Der MMA-Urintest (Methylmalonsäure) ist ein wertvolles Instrument zur Beurteilung des Vitamin B12-Status im Körper. Ein erhöhter Nachweis von Methylmalonsäure im Urin ist ein Hinweis auf einen Vitamin B12-Mangel. Dieser Test ermöglicht Rückschlüsse auf die Verfügbarkeit von Vitamin B12 im Stoffwechsel.
Wie funktioniert der Test?
Nach Ihrer Bestellung senden wir Ihnen das gewünschte Test-Paket zusammen mit einer ausführlichen Anleitung zu. Sie geben Ihre Probe in ein Röhrchen, schicken es in einem vorbereiteten Kuvert an unser Partnerlabor GANZIMMUN Diagnostics GmbH und erhalten Ihren Befund mit der Bewertung Ihres Profils nach etwa 5-7 Werktagen.
Die Befundsprache ist wahlweise Deutsch oder Englisch.
Wichtige Hinweise zur Probenentnahme:
- Wenn Sie häufig nachts Wasser lassen müssen, sollten Sie den Urin über einen längeren Zeitraum sammeln.
- Sammeln Sie dann die nächtliche Harnproduktion ab 24 Uhr und mischen Sie sie mit dem ersten Morgenurin nach dem Aufstehen.
- Entnehmen Sie dann bitte die erforderliche Urinmenge mit der Urin-Monovette (siehe Testanleitung).
Die Rolle von Vitamin B12 im Stoffwechsel
Vitamin B12 wirkt als Coenzym für die Methylmalonyl-CoA-Mutase, die den Stoffwechselweg von Methylmalonyl-CoA zu Succinyl-CoA im Citratzyklus katalysiert. Ist dieser Stoffwechselweg aufgrund eines Mangels an Vitamin B12 gestört ist, kommt es zu einer vermehrten Ausscheidung von Methylmalonsäure im Urin.
Ursachen für einen Vitamin B12-Mangel
Häufige Ursachen für einen Vitamin B12-Mangel sind gastrointestinale Erkrankungen, chronische atrophische Gastritis, Alkoholmissbrauch, vegane Ernährung und bestimmte Medikamente.
Lesen Sie auch: Ratgeber zur Wahl der passenden Kampfsportart
Weitere Ursachen können sein:
- Perniziöse Anämie, tritt ausschließlich bei vegane Ernährung auf ohne das entsprechende Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.
Warum MMA im Urin bestimmen?
Die Bestimmung der Methylmalonsäure im Urin ist der Analyse im Serum vorzuziehen. Sie ist einfacher und sensibler.
Der erhöhte Nachweis der Methylmalonsäure im Urin ist ein indirekter Marker für einen Vitamin B12-Mangel. Er lässt Rückschlüsse auf das metabolisch verfügbare Vitamin B12 zu. Vitamin B12 fungiert als Coenzym der Methylmalonyl-CoA-Mutase, die im Citratzyklus Methylmalonyl-CoA zu Succinyl-CoA katalysiert.
MMA wird in kleinsten Mengen im Rahmen des Eiweißmetabolismus gebildet. Dabei wirkt Vitamin B12 als Cofaktor bei der Umwandlung von Methylmalonyl-CoA zu Succinyl-CoA. Fehlt Vitamin B12 als Cofaktor, kommt es zu einem Rückstau von Methylmalonyl-CoA, welches dann vermehrt in Blut und Urin zu nachweisbarem MMA umgesetzt wird. Im Urin gemessene Methylmalonsäure-Konzentrationen sollten auf Kreatinin bezogen werden, womit auch Spontanurin zur Untersuchung verwendet werden kann.
Symptome eines Vitamin-B12 Mangels
Schwangere bzw. Menschen mit Darmproblemen sowie bei bestehender Blutarmut. Kribbeln, Taubheit, Lähmungen oder Kältegefühl in Füssen und Händen, Konzentrationsstörungen, Erschöpfung, Müdigkeit, Muskelschwäche, sowie Psychosen, Depressionen und Gedächtnisstörungen.
Wichtige Hinweise
Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass bei diesem Test eine Erstattung durch die private Krankenkasse nicht immer gewährleistet ist. Im Kaufpreis des Test-Sets ist die Auswertung durch das Labor bereits enthalten. Wir warnen vor Selbstmedikation und jedem sonstigen Beginn oder Abbruch einer Therapie ohne vorherigen Arzt oder Therapeutenbesuch.
Lesen Sie auch: Judo Enthärtungsanlagen: Lohnt sich der Kauf?
Vitamin B12-Mangel im Alter
Ältere Menschen sind überdurchschnittlich häufig von einem Vitamin B12-Mangel betroffen. Bei älteren Personen ist ein Vitamin B12-Mangel vorwiegend auf eine unzureichende Bildung von Magensaft (HCl und Pepsinogen) zurückzuführen, wodurch die Absorption der in der Nahrung enthaltenen Cobalamin-Protein- Komplexe deutlich reduziert ist. Eine entscheidende Ursache hierfür sind entzündliche Prozesse der Magenmukosa, die primär auf dem Boden einer atrophischen Gastritis vom Typ B entstehen. Bei einem Vitamin B12-Mangel im Laborbefund sollte daher eine Gastroskopie angeschlossen werden.
Einfluss von Medikamenten
Daneben hemmen eine Reihe von Medikamenten die intestinale Absorption von Vitamin B12. Hierzu zählen:
- Protonenpumpen-Inhibitoren (Omeprazol und Lansoprazol)
- H2-Rezeptorenblocker (Cimetidin, Ranitidin)
- Cholesterinsenker (Cholestyramin)
- Verschiedene Antibiotika
- Das Antidiabetikum Metformin
Diagnostische Marker und ihre Bedeutung
Vitamin B12 im Plasma ist an unterschiedliche Transportproteine gekoppelt; zum einen an das Haptocorrin als biologisch inaktives Holo-Haptocorrin und zum anderen an das Transcobalamin als biologisch aktives HoloTC. Der Anteil von Holo-Haptocorrin macht 80-90 % des gesamten Vitamin B12 im Plasma aus. Das biologisch aktive Holo-TC liegt zu 10-20 % vor. HoloTC gilt als das biologisch aktive Vitamin B12, weil es über spezifische Transcobalamin- Rezeptoren in die Zelle aufgenommen werden kann. Schon ein nur leicht erniedrigtes HoloTC in Verbindung mit einer erhöhten Konzentration an Methylmalonsäure (MMA) weist auf einen metabolisch manifesten Vitamin B12-Mangel hin.
Lesen Sie auch: Zahnschutz für MMA: Test und Vergleich verschiedener Modelle
