Der Energydrink-Markt ist ein Milliardengeschäft, und die Youtuber Logan Paul und KSI mischen diesen Markt mit ihren Prime-Drinks kräftig auf. Die Nachfrage nach ihren Produkten ist riesig, oft sind sie ausverkauft. Berichten zufolge haben die beiden bereits im ersten Jahr einen Umsatz von 250 Millionen US-Dollar erzielt.
Der Hype um Prime
Weltweit stürmen Kinder und Jugendliche die Läden, um an die begehrten Drinks zu gelangen. In England standen die Leute schon in den frühen Morgenstunden Schlange, als der Prime-Drink in Aldi-Filialen kam.
Die beiden Social-Media-Stars bewerben das Lifestyle-Produkt kräftig. Auf Social Media wird es als Sportgetränk angepriesen: Die Koffeinvariante soll mehr Energie fürs Gamen bringen, die koffeinfreie Variante ist das offizielle Getränk der MMA-Organisation UFC.
Die Preise für Prime in der Schweiz scheinen absurd hoch. Bis zu 16 Franken kostet eine Flasche oder Dose in manchen Läden, online sogar bis zu 40 Franken.
Bedenken und Kritik
Auf Social Media warnen viele vor dem Hype-Getränk, da der Koffeingehalt etwa doppelt so hoch ist wie bei anderen Energydrinks. Ein Primarschüler in Wales erlitt Medienberichten zufolge bereits einen Herzstillstand, nachdem er Prime Energy getrunken hatte und musste im Krankenhaus behandelt werden. Viele Schulen, beispielsweise in Australien, haben den Drink bereits verboten.
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Auch beim Hydrationsdrink ohne Koffein gibt es Bedenken, da er synthetische Süssstoffe wie Sucralose enthält.
Das Bundesamt für Gesundheit warnt, dass Koffein «in sehr hohen Dosen» schädlich sei und Herz-Kreislauf-Probleme verursachen könne. In der Schweiz muss auf Getränken mit einem Koffeingehalt über 150 mg/l der Hinweis «erhöhter Koffeingehalt, für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen» stehen.
Rechtliche Auseinandersetzungen
Der Prime-Drink bereitet Logan Paul und KSI zunehmend Probleme, was zu zwei Klagen geführt hat.
In einem Gerichtsverfahren geht es um den hohen Koffeingehalt, der gesundheitsschädlich sein kann. Prime behauptet, dass das Getränk 140 Milligramm Koffein enthalte, aber es sollen 200 Milligramm Koffein enthalten sein. «Nimmt man aber als Kind mehrmals pro Tag so viel Koffein zu sich, kann das schädlich sein, besonders für das Wachstum.»
Ein weiteres Gerichtsverfahren betrifft schädliche Chemikalien. Der Prime-Drink mit Traubengeschmack soll PFA-Chemikalien (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) enthalten, die im Körper nicht abgebaut werden können und das Risiko für Fettleibigkeit und Krebs erhöhen könnten.
Logan Paul und Prime nehmen zu den Vorwürfen Stellung und argumentieren, dass der Drink in der Schweiz normal im Handel erhältlich sei und es keine Beweise für die Anschuldigungen gebe. Sie haben einen Antrag auf Abweisung der Klage gestellt.
Auswirkungen auf Jugendliche
Da sich Prime vor allem an Jugendliche und junge Kinder richtet, sind die potenziellen Auswirkungen besonders besorgniserregend. Viele Nutzerinnen und Nutzer von Social-Media-Apps feiern Prime, was die Gefahr erhöht, dass Kinder und Jugendliche durch Marketing beeinflusst werden.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Bedenken zusammen:
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Hoher Koffeingehalt | Doppelt so hoch wie bei anderen Energydrinks, Risiko für Herzstillstand bei Kindern |
| Synthetische Süssstoffe | Enthalten im Hydrationsdrink ohne Koffein, Bedenken wegen gesundheitlicher Auswirkungen |
| PFA-Chemikalien | Potenziell krebserregend, reichern sich im Körper an |
| Marketing an Kinder | Gezielte Werbung auf Social Media, Beeinflussung junger Zielgruppen |
