Reglement und Jahreswertung im Frauenschwingen

Im Frauenschwingen gibt es einige Besonderheiten, die es von den Männern unterscheiden. Eine wesentliche Änderung betrifft die Ermittlung der Schwingerkönigin.

Neues Reglement für die Schwingerkönigin

Jede Saison wird eine Schwingerkönigin gekürt, wobei sich die Frauen mit einem eigenen Reglement von den Männern abgrenzen. Bis letzte Saison gewann den Titel, wer über alle Feste hinweg am meisten Punkte sammelte. Doch damit ist jetzt Schluss: Die Jahreswertung gibt es zwar immer noch, via diese kann man sich aber nur noch fürs Eidgenössische qualifizieren. Es findet am 2. September in Grächen statt - wer dort triumphiert, wird zur Königin gekrönt.

Für vorerst drei Jahre ist die Migros als Partnerin eingestiegen, sie will mithelfen, den Frauenschwingsport populärer zu machen.

Die Jahreswertung

Von den insgesamt sieben Kranzschwingfesten der Frauen werden in der Endabrechnung die zwei schlechtesten Resultate gestrichen. In der Jahreswertung führt die neue «Königin» Diana Fankhauser die Liste mit 289 Punkten klar an. Dies Tagessiegerin in Uezwil Yolanda Geissbühler rangiert mit 280.25 Punkten auf dem 7. Rang. Nur einen Viertelpunkt dahinter platziert ist ihre Klubkollegin Sara Leuenberger (8. Rang). In der Kategorie «Meitli 2» erreichten gleich zwei Athletinnen vom Schwingklub Huttwil das Podest. Angeführt wird die Jahreswertung von der kaum aufhaltbaren und unglaublich starken Innerschweizerin Sara Marty.

Die Jahreswertung sah somit nach dem Schlussgang gleich aus, wie vor dem «Eidgenössischen». Die Dominatorin dieser Kategorie, Sara Marty, war zuoberst auf dem Treppchen, gefolgt von den beiden Huttwiler Schwingerinnen. Ronja Zürcher und Luzia Meer kamen am «Eidgenössischen» in den Genuss von je zwei Zweigen. Ein normaler grüner Zweig für die Leistung am Schwingfest selbst und ein silbriger (Ronja Zürcher) und ein bronzefarbener Zweig (Luzia Meer) für die Podest-Ränge in der Jahreswertung.

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Rückblick auf das Eidgenössische Frauen- und Meitlischwinget 2022 in Uezwil

Siegerin des Eidgenössischen Frauen- und Meitlischwingfest in Uezwil war Yolanda Geissbühler (Eriswil). Fränzi Rickenbacher (Zunzgen) hätte im Schlussgang ein Unentschieden zum alleinigen Sieg gereicht. Es griffen beide an, jedoch konnte Geissbühler nach 1:30 Minuten zum äusseren Hacken ansetzen und so ihre Gegnerin platt auf den Boden legen.

Yolanda Geissbühler sicherte sich nach einer etwas durchzogenen Saison den 1. Festsieg der Saison und der zweite Kranzfestsieg in ihrer Karriere. Nach dem Triumph konnte sich die Oberaargauerin auf den Schultern von ihrer Schwester Vera Geissbühler und ihrer Klubkollegin Sara Leuenberger, von den über 1000 Zuschauerinnen und Zuschauern feiern lassen. Für die Eriswilerin ein erfolgreicher Saisonabschluss - im Gepäck ihr 13. Am frühen Samstagmorgen sah es zu Beginn nicht nach einem Festsieg für Yolanda Geissbühler aus. Die Athletin vom Schwingklub Huttwil musste sich bereits im Anschwingen das erste Mal den Rücken putzen lassen. Die gelernte Köchin unterlag Jasmin Gäumann (Häutlingen).

Doch danach begann der Siegeslauf der Bernerin. Mit Melissa Klossner (Horboden) und Manon Christ (Gempen) legte die Eriswilerin ihre zwei ersten Gegnerinnen mit der Höchstnote von 10.00 Punkten gekonnt ins Sägemehl. Nach dem Mittagessen reichte sie Yolanda Foulk (Misery) die Hand. Der eher unspektakuläre Gang endete nach Ablauf der Zeit mit einem Unentschieden. Da keine Schwingerin viel wagte, mussten sich beide mit der tieferen Note für einen gestellten Gang (8.75 Punkte) zufriedengeben. Im fünften Gang katapultierte Yolanda Geissbühler Antonia Bucher (Wolhusen) mit der Höchstnote ins Sägemehl. Damit gelang ihr der Einzug in den finalen Gang des Tages.

Ihrer Klubkollegin Carmen Zürcher (Gondiswil) gelangen am «Eidgenössischen» drei Siege (Rang 8b). Die Ufhuserin Sara Leuenberger rangierte einen Viertelpunkt dahinter (Rang 9b). Des Weiteren gab es in Uezwil keine grossen Überraschungen: Siegerin bei den «Meitli 1» wurde Célia Philippona (La Châtagne), die Kategorie «Meitli 2» entschied Sara Marty (Alpthal) für sich, bei den «Zwergli» gewann Nina Künzi (Wattenwil).

In der Kategorie «Meitli 2» startete Ronja Zürcher mit zwei gestellten Gängen eher verhalten in den Tag. Im dritten Gang verbuchte die Gondiswilerin mit dem Sieg gegen Malina Niederberger (Dallenwil) ihren ersten Triumph. Am Nachmittag reihte die Huttwiler Schwingerin drei weitere Siege aneinander. Durch die Aufholjagd gelang der Oberaargauerin schliesslich der Zweig (Rang 4a). Auch ihre Klubkollegin kam in den Genuss einer weiteren Auszeichnung und rangierte nur einen Viertelpunkt hinter ihrer Klubkollegin (Rang 5a). Sie stellte im Anschwingen mit Audrey Ayer (Le Crêt). Danach reihte die Schülerin drei Siege aneinander. Ihre einzige Niederlage musste die Eriswilerin gegen Nahla Enz (Giswil) einstecken. Im sechsten Gang fand sie gegen Kiara Philipona (La Châtagne) ein weiteres Siegesrezept. Nur dank diesem Sieg konnte Luzia Meer ihre Heimreise schliesslich mit dem Zweig antreten.

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