Die Ursprünge des Karate sind von Legenden und mystischen Geschichten umwoben. Bis heute ist nicht vollständig geklärt, woher Karate stammt und wie es sich entwickelt hat. Sicher ist, dass die Kampfkunst in irgendeiner Form immer existiert hat. Fakten, Zeugen und Dokumente sind rar, und Aufzeichnungen wurden selten angefertigt.
Ein Grund für den Mangel an Fakten ist, dass die Lehren mündlich vom Meister an einen würdigen Schüler weitergegeben wurden. Die Tradition verlangte dies. Wenn es keinen Schüler gab, ging das Wissen und die Form für immer verloren. Meister hatten oft nur wenige Schüler, meist vier oder fünf.
Da die verschiedenen Karateschulen in Rivalität standen, wurde das Wissen der eigenen Schule nicht an Außenstehende vermittelt. Schriftliche Beweise oder Wissen, das man stehlen konnte, gab es nicht. Darüber hinaus fehlt es an Literatur über die Geschichte Okinawas, da im Zweiten Weltkrieg das Hofarchiv des ehemaligen Königreichs zerstört wurde und somit alle geschichtlichen Aufzeichnungen fehlen.
Zen und Karate
Zu erklären, was Zen ist und wo die Verbindung zu Karate liegt, ist nicht leicht. Die größte Schwierigkeit liegt in der unterschiedlichen Denkweise zwischen Osten und Westen. Die Lebensauffassungen sind gänzlich anders. Der Westen denkt analytisch und wissenschaftlich, während der Osten das Leben als Ganzes betrachtet. Alles ist miteinander verbunden, es gibt kein Getrenntsein. Das Verständnis von Körper und Geist ist bereits vorhanden.
Die ersten Krieger, die sich intensiv mit dem Zen befassten, waren die Samurai. Es war keine Seltenheit, dass ein Samurai auch von einem Zenmönch unterwiesen wurde. Ein Samurai war täglich mit seinem eigenen Tod konfrontiert und musste sich eingehend mit dem Tod auseinandersetzen, um die Angst in der Schlacht zu überwinden.
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Hier und jetzt zu sein, bedeutet, dass die Dinge, die uns ständig im Geiste beschäftigen, ihre Wertigkeit verlieren und der Geist frei von allen belastenden Gedanken wird. Es entsteht eine Art Gleichmütigkeit, die aber nicht mit Gleichgültigkeit zu verwechseln ist. Man legt das strukturelle Denken ab und öffnet sich einer anderen Sichtweise der Welt. Aus dieser Ruhe entsteht Spontaneität, die es dem Krieger erlaubt, schnell und ohne nachzudenken zu reagieren.
Zen bedient sich der Meditation. In der Meditation verbindet sich durch die Atmung der Körper mit dem Geist, und man erlangt so Zugang zu seinem Innersten. Nicht anders verhält es sich im Karate. Karate ist, richtig ausgeführt, Meditation in Bewegung. Im Training verliert sich alles rundherum, nur das was man gerade macht hat Bedeutung. Es spielt keine Rolle wie reich oder arm man ist, welchen Beruf man hat oder welche gesellschaftliche Stellung man innehat. Im Dojo sind wir alle gleich gestellt.
Die Entwicklung des Karate
Durch den regen Handel zwischen China und Okinawa im 4. Jahrhundert kam es zu einem Wissensaustausch, unter anderem auch zwischen den Kampfkünsten. Erst im Jahr 1721 ist das erste Mal von einer waffenlosen Kampfkunst die Rede. Im „Verzeichnis von überlieferten Wahrheiten Chuzans“ vom chinesischen Gesandten Hsu Pao Kung gibt es erste Hinweise auf eine mit der „leeren“ Hand ausgeführten Kampfkunst auf Okinawa.
Der Kampfsport Karate entstand in Japan zu Beginn des 15. Jahrhunderts, als über eine längere Zeitepoche ein Waffenverbot ausgesprochen wurde und es am Entstehungsort, Insel Okinawa, eines waffenlosen Selbstverteidigungsaspekts bedurfte. Über die Jahrhunderte wurde Karate von den Bewohnern Okinawas perfektioniert und um Atem- und Konzentrationstechniken erweitert.
Im Jahr 1857 entstand in Okinawa das moderne Karate, das 1902 in den japanischen Schulen eingeführt wurde. Statt einer Selbstverteidigungsform wurde das moderne Karate zunehmend auch als Sport betrachtet. Entscheidend für diese Wendung war der Reformer Gichin Funakoshi, der das Karate gerade in sportlicher Hinsicht aufarbeitete. Mit dieser Wende stieg auch die Beliebtheit dieses Sports in Japan.
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Andyoko Ryu Kempo Karate
Andyoko Ryu Kempo Karate ist die Bezeichnung einer Stilrichtung des Karate, welche von Andreas Busche gegründet worden ist. Oftmals wird sie auch einfach nur Kempo Karate oder Kempo genannt. Die Stilrichtung wird vor allem im deutschen Raum, genauer in Oberbayern, ausgeübt.
Das Kempo Karate in Deutschland wurde von Andreas Busche als Andyoko Ryu Kempo Karate gegründet. Die Jacke ist im Kempo in schwarzer Farbe gehalten. Die Hose hingegen ist je nach Verein in entweder weißer oder schwarzer Farbe aufzufinden. Im Budo Sportverein Langenbruck e.V. werden zum Beispiel weiße Hosen verwendet.
Das Kempo Karate schreibt folgende Stufen der Graduierung vor. Der weiß/gelbe Gurt als 9. Kyu bildet eine Ausnahme, denn er dient vor allem als Motivationsgurt für Kinder und kann daher bei fortgeschrittenem Können übersprungen werden, sodass gleich der gelbe Gurt als 8. Kyu erreicht wird. Die Prüfungsordnung zu den jeweiligen Graduierungen kann per Klick auf den Gürtelgrad aufgerufen werden.
Graduierungen im Kempo Karate
- 9. Kyu: Weiß/Gelb
- 8. Kyu: Gelb
- 7. Kyu: Orange
- 6. Kyu: Grün
- 5. Kyu: Blau
- 4. Kyu: Violett
- 3. Kyu: Braun
- 2. Kyu: Braun
- 1. Kyu: Braun
- 1. Dan: Schwarz
Karate-Do: Der Weg der leeren Hand
Karate-Do ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl sehr unterschiedlicher japanischer waffenloser Kampfstile. Die Wurzeln finden sich in den chinesischen Kampfkünsten, die sich durch engen kulturellen Austausch über die Insel Okinawa nach Japan ausbreiteten. Dort vermischten sie sich mit einheimischen Kampftechniken und unterlagen dem Einfluss japanischer Kultur.
Allen gemeinsam ist neben einer Vielzahl von Abwehrtechniken der Einsatz gefährlicher Schläge und Tritte gegen empfindliche Körperstellen des Gegners. Durch die moralisch-ethischen Prinzipien steht jedoch eine Erziehung zur Persönlichkeitsschulung, Friedfertigkeit und zum Gewaltverzicht im Mittelpunkt der Ausbildung.
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Übungsformen des Karate-Do sind ‚kihon‘ (Grundtechniken), ‚kata‘ (zusammengesetzte festgelegte Technikabläufe, Formen), ‚kumite‘ (festgelegte und freie Zweikampfübungen) und ‚kitae‘ (Kräftigung und Abhärtung des Körpers).
Uechi Ryu: Eine traditionelle Stilrichtung
Kanbun Uechi (1877-1948) war ein Karatemeister aus Okinawa und der Begründer des ‚Uechi Ryu‘ (Uechi = Familienname, Ryu = Stil/Schule). Um die chinesischen Kampfkünste zu studieren, reiste er 1897 nach China in die südliche Provinz Fukien. Dort studierte er über zehn Jahre bei dem chinesischen Meister Chou-Tsu-Ho (japanisch Shushiwa) den Kung-Fu-Stil ‚Pangai Nun‘ (= halb hart/halb weich). Der Stil basiert auf Nachahmung der Tierbewegungen von Tiger, Kranich und Drache, benutzt einen engen Stand sowie viele Techniken mit der offenen Hand.
‚Uechi Ryu‘ ist in Deutschland noch wenig bekannt, es gibt nur wenige Dojos, gehört aber auf Okinawa (neben Shorin Ryu und Goju Ryu) zu den drei Hauptstilrichtungen des traditionellen Karate-Do.
Kenko Kempo Karate: Gesundheit und Selbstverteidigung für Senioren
Das Kenko Kempo Karate Konzept richtet sich vor allem speziell an Senioren und umfasst die Bereiche Gesundheitssport, Kampfkunst, Selbstverteidigung. In diesem Handbuch wird dieses Karate-System vorgestellt und die technischen, gedanklichen und organisatorischen Grundzüge dazu erläutert.
Das Fachbuch richtet sich an alle Interessierten, ist aber insbesondere auch für Trainer und Multiplikatoren aus den Fachgebieten Karate, Gesundheitstraining und Selbstverteidigung.
Die Philosophie des Karate
Im Zusammenhang mit dem philosophischen Hintergrund des Karate sind von Gichin Funakoshi explizite Verhaltens- und Denkregeln für Karateka artikuliert worden:
- Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt
- Im Karate gibt es keinen ersten Angriff
- Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit
- Erkenne zuerst dich selbst, dann den anderen
- Die Kunst des Geistes kommt vor der Kunst der Technik
- Lerne deinen Geist zu kontrollieren und befreie ihn dann
- Unglück geschieht immer durch Unachtsamkeit
- Denke nicht, dass Karate nur im Dojo stattfindet
- Karate üben heißt, ein Leben lang arbeiten
Die Vielfalt des Karate heute
Die Grenzen zwischen den Ausprägungen sind fließend, die Variationen umfangreich und die Schwerpunkte in Training und im „Einsatz“ von Karate Techniken variabel. Für die einen ist Karate Sport und olympische Disziplin, für die anderen ist es Selbstverteidigung oder einfach körperliches Training. Für viele ist es ein Lebensweg und eine Form von ethischer Haltung.
