Der Deutsche Judoverband (DJB) hat seinen Stützpunkt für Hessens beste Kämpfer bis zu den Osterferien ausgesetzt. Doch im Januar war es damit schon wieder vorbei: Die Duschen in der Turnhalle der Ludwig-Börne-Schule sind unbenutzbar. Wenn sich das nicht bald ändert, scheitert das Projekt, bevor es richtig begonnen hat. Doch die Stadt hat noch nicht einmal das Problem erkannt.
Die Problematik des DJB-Regionalstützpunktes in Hessen
Hamburg hat einen, Sachsen hat einen, Bayern sogar mehrere: Sogenannte DJB-Regionalstützpunkte, an denen die besten Judoka der nahen und weiteren Umgebung regelmäßig von Bundestrainern unterrichtet werden. Hessen hätte bald auch einen bekommen sollen: Im vergangenen September hat ein Probetraining begonnen, das irgendwann in die Gründung des ersten hessischen Regionalstützpunktes münden sollte.
Doch das Projekt steht schon wieder auf der Kippe. Denn in der Turnhalle der Ludwig-Börne-Schule in der Lange Straße, wo das Training immer donnerstags stattfindet, können die Sportler nicht duschen. Und das seit Oktober.
„Judo ist sehr schweißtreibend, und unsere Athleten kommen teilweise aus Kassel, Wiesbaden oder Aschaffenburg. Sie dann ungeduscht stundenlang Auto oder Zug fahren zu lassen, das funktioniert nicht“, sagt Mark Borchert, Sportdirektor des DJB. Zudem bestehe die Gefahr, sich mit nassen Haaren auf dem Weg zum Bahnhof oder Parkhaus zu erkälten, ergänzt Axel Schönberger, Vorsitzender des 1. Deutschen Judo-Club (1. DJC), der dem Bundesverband donnerstags seine Trainingszeit zur Verfügung stellt. „Die Leute kommen einmal und nie wieder.“ Mitte Januar setzte der DJB das Training ab sofort und mindestens bis zu den Osterferien aus.
Legionellenbefall als Ursache
Grund für die gesperrten Duschen sind Legionellen, die bei einer Tröpfcheninfektion Lungenentzündung auslösen können. Die gab es in der Turnhalle der Ludwig-Börne-Schule bereits vor Jahren. Auch damals waren die Duschen gesperrt - mehrere Jahre lang. 2016 wurde die Stadt schließlich aktiv: Für rund 150 000 Euro wurde die Zahl der Duschen von sechs auf drei halbiert, sie wurden auf elektronische Duschpaneele mit Selbstspülung umgerüstet, und die Wasserleitungen wurden erneuert.
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Weil es immer wieder Probleme mit Legionellen gibt, untersuchte das Gesundheitsamt die Ludwig-Börne-Schule seitdem regelmäßig - und wurde im Oktober vergangenen Jahres erneut fündig. Also wurden die Duschen wieder gesperrt. „Solange die Ursache für die ständige Legionellenbildung unklar ist, kann die Frage, wann die Duschen wieder in Betrieb gehen, derzeit nicht beantwortet werden“, sagt Elke von Busekist vom Dezernat für Bau und Immobilien. Eine Schwachstellenanalyse sei in Arbeit.
„Wir warten seit Oktober, und die Stadt weiß immer noch nichts“, ärgert sich Axel Schönberger. Der Club-Vorsitzende ist es, der sich vor dem DJB rechtfertigen muss; bereits Ende Januar hat sich der Verband schriftlich bei ihm über die Situation beschwert. Denn die Trainingspläne für die Zeit nach den Osterferien müssen spätestens Ende Februar fertig sein. „Und wenn bis zu den Osterferien nichts geschieht, müssen wir uns überlegen, ob das der richtige Standort ist“, sagt DJB-Sportdirektor Borchert.
Ideale Bedingungen und frustrierende Umstände
Dabei wäre die Ludwig-Börne-Turnhalle eigentlich ideal: „Sie ist zentral und gut erreichbar, und wir haben ehrenamtliche Helfer, die sich um den Auf- und Abbau der Matten kümmern“, sagt Borchert: Wenn der Bundestrainer und seine Judoka ankommen, haben die Vereinsmitglieder die Halle schon vorbereitet, das Training kann sofort beginnen. Zudem, so Borchert, sei der 1. DJC der ideale Partner: „Weil er nicht zu den ganz großen hessischen Vereinen gehört, die untereinander in starker Konkurrenz stehen, hat keiner Berührungsängste, bei ihm zu trainieren.“
Gerade ob dieses Lobes ist Vereinsvorsitzender Schönberger besonders frustriert. „Es wäre toll für alle hessischen Judoka, wenn der Stützpunkt kommt.
Das Engagement des 1. Deutschen Judo-Club Frankfurt am Main
In Zusammenarbeit mit dem 1. Deutschen Judo-Club Frankfurt am Main e. V. (1. DJC) «Wir lehren den Lernenden, wenn sie einen Kunstgriff anwenden, um ihre Gegner zu überwältigen, nur so viel Kraft anzuwenden, wie für den fraglichen Zweck unbedingt nötig ist, wobei sie genau abwägen, dass nicht zu viel und nicht zu wenig Kraft verwandt wird» (Prof. Jigoro Kano, Begründer des Judo).
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Judo («weicher Weg») ist eine japanische Nahkampfsportart, die Würfe, Haltegriffe, Würge- und Hebeltechniken, eine Fallschule sowie auch Schläge und Tritte beinhaltet. Das Grundprinzip ist es, dem Gegner auszuweichen und dessen Bewegung für eine eigene Angriffs- oder Kontertechnik zu nutzen. Deswegen zählt Judo zu den wenigen Kampfsportarten, in denen kleinere und leichtere Judoka grundsätzlich größere Gegner besiegen können oder auch Frauen im Kampf gegen schwerere und muskulösere Männer mit Schnelligkeit und Technik gewinnen können.
Anfänger und Fortgeschrittene werden teilweise getrennt, teilweise gemeinsam unterrichtet. Die Anfänger erlernen zunächst die Grundlagen: eine solide Fallschule, erste Würfe, Haltegriffe und Befreiungen aus diesen, Ellenbogenstreck- und -beugehebel sowie Würgegriffe zur Drosselung der Blutzufuhr zum Gehirn. Die Fortgeschrittenen automatisieren ihre Techniken mit Uchi-komi und Nage-komi, lernen erfolgreiche Stand- und Bodentechniken sowie Kombinationen und probieren diese im Stand- und Bodenrandori aus.
Regelmäßige Teilnahme ist im Judo die entscheidende Voraussetzung für das Eintreten des gewünschten Lernerfolgs. Die Kurssprache ist Deutsch. Auf Wunsch erhalten einzelne Teilnehmer auch Erklärungen in anderen Sprachen (insbesondere Japanisch, Französisch, Italienisch, Katalanisch, Spanisch, Portugiesisch, Latein, Vietnamesisch und teilweise auch Englisch).
Kursort: Mittwoch: Ludwig-Börne-Schule (Während der hessischen Sommerferien findet der Kurs in der oberen Halle der Hellerhofschule statt.)
Förderung des Judo-Sports und Integration
Den Kindern und Eltern bieten wir in deren unmittelbaren Umgebung (Vor Ort) die Möglichkeit, eine Sportart wie Judo kennen zu lernen, ohne großen zeitlichen und finanziellen Aufwand zu betreiben. Wir sorgen somit auch für ein attraktiveres Sportangebot in den Vororten und Randbezirken der Landeshauptstadt Wiesbaden. Dabei ist die Sportart Judo besonders geeignet, Jungs und Mädchen verschiedenster ethnischer und sozialer Herkunft gleichermaßen anzusprechen.
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Judo hat mit seinen Judo-Werten eine enorme Kraft, Menschen unterschiedlichster Bereiche zusammen zu führen. Besonders Mädchen bietet der Judosport eine außergewöhnliche Perspektive, sich von Zwängen und Ängsten zu befreien. Judo eignet sich durch seine Judo-Werte - insbesondere soziale Werte in der Gemeinschaft zu erlernen und Respekt, Fairplay und gegenseitige Toleranz zu leben.
Die Vielzahl an unterschiedlichen Lebensarten, Traditionen und Werten bereichern zwar unseren Alltag, stellen aber auch eine gesellschaftliche Herausforderung dar. Der Sport bietet viele Möglichkeiten, sich dieser Herausforderung zu stellen. Menschen aller Altersstufen, verschiedener Herkunft, Religion und unterschiedlichem sozialen Status, treffen sich beim Sport in Mannschaften, beim Training, Wettkämpfen und geselligen Aktivitäten der Vereine. Diese gemeinsamen Erlebnisse von Erfolg, Niederlagen oder Emotionen schaffen ein Gefühl der Verbundenheit.
Einheitlich definierte und für alle geltende Regeln und Normen bilden die stabile Basis für ein vorurteilsfreies, von Toleranz und Akzeptanz getragenes, faires Sporttreiben. Dabei ist in unserem Projekt jeder willkommen.
Unterstützung des Vereins
Unterstützen Sie unsere vielfältige Arbeit im Verein; sei es den Breitensport mit unseren vielen Projekten in Zusammenarbeit mit der Sportjugend Hessen (siehe Projekte), oder die Integrationsarbeit an 22 verschiedenen Wiesbadener Grundschulen mit denen unser Verein Kooperiert, die eigene Nachwuchsförderung im Verein, welche 2013 durch den Deutschen Olympischen Sportbund mit dem "Grünen Band für vorbildliche Nachwuchsförderung" ausgezeichnet wurde, oder den Leistungssport in Form von Einzelförderung unserer Aushängeschilder im Verein oder der Bundesliga Damen Mannschaft in der 1.
Der Hessische Judo-Verband e. V.
Nach dem Rücktritt von Sven Deeg als HJV Präsident, hat der Vorstand des HJV, Prof. Dr. Aus diesem Grund veröffentlichen wir auf unserer Homepage diesen Geschäftsverteilungsplan vorab, auf Wunsch des Vizepräsidenten Verwaltung Dr. Aus diesem Grund haben wir uns bei Kim-Chi Wiesbaden entschlossen, den Weg von Dr.
