Die Menschen haben seit jeher in ihren waffenlosen Kampfsystemen Schlagtechniken mit Fäusten und Füssen entwickelt.
Sei es nun das weithin bekannte Karate oder Kung Fu, Boxen, Muay Thai oder Taekwondo.
Kickboxen verbindet gemäss seiner Entstehunggeschichte die effektiven Selbstverteidigungs- und Angriffstechniken aus den erwähnten traditionellen Kampfsportsystemen zu einem neuen Sport für jedermann, frei von traditionellen Ritualen und ineffizienten Techniken.
Die Anforderungen an Beweglichkeit, Reaktionsfähigkeit, Ausdauer, Schnellkraft und nicht zuletzt Standfestigkeit und Durchhaltewillen machen ein Training notwendig, das sich auf diversen Ebenen des physischen und psychischen Körperbewusstseins auswirkt.
Ähnlich wie beim Karate, Taekwondo oder Judo können die Trainierenden im Kickboxen Grade (Dan) erreichen, die durch einen farbigen Gurt gekennzeichnet werden.
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Zu Beginn erhält man den weißen Gurt.
Danach können durch Prüfungen weitere Grade erreicht werden.
Beim Erreichen des schwarzen Gurtes, hat man den 1. Meistergrad (1. Dan) erreicht.
Die Wettkampfkomponente im Kickboxen
Die wichtigste Komponente im Kickboxen stellt der Wettkampf dar.
Wie wir aus der Entstehungsgeschichte wissen, war der Hauptgedanke hinter dem Kickboxen der sportliche Zweikampf.
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Daher sind die gelernten Techniken ausschliesslich dazu da, den Gegner zu besiegen und/oder sich selber zu verteidigen.
Verschiedene Wettkampfformen
- Semikontakt Kickboxen: Beim Semikontakt Kickboxen wird nach jedem erfolgreichen Treffer am Körper des Gegners der Kampf kurzzeitig unterbrochen und die Kämpfer begeben sich wieder in die Ausgangsstellung.
- Leichtkontakt Kickboxen: Beim Leichtkontakt Kickboxen wird meist auf Matten gekämpft. Sämtliche Techniken müssen mit reduzierter Kraft ausgeführt werden. Zu harte Treffer werden seitens der Schiedsrichter geahndet und führen zur Disqualifikation.
- Vollkontakt Kickboxen: Das Vollkontakt Kickboxen wird im Gegensatz zu den anderen Kampfstilen in einem Boxring ausgetragen. Sämtliche Techniken werden mit maximaler Kraft ausgeführt. Dabei kann der Kampf nicht nur über Punkte gewonnen werden, sondern auch durch K.O. Alle Regeln und Wettkampfvorschriften entsprechen hier denjenigen beim Vollkontak Kickboxen. Einzige Ausnahme sind die zusätzlich erlaubten Trefferflächen der Oberschenkel.
Kickboxen: Eine vielseitige Sportart
Kickboxen ist eine Sportart, die Anfangs der siebziger Jahre aus einer Mischung von Karate-Fusstechniken und Box-entstanden ist.
Es wird dabei zwischen Point-, Light-, Full-Contact mit oder ohne Low-Kicks unterschieden.
Alle vier Systeme werden weltweit ausgeführt.
Dazu kommen noch die Formen-Wettkämpfe (Katas)Kickboxen ist:Ein sportlicher, fairer Zweikampf, wobei nach strengen Regeln mit Füssen (Kicken) und Fäusten (Boxen) gekämpft wird.
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Ein wahrer Sport, welcher hohes technisches Können, gute Kondition, taktische Intelligenz, hohe moralische Qualifikation, gute Beweglichkeit und einen starken Willen voraussetzt.
Ein moderner Sport, der sich aus und nach den neuesten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen entwickelt hat und welcher offen ist für alle Neuerungen, die die moderne Sportforschung mit sich bringt.
Ein sicherer Sport, bei dem mit einer Sicherheits-Ausrüstung an Kopf, Händen und Füssen sowie Zahn-, Schienbein-, und Tief- bzw.
Beim Point Fighting (ehem. Kickboxing Semi-Contact) dürfen die Hand- und Fusstechniken nur mit leichtem Kontakt treffen.
K.O.-Schläge sind nicht erlaubt.
Bei Wettkämpfen wird nach jedem Treffer das Kampfgeschehen unterbrochen und die Wertung bekanntgegeben.
Dieser Sport ist vor allem auch für Frauen und Jugendliche geeignet, da die Verletzungsgefahr fast vollständig ausgeschaltet ist.
des Gegners führen.
Full-Contact darf nur mit ausreichender Light-Contact Erfahrung betrieben werden, da die kleinste Unachtsamkeit zum K.O. oder Verletzung führen kann.
Full-Contact with Low-Kick: Das Full-Contact Kickboxen mit Low-Kick, ist eine Variante des Full-Contact wo auch Schläge auf den Oberschenkel erlaubt sind.
Musical forms: Eine weitere Wettkampfdisziplin im Kickboxing sind die Formen.
Kämpferische Bewegungsabläufe ohne Gegner werden vorgezeigt und benotet ähnlich wie bei einer Kür.
Dabei kann auf traditionelle Formen (Katas) aus anderen Kampfsportarten zurückgegriffen werden, oder auch frei entworfene, mit oder ohne Musik gezeigt werden.
Kickboxen vs. Muay Thai
Auch wenn viele Menschen glauben, dass Muay Thai und Kickboxen dasselbe sind, unterscheiden sie sich in vielen Aspekten, einschließlich der Kampfstile und der verwendeten Techniken.
Ja, es gibt universelle Techniken, die beide Sportarten gemeinsam haben, aber die Umsetzung dieser Techniken variiert je nach Kämpfer und Sportart.
Der Unterschied zwischen den beiden Sportarten kann durch ihre Definitionen nicht genug betont werden: Kickboxen beschreibt jede Sportart, bei der Tritte und Hände im Vollkontakt eingesetzt werden, während Muay Thai, auch bekannt als Thaiboxen, eine ursprünglich aus Thailand stammende Kampfsportart ist, bei der neben verschiedenen Clinch-Techniken auch Schläge im Stand eingesetzt werden.
Wie bereits erwähnt, scheinen sich die beiden Kampfsportarten sehr ähnlich zu sein, und zugegebenermaßen haben einige der Techniken, die beim Muay Thai Training und beim Kickboxen verwendet werden, viel gemeinsam.
Der häufigste Unterschied zwischen den beiden Sportarten besteht darin, dass Kickboxen ein 4-Punkte-Schlagsystem ist, bei dem nur Tritte und Schläge zum Einsatz kommen, während Muay Thai ein 8-Punkte-Schlagsystem ist, bei dem nicht nur Tritte und Schläge zum Einsatz kommen (Slimani et al., 2017), sondern auch Ellbogen und Knie sowie der “volle” Clinch (Oberkörper-Greiftechniken) verwendet werden.
Zweitens unterscheiden sich die beiden Sportarten durch die von den einzelnen Kämpfern angewandten Techniken (Bewegungen und Angriffe).
In der Muay Thai-Schule wird den Kämpfern beigebracht, geduldig zu sein, bis sich eine Gelegenheit zum Schlagen bietet, dann können sie aggressiv vorwärts gehen.
In den meisten Fällen ergeben sich solche Gelegenheiten nach einem Angriff des Gegners, daher sind Gegenangriffe ein wichtiger Bestandteil des Muay Thai.
Kickboxen basiert hauptsächlich auf dem Boxen mit aktivem Einsatz von Händen, Winkeln und/oder Bewegungen zusammen mit voluminösen Kombos, während Muay Thai eher ein zeitlich begrenzter Sport ist, bei dem schnelle und kraftvolle Gegenangriffe im Vordergrund stehen.
Kickboxer setzen eine Vielzahl von Kombos ein, während Muay Thai-Kämpfer eine zeitlich begrenzte Einzelwaffe bevorzugen (Silva et al., 2011).
Daher sind die Bewegungen von Kickboxern etwas defensiver und flüssiger als die von Muay-Thai-Kämpfern.
Mit anderen Worten: Kickboxer nutzen eher Winkel und Beinarbeit, um Angriffe vorzubereiten, anstatt sich auf eine gut koordinierte und aggressive Vorwärtsbewegung und Gegenangriffe zu verlassen, wie man sie im Muay Thai sieht.
Außerdem werden die Techniken im Muay Thai in der Regel anders ausgeführt als beim Kickboxen.
Zum Beispiel wird ein Muay Thai-Kick durch Drehen der Hüfte und Verbindung mit dem Schienbein (dem Tibia) ausgeführt, während bei verschiedenen Arten von Kickboxen normalerweise das Knie “geschnappt” wird, um einen Kick auszuführen, und dieser oft mit dem Fuß verbunden ist.
Bei der Ausführung dieser Tritte ist jedoch zu beachten, dass es in den beiden Sportarten auch einen Unterschied gibt, wo der Gegner getroffen werden darf.
Im Muay Thai sind Tritte gegen das Schienbein und Schläge unterhalb der Taille erlaubt, aber die Leistengegend ist aus Gründen des Sportsgeistes tabu.
Im Muay Thai ist es sehr selten, dass ein Kämpfer mit dem Fuß oder dem unteren Schienbein kickt, wohingegen beim Kickboxen eine breite Palette von Tritten erlaubt ist, die sowohl die Füße als auch das mittlere und untere Schienbein einschließen.
Im Allgemeinen dürfen Kämpfer beim Kickboxen ihre Gegner nicht unterhalb der Taille treten.
Schutzausrüstung im Kickboxen
Im Kickboxen wird eine umfangreiche Schutz- und Trainingsausrüstung benötigt.
An erster Stelle gehört natürlich immer ein Mundschutz dazu, der Deinen Kiefer und Dein Gebiss schützt, sowie natürlich ein Tiefschutz.
Zum anderen werden für den Wettkampf Boxhandschuhe und ggf.
Der Tiefschutz ist wohl das Wichtigste.
Warum, brauche ich wohl nicht zu erklären.
