Malin Fischer Judo Karriere: Ein Rückblick

Im Schweizer Judo zeichnen sich Veränderungen ab. Nach dem Ende der vierjährigen Periode zwischen zwei Olympischen Spielen orientieren sich viele Sportler neu.

So gaben die Judokas Sergei Aschwanden, Bronzemedaillengewinner in Peking, und Lena Göldi ihren Rücktritt vom Spitzensport bekannt. Dies geschah im Rahmen der Schweizer Meisterschaften im Judo in Magglingen. Innert Monatsfrist sind damit nun schon fünf Schweizer Spitzensportler zurückgetreten.

Rücktritte im Schweizer Judo

Nur zwei Tage nach dem Karrierenende von Marcel Fischer, dem Degen-Olympiasieger von 2004, kam es zu weiteren Rücktritten. Auch die Judokas Sergei Aschwanden und Lena Göldi ziehen sich vom Spitzensport zurück.

Der knapp 33-jährige Aschwanden und die 28-jährige Göldi wollen sich fortan auf ihr in Magglingen begonnenes Sportstudium konzentrieren. Aschwanden plant zudem, das Master-Diplom im Sportmanagement in Lausanne abzuschliessen.

Aschwanden und Göldi wollen sich überdies als Klubtrainer im Nachwuchsbereich engagieren. Durch den Rücktritt der beiden Athleten entsteht im Schweizer Judo eine Lücke, die in naher Zukunft kaum geschlossen werden kann.

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Sergei Aschwanden: Eine Karriere voller Emotionen

Aschwanden blickte in Magglingen auf seine Karriere zurück. «Dieser Sport war eine emotionale Angelegenheit mit allen Höhen und Tiefen, ein Lebensabenteuer. Ich begann vor 25 Jahren mit dem Judo. Zu Beginn war ich aber undiszipliniert, bis ich vor 12 Jahren meine Zusammenarbeit mit Nationaltrainer Leo Held begann. Dank ihm schaffte ich es nach oben. Im Vordergrund stand stets die Entwicklung und nicht das Resultat. Jetzt bin ich stolz, dass ich mich über zehn Jahre in der Weltspitze halten konnte.»

Aschwanden war im August in Peking dank dem Gewinn von Olympiabronze im Limit bis 90 kg einer der grossen Schweizer Sporthelden. 2000 in Sydney und 2004 in Athen war er eine Gewichtsklasse tiefer (81 kg) jeweils nach dem ersten Kampf auf der Strecke geblieben. Erst als dritter Schweizer Judoka nach Jürg Röthlisberger (Olympiabronze 1976 und Gold 1980) und Eric Hänni (Silber 1964) gewann Aschwanden olympisches Edelmetall.

Er ist zudem der einzige Schweizer Judoka, der neben einer Olympiamedaille auch an EM (je zweimal Gold und Bronze) und WM (Silber und Bronze) auf dem Podest stand.

Lena Göldi: Tragische Heldin von Athen

Lena Göldi war 2003 EM-Zweite im Limit bis 57 kg. Zudem gewann sie Anfang 2007 das renommierteste Judo-Weltcup-Turnier der Welt, das Tournoi de Paris. Verletzungen sowie Krankheiten behinderten sie in der kurz darauf beginnenden Olympiaqualifikation für Peking 2008. Eine zweite Olympiateilnahme nach Athen 2004 verpasste sie deshalb.

Göldi war an den Spielen 2004 in Athen zur tragischen Schweizer Sportheldin geworden. Sie errang zwei Siege trotz einem Kreuzbandriss im rechten Knie. Im Viertelfinal musste die Bernerin aber gegen die nachmalige Bronzemedaillengewinnerin Lupetey aufgeben - sie hatte sich am Knie erneut verletzt.

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Der bereits seit längerem bekannte Rücktritt von Nationaltrainer Leo Held war für Aschwanden wie Göldi ein Grund, auf ein Weitermachen zu verzichten.

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