Der Judoka Saeid Mollaei startete bis 2019 für den Iran, doch floh er nach der Weltmeisterschaft 2019 aus seinem Heimatland, weil er sich geweigert hatte, aus dem Turnier auszuscheiden, um so einem wahrscheinlichen Finale gegen den Israeli Sagi Muki zu entgehen.
Mollaei trat von nun an für die Mongolei an und gewann olympisches Silber.
Der Sportler sagte gegenüber dem israelischen Fernsehen: „Diese Medaille ist auch Israel gewidmet.“
Auf Hebräisch fügte er hinzu: „Toda“ (Danke).
Judoka halten etwas auf ihre Verhaltensregeln.
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Beim Bundesligafinale verlieren zwei Brüder die Beherrschung.
Eine Strafanzeige ist die Folge.
Judo-Trainer Möller wurde von seinen Aufgaben entbunden, nachdem ein Judoka geschildert hatte, Möller habe ihn rassistisch beleidigt und körperlich attackiert.
Losseni Koné, Judoka mit afrikanischen Wurzeln, wird nach eigener Darstellung von einem Landestrainer übel beschimpft und körperlich angegriffen.
Timo Cavelius (li.) wird Julian F.M.
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Der olympische Judoka Timo Cavelius hat in einem Eurosport-Interview mit Julian F.M. Stockel über sein Coming-out vor vier Jahren gesprochen.
"Ich finde es sehr gut, dass ich anerkannt bin und dass die sportliche Leistung im Vordergrund steht und nicht meine Sexualität", erklärte der 27-jährige Münchner.
"Ich glaube, dass ich die richtigen Entscheidungen auf meinem Weg getroffen habe.
Das Outing ist sehr gut angekommen, und ich kenne keinen Athleten, der offenkundig etwas dagegen hat.
Das Coming-out sei für ihn keine leichte Sache gewesen, so Cavelius weiter: "Eine Notwendigkeit wäre nicht da gewesen.
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Es war ein riesengroßer Schritt für mich.
Ich wollte kein Versteckspiel spielen oder ein Fake-Leben führen.
Von daher habe ich mir gesagt: Ich muss dieses Outing vollziehen und zu mir selbst stehen."
Er habe sich dabei wohl "selbst mehr Stress gemacht" und alle "Worst-Case-Szenarien" vor den Augen gehabt.
"Ich habe mir Sorgen gemacht, wie sie reagieren, wenn ich sie beim Judo auf der Matte anfasse oder wir nach dem Training in die Dusche gehen?
Aber die Reaktionen waren total gut und es hat gar nichts geändert."
Schließlich sei auch er nach dem Coming-out der selbe geblieben.
Cavelius steht derzeit in seiner Gewichtsklasse auf Platz 21 der Weltrangliste.
Vom olympischen Wettbewerb musste er sich allerdings schon am Dienstag verabschieden, als er unglücklich gegen den Weltranglisten-18.
Cavelius hatte sich Anfang 2020 ohne großes Tamtam geoutet.
julian f.m.
Eine iranische Judoka hat einen Wettkampf gegen eine israelische Kontrahentin vor sich - und soll sich weigern.
Von einer solchen Situation handelt der Spielfilm „Untitled Judo“.
Die Handlung ist zwar fiktiv, doch durchaus real ist die Praxis iranischer Sportverbände, die eigenen Sportler unter Druck zu setzen, wenn sie gegen israelische Kontrahenten antreten.
Sie sollen lieber absichtlich verlieren.
Der Film, der sich derzeit in der Phase der Postproduktion befindet, soll von den Produzenten auf dem European Film Market (EFM) während der Berlinale dem Fachpublikum präsentiert werden.
Die Berlinale endet am 26.
Das Verhältnis zwischen dem Iran und Israel war bis zur Islamischen Revolution 1979 im Iran freundschaftlich, inzwischen erkennt der Iran Israel nicht mehr als legitimen Staat an.
Das Regime in Teheran unterstützt radikal-islamische Terrorgruppen im bewaffneten Kampf gegen Israel.
Der jüdische Staat sieht in der iranischen Führung eine der größten Bedrohungen.
Der Regisseur von „Untitled Judo“ ist der Israeli Guy Nattiv, geboren 1973 in Tel Aviv.
Er ist unter anderem bekannt für den Kurzfilm „Skin“ (2018), für den er einen Oscar bekam.
Nattiv führte zudem Regie bei einer filmischen Biografie über Golda Meir, die von 1969 bis 1974 Premierministerin Israels war.
Die britische Schauspielerin Helen Mirren („Die Queen“, Gosford Park“), spielt in dem Biopic die israelische Staatslenkerin.
Hauptdarstellerin von „Untitled Judo“ ist die Iranerin Zar Amir Ebrahimi, die in dem Film „Holy Spider“ die Hauptrolle spielte.
Dafür wurde sie auf dem Filmfestival von Cannes 2022 als beste Schauspielerin ausgezeichnet.
Im Jahr 2006 tauchte ein Video auf, das sie angeblich zusammen mit ihrem Freund beim Sex zeigte.
Ebrahimi bestritt, die Frau in dem Video zu sein, doch gegen sie und ihren Freund wurde eine Untersuchung eingeleitet.
Da sie einen unfairen Prozess befürchtete, emigrierte Ebrahimi nach Frankreich.
Die BBC setzte sie 2022 auf die Liste der einflussreichsten Frauen des Jahres.
Ebrahimi war auch Teil der Dokumentation „My Worst Enemy“, der ebenfalls auf der diesjährigen Berlinale gezeigt wird.
Sein Film „Untitled Judo“ setze ein Augenmerk auf all die Tausenden von unschuldigen Iranern, die für ihre Freiheit kämpfen und dafür mit ihrem Leben bezahlen, sagte Regisseur Nattiv laut einem Bericht des „Hollywood Reporters“.
Der Film handelt von einer iranischen Judo-Kämpferin und ihrer Trainerin während der Judo-Weltmeisterschaft.
Die iranische Judo-Kämpferin Leila wird gespielt von Arienne Mandi („The L Word: Generation Q“), ihre Trainerin Maryam von Ebrahimi.
Während der Teilnahme bekommen die beiden Frauen von der Islamischen Republik den Befehl, Leila solle eine Verletzung vortäuschen und verlieren, anstatt gegen eine Israelin anzutreten.
Genau diese Geschichte hätten viele iranische Athleten erlebt, sagte Ebrahimi: Sie hätten die Chance ihres Lebens erhalten, diese jedoch verstreichen lassen müssen aus politischen Gründen.
