Die Bedeutung der Gürtelgrade im Judo und Karate

Wie in fast allen anderen Kampfkünsten auch, bedient man sich im Jiu-Jitsu eines Systems aus farbigen Gürteln, das den jeweiligen Kenntniss- und Erfahrungsstand des Trägers zum Ausdruck bringen soll.

Begonnen wird mit dem weißen Gürtel (Rokkyu), der den Anfänger kennzeichnet. Im Laufe der Ausbildung verändert sich die Farbe der Schülergrade über gelb, orange, grün und blau bis zum braunen, dem höchsten Schülergrad (Ikkyu).

Nach einer ausgiebigen Vorbereitung kann sich der Träger des Ikkyu dann der Prüfung zum Sho-Dan, dem ersten Meistergrad stellen. Grundsätzlich gilt: Ein beständiges Üben und Erfassen des Weges ist wesentlich lohnenswerter, als das eilige Hasten von einer Graduierung zur nächsten.

Auch wenn die vorgeschriebenen Vorbereitungszeiten zwischen den Schülergraden oft nur sechs Monate betragen, wird es sich auszahlen, wenn man eine gründliche Ausbildung der Gürteljagd vorzieht. Die im Prüfungsprogramm genannten Vorbereitungszeiten stellen lediglich Mindestanforderungen dar, deren Unterschreitung definitiv keine ordentliche Vorbereitung zuläßt.

Die Schülergrade (Kyu)

7. Kyu (Orange = Unterstufe)

Orange steht für Feuer und die Wärme der Sonne. Im Japanischen sagt man über den orangefarbenen Gürtel : "Die Sonne erwärmt die Erde und macht sie fruchtbar".

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Das bedeutet, dass der Karate-Schüler die Anweisungen des Trainers oder Meisters besser umsetzen kann. Orangegurte dürfen aber nicht nur die körperlichen Grundlagen verstehen lernen. Nein, du sollst auch Ehrgeiz, Dankbarkeit, Beharrlichkeit und Respekt entwickeln. Dazu gehört auch, dass du regelmäßig zum Training kommst.

Weitere Kyu-Grade

Die erste Farbe ist mit der Farbe der Erde verbunden. Sie soll ein erstes Verstehen der körperlichen Grundlagen symbolisieren. Dein Karateweg soll auf einem soliden Fundament aufgebaut werden, das du nun kennst und welches dich weiter zum Lernen motivieren soll.

Als nächsten kommt blau, die Farbe für Wasser. Als Blaugurt solltest du dich mehr und mehr mit deinem Karate an die unterschiedlichsten Situationen anpassen und reagieren können. Du lernst, Karate deinen eigenen körperlichen Stärken und Schwächen anzupassen und es besser zu nutzen. Es ist die Zeit, wo du deinen Körper immer weiter stärkst, besonders im Rumpf und in den Armen. Die Begeisterung wird dir auf diesen Weg manchmal fehlen und du verlierst vielleicht die Lust zum Training zu gehen, oder willst sogar aufgeben. Dann musst du wissen, dass das ganz normal ist und zu deinem Weg im Karate dazugehört. Probleme, auf dem Weg des Lernens zu haben und passend mit ihnen umzugehen, ist wichtig.

Als Gelbgurt sollst du eine klare Entwicklung in deiner körperlichen Stärke und Fähigkeiten durchgemacht haben (wie Gleichgewicht, Stabilität, Hand-/ Augenkoordination und technische Fähigkeiten). Im Vergleich zu anderen farbigen Gürteln vorher sollst du als Gelbgurt aber auch eine innere Entwicklung durchmachen. Karate ist nicht nur ein körperliches Training. Du sollst als Mensch wachsen. Karate bringt dir vieles bei, was du für dein gesamtes Leben brauchst. Durchhaltevermögen, Disziplin, Respekt, Konzentration und vieles mehr.

Grün ist eine Farbe für fortgeschrittene Schüler. Als Grüngurt solltest du deine Grundtechniken beherrschen. Du lernst auf diesen Weg, deine Technik mit Geschwindigkeit und Kraft zu kombinieren, die du durch das Training entwickelt hast. Auf diese Weise sollten alle Grüngürtel an der Kraft von Karate arbeiten. Kyokushin ist das stärkste Karate. Der Grüngurt sollte diese Stärke in seinem Charakter und im Karate zeigen. Du solltest verstehen lernen, wie du im Verstand und mit dem Körper ohne bewusste Anstrengung richtig handelst. Dies ist eine sehr wichtige Stufe auf deinem Karateweg, die in ernsthafter, verantwortungsvoller und ausgereifter Denkweise durchgeführt werden sollte.

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Du solltest als brauner Gürtel sehr stark und sehr vertraut in der Ausführung aller Techniken sein, während du aber nicht einfach damit zufrieden bist. Du sollst immer weiter daran arbeiten, besser zu werden. Beim Kämpfen solltest du die Fähigkeit entwickeln, einen Anfänger durch Timing, Distanzkontrolle und Sensibilität zu kontrollieren. Du solltest deine Stärke nicht durch reine Kraft zeigen, sondern durch Ruhe und Kontrolle. Deswegen sollten Anfänger dazu neigen, dass sie dir als braunen Gürtel vertrauen können und du solltest dieses Vertrauen durch Ehrlichkeit, Integrität und Loyalität bestätigen. Als brauner Gürtel hast du ein tapferes Herz und einen eisernen Willen. Du bist ein Vorbild geworden und musst aufpassen, dass du nicht selbstgefällig wirst. Bloß zufrieden damit, an der Spitze der Schülergrade zu stehen. Sei dir dessen bewusst und lerne, dich durch ständiges hartes Training zu überwinden und auf die nächste Stufe zu gelangen. Halte deinen Kyokushin Karate Weg hier nicht auf.

Die Meistergrade (Dan)

Der erste Meistergrad. Hier hat das Lernen allerdings noch kein Ende, denn es gibt insgesamt neun Meistergrade, die durch den schwarzen Gürtel symbolisiert werden. Der höchste Meistergrad ist der 10. Dan, dessen Träger auch an einem rot-weißen Gürtel zu erkennen sind.

Was im Judo der schwarze Gürtel ist, muss in Karate noch lange keiner sein. Auch zwischen den Verbänden gibt es hier starke Unterschiede. Während der eine Verband zwischen den einzelnen Prüfungen bis zum 1. Dan verschieden lange Wartezeiten bis zum schwarzen Gurt hat, wirbt der andere Verband mit verkürzten Wartezeiten und Sonderbehandlung bis zur 1. Dan Grade.

(Danträger) bezeichnet werden. mit geistiger Voraussetzung (Shin) und der richtigen Haltung (Shi-Sei). Das entspricht dem traditionellen Karate-Do, den Anforderungen des Weges.

YUDANSHA - Die Danträger der Grade 1 - 4

1. Dan Grad

"Der Grad des Wissens der Techniken". Der erste Dan bedeutet für ihn ein Ausgangspunkt für seine Entwicklung. auf den Weg der geistigen Reife. Er ist interessiert an der Verbindung von Geist und Technik und sieht das als nächste Herausforderung.

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Oft besteht allerdings die Gefahr, dass er sich jetzt auf seinen 1. Dan ausruht und glaubt, schon genug erreicht zu haben.

2. Dan Grad (Nidan)

"Der Grad der Erkenntnis". Der Schüler hat nun die Bedingungen des Weges durch seine recht Haltung verstanden.

Noch warten viele Hindernisse auf seinen Weg, doch er hat sich noch nicht endgültig entschieden, diese Herausforderungen mit allen Konsequenzen zu meistern. genannt.

Seine Intensive Karate-Praxis und sein Studium des Weges lassen ihn über den Tellerrand des reinen Kampfsports blicken und ihn den weg der Kampfkunst verstehen. Er kann sie auf seine täglichen Lebenssituation übertragen.

Ob der Schüler allerdings den Anforderungen des Weges wirklich gewachsen ist, wird sich zeigen. Profiliert er sich oder sieht sich nicht mehr als Schüler, dann ist er den wahren Weg des Meisters nicht gewachsen.

3. Dan Grad (Sandan)

"Der Grad des anerkannten Wegschülers". Der Karateka ist nun entschlossen den Weg der Kampfkunst bis an sein Lebensende zu gehen.

Meister als wahren Wegschüler anerkennen. "Der anerkannte Schüler" zeigt in seiner Haltung und nicht nur an seinen technischen Fortschritt seine Weg-Stufe. Er lässt sich durch nichts von seinem Weg abbringen.

Sensei) haben Kopf und Hand gleichermaßen gestärkt. Karate-Do ist ein wesentlicher Teil seines täglichen Lebens geworden und gibt ihm innere Stärke und Kraft.

4. Dan Grad (Yondan)

"Der Experte der Technik". Ab dem 4. Dan beginnt der Weg des Budos. Budos-Weges neuen Herausforderungen stellen muss. Er lebt und verinnerlicht die geistigen Aspekte der Kampfkunst täglich im Dojo oder im Alltag.

verbindet die Karate Philosophie und die Budo-Technik so miteinender, dass er den Weg zur inneren Perfektion suchen und finden kann. in den körperlichen Übungen zu kontrollieren und verleiht damit seiner Technik die maximale Wirkung.

- Die selbstständigen Lehrer und eigentlichen Meistergrade des Budo.

Diese Grade werden in zwei Abschnitte unterteilt:

  1. (5.Dan und 6.Dan)
  2. (geistige Reife) zu.

*Kokoro = Der Mensch ist Bewusstsein, er hat die Kunst verinnerlicht.

5. Dan Grad (Godan)

"Experte der Übung". Der Karateka mit den 5. - Mensch mit tiefen Bewusstsein.

Dieser Grad kann frühestens im alter von 31 Jahren erreicht werden. Die Voraussetzungen sind eine entsprechende Budo-Erfahrung und Lebenserfahrung. Der 5. ) und 6. ) zeichnen sich durch viel Wissen, Lebenserfahrung und eine starke innere Haltung aus. Das Karate-Do ist mit seiner Tradition ein wichtiges Lebensprinzip geworden. ist kein Schüler mehr, sondern ein wahrer Meister. Er hat die Theorie und die Praxis verinnerlicht und ist ein Vorbild und mit seinem Wissen eine Autorität für seine Schüler.

6. Dan Grad (Rokkudan)

"Experte der Übung". Auch bei dieser Stufe ist der Titel noch Renshi. Er wird sich trotz des 6. Dan bewusst um Klarheit, Selbsterkenntnis und Harmonie streben und sich ständig verbessern.

Das betrift seine geistigen sowie seine körperlichen Fähigkeiten, denn der stete Tropfen höhlt den Stein.

Die reine Ri-FormIro Kokoru ist die Stufe der Reife.

Das sind die höchsten Graduierungen im Budo.

Kyoshi (7. Dan und 8. Hanshi (9. und 10. Dan) vergeben. "Transzendenz im Wesen". Jetzt hat die Meisterschaft ihre Perfektion und mit dem 10.Dan vollendet.

7. Kyoshi

ist ein Großmeister des jeweiligen Stils. Ihm ist klar, das er tägliche Übungen nicht durch geistige Übungen ersetzen kann und trainiert täglich.

Er besitzt eine Klarheit über kosmische und menschliche Angelegenheiten und bekennt sich zum Leben und zur Überwindung des Todes. ein.

8. Dan (Hachidan)

"Experte des Unterrichts". Der 8. Großmeister des jeweiligen Stils.

Im Budo gibt es kein vorzeitigen Pensionsrecht oder Ruhestand. Das Training geht bis ins hohe Alter, für viele bis zum Lebensende.

9. - Großmeister des jeweiligen Stils

ist im Einklang mit sich selbst. Seine Handlungen zeichnen sich durch Harmonie mit den kosmischen Kräften aus. Er kann seinen Schülern das Tor zur Weisheit öffnen, dass über alle Techniken der Budo-Technik er haben ist.

10. ist der Großmeister des Stils.

Diese Graduierung ist frühestens ab einem Lebensalter von 70 Jahren möglich. ". . Die höchste Auszeichnung im Budo kann nur von der IMAF - Kokusai Budoin vergeben werden. Die Träger des 10. Dan sind ein Vorbild in höchster technischer Perfektion und tiefem geistigen Verständnis.

Shu Ha Ri - Wege und Stufen des Lehrens

Mit Shu Ha Ri werden in der Trainingslehre Wege und Stufen des Lehrens beschrieben.

  • Shu - Grundschule: einfache Techniken, Raikyoku, Dachi, Khion, Kumite, Dojo Kun, Ausdauer
  • Ha - Formschule: Kombinationen, Tori, Kata, Bunkai, technische Sauberkeit
  • Ri - Wegschule: Formvollendete Techniken, technisches und geistiges Ziel verstanden, Atmung, Vielfalt der Kampfkunst

Vergleich von Kyu-Prüfungsanforderungen in verschiedenen Bundesländern

Bundesland Anforderungen zum 1. Kyu Besonderheiten
Bayern Im Standprogramm 5 verschiedene Würfe Prüfung zum 1. Kyu nur in einer Bezirksprüfung möglich, SV fällt weg
NRW - Landesverband hat Prüfungsordnung nach eigenen Wünschen geändert
Schleswig-Holstein - -
Baden - Prüfung aller Kyu-Grade (8.-1.) im Verein möglich, DAN-Besitz erforderlich