Kata ist neben Kihon und Kumite eine der drei Säulen des Karate und bedeutet soviel wie Form, Modell, Standard. Wie auch in Chinesischen Kampfsportarten wie dem Kung Fu, sind Katas fester Bestandteil des Trainings. In einer bestimmten Abfolge von Schlägen, Blocks, Kicks und Bewegungen werden die grundlegenden Techniken des Kampfsports trainiert. Die Übung der Kata hilft dem Schüler Balance, Technik Koordination, Atmung und Konzentration zu verbessern. Dies ist rein äußerlich gesehen eine festgelegte Abfolge von Techniken. Bei Kata handelt es sich um überlieferte übungsformen, in denen ein Kämpfer einer fest vorgegebenen Abfolge von Techniken und Schritten folgt und damit einen "imaginären" Kampf gegen einen oder mehrere Gegner führt. Kampfkunst wurde immer mündlich und durch praktische Anleitung weitergegeben; oftmals im Geheimen. Daher fertigte man keinerlei schriftliche Aufzeichnungen an. Stattdessen entwickelte jeder Meister seine persönliche Kata, die die Essenz seiner Lehre darstellt und komprimierte.
Die Anzahl der Shotokan-Kata wird unterschiedlich benannt. Die Namen der Kata wurden von G. Funakoshi vom Okinawa-Dialekt in die japanische Aussprache übersetzt, sondern es werden weiterhin die chinesischen Namen verwendet.
In unseren Karatevereinen trainieren wir die folgenden 12 Katas:
- Taikyoku Shodan
- Heian Shodan (Nr. 1)
- Heian Nidan (Nr. 2)
- Heian Sandan (Nr. 3)
- Heian Yondan (Nr. 4)
- Heian Godan (Nr. 5)
- Tekki Shodan (Nr. 1)
- Bassai-Dai
- Jion
- Empi
- Kanku-Dai
- Hangetsu
Heian-Kata
Die Heian-Kata’s sind eine Gruppe von fünf Kata’s, die die wichtigsten Bewegungsprinzipien und Grundtechniken des Shotokan-Karate enthalten. Diese Kata ist keine eigentliche Heian Kata. Sie wurde als Vereinfachung aus der Kata Heian Shodan entwickelt und wird als erste Kata vermittelt. Sie dient dazu die Schüler in das Wesen einer Kata einzuführen.
Heian Shodan
Die erste Heian Kata. Sie enthält die zwei Grundstellungen Zenkutsu-Dachi und Kokutsu-Dachi. Sie schult hauptsächlich die Abwehrtechniken (Uke) Gedan-Barai, Age-Uke und Shuto-Uke und beginnt mit Zenkutsu-Dachi.
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Heian Nidan
Die Schrittfolgen der Kata ähnelt der Heian-Shodan. Das wichtigste Merkmal der Heian-Nidan sind die Gyaku-Techniken. Auch kommen hier erstmals Fußtechniken wie Yoko-geri-keage und Mae-geri zum Einsatz.
Heian Sandan
In dieser Kata wird die Grundstellung Kiba-dachi erstmalig gezeigt und eine erste doppelte Abwehrtechnik. Hier werden auch die ersten Fußabwehrtechniken demonstriert, einmal den Hiza Geri oder den Mikazuki Geri uke. Sie dient auch als Basis für die späteren Tekki-Kata’s.
Heian Yondan
Heian Yondan ist die Vierte der Heian-Kata’s. Ihre Eröffnung ähnelt der Heian Nidan. Sie wird durch verschiedene doppelte Abwehrformen gekennzeichnet. Die Kata ist Bestandteil der Prüfung zum 5.Kyu (1.
Heian Godan
Sie ist die letzte und umfangreichste der Heian-Kata’s und enthält eine Vielzahl der erlernten Grundtechniken. Als außergewöhnliches Element enthält Sie eine Sprungtechnik. Die Kata ist Bestandteil der Prüfung zum 4.Kyu (2.
Tekki-Kata
Die Tekki-Kata’s sind eine Gruppe von drei Kata’s - Tekki-Shodan, Tekki-Nidan und Tekki-Sandan. Ihr wichtigstes Merkmal ist die Stellung Kiba-dachi. Die Schrittreinfolgen der drei Kata’s verläuft seitwärts. Die Kata’s wurden von Itosu Anko aus der Naihanchi Kata entwickelt und in 3 Teile zerlegt um diese leichter zu vermitteln. Funakoshi hat den Namen der Katas später von Naihanchi in Tekki geändert.
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Weitere Shotokan-Kata
Bassai Dai
Eine der ältesten Kata. Bassai heißt übersetzt "die Mauer zerstören" oder "Erstürme die Festung". Dementsprechend kraftvoll soll auch die Kata vorgeführt werden. Sie lässt sich auf die okinawanischen Tōde-Katas zurückführen. Man geht davon aus, dass sie in ihrer Urform bereits im späten 13. Jahrhundert durch chinesische Meister gelehrt wurde und in Folge der Handelsbeziehungen nach Okinawa kam. Bassai Dai gehört zur Gruppe der Shorin-Kata, deren Trainingszweck es ist, die Schnelligkeit des Karateka zu verbessern. Hauptmerkmal der Kata ist, dass die einzelnen Techniken sehr schnell und kraftvoll ausgeübt werden. Sie enthält viele defensive Block- und Hebeltechniken und vergleichsweise wenige Beintechniken. Mit rund 40 Einzeltechniken ist Bassai Dai eine der längeren Katas. Im Shotokan-Stil werden zwei Varianten der Bassai geübt: die Bassai-dai und die Bassai-sho. Das Suffix "dai" bedeutet "groß" und kennzeichnet somit die große Variante der Bassai, während das Suffix "sho" "klein" bedeutet und eine kleinere Variante der Bassai bezeichnet. Bemerkenswert zur Bassai-sho ist eine Entwaffnungstechnik gegen einen vertikalen Stockangriff, denn Entwaffnungstechniken kommen nicht in jeder Kata vor.
Kanku Dai
"Himmelsschau - groß", die längste und eine der wichtigsten Kata des Shotokan-Karate.
Wanshu
Sappushi Wanshu kam 1683 als einer der ersten Chinesen nach Okinawa (Tomari). Er lehrte eine Karate-Kata, die nach seinem Namen benannt wurde (Wanshu). Es wird davon ausgegangen, dass der Tode-Meister Sanaeda für dessen Verbreitung auf Okinawa sorgte. Der ursprüngliche chinesische Name war Kuan Yin Yang Pao Lit. Die alte Wanshu existierte nur in der Tomari-Gegend. Diese Tatsache wird auch durch Gichin Funakoshi in seinem ersten Buch Ryu Kyu Kempo Karate bestätigt.
Empi
Empi bedeutet "Flug der Schwalbe" und war eine Namensgebung von Funakoshi Sensei in den 1930er Jahren, als er alle chinesischen Kanji aus politischen Gründen änderte. Der Name bezieht sich auf das Embusen (Schrittdiagramm), da hier sehr viele abrupte Richtungswechsel mit einer ständigen Hüftverlagerung gefordert sind. Hier drängt sich der Vergleich mit einer Schwalbe auf, die ihre Flughöhe und Richtung im Flug schlagartig und permanent ändert.
Jion
"Liebe und Güte". Die Kata hat ihren Ursprung in China und wurde von der Tomari-Region auf Okinawa ausgehend verbreitet. Man verbindet sie mit den Künsten des Shaolin, weil die zweite Bereitschaftsstellung der Jion identisch mit dem Gruß der Shaolin ist. Die Bezeichnung der Jion ist gleich der Shaolin, daher vermutet man, dass diese Kata ihren Ursprung dort haben könnte. Diese typische Shotokan Kata hat Meister Gusukuma (den Meister von Azato) als Schöpfer. Sie ist eine der höheren Grundkata von mittlerer Schwierigkeit, muss zum 1. Lernziel sind ruhige Bewegungen, die in ihrer Sanftheit Buddha entsprechen, aber im Inneren voll von geistiger Energie sind sowie elegant auch in Wendung und Wechsel. Ihre Übung vermittelt Harmonie in der Bewegung, das Gleichgewicht des Geistes und führt zu einem direkten, wirkungsvollen Kampfstil. Typisch sind Yori Ashi und Drehung (Manji uke) mit Folgeabwehr in oberer, mittlerer und unterer Stufe.
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Hangetsu
"Halbmond", bestehend aus 41 Einzeltechniken. Sie wurde aus dem okinawanischen Naha-Te übernommen, wo sie - aus China stammend - unter dem sino-japanischen Namen Seisan aus China stammend praktiziert wurde. Den Namen Hangetsu erhielt sie von dem Stilrichtungsbegründer Funakoshi Gichin, der mit dem Namen auf die gleichnamige Stellung der Füße hinweist, der in der Kata eine zentrale Rolle zukommt. Dabei werden die Füße circa 45 Grad nach innen gedreht und die Knie bei gleichzeitiger Außenspannung der Beinmuskulatur leicht nach innen gekippt. In dieser Schrittstellung Hangetsu-dachi (Halbmondstand) bewegt man sich vorwärts, indem ein Fuß eine halbmondförmige Bewegung beschreibt.
Jitte
Jitte oder auch Jutte bedeutet "Zehn Hände" wird geübt in den Stilen Shōtōkan und Shōtōkai, welche beide auf Funakoshi Gichin zurückzuführen sind. Der Begriff Jitte bezeichnet außerdem eine japanische Variante des Sai, einer gabelförmigen aus China stammenden Waffe, die zum Bereich des aus Okinawa stammenden Kobudō zählt.
Gankaku
"Kranich auf dem Felsen" oder älter Chintō.
Ji'in
"Liebe und Schatten, Mitgefühl und Unterstützung", auch transskribiert als Jiin.
Sochin
"Stärke und Ruhe" oder (seltener) "Krieg und Frieden". Der Name impliziert bereits die ruhigen und kraftvoll dynamischen Techniken. Die Kata entstammt ursprünglich der Aragaki-Schule (Naha-Te), wurde jedoch im Laufe der Zeit oft geändert, so dass es heute verschiedene Versionen gibt. Die Shotokan-Version der Sochin wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts von Yoshitaka Funakoshi entwickelt und hat mit der Aragaki-Sochin nicht mehr viel gemeinsam. Der Stand ist hier meistens Sochin-Dachi (gelegentlich auch als Fudo-Dachi bezeichnet), eine Kraftstellung zwischen Zenkusu-Dachi und Kiba Dachi. Besonders der Mittelteil der Kata (Mikazuki-Geri Jodan aus der Drehbewegung) erfordert ein sehr gutes Gleichgewichtsgefühl. Der Legende nach soll die Kata Sochin auch "Die Kata des Alten Mannes" sein: Ein alter Mann lud einst Funakoshi Gichin ein, doch Meister Funakoshi war zu der Zeit beschäftigt, also schickte er seinen Sohn Yoshitaka nach Okinawa. Der alte Mann war hocherfreut über seinen Besuch, verschloss Türen und Fensterläden, sodass niemand von außen in sein Haus hineinsehen konnte.
Nijūshiho
"24 Schritte", auch Niseshi, wird im Shōtōkan und Shitō-Ryū praktiziert. Nijūshiho ist eine Kata der Niigaki-Schule, deren Ursprünge im chinesischen Baihequan (Weißer-Kranich-Stil) liegen. Sie wurde vom Kampfkunstmeister Aragaki Seisho, der in seiner Funktion als Übersetzer für Chinesische Sprache des Ryukyu-Hofes oft nach China reiste, nach Okinawa gebracht.
Wankan
Die ""Königskrone" wurde von Yoshitaka Funakoshi ins Shotokan-Karate eingeführt und ist mit 16 Bewegungen die kürzeste Kata dieser Stilrichtung. Ihr Ursprung liegt im Tomari-Te (Shō rei-Schule), einem Vorläufer des modernen Karate aus dem 19. Jahrhundert. Gichin Funakoshi nannte sie Matsukaze ("Pinienwind") sowie Hito ("fliegende Wolke"). In dieser Kata wird nur ein Kiai gesetzt. Als besondere oder königliche Technik gilt Koku Uke ("Tigermaulabwehr"), die in einem Kniehebelwurf endet.
Gojūshiho Dai
"Große Kata der 54 Schritte" ist, wie ihr "kleiner" Verwandter, die Gojūshiho Shō, eine fortgeschrittene Meisterkata des Karate. Sie ist noch etwas anspruchsvoller als die kleine Variante, denn sie enthält neben den schon komplizierten Techniken der Shō weitere Techniken, wie zum Beispiel Keito-Uke und Washite Otoshi Uchi, die mit der offenen Hand ausgeführt werden und deswegen eine sehr große Spannung benötigen, um ihre gesamte Wirkung zu entfalten.
Unsu
Die "Wolkenhand" wird sie sowohl in der Stilrichtung Shōtōkan, als auch im Shitō- und Shōrei-ryū, wobei im Shitō-ryū die meist die Bezeichnung Unshu verwendet wird. In der auf Funakoshi Gichin zurückgehenden Stilrichtung Shōtōkan ist Unsu die höchstentwickelte Kata. Ihren Weg in diese Stile fand die Kata über Mabuni Kenwa, einen Freund Funakoshis, der ihn die Variante seines Shitō-ryū lehrte. Die Kata wurde dann von Funakoshi an seinen Stil angepasst und gilt seitdem, obwohl sie mit 90 Sekunden Dauer nicht die längste Kata dieser Stile ist, als die schwierigste.
Goju-Ryu-Kata
- Sanchin No Kata with Ibuki
- Sanchin No Kata with Kiai
- Gekisai Dai
Sanchin
Sanchin bedeutet “3 Kämpfe”. Gemeint ist hierbei der Kampf von Geist, Seele und Körper. Durch hartes Training und beständiges Üben sollen alle drei vereint werden. Ursprünglich wurde diese Atem-Kata mit offenen Händen von Kanryo Higashionna gelehrt, wie es auch heute noch im Uechi-Ryu praktiziert wird.
Gekisai Dai
Die Übersetzung dieser Zeichen meint “zerstören, demolieren”. Diese Katas wurden von Chojun Miyagi eingeführt, um Anfänger in der Kunst einen ersten Einstieg zu liefern. Sie entstanden um das Jahr 1944 herum, das deutlich vom 2. Weltkrieg auf Okinawa geprägt war. In den ursprünglichen Versionen der Kata wurde der erste Fauststoß auch sehr hoch (über das eigene Jodan hinaus) ausgeführt, was einen Konter gegen einen sehr großen (amerikanischen) Gegner symbolisiert.
Saifa
Saifa ist die Bedeutung von “Zerstörende Schläge”. Ursprünglich wurde das zweite Zeichen “ha” ausgesprochen, änderte sich aber durch den okinawanischen Einfluß zu “fa”. Zusammen wird “reissen “gemeint, was in der Kata auch durch einige Techniken symbolisiert wird.Die Schlagtechniken sind kreisförmig und werden zum Tell mit den Armgelenken (Handgelenk) ausgeführt.
Tensho
Tensho bedeutet “Drehende Hände”. Diese Atem-Kata wurde von Miyagi selbst entwickelt. Tensho ist nach Miyagis Reise in die südchinesische Stadt Foochow, Provinz Fukien, entstanden. Auch Tensho enthält wesentliche Elemente des Goju-ryu. Als Gegensatz zum Harten (jap.go) in Sanchin übt man in Tensho speziell das Weiche (jap. ju).
Seinchin
“Kämpfen über die Distanz”, oder “Das Gleichgewicht brechen”. Seinchin ist eine der Ju-Kata, die Sensei Higashionna aus China mitbrachte, und gilt als “die Goju-Ryu-Kata”. Sie entstammt dem sog. chinesischen “Weißer-Kranich-Stil” und ist vor allem durch den sehr häufig vorkommenden Shiko-Dachi geprägt, was auf den Einfluß des Naha-Te zurückzuführen ist, der durch seine tiefen Stände charakterisiert wird.
Seiyunchin
Seiyunchin wurde zur Förderung eines starken und stabilen Standes entwickelt. Ohneeinen starken Stand ist es unmöglich, eine volle Kraftentfaltung zu erreichen. Deshalb wirddie Stellung Shiko dachi in Seiyunchin stark betont. Auch enthält Seiyunchin mehrere Zieh-und Wurftechniken für Nahkampfsituationen.
Sanseru
Sanseru bedeutet “36”. Die Interpretation dieser Zahl in Verbindung mit der Kata variieren. Man sagt “6×6=36”, wobei die erste “6” Augen, Ohren, Nase, Zunge, Körper und Geist entspricht und die zweite “6” Farbe, Stimme, Geschmack, Geruch und Gerechtigkeit. Die Kata ist geprägt von tiefen Tritten (Kansetzu-Geri, Gedan Mae-Geri), sowie Halte- und Hebeltechniken. In Sanseiru werden Bewegungen und Techniken speziell für den Nahkampf in alle vierRichtungen ausgeführt. In der Realität erfolgt ein Angriff oft vollständig überraschend und ohne Vorwarnung. Sanseiru folgt diesem Rhythmus.
Shi-so-chin
Shi-so-chin bedeutet “Kampf in vier Richtungen”. Das letzte Zeichen ist dasselbe wie auch in Sanchin, Seinchin etc. Diese Kata ist geprägt durch viele offene Handtechniken, die dem chinesischen “Tiger-Stil” entstammen. Auch der Shi-so-chin wurde von Higashionna nach seiner Reise nach China erst ins Naha-Te aufgenommen. Der Name charakterisiert die Kata sehr gut. Wie Sanseiru betont Shisochin zudem die Ausführung von Techniken in alle vier Richtungen. Zusätzlich zu Stosstechniken, die die Distanz zwischen sich und dem Gegnervergrössern, enthält Shisoshin auch Techniken für Nahkampfsituationen (z.B.
Sepai
Sepai bedeutet “18”. Auch hier taucht eine Rechnung über “3×6=18” auf. Meitoku Yagi wies stets darauf hin, daß die Stände der Sepai aus dem Stil des “weißen Kranichs” stammen. Sepai hat mehrere bemerkenswerte Charakteristiken: Die Angriffsrichtungen in Sepai sindnicht immer frontal und werden auch in einem Winkel von 45° zum Gegner angewendet.Um den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen, wird ein vorgängiges Sinken mit darauffolgendem Anheben des eigenen Körpers bei der Kraftabgabe eingesetzt.
Seisan
Seisan beinhaltet viele kontrastierende Techniken, zum Beispiel schnelle und runde zu geraden Bewegungen oder schnelle, explosive zu langsamen, wuchtigen Bewegungen. Die schnellen und langsamen Techniken werden beide mit minimaler Körperbewegung ausgeführt, um die Kraftballung in den Punkt der Kraftabgabe zu konzentrieren. Der chinesische Name der Kata nennt die Kampfkunst, die im buddhistischen Kloster auf dem Berg Kun lun trainiert wurde.
Kururunfa
Kururunfa ist eine Kata mit vielen schnellen Techniken. Das Ausweichen ist ein Schlüsselelement. Drei Arten des Ausweichens kommen dabei zur Anwendung: zur Seite gleiten, Zickzack-Bewegungen und Hüftausweichbewegungen.
Suparinpai
Suparinpai bedeutet soviel wie “108” (chin. yi bai ling ba). Nach buddhistischem Verständnis verfügt jeder Mensch über 108 Quellen des Unglücks, die er im Laufe seines Lebens zu überwinden hat. Suparinpai wird auch Betchurin (chin. bai bu lian, dt. Die 100 Schritte vereinen) genannt. Die Zahl 100 steht dabei für eine sehr grosse, fast unzählbare Menge, und die Schritte meinen Techniken. Suparimpai gilt als die schwierigste Kata im Goju-ryu. Sie enthält viele Offenhandtechniken mit Betonung auf beidhändigen Techniken.
Gruppeneinteilung der Shotokan-Katas
Die Shotokan-Katas werden oft in verschiedene Gruppen eingeteilt, je nach Schwierigkeitsgrad und den Anforderungen für die jeweiligen Dan-Grade:
- 1. Gruppe: bis 1. Dan
- Taikyoku Shodan
- Heian Shodan (Nr. 1)
- Heian Nidan (Nr. 2)
- Heian Sandan (Nr. 3)
- Heian Yondan (Nr. 4)
- Heian Godan (Nr. 5)
- Tekki Shodan (Nr. 1)
- Bassai-Dai
- Jion
- Empi
- Kanku-Dai
- Hangetsu
- 2. Gruppe: Schwarzgurte
- Tekki Nidan (Nr. 2)
- Jitte
- Gangaku
- Sochin
- Nijushiho
- Chinte
- 3. Gruppe: zusätzliche Kata für Schwarzgurte
- Tekki Sandan (Nr. 3)
- Bassai Sho
- Kanku-Sho
- Ji’in
- Meikyo
- Wankan
- Unsu
- Gojushio-Sho
- Gojushio-Dai
Zum Verständnis der Abläufe aller Shotokan-Katas einschließlich Erklärungen empfehlen wir die Illustrationen von Alfred Heubeck.
