Die Bedeutung der Stimme schwingen lassen

Uns allen steckt ein Kloß im Hals. Ein knorpeliges Gebilde, das kein Überbleibsel vom Mittagessen ist, sondern ein Meisterwerk der Evolution: der Kehlkopf. Ihm verdanken wir es, dass wir atmen und schlucken sowie Laute bilden können.

Der Aufbau des Kehlkopfes

Zwei größere Knorpel bilden den Kehlkopf: der Ringknorpel unten und der Schildknorpel oben. Oben ist der Kehlkopf am Zungenbein aufgehängt, unten an der Luftröhre. Dazu kommen zwei kleinere Stellknorpel, um die Stimmlippen innen bewegen zu können. Die Stimmlippen, mit Schleimhaut überzogene, elastische Bänder, sind waagrecht im Kehlkopf verankert. Sie bilden eine Art kleinen Mund, der im Kehlkopf die Luftröhre nach oben abschließt. Beim Ein- und Ausatmen sind die Stimmlippen entspannt und geöffnet, sodass Luft durchkommt.

Wie entsteht ein Ton?

Wir erzeugen einen Ton, wenn sich die Stimmlippen schließen und eng aneinander legen. Dann presst aus der Lunge strömende Luft gegen die geschlossenen Lippen und sie beginnen zu schwingen. Je nachdem, ob wir einen starken oder schwachen Luftstrom gegen die Stimmlippen fließen lassen, ist der erzeugte Ton laut oder leise. Der Luftstrom von unten wird durch die auf- und zuflatternden Stimmlippen laufend unterbrochen. Schallwellen entstehen.

Die Stimmlippen schwingen umso rascher, je weiter die Töne in die Höhe steigen. Rund um das hohe C öffnen und schließen sie sich mehr als 1.000 Mal in der Sekunde. Dass Männerstimmen tiefer klingen als Frauenstimmen liegt daran, dass die Stimmlippen bei Männern im Schnitt ein Viertel länger sind als bei Frauen. Sie schwingen dann langsamer - beim Sprechen rund 100 Mal pro Sekunde - und klingen tiefer. Die weiblichen Stimmlippen schwingen mehr als doppelt so schnell. Vorstellen kann man sich das wie bei den Saiten eines Kontrabasses, die im Vergleich langsamer schwingen und damit tiefer klingen als die einer Geige.

Zusammengenommen ergeben die winzigen Schwingungsbewegungen im Millimeterbereich mehrere Kilometer am Tag. Wenn die Stimmbänder jedoch pausenlos und mit zu viel Kraft in Aktion sind, ist das auch für sie ungesunder Hochleistungssport. Oft bekommen Menschen, die täglich über Stunden hinweg sprechen und sich dabei womöglich gegen Lärm behaupten müssen, Probleme mit ihrer Stimme und sind dauerheiser.

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Was passiert bei Heiserkeit?

Heiser wird man, wenn die Stimmlippen nicht mehr richtig und harmonisch schwingen und sich nicht mehr vollständig schließen. An einer heiseren Stimme können Veränderungen auf den Stimmlippen schuld sein, kleine Polypen, Tumore oder andere Unregelmäßigkeiten der Oberfläche, etwa Narben. Dann können die Stimmbänder nicht mehr vollständig abschließen und schwingen dadurch nicht mehr gleich und die Stimme wird heiser.

Oft hat Heiserkeit jedoch eine banale Ursache: die falsche Atemtechnik. Die Stimm-Expertin empfiehlt, ganz tief zu atmen. Wer tief in den Bauch atmet, kann beim Sprechen dagegen aus dem Vollen schöpfen und den Luftstrom an den Stimmlippen besser dosieren.

Tipps zur Stimmhygiene:

  • Stimme schonen.
  • Nicht räuspern! Es verstärkt die Beschwerden, weil die Stimmlippen dabei aneinanderreiben.
  • Nicht flüstern! Zum Flüstern müssen die Stimmlippen kraftvoller gespannt werden als beim Sprechen.
  • Wenn sie länger als drei Wochen anhält: einen Arzt aufsuchen.

Jeder Mensch hat eine bestimmte Tonhöhe, in der er mühelos sprechen kann. Auf dieser Stimmlage schwingt die Stimme idealerweise wellenartig auf- und abwärts. Sowohl der Sprecher als auch die Zuhörer empfinden sie als angenehm, weil sie dann relativ sonor und entspannt klingt.

Übungen für eine entspannte Stimme:

  • Genießerisch Summen: "hmmmmm..."
  • Bewusst gähnen: Die Stimmmuskulatur entspannt sich, die Stimmbänder schwingen anschließend freier. Beim Gähnen senkt sich außerdem der Kehlkopf, der Resonanzraum wird erweitert, der Klang klarer und tiefer.
  • Ausreichend trinken.

Die Verbindung von Stimme und Psyche

Der Kehlkopf sitzt nicht nur an der entscheidenden Stelle zwischen Atem- und Speiseweg. Er ist auch eine Verbindung zwischen Körper und Psyche. Was uns bewegt, wie wir gestimmt sind, das macht sich am Kehlkopf bemerkbar. Die Stimme ist ein Spiegelbild unserer Seele. Auch wir selbst sollten gut auf sie hören.

Die Stimme als Ausdruck der Persönlichkeit

Stimme und Persönlichkeit sind eng miteinander verbunden. Die Stimme ist die „akustische Veräußerung“ unserer Persönlichkeit. Die klangvolle, große, tiefe Stimme vermittelt Souveränität, Autorität und Überzeugungskraft. Sie ermöglicht es uns, unsere Gedanken und Ideen klar und deutlich zu kommunizieren und unser Gegenüber zu überzeugen.

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Viele Menschen haben Schwierigkeiten, ihre Stimme effektiv einzusetzen und selbstbewusst aufzutreten. Sie fühlen sich unsicher, haben Angst vor Ablehnung oder sind einfach nicht mit ihrer eigenen Stimme zufrieden. Im Stimmtraining erfährt man die eigene Stimme neu, lernt die Möglichkeiten kennen, die Stimme neu auszurichten, die Stimme und sogar sich selbst eventuell neu zu positionieren, was wirklich gut tut.

Im beruflichen Kontext macht die starke Stimme den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg aus. Die selbstbewusste Stimme vermittelt Kompetenz und Vertrauen, was sich positiv auf unser Arbeitsumfeld und unsere Karrierechancen auswirkt. Einige KlientInnen machten nach unserem Stimmtraining tolle Karriereschritte, erhielten Ihren Traumjob oder trauten sich jetzt stimmsicher, für sich, für Wünsche, Ziele und Klärungen einzustehen und zu verhandeln - und das mit Erfolg!

Beobachten und nehmen Sie sich wahr. Ziehe ich meine Schulter hoch oder nach vorne - mache ich mich klein? Wenn ja, schon wird die Stimme eng und Sie bekommen immer weniger Luft. Wie ist es mit meinem Mund beim Sprechen: mache ich ihn weit auf, spüre ich die Bewegung? - wenn nicht, schon wird die Stimme höher und enger und ihr Körper wird gestresst.

Die Anatomie und Funktion des Kehlkopfes

Der Kehlkopf wird medizinisch auch Larynx genannt. Er befindet sich in der mittleren Halsregion und verbindet den Rachen mit der Luftröhre. Diese Knorpelteile sind durch ein komplexes Geflecht von Muskeln sowie Bändern miteinander verbunden und bilden eine Art Skelett.

Der Kehlkopf verhindert, dass beim Schlucken Nahrung in die Luftwege gelangt. Er ist somit essenziell für die Atmung und die Nahrungsaufnahme. Die Muskulatur spielt eine entscheidende Rolle bei der Steuerung des Stimmapparats. Die Entstehung eines Tons beginnt mit dem Atmen, genauer gesagt mit dem Ausatmen. Durch die Geschwindigkeit des Luftstroms in der engen Luftröhre entsteht ein Unterdruck. Er sorgt dafür, dass die Stimmlippen wieder zusammengepresst werden.

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Damit dieser Ton für das menschliche Ohr als Stimme hörbar wird und Volumen erhält, muss er im Körper verstärkt werden. Sie übernehmen die Aufgabe von Lautsprechern und verleihen der Stimme ihren charakteristischen Klang.

Wenn andere deine Stimme hören, nehmen sie sie über die sogenannte Luftleitung wahr. Du selbst hingegen hörst deine Stimme auch über die Knochenleitung. Hierbei wird der Schall direkt durch die Knochen deines Schädels an das Innenohr übertragen. Da andere Menschen nur die Luftleitung wahrnehmen, hören sie deine Stimme mit weniger betonten tiefen Frequenzen, was sie höher und weniger resonant erscheinen lässt.

Faktoren, die die Stimme beeinflussen

Deine Stimme ist so einzigartig wie deine Persönlichkeit. Ihre Klangfarbe - auch als Timbre bezeichnet - ist es, was sie so unverwechselbar macht. Eine Vielzahl von Faktoren hat Einfluss darauf:

  • Resonanzräume: Sie verstärken und modulieren den Klang deiner Stimme.
  • Zunge: Die Größe deiner Zunge beeinflusst, wie viel Raum sie in deinem Mund einnimmt und wie sie die Luftströmung beeinflusst.
  • Lippen: Die Form der Lippen hat Auswirkungen darauf, wie du Laute formst und wie diese klingen.

Die Stimme durchläuft im Laufe des Lebens natürliche Veränderungen. Im Jugendalter, besonders während der Pubertät, können signifikante Veränderungen auftreten, da der Kehlkopf und die Stimmbänder wachsen und sich entwickeln. Im Erwachsenenalter bleibt die Stimme in der Regel relativ stabil, es sei denn, sie wird durch äußere Faktoren wie Rauchen oder übermäßigen Alkoholkonsum beeinträchtigt.

Die Entwicklung der Singstimme

Schon der Neandertaler besaß die Fähigkeit, zu singen, auch wenn ihm nach heutigen Erkenntnissen die Eckvokale (I, A und U) fehlten. Dass wir heute dazu in der Lage sind, liegt daran, dass sich im Laufe der Menschheitsgeschichte die Anatomie des Kehlkopfes entwickelt hat und die Mundhöhle gewachsen ist - das hat unsere Fähigkeit zum Singen erweitert.

Singen funktioniert im Wesentlichen genauso wie Sprechen, jedoch mit einem Unterschied: Beim Singen halten wir die Töne länger und dehnen die Vokale mehr. Um die Singstimme zu erzeugen, benötigen wir Lunge, Kehlkopf, Stimmbänder und Resonanzräume. Ein weiterer wichtiger Faktor ist eine gut befeuchtete Mund- und Rachenschleimhaut.

Der Gesangsprozess selbst funktioniert durch Ausatmen. Dabei entsteht ein Luftstrom, der die Stimmbänder (und Stimmlippen) in Schwingungen versetzt. Während sie schwingen, können sie pro Sekunde mehrere 100 Male zusammenstoßen und wieder auseinandergehen.

Die Kategorien der Singstimmen:

  • Sopran: Der Sopran ist die höchste der Singstimmen und wird oft als die „Königin der Stimmen“ bezeichnet.
  • Mezzosopran: Der Mezzosopran liegt unterhalb des Soprans und zeichnet sich durch eine vielseitige Klangfarbe aus.
  • Alt: Die Altstimme liegt noch etwas tiefer und zeichnet sich durch ihre warme und dunkle Klangfarbe aus.
  • Tenor: Tenöre kennzeichnet ihre lebendige und kraftvolle Singstimme.
  • Bariton: Der Bariton ist die mittlere der Männerstimmen und zeichnet sich durch eine ausgewogene Klangfarbe aus.
  • Bass: Die Bassstimme bildet das Fundament der Singstimmen und bietet die tiefsten Töne.

Die Zuordnung der Singstimmen ist nicht ausschließlich an das Geschlecht gebunden. Sowohl Männer als auch Frauen können in verschiedenen Lagen singen: So gibt es zum Beispiel Männer mit Sopran- und Frauen mit Tenorstimmen.

Wie finde ich meine Stimmlage?

Ein Stimmlagentest kann dir dabei helfen, deine natürliche Stimme zu ermitteln:

  1. Stimme aufwärmen: Bevor du mit dem Stimmlagentest beginnst, wärme deine Stimme richtig auf.
  2. Atemtechnik: Beginne mit einem tiefen Einatmen und versuche, deine Stimme auf eine bequeme, entspannte Art und Weise zu erzeugen.
  3. Reichweite testen: Singe langsam nach oben und dann nach unten auf der Tonleiter. Achte darauf, wie sich deine Stimme in verschiedenen Höhen anfühlt.
  4. Bereich bestimmen: Sobald du eine Vorstellung davon hast, in welchem Bereich deine Stimme am besten klingt, kannst du eine grobe Einschätzung deiner Stimmlage vornehmen.
  5. Experimentieren: Bedenke, dass dein stimmlicher Ausdruck variieren kann.
  6. Beratung: Wenn du unsicher bist oder dir professionelle Unterstützung wünschst, kann ein Gesangslehrer oder Musikexperte dir bei der Identifizierung deiner Singstimme helfen.

Denke daran, dass der Spaß am Singen und die Freude an der Musik das Wichtigste sind. Deine Singstimme kann sich im Laufe der Zeit entwickeln und verändern, und es ist großartig, diese Reise zu erleben und zu genießen.

Pflegetipps für die Singstimme

Die Pflege und das Training der Singstimme sind von entscheidender Bedeutung, um sie gesund und leistungsfähig zu halten. Übermäßiges Singen, vor allem unter ungesunden Bedingungen, wie etwa in einer lauten Umgebung ohne ausreichendes Aufwärmen, kann zu Heiserkeit und Reizhusten führen. Es ist deshalb wichtig, auf die Signale deiner Singstimme zu achten.

Wichtige Aspekte für die Stimmpflege:

  • Aufwärmen: Bevor du mit dem Singen beginnst, ist ein gründliches Aufwärmen der Stimme unerlässlich. Dazu eignen sich sanftes Summen, leichte Tonleitern oder Vokalübungen.
  • Atemtechnik: Das richtige Atmen ist entscheidend für eine gesunde und kraftvolle Stimme. Atme tief und gleichmäßig, um ausreichend Luft zum Singen zur Verfügung zu haben.
  • Gesunde Körperhaltung: Die Körperhaltung beeinflusst maßgeblich die Qualität deiner Stimme. Stehe oder sitze aufrecht, damit die Atemwege frei sind und sich die Stimme leichter entfalten kann.
  • Schleimhäute befeuchten: Eine ausreichende Befeuchtung der Mund- und Rachenschleimhaut ist essenziell, um Heiserkeit und andere stimmliche Probleme zu vermeiden.
  • Heiserkeit behandeln: Handle schon bei den ersten Anzeichen von Heiserkeit, um zu verhindern, dass sich der Zustand verschlimmert oder die Stimme beim Singen versagt. Ruhe und Schonung der Stimme sind in solchen Fällen wichtig.

Der Einfluss von Musik und Stimme auf unsere Emotionen

Musik ist mehr als nur Töne und Worte - sie ist ein mächtiges Werkzeug, das Emotionen wecken und die Seele berühren kann. Jeder von uns hat ein unverwechselbares Timbre, eine einzigartige Klangfarbe der Stimme. In depressiven Momenten klingt die Stimme möglicherweise langsam, schwach und ohne großen Elan. Dem Körper fehlt die Spannung, und die Stimmlippen schließen sich langsamer und mit wenig Spannkraft.

Haben wir hingegen gute Laune oder sind von Tatendrang erfüllt, macht sich das ebenfalls in unserer Stimme bemerkbar. In diesen Momenten ist unser Körper angespannt, wir atmen tief ein und aus, und es entsteht viel Druck auf den Stimmlippen.

Die Stimme hat die Kraft, zu heilen, trösten und tiefste Emotionen auszudrücken. Beeinflusst wird sie zum Beispiel durch hormonelle Veränderungen, das Alter oder stimmliches Training. Um Heiserkeit zu verhindern, achte auf eine angemessene Stimmhygiene. Dazu gehört eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, das Aufwärmen der Stimme vor dem Singen und die Vermeidung von übermäßigem Druck auf die Stimmbänder.

Die Stimme als Kommunikationsmittel

Die Stimme als wichtigstes Kommunikationsinstrument wird meist als selbstverständlich angesehen und Ihre Bedeutung im Alltag oder Berufsleben wird oft erst bei einer Funktionsstörung deutlich. Durch ein kontrolliertes „Anblasen“ der Stimmlippen bei der Ausatmung werden beide Stimmlippen zum Schwingen angeregt. Dabei ist die Frequenz der Stimmlippenschwingungen so hoch, dass diese mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind.

Funktionelle Stimmstörungen mit falscher Stimmtechnik und inkomplettem Glottisschluss stellen ein weiteres häufiges Erkrankungsbild des Kehlkopfes dar und können meist mit logopädischem Training sehr gut behandelt werden. Die Stimme übermittelt Informationen, Gedanken und Bedürfnisse. Sie offenbart die Stimmung und die Gefühle eines Menschen. Durch den Klang der Stimme überträgt sich die Persönlichkeit ins Außen.

Die Wörter „Stimme“ und „Stimmung“ haben den gleichen Wortstamm und sind unmittelbar miteinander verbunden. Auch viele Worte aus der Umgangssprache weisen darauf hin, wie eng die Stimme mit unserem seelischen Erleben zusammenhängt z.B. Wenn jemand sauer oder traurig ist, kann man das direkt an der Stimme hören. Fühlen wir uns unterdrückt und klein, reagiert unsere Stimme sofort auf diesen emotionalen Zustand.

Unsere Stimme ist unser alltägliches Kommunikationsmittel, mit dem wir uns und unsere Emotionen mitteilen und welches gleichzeitig unsere Stimmung und unser selbst spiegelt. Die Stimme zeigt wie stark jemand mit seinem Körper und seiner eigenen Stimme in Resonanz ist und ob die äußere Stimme und die innere Stimme dieselbe Sprache sprechen.

Wenn Kinder laufend ermahnt werden nicht zu laut zu sein und sich stimmlich zurückzunehmen, fangen diese an ihre Stimme zu „entschärfen“ und kommen dadurch zwar den Stimmideal der Erwachsenen näher, verlieren aber den Zugang zu ihrer natürlichen Stimme und auch das Vertrauen in ihre vokalen Fähigkeiten. Durch Sätze wie „hör auf zu heulen“ verlernen Kinder zudem ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Wir haben uns im Laufe der Zeit eine bestimmte Art des Sprechens angeeignet, die nicht unbedingt dem urnatürlichen Klang unserer Stimme entspricht. Die Stimmlippen stehen für den Ausdruck der eigenen Identität. Es sind die Saiten, die wir in uns und die uns zum Schwingen und Klingen bringen. Der Kehlkopf in dem die Stimmlippen sitzen, reagiert sofort auf Stress, Anspannung und auf unsere Emotionen.

Diese Anspannung überträgt sich über Muskeln und Faszien auf unseren Stimmgebungsapparat. Ist der Kehlkopf angespannt und nicht mehr frei beweglich, so können auch unsere Stimmlippen nicht mehr frei schwingen. Dies hat einen sofortigen Einfluss auf unseren Stimmklang und wiederum Einfluss auf unser Befinden.

Auch unsere Atmung wird von unserer Stimmung beeinflusst. „Wir halten die Luft an“ um Gefühle zu verdrängen, die unerwünscht sind oder uns „stockt der Atem“ wenn etwas Beängstigendes passiert. Das Zwerchfell war für die alten Griechen so zentral für das Leben, dass sie es als Sitz der Seele bezeichneten. Wie alle Muskeln verspannt es sich besonders bei Ärger und Angst.

Unter Stress oder wenn wir Angst haben wird die Atmung flach und beschleunigt sich. Wir schöpfen nicht mehr die volle Kapazität der Lunge aus. Zudem ändert sich oft unsere Körperhaltung. Sind wir zum Beispiel niedergeschlagen, traurig oder verunsichert, sacken unsere Schultern und der Kopf gerne nach vorne.

Die Stimme kann uns als direkter Ausdruck unserer Stimmung wertvolle Hinweise und Impulse geben welchen Weg wir in unseren Leben einschlagen und gehen wollen. Wenn wir merken, dass unsere Stimme nicht richtig schwingt und blockiert ist, kann man immer der Frage nachgehen, warum das gerade so ist. Man sollte sich prinzipiell immer die Frage stellen, ob man nach seiner BeSTIMMung lebt?

Es gilt zu sich selbst und zu seinen Bedürfnissen, Gefühlen und Ansichten zu stehen und diese der Situation angemessen auch stimmlich zu kommunizieren. Dazu gehört auch „nein“ sagen zu können und sich von den Meinungen anderer Leute abzugrenzen, „Ja“ zum Leben zu sagen und seiner Stimme und seinen Bedürfnissen Raum zu geben.

All unsere Erfahrungen und Verletzungen sind im Stimmapparat hörbar. Jede Erinnerung - positiv wie negativ - ist irgendwo in unserem Körper hinterlegt. Nicht losgelassene negative Erinnerungen werden in unserem Körper zu Störungen oder Blockaden und verändern somit auch unseren Stimmklang.

Wenn Menschen Gefühle erklingen lassen, können diese im wahrsten Sinne Resonanz finden. Dem Gefühl wird die Achtsamkeit gegeben, dass es benötigt um es aufzulösen. Bekommen Gefühle Raum, dann kommen sie in der Regel und gehen auch wieder, wie auf einer Kurve, die ansteigt und dann mehr oder weniger schnell absinkt.

Die Stimme als Kraftquelle

Die eigene Stimme ist eine ganz besondere Kraftquelle. Es gibt im Moment viele verschiedene wissenschaftliche Forschungen, die sich z.B. mit den positiven Effekten des Singens beschäftigen. Durch das Singen bringen wir den Körper zum Schwingen. Wir geben sozusagen eine Mikromassage an unseren Körper. Singen kann unseren Körper auf ganz natürliche und sanfte Art beruhigen

Singen fördert die psychische und physische Gesundheit. Es stärkt die Lebensfreude. Es ist wissenschaftlich belegt, dass beim Singen ohne Leistungsdruck ein wahrer „Glücks-Cocktail“ an Botenstoffen produziert wird. Durch das wiederholende Singen eines heilsamen Liedes kann der Strom der Alltagsgedanken wirksam unterbrochen werden.

Es entsteht eine verlangsamte Herzfrequenz und eine verlangsamte Atmung. Über heilsames Singen können wir uns von Störfrequenzen frei singen. Alles hat eine Eigenfrequenz, auch unser Körper und unsere Organe. Übernehmen die Organe eine Frequenz, die nicht der natürlichen entspricht, so werden diese krank.

Auch bei Katzen gilt das „Schnurren“ nicht nur als Kommunikationsmittel sondern fordert auch die Selbstheilungskräfte. Das Schnurren versetzt den ganzen Körper in Schwingung. Diese Vibrationen lösen Muskelverspannungen und stärken die Knochen.

Durch die eigene Stimme können körperliche und seelische Blockaden gelöst werden. Die Stimme ist das Urinstrument des Menschen. Es gibt kein Musikinstrument, das über so viele Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten verfügt und zugleich so direkt mit der Gefühlswelt des Menschen verbunden ist wie die eigene Stimme.

Singen und Stimmarbeit im Allgemeinen hilft Gefühlen Ausdruck zu verleihen, die sich in Form von Blockaden, Schmerzen und Krankheit im Körper festgesetzt haben. Durch Kommunikation und den Ausdruck über die Stimme können Gefühle ins Außen gebracht werden und damit können wir uns auch davon lösen.

Zum anderen hilft Singen und das Arbeiten mit der Stimme auch positive Gefühle im Körper „einzuschwingen“, uns positive Informationen „einzuverleiben“ und den Körper damit zu entspannen und von Negativen zu befreien.

Vibrato

Vibrato ist eine wichtige Gesangstechnik, ein Stimmeffekt, der deinem Gesang Charakter und Emotion verleiht. Um Vibrato zu erzeugen, ist es wichtig, die theoretischen Aspekte dieser Technik zu verstehen. Vibrato wird in erster Linie durch Manipulation der Kehlkopfmuskeln erzeugt, die für die Kontrolle der Tonhöhe verantwortlich sind. Es entsteht durch schnelles Heben und Senken des Kehlkopfes.

Dazu muss das Singen mit entspanntem Hals und Kiefer geübt und ein gleichmäßiger Luftstrom aufrechterhalten werden. Viele Profisänger empfehlen, einen gesungenen Ton immer auf dem Atemstrom schweben zu lassen und diesen nicht mit der Luft "anzuschieben". Es gibt verschiedene Arten der Technik: Sie kann im Kehlkopf und in den Stimmbändern entstehen oder durch ein rhythmisches Anheben- und Absenken des Zwerchfells.