Karate Tiger Filmreihe: Eine Übersicht

Die Karate Tiger-Reihe ist jedem ein Begriff, der seit den späten 80er Jahren deutsche Videotheken besucht hat, und auch heute noch haben zumindest einige der unter dieser "Marke" vertriebenen Prügelfilme eine treue Fangemeinde. Unter dem Namen Karate Tiger wurden im deutschsprachigen Raum mehrere Martial-Arts-Filme veröffentlicht.

Grundsätzlich ist die Reihe aus dem Film No Retreat, No Surrender hervorgegangen, der zwar viermal fortgesetzt worden ist, allerdings haben diese Filme mit dem ersten Film nur den Titel gemeinsam. Daneben wurden Filme aus der Filmreihe Kickboxer und Best of the Best integriert. Einer der Gründe hierfür ist, dass die Videoverleiher die Filme importiert und nach Gutdünken mit deutschen Titeln versehen haben. So sind auch chronologische Fehler in der Filmreihe enthalten.

Die Filme der Karate Tiger Reihe

Hier eine Übersicht der Filme, die unter dem Label Karate Tiger veröffentlicht wurden:

  1. Teil 1: No Retreat, No Surrender 1
  2. Teil 2: No Retreat, No Surrender 2
  3. Fortsetzung: No Retreat, No Surrender 3
  4. Fortsetzung: No Retreat, No Surrender 4
  5. Fortsetzung: No Retreat, No Surrender 5
  6. Teil 3: Kickboxer
  7. Fortsetzung: Kickboxer 2
  8. Fortsetzung: Kickboxer 3
  9. Fortsetzung: Kickboxer 4
  10. Fortsetzung: Kickboxer 5
  11. Teil 4: Best of the Best
  12. Fortsetzung: Best of the Best 2
  13. Fortsetzung: Best of the Best 3
  14. Fortsetzung: Best of the Best 4
  15. deutscher Teil 5: No Retreat, No Surrender 4 - The King of Kickboxers
  16. Teil 6: Kickboxer 3 - The Art of War
  17. Teil 7: To Be the Best
  18. Teil 8: Fists of Iron
  19. Teil 9: Superfights
  20. Teil 10: Champions

Der Film American Karate Tiger (OT: Showdown) aus dem Jahr 1993 kann als Spin-Off-Film angesehen werden, der nichts mit der ursprünglichen Filmausfüllung durch andere Einzelfilme zu tun hat.

Karate Tiger 1: No Retreat, No Surrender

Die kickende Kampfbeule ist in Kindertagen neben „Godzilla“ wohl mein größter Held gewesen. Ich meine natürlich die erste größere Rolle des Belgiers. Hier ist er Ivan Kraschinsky und der Name ist Programm. Corey Yuen hat hier ein Drehbuch zusammengezimmert und einen Film inszeniert, bei dem man nicht wirklich weiß, ob dieser jedes einzelne Klischee der 80er atmen will, oder ob er diese erst saloonfähig gemacht hat. Der Hongkong Chinese ist übrigens auch heute noch wahnsinnig gut im Geschäft, westliche Naturen dürften ihn als Mann hinterm „Transporter“ kennen. Jedoch hat er auch so Powergurken wie „Dead or Alive“ auf die Leinwand gebracht.

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Weitere Namen braucht man nicht weiter erwähnen, aus Jean-Claude Van Damme wurde eine Genre-Ikone, aber vom eigentlichen Hauptdarsteller Kurt McKinney hatte man nichts mehr weiter gehört. Auch wenn er wie Van Damme vorher schon Kampferfahrung hatte, ist das auch das Einzige. Der Amerikaner hätte wohl doch lieber Polizist werden sollen, wie geplant. Heute noch liebe ich diesen Film, wenn auch aus anderen Gründen. In kleinem Maßstab ist Van Damme hier schon Teil eines Kultfilms.

Dazu muss man sagen, dass er seinen Charme eher dadurch versprüht, dass er im Grunde ganz schön mies ist und das mein ich so positiv wie man es nur meinen kann. Würde der Film heutzutage so und nicht anders rauskommen, würde er wohl als eine Art Whiteploitation-Grindhouse-Coming of Age-Comedy-Mischmasch durchgehen. Die Story ist so plump und liebevoll stumpfsinnig, dass man sie einfach lieben muss. Da ist einerseits der Gute (das Teeny-Weißbrot mit dem rumheulendem Herz am rechten Fleck) und andererseits der Böse (die hier russische Killerbeule mit Hang zur Steinmimik). Das Schönste daran ist, dass man sie alle wirklich Schauspieler nennt.

Chargieren wäre noch nett ausgedrückt, den Vogel schießt wirklich Timothy D. Baker als Vater vom Karate-Kätzchen ab. Der bekommt sein Bein von Van Damme gleich am Anfang zu Brei gedrömmelt und darf von da an seinem Sohn vorheulen wie schlimm es doch ist Selbstverteidigung zu erlernen. Was die Kämpfe ansich angeht kann man sagen, dass im Grunde alle in denen Van Damme dabei ist, heute noch ansehnlich sind. Hier kann man mal sehen wie fit und agil der Belgier damals war, also da sind so 1-2 Kicks bei, mit denen konnte er mal ein paar Scheitel ziehen.

Dies mussten bei den Dreharbeiten die anderen Darsteller auch zu spüren bekommen, so dass sich einige beschwerten, dass der junge Van Damme seine Technik scheinbar nicht im Griff hätte und öfter gerne mal wirklich traf, was zu schlimmen Verletzungen führte. Naja vielleicht war es aber auch seine Rache für die schlechten Darstellungskünste der Anderen, denn eines muss man zugeben, schon damals hat Van Damme allein durch seine Aura eine Präsenz an den Tag gelegt, die sofort auffällt und das obwohl er nur ein paar wenige Szenen hatte.

Bitte vergesst nicht, dass der Film eben gerade DESWEGEN solch eine Laune macht. Allein der Soundtrack mit seiner Synthiemucke und der schlechten Aufnahmetechnik bei den Dialogen (in der englischen Fassung) sind einfach Gold wert. Wenn man einen Gang höher schalten will, nimmt man gleich die deutsche Synchro mit, die ist nicht ganz so stilbildend wie bei Bud Spencer, aber hat trotzdem einiges, was Wortklobereien angeht, auf der Pfanne. Und wenn ihr denkt dass es nicht noch besser kommen kann, weint man schnell am Grab von Bruce Lee und dieser inkarniert als Geist, um unserem Jason mal schnell aus der Klemme zu helfen. Dass der Darsteller von Lee auch optisch komplett nichts mit Lee gemeinsam hat ist ja wohl Ehrensache. Er ist Asiate, dass muss reichen. Der drückt Jason dann noch ein bissel Tinte in den Füller und dann kann es abgehen zu Ivan dem Schrecklichen in den Ring, um ihm zu zeigen, dass er ihm noch weitere Beulen verpassen kann.

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Neuigkeiten und Veröffentlichungen

Das Label legt nun am 31. Es wird ganze 8 Mediabook-Motive zur Wahl geben, wobei A-C (limitiert auf 333 bzw. 222 Exemplare) auch in anderen Shops erhältlich sein werden, während D-H (mit niedrigerer Limitierungszahl) exklusiv bei Retrogold 63 angeboten werden. Die Vorbestellungen bei Retrogold starten am 14. April 2024 um 19:00 Uhr, die regulären Shop-Listings für Cover A-C sollten in Kürze folgen. Bonus: Neu produziertes Videointerview mit Matthias Hues (ca. Booklet von Christoph N.

Freue mich riesig, dass endlich Karate Tiger 2 auf Bluray kommt. Leider sind meine Erwartungen nach der grottenschlechten Veröffentlichung von KT3 dermassen im Keller. Die Uncut Stellen im dritten Teil sind leider in absolut grottenschlechter Qualität. Das trübt den Filmgenuss schon erheblich. Bin mal auf die neusynchronisierten Stellen bei KT2 gespannt. Ich werde mein MB mal originalverpackt lassen und die ersten Rezessionen abwarten. Notfalls wird es wieder verkauft und auf eine Amaray gewartet. Leider, wie zu erwarten, hat die BR zu Karte Tiger 2 ein grottenschlechtes Bild. Die eingefügten Uncut Szenen sind unteres DVD bis VHS-Niveau.

Aber auch im Gesamten wirkt das Bild sehr, sehr bescheiden. Da sieht ja meine Bootleg DVD besser aus. Ganz zu Schweigen natürlich von der HD Kinofassung auf Amazon. Die sieht super aus. Selbst dieses billige, dilettantische Interview mit dem grossartigen und sympatischen Matthias Hues ist ein Grauen. Fragen wie aus dem Kindergarten. Das war absolut nix. Werde mein MB wieder verkaufen - egal zu welchem Preis.

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