Conor McGregor: Vom MMA-Kämpfer zum irischen Präsidentschaftskandidaten?

Der umstrittene irische Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Conor McGregor hat seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im Oktober zurückgezogen. Nach "reiflicher Überlegung" und Rücksprache mit seiner Familie habe er die Entscheidung getroffen, nicht bei der Wahl anzutreten, erklärte McGregor im Onlinedienst X. McGregor erklärte, sein "Engagement für Irland" werde mit dem Rückzug seiner Kandidatur nicht enden.

Conor McGregor ist einer der berühmtesten Vertreter der Kampfsportart Mixed Martial Arts (MMA). Unter seinem Kampfnamen The Notorious ("Der Berüchtigte") ist er das Aushängeschild des UFC (Ultimate Fighting Championship), er polarisiert, beherrscht die ganz große Show.

Karriere im MMA

McGregor, Ex-UFC Lightweight Champion und UFC Featherweight Champion, Ex-Cage Warriors Featherweight und Lightweight Champion, wuchs im Dubliner Stadtteil Crumlin auf. Seine sportliche Laufbahn startete er mit Fußballspielen. Mit 12 begann er das Boxtraining, widmete sich dann dem Kickboxen und Jiu Jitsu. Nach seinem Schulabschluss arbeitete er als Klempner. 2006 lernte er den UFC-Kämpfer Tom Egan kennen und trainierte mit ihm MMA. Seinen ersten Amateurkampf gegen Kieran Campbell 2007 gewann er mit 18 durch technisches K.O. Dieser Sieg brachte ihm ein Vertragsangebot der irischen MMA-Organisation Irish Cage of Truth Promotion ein. 2008 begann Conor McGregor, unter John Kavanagh zu trainieren - mit einem großen Ziel: Bis zu seinem 25. Geburtstag wollte er Millionär werden.

Durch seine Erfolge bei Cage Warriors wurde die US-amerikanische Organisation UFC auf McGregor aufmerksam. Im Februar 2013 unterschrieb er einen Vertrag mit ihr. Am 6. April 2013 besiegte McGregor Marcus Brimage im K.O., am 17. August Max Holloway, anschließend musste er nach einem Kreuzbandriss jedoch einige Monate pausieren. Am 19. Juli 2014 feierte der MMA-Kämpfer ein Comeback per TKO (Technisches Knock-Out) gegen Diego Brandao. Es folgten etliche Siege und immer wieder Schlagzeilen: Skandale um Kneipenschlägereien, Gerichtsverhandlungen und Missbrauchsvorwürfe pflastern seinen Weg.

Am 26. August 2017 fand in der T-Mobile Arena in Las Vegas ein Boxkampf gegen Floyd Mayweather statt. Conor McGregor unterlag, kassierte aber 75 Millionen Dollar, fünfmal so viel wie bei seinem bestbezahlten UFC-Kampf. Im Oktober 2018 verlor er krachend gegen Chabib Nurmagomedow, den UFC-Weltmeister im Leichtgewicht, und kämpfte fortan nicht mehr. Nach 15 Monaten ohne Fight meldete sich Conor McGregor am 18. Januar 2020 zurück. Für den Sieg gegen Donald Cerrone benötigte der Superstar unter den Käfigkämpfern nur 40 Sekunden und kassierte etwa 80 Millionen US-Dollar.

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Conor McGregor hat in seiner Karriere 22 Profi-Kämpfe gewonnen, darunter 19 per K.o. bzw. Conor McGregor hat in seiner Karriere sechs Profi-Kämpfe verloren, darunter zwei durch K.o. bzw. Conor McGregor hat bislang zwei Titel in der UFC gewonnen. Den ersten, den Federgewichtstitel, sicherte er sich im Dezember 2015, als er innerhalb von 13 Sekunden José Aldo besiegte. Bereits im November 2016 schaffte McGregor dann Historisches, als er Eddie Alvarez besiegte und Leichtgewicht-Champion wurde. Er war damit der erste UFC-Kämpfer, der zwei Titel gleichzeitig hielt. Conor McGregor hat bislang einmal gegen Khabib Nurmagomedow gekämpft - und verloren. Der Kampf zwischen den beiden fand im Oktober 2018 statt. Conor McGregor stieg das letzte Mal im Juli 2021 ins Octagon.

Conor McGregor erklärte bereits drei Mal seinen UFC-Rücktritt: 2016, 2019 und zuletzt 2020. Jedoch kehrte McGregor jedes Mal zurück. Es könnte das Comeback des Jahres werden: Der ehemalige MMA-Star Conor McGregor ist aktuell in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem Lager des Briten KSI über einen potenziellen Boxkampf. Die Gerüchte über ein Kampf-Comeback von McGregor sind indes nicht neu: In der Vergangenheit wurde ihm immer wieder nachgesagt, in einem 250-Millionen-Dollar-Kampf in Indien gegen Internet- und WWE-Superstar Logan Paul anzutreten.

Conor McGregor ist mit Michael Chandler einer der Hauptprotagonisten der 31. Staffel "The Ultimate Fighter". In der Serie werden MMA-Talente, die sich für die UFC empfehlen wollen, in zwei Teams von den beiden trainiert. Die beiden Teams treten gegeneinander an. Am Ende treffen McGregor und Chandler aufeinander. Die erste Folge erschien am 31. Mai auf DAZN.

Conor McGregor trat im August 2017 in einem Box-Kampf gegen Floyd Mayweather an, den er nach zehn Runden durch TKO verlor. Seitdem boxte er nicht mehr. Conor McGregor hat sein Leben in den vergangenen Jahren abseits von UFC sehr genossen. Der Ire prahlt in den Sozialen Medien mit seinen Luxusgütern wie teuren Autos, Yachten und Kleidung. Außerdem gründete McGregor mit zwei Partnern 2018 die Whiskey-Marke "Proper Twelve".

Einige von McGregors Kämpfen im Überblick:

Datum Kampf Ergebnis
Juli 2021 Niederlage gegen Dustin Poirier (UFC 264) Verloren
Januar 2020 Sieg gegen Donald Cerrone (UFC 246) Gewonnen
Oktober 2018 Niederlage gegen Khabib Nurmagomedov (UFC 229) Verloren
November 2016 Sieg gegen Eddie Alvarez (UFC 205) Gewonnen
Dezember 2015 Sieg gegen Jose Aldo (UFC 194) Gewonnen

Skandale und Kontroversen

Der Federgewichts-Champion ist auch für sein loses Mundwerk bekannt, die Fans lieben oder hassen ihn. Es folgten etliche Siege und immer wieder Schlagzeilen: Skandale um Kneipenschlägereien, Gerichtsverhandlungen und Missbrauchsvorwürfe pflastern seinen Weg. Mehrmals musste er Geldstrafen wegen Verkehrsdelikten zahlen. Im Jahr 2019 attackierte er einen Fan in Florida und geriet in eine Schlägerei in einem Pub in Dublin.

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Im Juli verlor McGregor ein Berufungsverfahren gegen eine Schadenersatzzahlung wegen Vergewaltigungsvorwürfen. Die 35-jährige Frau hatte McGregor vorgeworfen, sie 2018 in einem Hotel in der irischen Hauptstadt Dublin "brutal vergewaltigt und misshandelt" zu haben. Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Conor McGregor hat nach Vergewaltigungsvorwürfen in einem Zivilprozess die nächste juristische Niederlage hinnehmen müssen. Das Berufungsgericht in Dublin bestätigte das Schadenersatzurteil gegen den Iren aus dem vergangenen November. Folglich muss McGregor der Betroffenen 248.603 Euro zahlen. Die Geschädigte behauptet, McGregor habe sie 2018 "brutal vergewaltigt und misshandelt". Der 37-Jährige, der bei der Urteilsverkündung nicht anwesend war, bestreitet die Anschuldigungen. Nach seinen Angaben habe er mit der Frau einvernehmlichen Sex gehabt. Folglich hatte er nach dem Urteil aus dem November Berufung eingelegt. Die Tat soll sich 2018 in einem Hotel in der irischen Hauptstadt abgespielt haben. Die Frau gab an, dass sie schwere Prellungen erlitten und unter einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten habe.

Politische Ambitionen

Bereits seit Längerem waren McGregor politische Ambitionen nachgesagt worden. Im Frühjahr diskutierte Ex-Fox-News-Moderator Tucker Carlson mit ihm in Dublin über eine mögliche Präsidentschaftskandidatur. Dabei ging der Nachwuchspolitiker hart mit den irischen Verhältnissen ins Gericht.

Der irische Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Conor McGregor hat angekündigt, Präsident werden zu wollen. Wie MacGregor am Donnerstag auf der Plattform X mitteilte, sei er „die einzig logische Wahl“ im Jahr 2025. Des Weiteren kündigte er an, im Falle seiner Wahl das „Dáil Éireann“ (irisches Unterhaus) auflösen zu wollen. Er habe die Antworten, die das irische Volk von „diesen Dieben des Arbeiters, diesen Zerstörern der Familieneinheit, diesen Zerstörern kleiner Unternehmen“ suche. Er würde die „Scharlatane“, gemeint sind offenbar derzeit amtierende Politiker, vorladen, damit sich diese vor dem irischen Volk verantworteten. Genaue Details zu seiner Kandidatur nannte McGregor allerdings nicht. Die nächsten Parlamentswahlen in Irland finden 2025 statt. Derzeit ist Michael D. Higgins Präsident der Republik Irland, er hat dieses Amt seit 2011 inne. Zuletzt wurde er im Jahr 2018 mit 55,8 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

Im März wurde er von US-Präsident Donald Trump anlässlich des St. Anlässlich des diesjährigen Saint Patrick’s Days lud er seinen selbsterklärten „Lieblingsiren“ ins Weiße Haus ein. Im Gegenzug lobte McGregor den US-Präsidenten im Oval Office: „Ihre Arbeitsmoral ist inspirierend.“ Bei einer Pressekonferenz setzte er an der Seite von Sprecherin Karoline Leavitt zudem politische Duftmarken - ganz im Stil seines Gastgebers. „Illegaler Einwanderungsbetrug“ verwüste demnach sein Heimatland. „Irland steht kurz davor, sein Irisch-Sein zu verlieren“, beklagte der Gast. „Es gibt ländliche Städte in Irland, die auf einen Schlag überrannt wurden.“

Der irische Premierminister Micheál Martin verurteilte den Auftritt im Weißen Haus deutlich. „Conor McGregors Bemerkungen sind falsch und spiegeln weder den Geist des St. Patrick’s Day noch die Ansichten der irischen Bevölkerung wider“, beanstandete er auf der Plattform X. „Der St. Patrick’s Day ist weltweit ein Tag, der in Gemeinschaft, Menschlichkeit, Freundschaft und Kameradschaft verwurzelt ist.“ Ähnlich äußerte sich der irische Außenminister Simon Harris. Der MMA-Kämpfer sei „nicht in den USA, um Irland oder das irische Volk zu repräsentieren.“

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McGregor kritisierte zudem das irische Wahlgesetz, das für eine Präsidentschaftskandidatur die Unterstützung von 20 Abgeordneten oder vier Verwaltungsbezirken vorsieht. Es gebe eine "sehr sichtbare und lautstarke Bewegung irischer Patrioten", die sich von der "woken Politik" im Stich gelassen fühle.