem richtigem Druck gebunden, hilft der Gürtel dabei, den gesamten Körper blitzartig anzuspannen - um zum Beispiel einen Tritt gezielt auszuführen oder um einen Treffer „einzustecken“.
