NFC MMA Gehalt: Ein Einblick in die Verdienstmöglichkeiten im deutschen MMA

Pro Wrestling ist ein Geschäft, aber letztendlich ist es ein Geschäft. Spaß hat auch seinen Platz, doch am Ende will der Promoter einen Gewinn erwirtschaftet haben und die im Event involvierten Arbeiter wollen entlohnt werden.

Verdienstmöglichkeiten im Pro Wrestling

Die Frage nach dem Verdienst der Pro Wrestler lässt sich leicht beantworten: Pro Wrestler in Deutschland sind in den meisten Fällen Freie Mitarbeiter, die jeweils pro Auftritt individuelle Gagen mit den Promotern aushandeln bzw. Manchmal wird über die Höhe von Gagen spekuliert, öffentlich und auch intern-geschäftlich, tatsächlich weiss darüber aber nur der einzelne Promoter und der einzelne Arbeiter bescheid.

Für Promoter und Arbeiter ist es auch sehr gut, dass Gagen bzw. Aufwandsentschädigungen im Unterhaltungsbereich individuell und nicht-öffentlich ausgehandelt werden. Professionelle Arbeiter wissen was sie wert sind, welche Ausbildung sie genossen und welche Erfahrung sie gemacht haben.

Die Gage ist aber auch eine Frage der eigenen Positionierung. Wrestling-Promoter in Deutschland buchen daher oft „mathematisch“ oder willkürlich. Praktisch lässt sich trotzdem messen, ob jemand „zieht“ - ob wegen der Ankündigung eines Pro Wrestler Eintrittskarten verkauft werden.

Und das ist zur Zeit die hauptsächliche Einnahmequelle deutscher Wrestling-Promoter. Nicht sie sorgen für den Kartenverkauf, sondern die Promotion der Show. Das wird auch knallhart gemessen, obwohl, wie z.B. Wenn sich Arbeiter auf ihren Ruhm ausruhen und keine zusätzlichen, vermeintlich unbezahlten Arbeiten übernehmen, dann werden sie mit der Zeit keine Karten verkaufen - nicht „ziehen“.

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Beispiel aus der Praxis

In Polen gibt es z.B. einen sehr talentierten weiblichen Superstar namens Bianca. Die Herausforderung mit dem Ticketverkauf war jedoch, dass überhaupt niemand Bianca in Deutschland kannte. Und dem entsprechend auch keine Tickets „nur um sie allein zu sehen“ kauft. Ich habe mich also hingesetzt und fertig produziertes Material von und mit Bianca mehrere Stunden in Sozialen Medien verteilt. Der Effekt war, dass an den zwei Tagen nach diesem Verteilen (ohne andere Einflüsse) der tägliche Ticketverkauf für den entsprechenden Event mit Bianca sich verneunfacht hatte.

Genau das ist Arbeit, die auch jeder freiberufliche Pro Wrestler übernehmen kann. Direkt wird solche Arbeit nicht bezahlt - aber indirekt wirkt es sich auf das gesamte Geschäft positiv aus. Ein guter Pro Wrestler unterstützt selbstverantwortlich die Strukturen der Unterhaltung.

MMA-Kämpfer Islam Dulatov

MMA-Kämpfer Islam Dulatov will sich bei NFC 8 für einen Titelkampf empfehlen. Mittelfristig hat das nebenberufliche Model mit besonderer Geschichte noch viel mehr vor.

Conor McGregor hat bei der UFC vorgemacht, wie ein MMA-Kämpfer zum Weltstar werden kann. Islam Dulatov hat dasselbe Ziel - und ist auf dem Weg dorthin schon jetzt viel weiter gekommen als alle ahnen, die seinen Namen bis jetzt noch nicht gehört haben.

An diesem Samstag bestreitet der 23-Jährige seinen siebten Kampf, beim Event NFC 8 der deutschen Liga National Fighting Championship peilt der Weltergewichtler in Düsseldorf gegen den Österreicher Michael Rirsch seinen sechsten Sieg in Folge an. Das Duell ist ein Co-Main-Event des Fights zwischen Federgewichts-Champion Jarno Errens und Mert Özyldirim, Dulatov will einem eigenen Titelkampf mit dem Sieg gegen Routinier Rirsch einen Schritt näher kommen.

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Langfristig hat 1,93-Meter-Mann Dulatov noch viel größere Pläne - und zieht damit schon jetzt die Aufmerksamkeit eines Champions auf sich.

Social Media Präsenz

Islam Dulatov bewegt bei Social Media schon Zigtausende. Auf Instagram hat der „Ripper“ über 62.000 Follower, ein vorab von Fighting.de ausgestrahltes Rededuell zwischen Dulatov und Rirsch ist bei YouTube bereits 350.000 Mal angesehen worden.

Es sind Zahlen, von denen andere Kämpfer nur träumen können, speziell in Deutschland, wo der Sport anders als in den USA und anderen Weltgegenden noch darum kämpft, den „Mainstream“ zu erreichen.

Dass Islam Dulatov in dieser Hinsicht schon weiter ist, hat mit der besonderen Geschichte seiner Familie zu tun.

Die Geschichte der Familie Dulatov

Dulatov wurde im Jahr 1998 in Grosny geboren, Zentrum zweier grausamer Kriege zwischen tschetschenischen Separatisten und der russischen Armee, die etwa 200.000 Todesopfer forderten - an die großflächige Zerstörung der lange belagerten Stadt hat der Krieg um die Ukraine soeben traurige Erinnerungen geweckt.

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Dulatov und seine Brüder Djibril, Sulumbek und Tamerlan flohen 2007 aus Grosny, wuchsen auf in einem Asylbewerberheim im Düsseldorfer Problemviertel Rath auf, in Armut und als gesellschaftliche Außenseiter. Von dort aus schrieben die vier Brüder eine bemerkenswerte Aufsteiger-Story, der MMA-Sport, in dem inzwischen alle aktiv sind, spielt dabei eine entscheidende Rolle - aber nicht die einzige: Die Dulatovs sind auch gefragte Männer-Models.

Als Djibril Dulatov, der Älteste der vier gläubigen Muslime, sich mit 16 Jahren durch einen Job beim Discounter Netto sein erstes Geld verdient hatte, kaufte er sich als Lohn auf dem Luxusboulevard Kö einen Gürtel - und wurde von einem Modelscout entdeckt: „Zwei Monate später lief ich für Gucci, Alexander McQueen und Lanvin auf der Pariser Fashion Week“, berichtete er dem Focus.

Djibril hat auch seinen Brüdern den Weg in die Branche geebnet, sie werden vertreten von IMG, der New Yorker Agentur von Kate Moss, Gisele Bündchen und Heidi Klum.

Die märchenhaft anmutende Karriere der Dulatovs fand nationale und internationale Beachtung, der Spiegel, das Manager Magazin und auch die britische BBC porträtierten die fabelhaften Dulatovs.

Unter Anleitung des als Familienoberhaupt und Manager agierenden Djibril haben sie mittelfristig noch mehr vor. Ohne erkennbare Ironie verglich Djibril sich und seine Brüder einmal mit dem Kardashian-Clan, den sie nach eigener Auffassung an Weltgeltung sogar noch übertrumpfen können, „weil wir Talent haben“.

Eine Schlüsselrolle in den großen Plänen spielt das Ziel, es in die UFC zu schaffen und sich damit ein neues, weltweites Millionenpublikum zu erschließen.

Islam - schon als Model inzwischen der, der am dicksten im Geschäft ist - ist auch in dieser Hinsicht der größte Hoffnungsträger, er gilt als derjenige mit den besten sportlichen Anlagen. Und auch für die große Trash-Talk-Bühne wirkt er wie gemacht.

Der Weg in die UFC

In die UFC zu kommen, ist wahrscheinlich der schwierigste Teil. Im Normalfall musst Du Dir erst einmal einen Namen in der Szene gemacht haben. Die meisten Kämpfer, die verpflichtet werden, werden von der UFC unter Vertrag genommen, nachdem sie anderswo großartige Erfolge gehabt haben. Das bedeutet nicht, dass die Person unbesiegt sein muss, aber sie muss jemand sein, den die UFC als echten MMA-Star für ihr Unternehmen vermarkten kann.

UFC Gagen und Gehälter

Die Ultimate Fighting Championship UFC - sozusagen die „Königsklasse“ der furchtlosen Käfig-Kämpfer - ist in den letzten Jahren zu einem Milliarden-Imperium aufgestiegen. Grundsätzlich bestehen die UFC Gehälter aus einem Basis-Fixum. Wie hoch das ist, hängt vom Bekanntheitsgrad des Kämpfers und von seinen bisherigen Erfolgen ab.

Die Bandbreite der UFC Gage für einen Kampf kann sich von ein paar tausend Dollar bis auf beispielsweise 750.000 Dollar strecken - dieses Fixum kassierte beispielsweise Schwergewichtler Stipe Miocic für seinen Titelkampf bei UFC 252. Noch namhaftere MMA-Superstars wie Khabib Nurmagomedov kassieren Beträge im Millionenbereich als UFC-Gage.

Ein Sieg bei einem UFC-Kampf bringt eine entsprechende Prämie ein, die vorab vertraglich vereinbart wurde. Zusätzlich gibt es noch das Prämiensystem von UFC-Ausrüster Reebok. Für bekanntesten Octagon-Gladiatoren sind diese Prämien aber nur ein kleines Taschengeld.

Die Zahl der Pay-per-Views (PPV) - also die digitalen Eintrittskarten - über ESPN+ und den UFC Fight Pass belaufen sich auf mehrere Millionen Verkäufe. Zur Verdeutlichung: Der Kampf zwischen McGregor und Khabib im Herbst 2018 hatte fast 2,5 Millionen PPV-Verkäufe erzielt und damit einen UFC-Rekord aufgestellt. McGregor hat damit fast 50 (!) Millionen Dollar verdient. Seine Fix-Gage von der UFC von 3 Mio.

Diese extreme UFC Gage von McGregor ergibt sich daraus, dass der Ire an den Abschlüssen in Australien, Kanada, Irland und England beteiligt ist. Rund 90 Prozent der Einnahmen aus diesen Ländern fließen direkt in die Tasche von McGregor. Beeindruckend war auch die UFC Gage für McGregor für sein Comeback im Januar 2020 gegen Donald „Cowboy“ Cerrone. 40 Sekunden braucht McGregor für seinen Sieg - 4,4 Millionen Dollar bekam vorab als Fixum.

Damit ist McGregor mit Abstand der bestverdienende Käfig-Fighter aller Zeiten! Der Ire liegt im ewigen UFC Gehaltsranking auch ohne PPV-Einnahmen und Extra Bonus-Zahlungen meilenweit vor allen anderen Käfig-Gladiatoren - auch vor solchen, die aktuell sogar deutlich erfolgreicher und amtierenden Champions sind.

Auch Islam Makhachev - neuer Champion in der Leichtgewicht-Division - kommt bei weitem nicht an die millionenschweren UFC Gagen eines Conor McGregor oder Khabib heran. Der Dagestaner verdient dabei natürlich nicht nur als Kämpfer, sondern auch darüber hinaus als Werbefigur.

UFC 300: Die Top-Verdiener

Der Topverdiener bei UFC 300 war Alex Pereira, der im Hauptkampf der Jubiläumsveranstaltung seinen Titel gegen Hill verteidigen konnte. 2,8 Millionen US-Dollar beträgt die UFC Gage für Pereira, der für diesen Verdienst nur 3:14 Minuten brauchte, da er in Runde 1 durch TKO gewonnen hat.

Die Nummer 2 auf der Liste der UFC Gehälter bei der UFC 300-Party war Justin Gaethje, der trotz seiner Niederlage gegen Max Holloway beeindruckende 2.369.000 Dollar kassiert hat. Holloway selbst kassierte für seinen KO-Sieg in Runde 5 satte 2,1 Mio. Auf dem dritten Platz der Gagen bei UFC 300 landet mit Zhang Weili eine Frau. Die Chinesin streifte $ 2.250.000 ein.

Jamahal Hill, der im Headliner den Titelfight gegen Pereira verloren hat, durfte sich mit einer UFC Gage von 540.000 Dollar trösten - 500.00 davon war seine Antrittsgage.

Frauen in der UFC

Dennoch dürfen sich die erfolgreichen Damen über recht üppige Gagen freuen. Wer im Käfig erfolgreich ist, kassiert nämlich nicht nur die fixen Antrittsgagen der UFC, sondern auch Titelprämien sowie einen Boni für „Performance of the Night“.

Durchschnittliche UFC Gehälter

Im Jahr 2018 betrugen die durchschnittlichen UFC Gehälter der Käfig-Künstler lediglich 138.000 US-Dollar.

Dana White's Verdienst

Der UFC-Boss verdient schätzungsweise rund 20 Millionen US-Dollar pro Jahr. Durch einen Verkauf der UFC an die Talent Agentur WME-IMG im Jahr 2016 konnten 4 Milliarden US-Dollar eingenommen werden. Dana White selbst blieb jedoch Präsident der UFC und unterschrieb 2019 einen 7-Jahres-Deal, für den er aktuell einen Gewinnanteil von 9% kassiert, was etwa 20 Millionen Dollar pro Jahr entspricht.

Weitere Einkommensquellen für MMA-Kämpfer

Neben den Kampfgehältern können MMA-Kämpfer auch durch Werbeverträge und Preisgelder Geld verdienen. Die Preisgelder werden von Sponsoren zur Verfügung gestellt, die ein Turnier organisieren. Je höher Das Preisgeld, desto mehr Kämpfer kommen, desto mehr Zuschauer, desto lauter klingeln die Kassen.

Sponsoring und Seminare

Der Hauptverdienst kommt wohl eher durch Sponsoren und durch gegebene Seminare an Wochenenden, ggf.

Wer es weit bringt, der verdient auch gut. hat aber auch ein sponsoring durch einen klamotten hersteller.

Der Weg zum Profi-Kämpfer

Angesichts der Popularität der Mixed Martial Arts, insbesondere der UFC, wollen viele in diesen Sport einsteigen und ihn professionell betreiben. Es ist zwar nicht schlecht, mit Mitte bis Ende 20 andere Sportarten zu betreiben, aber um auf höchstem Niveau mithalten zu können, sollte man früher gezielt mit Kampfsporttraining anfangen.

Daher ist das beste Alter, um mit MMA anzufangen, ein Alter von 14 bis 16 Jahren, wenn man schon mit 18 Jahren antreten möchte. Deshalb ist ein schneller Einstieg enorm wichtig, um ein professioneller Kämpfer zu werden.

Es gibt keine genaue Zeitspanne, die man braucht, um ein professioneller Kämpfer zu werden. Die Lernfähigkeit ist bei jedem unterschiedlich. Aber man muss mindestens 2 Jahre lang regelmäßig trainieren, und zwar am besten an fünf Tagen pro Woche. Danach kannst Du an Amateurkämpfen teilnehmen.

Kampfsportarten für MMA

Wenn Du Dich für bestimmte Kampfsportarten entscheidest, solltest Du sie so weit wie möglich auseinanderhalten. Unabhängig davon, für welchen Kampfsport Du Dich sich entscheidest, Du solltest eine Kampfkunst wählen, die sich auf das Schlagen konzentriert, und eine andere, die sich auf die Bodenarbeit konzentriert.

Wenn es um die Schlagdisziplin geht, wird Muay Thai oder Boxen weithin als die effektivste Kampfsportart für MMA angesehen. Du kannst als professioneller Kämpfer nicht erfolgreich sein ohne BJJ zu lernen, denn BJJ ist die effektivste Kunst für den Bodenkampf.

Gesundheit und Fitness

Es ist wichtig, im eigenen Leben gesund zu sein, als Kämpfer ist dies jedoch besonders wichtig, vor allem wenn Du professionell kämpfen möchtest. Wichtig ist eine gesunde, ausgeglichene Ernährung, um immer Gewicht zu machen. Das kann für manche Menschen ein echtes Problem sein, also lerne lieber früher als später, wie Du dich richtig ernährst. Auch die richtige Fitness ist wichtig. Dazu gehört, dass Du Deinen Trainingsplan so zusammenstellst, dass er zu deinem spezifischen Stil passt. Du solltest immer dafür sorgen, dass Dein Körper ein allgemein hohes Fitnesslevel hat.

Die Wahl des richtigen Gyms und Trainers

Kein ordentliches MMA Gym wird nur einen Trainer haben, denn selbst die besten Profikämpfer werden Dir sagen, dass sie nicht in allem der Beste sind. Achten auch auf erreichte Erfolge und Zertifizierungen. Der mit Abstand beste Weg, ein professioneller Kämpfer zu werden, ist die Anmeldung in einem der renommierten MMA Gyms, wenn es eines in Deiner Nähe gibt.

Die MMA-Szene in Deutschland

Noch befindet sich MMA in der fußballverrückten Bundesrepublik in einer Nische. Da ist es fast schon sinnbildlich, dass ein Teil der deutschen Kampfsport-Elite, um den Sport aus eben dieser Nische zu befördern, aus einer Kleinstadt heraus operiert.

Im baden-württembergischen Balingen konzentriert sich die MMA-Power im Planet Eater Gym von Peter Sobotta. MMA-Veteran Sobotta hatte es bis in die Ultimate Fighting Championship (UFC) geschafft - die absolute Eliteliga des Sports - und gibt nun sein Wissen an die nächste Generation weiter.

Das Team der Profikämpfer ist eine Mischung aus regionalen Talenten und Fightern, die aus ganz Deutschland oder dem Ausland kommen.

Emilio Quissua hat sein komplettes Leben von Magdeburg ins Schwabenland verlegt. Der ehemalige Kickboxer wollte schon immer Profisportler werden, nach mehreren Trainingsbesuchen in Balingen "habe ich meine Freundin eingepackt und bin hier runter". Leicht sei ihm die Entscheidung nicht gefallen, aber der Traum stehe im Vordergrund: Irgendwann einmal in der UFC kämpfen.

Die trainingsintensive Zeit sorgt für Zusammenhalt. "Das ist viel familiärer hier", betont Federgewicht-Kämpfer Arijan Topallaj mit schwäbischem Dialekt. Mert Özyildirim hat neben der sportlichen Laufbahn ein Studium in Fitnessökonomie abgeschlossen, mittlerweile ist er NFC-Champion im Federgewicht.