Karate im Kino: Eine Geschichte von Legenden und Kampfkunst

Die Welt des Kinos hat im Laufe der Jahrzehnte viele Kampfsportarten gefeiert, aber Karate hat einen besonderen Platz in den Herzen der Zuschauer eingenommen. Von den klassischen "Karate Kid"-Filmen der 1980er Jahre bis hin zu modernen Interpretationen hat Karate immer wieder die Leinwand erobert. Der neueste Film, "Karate Kid: Legends", vereint nun die Welten von Karate und Kung-Fu und verspricht ein spannendes neues Kapitel in dieser Geschichte.

Die Anfänge: "The Karate Kid" (1984)

Mitte der 1980er-Jahre war die Mischung aus Teenie-Drama und Martial-Arts-Film ein riesiger Kinoerfolg und machte Ralph Macchio zum Kult-Star des Jahrzehnts. «The Karate Kid» erzählt die Geschichte eines Jungen, der von anderen Jugendlichen schikaniert und verprügelt wird, von einem japanischen Hausmeister Karate und Weisheiten übers Leben lernt und damit seine Gegner bei einem Martial-Arts-Wettbewerb schlägt.

Die Geschichte von Daniel LaRusso, der aus New Jersey nach Los Angeles zieht, sich in ein Mädchen verliebt und Karate lernt, um sich gegen ihren Bully-Ex-Freund verteidigen zu können, wurde nicht nur zum Kult, er brachte auch Kinder auf der ganzen Welt dazu, die japanische Kampfsportart zu lernen.

Es gibt etwas im originalen "Karate Kid"-Film von 1984, das auch heute noch Kinder sofort anspricht. Trotz der schaurigen 80er-Jahre-Dauerwellen, der etwas peinlichen Dialoge, der Synchronisation und der zugegeben ziemlich schwachen Kampfsportszenen, ist es diese einfache, universelle Geschichte des Underdogs, der nirgendwo richtig dazu gehört, sich gegen das Unrecht auflehnt und am Ende das Mädchen bekommt, die noch immer fasziniert.

Fortsetzungen und Remakes

Der Film zog drei Fortsetzungen und eine Animationsreihe nach sich. Mitte der 1990er-Jahre war vorerst Schluss. 2010 gab es die erste überraschende Wiedergeburt: Mit einem Remake des Originals. Das spielte allerdings in Bejing. Die Rolle des kämpfenden Hausmeisters übernahm Martial-Arts-Ikone Jackie Chan.

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Dass der Titel keinen Sinn mehr machte, weil der Junge im Film chinesisches Kung Fu statt japanisches Karate trainierte, interessierte keinen. Der Film spielte über 300 Millionen US-Dollar ein. Eine Fortsetzung gab es nicht.

"Cobra Kai": Die Wiederbelebung der Serie

Aber 2018 fand die zweite Auferstehung statt. Als Serie, unter dem Titel «Cobra Kai». Ralph Macchio kehrte nach 29 Jahren als Daniel LaRusso zur «Karate Kid»-Franchise zurück. Ralph Macchio gab sein Comeback, die sechste und letzte Staffel erschien Anfang dieses Jahres.

Der Erfolg liess zu wünschen übrig und erst der die Serie "Cobra Kai", die 2018 zunächst auf YouTube startete, dann von Netflix weitergeführt wurde und die Geschichte von "Karate Kid" aus der Sicht von Bösewicht Johnny Lawrence (William Zabka) weiterführte, machte die Filmreihe wieder bekannt.

Das Karate Kid war bei einer weiteren Generation etabliert. Der neue Kinofilm «Karate Kid: Legends» verbindet nun die Serie und den letzten Film, mit Ralph Macchio und Jackie Chan als alte Meister, die einem Jungen helfen.

"Karate Kid: Legends" - Ein neues Kapitel

Am 29. Mai startet mit Karate Kid: Legends ein Film bei uns, der seine Wurzeln tief in den 1980er-Jahren hat. «Karate Kid: Legends» vereint erstmals Ralph Macchios Daniel LaRusso aus «Karate Kid» und «Cobra Kai» mit Jackie Chan alias Mr. Han.

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In dem Crossover «Karate Kid: Legends» bereiten Daniel LaRusso und Mr. Han nun den jungen Li auf einen Karatewettbewerb vor. Verkörpert wird Li von dem in Shanghai geborenen Amerikaner Ben Wang, der sich gegen Tausende von Mitbewerbern durchsetzte.

Der neue Kinofilm «Karate Kid: Legends», der am 29. Mai im Kino startet, bringt nun zwei Welten zusammen, die bislang getrennt waren. Der Kampfkunst-Film bringt erstmals Ralph Macchio und Jackie Chan zusammen auf die Leinwand - und vereint die Welten von Karate und Kung Fu.

Li Fong (Ben Wang) ist Schüler des Kung-Fu-Meisters Mr. Han (Jackie Chan) und zieht mit seiner Mutter von Peking nach New York. Dort verliebt er sich in Mia (Sadie Stanley), deren gewalttätiger Ex-Freund (Aramis Knight) Karate-Champion ist. Der vermöbelt ihn auf dem Schulhof und Li Fong beschliesst, sich ihm bei einem New Yorker Strassenturnier zu stellen. Zuvor muss er aber erst Karate lernen. Die Mühe einer neuen Story macht sich der Film also erst gar nicht, er variiert die ursprüngliche Geschichte.

Mit der Unterstützung seines Kung-Fu-Lehrers Mr. Han (Jackie Chan) und des legendären Karate Kids Daniel LaRusso (Ralph Macchio) bereitet er sich auf einen spektakulären Showdown vor, der nicht nur seine Fähigkeiten, sondern auch seinen Mut und seine Werte auf die Probe stellen soll.

«Es gibt eine Parallele zwischen Li Fongs Beziehung zu Mr. Han und Daniels Verbindung zu Miyagi», verrät Franchise-Legende Macchio in einem offiziellen Teaser zum Film. Während Daniel die defensive Philosophie des Miyagi-Do verkörpert, bringt Mr. Han die fliessenden, anpassungsfähigen Techniken des Kung Fu mit.

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Eine Geschichte der Aussöhnung

«Karate Kid: Legends», inszeniert von Jonathan Entwistle, ist so gesehen ein Aussöhnungswerk: Was in realpolitischer Perspektive immer weiter auseinanderdriftet, wenn nicht zerfällt, kommt hier popkulturell wieder zusammen. China auf der einen, Amerika auf der andern Seite: Es geht doch, möchte man nach Ansicht dieses im Stil eines Videoclips inszenierten Schlagabtauschs sagen.

Denn am Ende hat sich das Programm des Ostens - Akzeptanz, Gelassenheit, Würde - mit dem ideologischen Projekt des Westens - Konkurrenz, Gewinnstreben, Expansion - ausgesöhnt. Dies alles in der Klischeeversion, klar, aber immerhin.

Die Stars von "Karate Kid: Legends"

  • Ben Wang: Li Fong
  • Jackie Chan: Mr. Han
  • Ralph Macchio: Daniel LaRusso
  • Sadie Stanley: Mia
  • Aramis Knight: Connor
  • Joshua Jackson: Mias Vater