Kickbox-Weltmeister und akademische Karriere: Eine Erfolgsgeschichte

Viele Sportler entscheiden sich nach einer erfolgreichen Karriere für ein Studium, um sich beruflich neu zu orientieren. Einige kombinieren jedoch auch Leistungssport und akademische Ausbildung parallel. Dieser Artikel beleuchtet die Verbindung von Kickboxen, Weltmeistertiteln und einem Bachelor-Studium.

Der Weg zum Kickbox-Weltmeister

Viele erfolgreiche Kickboxer haben in jungen Jahren mit anderen Sportarten begonnen. So fuhr ich mit sechs Jahren Ski, was mir aber keinen Spaß machte. Mit 7 Jahren war ich im Turnverein und genoss eine klassische Turnausbildung. Parallel dazu war ich im Fußballverein bis etwa 12. Zwischendurch etwas Leichtathletik und 4 Jahre lang Fechten. Mit 13 Jahren startete ich meine Karriere im Kampfsport.

Ich habe mit traditionellem Karate (Kun-Tai-Ko) begonnen und im gleichen Verein mit 15 Jahren Kickboxen angefangen. Um im Kampfsport besser zu werden, nahm ich regelmäßig Ballett-Unterricht. War anschließen lange Zeit im Bayerischen Kickbox-Kader, wurde mehrfacher Bayerischer und Deutscher Meister. 1999 Junioren-Weltmeister und 2000 habe ich den World Cup der Erwachsenen gewonnen.

Max Baumert ist ein weiteres Beispiel: Er ist dreifacher Kickbox-Weltmeister, zertifizierter Performance Coach und Experte für ganzheitliche Lebensveränderung. Mit 13 Jahren entdeckte ich den Kampfsport und begann mit Kickboxen - ein Wendepunkt in meinem Leben. Der Sport gab mir die Struktur, Disziplin und eine klare Perspektive für meine Zukunft, die ich brauchte, um meinen Weg zu finden. Bereits mit 14 Jahren wurde ich auf das Internat der Eliteschule des Sports Berlin aufgenommen, wo ich mich voll und ganz dem Leistungssport widmen konnte. Durch tägliches Training und konsequente Arbeit wurde ich Berliner Meister, Deutscher Meister, Europa- und schließlich Weltmeister im Kickboxen.

Studium und Sport - Eine erfolgreiche Kombination

Nach deiner Schulzeit hast du Sport auf Lehramt studiert und noch einen Bachelor in BWL sowie einen Master in Sportökonomie. Ehrlich gesagt wusste ich nach der Schule und Bundeswehr nicht wirklich, was ich beruflich machen sollte. Irgendetwas im Bereich Sport müsste es aber werden. So entschloss ich mich, Lehramt Sport für berufliche Schulen, erst mit Informatik und dann schlussendlich mit Wirtschaft als Erstfach, an der Technischen Universität München zu studieren.

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Parallel zum Lehramtsstudium schrieb ich mich an der Universität für eine Berufsfachausbildung zum staatlich geprüften Sportlehrer mit sehr viel Praxis und hohen körperlichen Leistungsanforderungen ein. Danach habe ich an der FH BWL studiert, da ich noch einen Abschluss in einem Wirtschaftsfach verbuchen wollte. Zu dieser Zeit arbeitete ich bereits mit einer halben Stelle als Dozent an der Technischen Universität. Zunächst unterrichtete ich ausschließlich in Praxisfächern wie etwa Turnen, Fitness und Kampfsport. Etwas später auch Theoriefächer im Bereich Trainingswissenschaften, Anatomie und Physiologie.

Dort wurde mir die Möglichkeit einer Promotion angeboten. Jedoch musste ich für diese Promotionsstelle einen Masterabschluss vorweisen. Aus diesem Grund studiere ich Sportökonomie und schloss mit einem Master of Arts ab. Danach wurde ich mit einer vollen Stelle befristet auf 6 Jahre als Dozent und Forscher angestellt und beendete meine Promotion im Fachbereich Biomechanik 2013.

Auch Nadine Flöper ist ein Beispiel für die Verbindung von Sport und Ausbildung. Bei der Weltmeisterschaft der World Kickboxing Union setzte sich Nadine Flöper in der Disziplin Leichtkontakt durch. Flöper ist gelernte Sport- und Fitnesskauffrau. Anschließend entschied sie sich für das duale Bachelor-Studium mit kompakten Präsenzphasen. Sie studierte den „Bachelor of Arts“ Gesundheitsmanagement an der DHfPG und absolvierte die dazugehörige Ausbildung beim TSV Bayer 04 Leverkusen.

Philipp Kamphaus wusste schon immer, dass er in die Fitnessbranche möchte. Daher hat er nach dem Abitur zunächst die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann abgeschlossen. Mit dem ersten Geld, das er von seinem IHK-Stipendium erhielt, buchte er die ersten Fortbildungen bei der BSA-Akademie. "Ich habe neben Trainerscheinen, auch Fortbildungen im Bereich Management und Vertrieb absolviert. Dabei war ein Fernstudium genau das Richtige für ihn. Ich wollte weiter im Berufsleben bleiben, mir meine Zeit eigenständig einteilen können und dennoch mein Fachwissen ausbauen."

Leandra Sommer ist ein weiteres Beispiel: Bei der Kickbox-Weltmeisterschaft 2018 in Athen hat die Wirtschaftsinformatik-Studentin nicht nur die Bronzemedaille in der Disziplin Leichtkontakt erkämpft, sondern auch die Goldmedaille in der Disziplin Kick-Light. Bereits seit 2004 trainierte Leandra Sommer Judo, ab 2008 betrieb sie die Sportart als Leistungssport bevor sie 2015 dann zum Kickboxen wechselte. In der Wettkampfvorbereitung trainiert die angehende Wirtschaftsinformatikerin zehn bis zwölf Mal pro Woche - fünf bis sechs Einheiten sind Kickboxtraining (Technik und Sparring), die übrigen Ausdauer- und Krafttraining.

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Berufliche Tätigkeiten nach dem Studium

Viele Sportler nutzen ihr Studium, um sich beruflich im Sportbereich zu etablieren. So arbeite ich neben meiner Tätigkeit an der Uni in München auch noch als freier Referent. Ich wurde bereits als Student von Verbänden regelmäßig als Fortbildungsreferent im Fitness und Gesundheitssport angefragt. Angefangen hat jedoch alles mit KIBO Kickbox-Aerobic. Anfang der 2000 Jahre stand ich häufig auf kleinen Fitnessbühnen und begeisterte die Menschen für die Kombination aus Kickboxtechniken, Aerobic und Power-Moves. Nach und nach wurde ich aber auch für theoretische Inhalte gebucht.

Philipp Kamphaus startete nach seinem Studium als Projektleiter im Gesundheitsbereich. Nach seinem Studium und zur Gründungszeit der Turnkiste GmbH war Philipp somit schon selbstständig. Neben Personal- und Kleingruppentraining im Bereich BGF/BGM hat er andere Trainer und Firmen im Bereich Prävention nach § 20 beraten und geschult. Dabei entwickelt er digitale Präventionskurse mit unterschiedlichen Partnern, die von den Krankenkassen zertifiziert sind.

Max Baumert kombiniert sein Wissen als Kickbox-Weltmeister mit seiner Expertise als zertifizierter Performance Coach und Experte für ganzheitliche Lebensveränderung. Mein Coaching kombiniert Kampfsport, Ernährungsberatung und mentales Training, um dir zu helfen, deine körperliche und mentale Bestform zu erreichen. Gemeinsam entwickeln wir einen zielgerichteten Plan, der sich nahtlos in deinen Alltag integrieren lässt und langfristige Erfolge sicherstellt. Mein Coaching richtet sich an Menschen, die bereit sind, in ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu investieren - trotz eines vollen Terminkalenders. Es geht nicht nur um Training, sondern um die Überwindung von Grenzen - körperlich, mental und emotional.

Sport als Vorbild

Sportler können durch ihre Erfolge und ihre Persönlichkeit Vorbilder für andere sein. Der zehnfache Kickboxweltmeister Florian Pavic besuchte Berufsschüler der Jugendsiedlung e.V. in Trauneut. Gemeinsam mit dem Freisinger Verein SV ZUKUNFT hat der zehnfache Kickbox-Weltmeister Florian Pavic die Schüler besucht. Der nicht nur als Sportler erfolgreiche Pavic hat den Schülern seine Lebensgeschichte erzählt eindrucksvoll vermittelt, warum es sich lohnt, für seine Ziele zu kämpfen. „Ich hatte nicht extrem viel Talent“, gibt Pavic zu, aber, und das sei entscheidend für seinen Erfolg gewesen, er habe immer an seine Ziele geglaubt und „sehr sehr viel dafür getan.“ Pavic hat sich von der Mittelschule bis zum Abitur und schließlich durch ein Diplom-Physik-Studium hochgearbeitet. Den Bachelor in Nano-Science hat er gerade auch noch drauf gesetzt. Und das alles neben einer steilen Kickbox-Karriere.

Im SV ZUKUNFT sind prominente Profisportler und erfahrene Managementtrainer für Jugendliche mit schwieriger Perspektivlage aktiv, die Kombination aus „Sport als Vorbild“ und Coaching funktioniert. Unter anderem engagieren sich im SV ZUKUNFT Olympiasieger Klaus Wolfermann, Deutschlands Eishockey- Legende des Jahrhunderts Erich Kühnhackl, der mehrfache Weltmeister und Olympiasieger Christoph Langen, die Ski-Ikonen Christa Kinshofer-Rembeck, Michaela Gerg-Leitner und Michael Veith, die Basketballer des FC Bayern München e.V. , der Kickbox-Weltmeister Daniel Dörrer und Paralympicssiegerin Verena Bentele.

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Zusammenfassung

Die Beispiele zeigen, dass eine Karriere im Kickboxen und ein akademisches Studium sich nicht ausschließen müssen. Im Gegenteil: Die im Sport erworbenen Fähigkeiten wie Disziplin, Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen können auch im Studium und im späteren Berufsleben von großem Nutzen sein.

Erfolgreiche Kickboxer und ihre akademischen Grade

Name Erfolge Studium/Ausbildung
Nadine Flöper Weltmeisterin im Kickboxen Bachelor of Arts Gesundheitsmanagement
Leandra Sommer Weltmeisterin im Kickboxen Wirtschaftsinformatik-Studentin