Beim Judo wird durch unterschiedliche Gürtelfarben der Kenntnisstand in der Kampfsportart signalisiert. Auch beim Judo gibt der Gürtel Auskunft über den Fortschritt.
Die Bedeutung der Gürtelfarben im Judo
Auf der einen Seite steht der individuelle Rang des Judoka, der am Judo Gürtel zu erkennen ist. Diesen Rang kann er durch das Absolvieren der Judo Prüfung zum entsprechend nächsten Rang erhöhen. Wie oben schon erwähnt, repräsentiert der Gürtel Euren persönlichen Grad anhand seiner Farbe. Jeder Neuling startet mit dem Schülergrad des 9. Kyū und trägt den weißen Judo Gürtel, mit steigendem Schülergrad werden die Gürtelfarben dunkler und führen über gelb, orange, grün und blau nach braun.
Die Prüfungen führen schrittweise abwärts bis zum 1. Kyū, dem braunen Gürtel, woraufhin der nächste Schritt die Prüfung zum 1. Dan ist, dem Grad des niedrigsten Judo Meister und somit dem „Schwarzgurt“. Judo Prüfungen existieren bis zum 5. Dan, alle weiteren Grade werden bei großen Leistungen durch entsprechende Verbände verliehen.
Das Graduierungssystem im Judo
Die Gürtelfarbe gibt die Graduierung des Judokas wieder, sagt also etwas darüber aus, wie viele erfolgreiche Gürtelprüfungen abgelegt worden sind. Dies dient den Trainern bei Zuordnung zu Übungsgruppen und Zuweisung von Aufgaben, die dem Entwicklungsstand gerecht wurden. Der Deutsche Judobund hat in seinem Ausbildungs- und Graduierungsprogramm vier Ausbildungsstufen entwickelt, die mit der Überprüfung einzelner Stand- und Bodentechniken später auch mit zu lösenden Situationen und Aufgabenstellungen abschließen.
Der Judoka lernt über die verschiedenen Ausbildungsstufen hinweg, sein technisches Repertoire an Wurf- und Bodentechniken zielgerichtet in wettkampfbezogenen Situationen einzusetzen und seine individuelle Kampfkonzeption sowie Handlungsalternativen zu entwickeln. Dabei werden im Kyu-Bereich (bunte Farbgürtel von weiß bis braun) zwei Ausbildungs- und Graduierungsstufen unterschieden: zum einem die Judo-Grundausbildung „Judo kennen lernen und Grundlagen schaffen“ (8. - 4. Kyu) und zum anderen das Grundlagentraining „Vertiefen, Erweitern und Variieren“ (3. - 1. Kyu).
Lesen Sie auch: Taekwondo Gürtelfarben: Blau und Rot erklärt
Die inhaltlichen Schwerpunkte des Dan-Graduierungsprogramms (schwarzer Gürtel) bestehen im Weiteren aus dem „Wiederholen, Festigen und Perfektionieren“ (1. - 3. Dan) des zuvor Erlernten, sowie im „Reflektieren und Gestalten“ (4. - 6. Dan) des Judos im Allgemeinen und im Persönlichen. Individuelle Stärken werden gefördert, die persönliche Spezialtechnik gefestigt und situationsgerecht angepasst sowie modifiziert.
Gürtelstufen oberhalb des 5. Dan werden innerhalb des DJB an Judoka verliehen, die sich aufgrund ihres besonderen persönlichen Engagements und/oder ihrer Erfolge im Wettkampf verdient gemacht haben. Hierbei ändert sich die Gürtelfarbe von schwarz zu rot-weiß (6. - 8. Dan). Die Gürtelfarbe ist das äußere Erkennungszeichen einer Graduierung. Graduierungen sind keine gesetzlich geschützten Titel oder Zertifikate.
Verschiedene Organisationen, die Graduierungen vornehmen, können untereinander vereinbaren, diese anzuerkennen - oder sie können es sein lassen. Korrekterweise müsste man also bei der Angabe einer Graduierung immer die Organisation angeben, die diese Graduierung vorgenommen hat, z.B. 3. Dan DJB, 9. Dan DDK oder 1. Die Regelungen der einzelnen Organisationen sollten in den jeweiligen Prüfungsordnungen (PO) transparent beschrieben sein. (Eine Aufnahme in die Satzung ist nicht ratsam, weil sonst jede Änderung der PO eine Satzungsänderung wäre.)
Voraussetzungen für höhere Gürtelgrade
Für die Teilnahme an Wettkämpfen gibt es Mindestgraduierungen, allein schon aus Sicherheitsgründen. Diese sind in den jeweils gültigen Wettkampfordnungen für die jeweiligen Altersklassen festgelegt. International gibt es auch entsprechende Regelungen, bei olympischen Spielen ist es auf jeden Fall der 1. Dan (schwarzer Gürtel), der im DJB nicht verliehen wird sondern nur durch Prüfung erworben werden kann.
Die Meistergrade müssen im DJB zentral vor 2 Prüfern abgelegt werden. Judoka weisen ihr zunehmendes technisches Können durch Prüfungen nach. Die Gürtelfarbe sagt also nichts über das kämpferische Können aus. In den Prüfungen wird unter Mithilfe eines Partners gezeigt, dass bestimmte Techniken beherrscht werden. Die Techniken werden mit zunehmender Graduierung schwieriger und umfangreicher.
Lesen Sie auch: Anforderungen Roter Gürtel Kickboxen
Kyu-Grade (Schülergrade)
- 9. Kyū: Weiß
- 8. Kyū: Weiß-Gelb
- 7. Kyū: Gelb
- 6. Kyū: Gelb-Orange
- 5. Kyū: Orange
- 4. Kyū: Orange-Grün
- 3. Kyū: Grün
- 2. Kyū: Blau
- 1. Kyū: Braun
Dan-Grade (Meistergrade)
- 1. - 5. Dan: Schwarz
- 6. - 8. Dan: Rot-Weiß
- 9. - 10. Dan: Rot
Nach bestandener Prüfung hat der Judoka das Recht und die Verpflichtung einen entsprechenden farblichen Gürtel zu tragen. Der Prüfungspartner macht in der Regel auch selbst eine Prüfung, so dass man immer sowohl Techniken anwendet, aber auch derjenige ist, an dem sie angewendet werden. So z.B. wirft man, man wird aber auch geworfen. Generell wird zwischen Schüler- und Meistergraden unterschieden.
Der Weg zum schwarzen und roten Gürtel
Es ist verständlich, dass man den nächsten Gürtel möglichst schnell erreichen möchte. Daher werden immer wieder dieselben Frage gestellt: Welches Mindestalter muss/soll ich für die (nächste) Prüfung haben, wie lange muss/soll ich bis zur (nächsten) Prüfung warten? Zusätzlicher Hinweis: Eine Prüfung zum 1. Dan (Schwarz) ist grundsätzlich erst nach dem vollendeten 16. Lebensjahr möglich (Verkürzung auf Vollendung des 15. Eine „Wartezeit“ gibt es nicht.
Denn es geht nicht um das „Warten“, sondern den Zeitraum, der üblicherweise erforderlich ist, um bei regelmäßigem Training die (nächsten) Prüfungsinhalte so zu erlernen, dass sie sich gesetzt haben und beherrscht werden. Es geht also um den Vorbereitungszeitraum. Diesbezüglich sowie der jährlichen Anzahl von Prüfungen bezüglich hat der DJB folgende Empfehlungen herausgegeben bzw. „Die empfohlene Vorbereitungszeit beträgt für Judoka bis 14 Jahre 6 Monate.
Es können maximal drei Prüfungen pro Jahr abgelegt werden. „Für Judoka, die älter als 14 Jahre sind, beträgt die empfohlene Vorbereitungszeit bis zum 3. Kyu-Grad 3 Monate. Es können maximal vier Prüfungen pro Jahr abgelegt werden.“ „Für den 2. Kyu- und den 1. Kyu-Grad beträgt die empfohlene Vorbereitungszeit 6 Monate. Die Empfehlungen sind vernünftig.
Der DJB ist nicht auf dem Kopf gefallen und hat sich sehr vernünftige Gedanken gemacht. Es ergibt Sinn, sich die Zeit zu lassen und die Kyu-Grade über das Lebensalter zu verteilen. Die DJB-Empfehlung entspricht der schnellstmöglichen noch Sinn ergebenden Vorgehensweise im Hinblick auf die Ablegung von Prüfungen. An dieser Tabelle wird auch ersichtlich, dass das vorgegebene Mindestalter für die höheren Graduierungen bei „zu schnellem Erwerb“ von Kyu-Graden letztlich irgendwann zu einem Graduierungsstau (längeren Wartephase) führen muss.
Lesen Sie auch: Prüfung zum Roten Gürtel (Karate)
So ist beispielsweise die Zulassung zur Prüfung zum 1. Dan grundsätzlich erst nach dem vollendeten 16. Lebensjahr und nach einer zweijährigen Vorbereitungszeit nach der letzten Prüfung möglich. Gewisse Techniken setzen motorische Fähigkeiten und eine Körperbeherrschung voraus, die Kinder erst im Laufe der Zeit erwerben (z.B. einbeinige Hüftwürfe; komplexe Bewegungen nach vorne und hinten, usw.). Es ergibt keinen Sinn, auf eine Prüfung zu drängen und sich selbst zu überfordern.
Es handelt sich lediglich um die schnellstmögliche Vorgehensweise, wenn sämtliche körperlichen und technischen Voraussetzungen vorliegen, d.h. wenn schon alles beherrscht wird, was in der Prüfung verlangt wird. Fast immer ergibt es mehr Sinn, sich mehr Zeit zu lassen, auf der Matte mehr Spaß zu haben - und auch andere Aspekte des Judos zu vertiefen (Selbstkontrolle, körperliche Stärkung, Wettkampfjudo, usw.).
Die Judo-Gürtelprüfung
Die Judo-Gürtelprüfung ist, wie ihr Name schon sagt, eine Prüfung. Im Rahmen der Prüfung wird nach vom Deutschen Judo-Bund (DJB) festgelegten Kriterien überprüft, ob das Prüfungsprogramm für die begehrte Graduierung in angemessenen Maß beherrscht wird. Die Prüfung ist also keine Formalie und kein Selbstläufer. Der Verein und die Trainer bereiten die Prüflinge darauf vor. Auf der anderen Seite müssen die Prüflinge die Prüfung auch ernst nehmen und sich darauf vorbereiten.
Zusammenfassung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gürtelfarben im Judo eine wichtige Rolle spielen, um den Fortschritt und die Kenntnisse eines Judoka zu signalisieren. Der Weg zum roten Gürtel ist lang und erfordert kontinuierliches Training, die erfolgreiche Absolvierung von Prüfungen und ein besonderes Engagement für den Judo-Sport.
| Gürtelfarbe | Kyu/Dan | Bedeutung |
|---|---|---|
| Weiß | 9. Kyu | Anfänger |
| Gelb | 7. Kyu | Grundkenntnisse |
| Orange | 5. Kyu | Erweiterte Kenntnisse |
| Grün | 3. Kyu | Fortgeschrittene Techniken |
| Blau | 2. Kyu | Spezialisierung |
| Braun | 1. Kyu | Vorbereitung auf den Meistergrad |
| Schwarz | 1. - 5. Dan | Meistergrad |
| Rot-Weiß | 6. - 8. Dan | Hohe Verdienste |
| Rot | 9. - 10. Dan | Höchste Auszeichnung |
