Es ist eine echte Sensation im deutschen Mixed Martial Arts (MMA): Daniel Weichel gibt sein Comeback und kehrt auf die große Bühne zurück. Dafür tritt er bei Oktagon 76 am 20. September 2025 in der Frankfurter Festhalle an. Sein Gegner ist der Franzose Abou Tounkara.
Weichel gilt als Pionier in Deutschlands MMA: Seinen ersten Profi-Kampf bestritt er bereits 2002. An volle Hallen oder gar Stadien, wie im Oktober 2024 in Frankfurt, als Eckerlin gegen Jungwirth kämpfte, war damals noch nicht zu denken. Erst durch große Veranstaltungen in Folge der gestiegenen Medienpräsenz erlebte die Sportart im Laufe der Jahre einen Hype.
Wie etwa Eckerlin, Max Coga oder der mittlerweile zurückgetretene Stephan Pütz gehörte Weichel stets dem Gym „MMA Spirit in Frankfurt“ an. Der gebürtige Odenwälder erlangte im Laufe seiner Karriere zwischen 2008 und 2013 Bekanntheit in der Szene durch Kämpfe für die Organisation M-1 Global in Russland, die sogar Präsident Wladimir Putin regelmäßig besuchte. Dort sicherte er sich 2011 den Titel im Federgewicht (bis 66 Kilogramm).
Weichel kämpfte seit 2013 in der amerikanischen Organisation Bellator in den USA und Europa, wo er 2014 ein Turnier im Federgewicht gewann. Bei Titelkämpfen scheiterte er jedoch zweimal an Patricio „Pitbull“ Freire. Weichel hatte den Brasilianer 2015 in der ersten Runde am Rande einer Niederlage, verlor jedoch Anfang der Zweiten durch k. o.
Daniel fühlte schon sehr früh, dass sein Herz für den Kampfsport schlägt- wie so viele Kampfsportbegeisterte war Bruce Lee und später Jean Claude van Damme Schlüsselfiguren in seinem Leben- inspiriert von deren Filmen konnte Daniel seine Eltern Werner und Elke im Alter von 14 Jahren davon überzeugen seine Kampfsportkarriere zu beginnen. Die erste Station führte in zum Ju Jutsu Training, welchem er ca. einem Jahr beiwohnte. Nach seinem ersten BJJ (Brazilian Jiu Jitsu) Probetraining bei Mario Stapel, der die kommenden Jahre Mentor, Trainer und auch Manager werden sollte, wurde schnell klar, dass hier seine Zukunft liegen würde und so nahm er zwei Mal die Woche (wobei er meistens die gesamten Wochenenden in Wetzlar verbrachte) den weiten Weg von Michelstadt auf sich, um im 150 Kilometer entfernt liegenden Wetzlar seine Fertigkeiten am Boden (BJJ) als auch im Stand (Thaiboxen) zu verbessern.
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Um sein Training vorerst zu komplettieren begann er schließlich mit 17 Jahren mit dem Freistil Ringen und fühlt sich mittlerweile auch im Griechisch- Römischen Ringen zu Hause, trainiert regelmäßig mit Boxern aus unterschiedlichen Gewichtsklassen und bildet sich fort, wo er nur kann.
Auch wenn er damals noch nicht ahnen konnte, wohin ihn sein Weg bis zum heutigen Tag bringen würde, war immer das Gefühl von Bestimmung bei seinem Training dabei und aus dem Traum wurde am 12. Mai 2002 im Alter von nur 17 Jahren Realität: Daniels erster Profi-Kampf- schon damals auf großer Bühne und vor vielen Fans beim namhaften Label „Shooto Holland“.
Nach bereits zwei gewonnenen Amateur Kämpfen war sein damaliger Gegner der wesentlich erfahrenere Vincent Latoel- nach bereits 1:48 min. der ersten Runde musste dieser jedoch erkennen, dass Daniel Weichel ein außerordentlich guter Bodenkämpfer ist und auf Grund eines gestreckten Armhebels aufgeben. Um mehr Sicherheit zu gelangen bestritt Daniel noch im selben Jahr ein weiteres Amateur Turnier, gewann beide Kämpfe vorzeitig (ebenfalls in der ersten Runde) durch Aufgabegriffe und wurde somit Amateur Shooto Europameister- und das im Alter von immer noch 17 Jahren.
Seither wurde aus dem vagen Gefühl der Bestimmung absolute Sicherheit und Daniels Weg an die Spitze Europas fand seinen ersten Höhepunkt mit dem einstimmigen Punkterichter Sieg über den damals klar favorisierten Abdul Mohamed (amtierender Cage Rage Champion 2008) am siebten August 2004 bei der „Pride&Glory“ Veranstaltung von UFC (Ultimate Fighting Championship) Veteran Ian Freeman.
Weitere große Siege, wie der Titelgewinn beim „European Valetudo 5 - Phoenix“ vier-Mann Turnier am achten Oktober 2005 und sein Sieg über den späteren UFC Kämpfer Dennis Siver im Sommer 2006, sollten folgen. Während er seinen Europatitel im Jiu Jitsu bereits im Jahr 2002 in Vittel/Frankreich gewinnen konnte, machte Daniel vier Jahre später vor allem mit seiner Teilnahme an der vom DSF (Deutsches Sport Fernsehen) ausgestrahlten Reality Show „MAX“ (Martial Arts Extreme) auf sich aufmerksam.
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Nach dem US-amerikanischen Vorbild „TUF“ (The Ultimate Fighter) wurden in die Bundeshauptstadt Berlin 16 Kämpfer nach vorheriger Auslese eingeladen. Diese wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und sollten unter sich bei den wöchentlich ausgestrahlten MMA Kämpfen im Käfig den „MAX“ Champion ausmachen. Unter dem Label „Shooto“ wurde der Kampf in Mussardos Heimatstadt Zürich nachgeholt. Daniel konnte Ivan einstimmig und unter der Leitung seines neuen Managers Niels Schlaegel, nach Punkterichterentscheid besiegen und sich nun „Martial Arts Extreme“ Champion nennen.
Natürlich gab es sportlich gesehen auch Rückschläge, wie seine Niederlagen gegen die beiden britischen Top UFC Kämpfer Dan Hardy und Paul Daley, aber besonders diese nahm Daniel als Ansporn seine Fähigkeiten immer weiter zu verbessern. In seiner bisherigen Profikarriere nutzte er bereits Gelegenheiten um mit namhaften Kämpfern/Trainern wie Murilo Rua, Fabio Gurgel, Rubens Charles, Wanderlei Silva, Dan Henderson oder auch Faldir Chahbari und Willi Fischer zu trainieren.
Seinen größten Erfolg konnte Daniel 2011 bei der M-1 Challenge „Battle of Legends“ im Co-Main Event von „Fedor vs. Monson“ am 20. November in Moskau/Russland erringen. Dort gewann er die M-1 Leichtgewichtsweltmeisterschaft gegen den bis dato amtierenden Champion Jose Figueroa vom American Top Team.
Der Sieg kam nach lediglich 1:48 Minuten der ersten Runde durch einen Bilderbuch Knockout. Die Veranstaltung war die größte auf europäischem Boden und fand im Moskauer Olympiastadion vor mehr als 22.000 Zuschauern und dem Russischen Ministerpräsident Vladimir Putin statt.
Eins ist jedoch klar: neben dem knallharten Kampfsportler gibt es auch noch den jungen Mann Daniel Weichel. Ein Mensch der auch außerhalb des Rings klare Vorstellungen von seinem Leben hat. Die Arbeit mit Menschen liegt dem ruhigen Sympathieträger und so verstand es sich von selbst, dass er sein Wissen um den Sport an andere weitergeben möchte. Im Jahr 2006 öffnete er seine eigene Kampfsportschule in Michelstadt.
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Dort fungierte er für andere als Trainer und sportliches aber auch moralisches Vorbild, denn fernab vom Training arbeitete er zusätzlich an zwei Schulen, in denen er Kinder mit Lernschwierigkeiten betreute und darüber hinaus mit Hilfe von therapeuthischem Kampfsporttraining versuchte seine eigenen Erfahrungen und Selbstvertrauen weiterzugeben. Seine andere große Leidenschaft gilt dem Surfen, mit dem er zum ersten Mal in Brasilien-natürlich war er dort zum Kampfsporttraining- in Kontakt kam.
Anfang 2010 hat Daniel seine Kampfsportschule aufgegeben und ist nach Maintal gezogen um in der Nähe seiner neuen Heimat dem MMA Spirit in Frankfurt zu sein. Hier lebt er das Leben eines Vollprofis und tut alles dafür seinen gewonnen Weltmeisterschaftstitel erfolgreich zu verteidigen. Wenn er nicht für seine Karriere unterwegs ist, versucht er sich seinem anderen Hobby, nämlich dem Film zu widmen- egal, ob im Kino, auf DVD oder im Fernsehen, wo auch immer sich ihm die Gelegenheit bietet einen guten Film zu sehen, nutzt er sie; allein, mit Freunden oder seiner Familie, zu der abgesehen von seinen Eltern noch zwei jüngere Geschwister, sein Bruder Jonas und seine Schwester Katarina, gehören.
Oktagon 76 in Frankfurt: Ein Meilenstein für MMA in Deutschland
Am 20. September 2025 blickt die europäische MMA-Szene nach Frankfurt am Main, wo mit Oktagon 76 eines der wichtigsten Mixed-Martial-Arts-Events des Jahres in Deutschland stattfinden wird. Für die Organisatoren von Oktagon MMA markiert dieses Event einen weiteren Meilenstein auf dem Weg, MMA in Europa - und speziell in Deutschland - fest zu verankern. Oktagon MMA hat sich in den letzten Jahren zu einer der am schnellsten wachsenden MMA-Organisationen Europas entwickelt. Dass ein erfahrener Veteran wie Daniel Weichel im Hauptkampf steht, verleiht dem Event zusätzliches Gewicht. Weichel kämpfte jahrelang auf höchstem internationalen Niveau, unter anderem bei Bellator, und gilt als Vorbild für die deutsche MMA-Szene.
Schon jetzt zeichnet sich ab, dass Oktagon 76 nicht nur in Deutschland, sondern europaweit hohe Aufmerksamkeit erzielen wird. Mit TV-Übertragungen und Streaming-Optionen erreicht die Veranstaltung ein internationales Publikum.
Oktagon 76 findet am 20. September 2025 in Frankfurt am Main statt. Der Veranstaltungsort bietet die ideale Kulisse für ein Event dieser Größenordnung: eine moderne Arena, zentrale Lage in Deutschland und eine traditionsreiche Kampfsportszene in der Region. Die Wahl von Frankfurt ist strategisch sinnvoll: Lokale Fans sichern hohe Zuschauerzahlen, gleichzeitig hat die Stadt internationale Strahlkraft. Oktagon MMA wurde in den letzten Jahren zu einer der führenden europäischen MMA-Promotions. Ursprünglich in Tschechien gegründet, hat sich die Organisation über nationale Grenzen hinaus etabliert. Die Promotion legt besonderen Wert auf eine europäische Identität. Im Gegensatz zu US-amerikanischen Organisationen wie der UFC oder Bellator setzt Oktagon auf eine Mischung aus regionaler Verankerung und internationalem Anspruch. Mit Oktagon 76 unterstreicht die Organisation ihren Anspruch, sich in Deutschland dauerhaft zu etablieren.
Der Hauptkampf: Daniel Weichel vs. Abou Tounkara
Der Main Event von Oktagon 76 bringt den Frankfurter Veteranen Daniel Weichel zurück in den Käfig. Gegner ist Frankreichs explosiver Leichtgewichts-Finisher Abou “Yondaime” Tounkara. Daniel “Drake” Weichel zählt zu den profiliertesten deutschen MMA-Kämpfern. Jahrzehntelange Erfahrung auf internationalem Niveau, u. a. zahlreiche Auftritte bei Bellator.
Der Hauptkampf von Oktagon 76 - Daniel Weichel vs. Abou Tounkara - ist nicht nur ein Duell zweier unterschiedlicher Generationen, sondern auch ein stilistisches Aufeinandertreffen, das viele Variablen bereithält. Weichel bringt Erfahrung und strategisches Denken mit, Tounkara setzt auf Aggressivität und Knockout-Power.
Weichel zählt zu den erfolgreichsten deutschen MMA-Veteranen mit langer Bellator-Vergangenheit.
Am 23.09.2023 bestritt Weichel seinen letzten Auftritt bei Bellator.
Weichels Karriereende und Comeback
Nach unglaublichen 57 Profi-Kämpfen beendete Daniel Weichel seine Karriere! Am Samstagabend hatte der Federgewichtler noch ein letztes Mal bei „Bellator MMA“ in Dublin gekämpft, verlor nach Punkten gegen Mads Burnell (29/Dänemark). Nach dem Duell legte Weichel seine Handschuhe in der Mitte des Käfigs nieder. Eine unter Kampfsportlern übliche Geste, die für das Ende der Karriere steht.
Für unsere MMA-Szene war Weichel über zwei Jahrzehnte eines der größten Aushängeschilder. Kein anderer deutscher Top-Profi war so lange dabei wie er (seit 2002, Debüt mit 17), kein anderer hat mehr Kämpfe auf diesem Top-Level absolviert (57 Fights). Daniel Weichel ist einer der Hauptgründe dafür, dass der Sport in den letzten Jahren derart gewachsen ist.
Unser Gewichtsklassen-übergreifend bester Käfig-Kämpfer kann auf einen Titelgewinn bei der renommierten MMA-Organisation „M-1 Global“ (Russland) zurückblicken, sowie 18 (!) Kämpfe bei „Bellator MMA“. Bei der US-Serie gewann Weichel im Mai 2014 das Federgewichts-Turnier. Nur der Titel blieb ihm dort leider verwehrt.
Nun kehrt er auf die große Bühne zurück und tritt bei Oktagon 76 am 20. September 2025 in der Frankfurter Festhalle an.
Daniel Weichel: Ein Pionier des deutschen MMA
Daniel Weichel ist einer der Hauptgründe dafür, dass der Sport in den letzten Jahren derart gewachsen ist. In einem früheren BILD-Interview sprach Weichel über seine Rolle für die Sportart: „Als ich angefangen habe, war MMA ein Fremdwort in Deutschland. Kein Mensch wusste, was ich da mache. In den letzten Jahren, speziell seit 2018/2019, hat unsere Sportart in Deutschland richtig Fahrt aufgenommen. Viele, egal ob sie kämpfen oder nur schauen, haben eine Leidenschaft für MMA entwickelt.“
Über Sie hieß es kürzlich: „Ohne ihn wäre Mixed Martial Arts in Deutschland wohl noch heute ein Fremdwort!“ Stimmt diese Einschätzung?„Ich würde schon sagen, dass ich einen großen Teil dazu beigetragen habe, MMA in Deutschland bekannter zu machen. Es war auch von Anfang an mein Anliegen, die Faszination, die ich für den Sport habe, auch zu vermitteln."
In der Zeit, in der ich meine ersten Kämpfe gemacht habe, da kannte kein Mensch MMA. Es war auch noch sehr vorurteilbehaftet und wenige wussten, welche Art von Training damit in Verbindung steht - und dass man in allen Bereich des Kampfsports richtig gut sein muss, um bestehen zu können. Die Überzeugungsarbeit hat bei meinen Eltern angefangen, ging weiter über den Freundeskreis. Irgendwann wurde die Aufmerksamkeit größer und ich konnte quasi Aufklärungsarbeit betreiben.“
Ich werde dem MMA ja nicht verloren gehen. Die Leidenschaft für den Sport werde ich mein Leben lang mit mir tragen. Ich freue mich darauf, die neue Generation unterstützen und mit meinem Wissen helfen zu können. Ich werde auch den Sport weiter ausüben, auf andere Art eben.
Mit Christian Eckerlin kommt ein Kumpel und MMA-Aushängeschild auch aus dem Odenwald. Warum ist der Odenwald so etwas wie die Wiege des deutschen MMA?Gute Frage (lacht). Bei Christian war es ähnlich wie bei mir, er hat den Fuß auf die Matte gesetzt und wusste: Das ist es. Wir hatten beide einen starken Willen, das auszuleben und umzusetzen, und sind unseren Herzen gefolgt.
Was unsere Karrieren ausmacht, ist, dass wir auch nach Niederlagen weiter unseren Weg gegangen sind. Und das über einen langen, langen Zeitraum. Das ist nicht selbstverständlich.
Übersicht der Kämpfe bei Oktagon 76
| Kämpfer 1 | Kämpfer 2 |
|---|---|
| Daniel Weichel | Abou Tounkara |
| Frederic Vosgröne | James Hendin |
| Denis Frimpong | Alina Dalaslan |
| Fedor Duric | Tamerlan Dulatov |
| Georg Bilogrevic | Raul Lemberanskij |
| Top-Grappler | Hafeni Nafuka |
| Attila Korkmaz | Pierpaolo Vespaziani |
