Freizügige Auftritte von MMA-Kämpferinnen: Zwischen Protest und Provokation

In der Welt des Mixed Martial Arts (MMA) sorgen Kämpferinnen nicht nur durch ihre sportlichen Leistungen für Aufsehen. Einige von ihnen nutzen ihren Körper und ihre Auftritte, um Statements zu setzen, zu provozieren oder einfach nur, um Aufmerksamkeit zu erregen. Diese Aktionen reichen von Oben-Ohne-Wiegen bis hin zu freizügigen Jubelposen nach einem Sieg.

Der Fall Helen Peralta: Protest gegen Disney

Ein Beispiel für eine solche Aktion ist der Auftritt von Helen Peralta vor ihrem MMA-Kampf bei Invicta FC 49. Die Kämpferin kam zum Wiegen "oben ohne", wobei sie lediglich ihre Brustwarzen mit Klebeband-Kreuzen abgedeckt hatte. Auf dem Klebeband war die Botschaft "F*** Disney" zu lesen, was einen deutlichen Protest gegen den US-amerikanischen Unterhaltungs-Giganten darstellte.

Hintergrund dieser Aktion könnte ein Instagram-Post von Peralta liefern, der eher kryptisch gehalten ist: „Diejenigen, die es wissen, wissen es. Diejenigen, die es nicht wissen, werden es herausfinden. Und für diejenigen, die es nicht wissen wollen: Geht zurück zu eurem regulären Programm. Dies ist nur ein Fehler in der Matrix. Wenn ihr mich anstößig fandet, tut es mir nicht leid. Stellt euch vor, ich hätte in jeder Brust ein Pfund Silikon - und boom. Ich bin jetzt einfach … mutig.“

Zac „The Ripper“ Pauga, ein anderer MMA-Kämpfer, konnte offenbar mehr Licht ins Dunkel bringen. Er erklärte, dass Peralta diese Aktion bereits vor ihrem Kampf bei TUF 30 durchgeführt hatte, die Produzenten die Szene jedoch herausgeschnitten und sie (mit einem Shirt) erneut wiegen ließen. Der Grund dafür sei, dass ESPN ein Unternehmen im Besitz von Disney ist.

Es wird auch spekuliert, dass Peraltas Protest mit Disneys Umgang mit dem "Don't say gay"-Gesetz in Florida zusammenhängen könnte, welches Lehrkräften an Grundschulen verbietet, über sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität zu sprechen.

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Tai Emery und Daniella Hemsley: Nackt-Jubel als Marketingstrategie?

Ein weiteres Beispiel für freizügige Auftritte im Kampfsport ist Tai Emery. Nach ihrem Debüt-Sieg beim „Bare Knuckle Fighting“ in Bangkok stieg die Kämpferin auf das Ringseil und präsentierte den Zuschauern ihre nackten Brüste. Dieses Video verbreitete sich schnell im Netz und brachte ihr zwar kritische Stimmen ein, steigerte aber auch ihre Einnahmen auf Onlyfans erheblich.

Auch Daniella Hemsley sorgte mit ihrem Jubel nach einem Sieg bei einem Influencer-Boxturnier für Aufsehen. Sie riss sich ihr Shirt hoch und zeigte ihre Brüste, während sie vor Freude hochsprang. Hemsley kündigte bereits an, dass sie es wieder tun werde.

Diese Aktionen werfen Fragen nach der Rolle von Freizügigkeit und Provokation im Kampfsport auf. Während einige darin eine Form von Frauenpower und Selbstbestimmung sehen, kritisieren andere sie als Ausbeutung und Degradierung des Sports.

Teamwork mit nackten Tatsachen

Vor ihrem MMA-Fight in der O2 Universum Hall in Prag stellten sich die Kämpferinnen Inked Dory und Karina Pedro am Ring auf, zogen ihre Oberteile hoch und zeigten den Zuschauern ihre nackten Brüste. Die Fans in der tschechischen Hauptstadt rasteten völlig aus, dabei hätte man mit einer solchen Aktion der beiden fast rechnen können. Die beiden Internet-Stars traten nicht etwa gegeneinander an, sondern im Team. Über drei Runden gaben sich die Vier in bester Mixed-Martial-Arts-Manier ordentlich was auf die Mütze. Am Ende durfte sich das Onlyfans-Duo Dory/Pedro über einen Punktsieg freuen.

„Was für eine unglaubliche Erfahrung“, schrieb Inked Dory anschließend in den sozialen Netzwerken.

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Einnahmen durch Onlyfans

Für die freizügige Boxerin war es jedenfalls die beste Werbung überhaupt. Denn durch die generierte Aufmerksamkeit stiegen auch ihre Onlyfans-Einnahmen erheblich. Laut Daily Star lag ihr monatliches Einkommen vor ihrem Nackt-Jubel bei rund 1400 Pfund (1595 Euro), jetzt soll ihr monatlicher Verdienst durch die Plattform bei bis zu 22.800 Euro liegen.

Emery freut sich jedenfalls über ihren neuen Erfolg. „Das Leben hat definitiv eine Wendung genommen, nur weil ich mein verrücktes kleines Ich gezeigt habe.“ Es sei eine impulsive Entscheidung gewesen.

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