Die Bedeutung der Karate-Gürtel für Erwachsene

In der Kampfkunst sind die einzelnen Etappen des Weges bis hin zum Meister in verschiedene Schüler- und Meistergrade unterteilt, bei der in der Regel jedem Grad eine eigene Gurtfarbe entspricht.

Der Weg zum Schwarzen Gürtel

Jeder Kampfkunstschüler beginnt mit dem Weißen Gürtel und hat als grosses Ziel den Schwarzen Gürtel vor Augen. Die Aufteilung des Wegs zum Schwarzen Gürtel in einzelne Etappen erlaubt es den Kampfkunstkünstlern, sich schrittweise auf ein jeweils neues Ziel zu konzentrieren. Diese Dan-Prüfungen markieren regelmässige Zielpunkte, auf die sich Kampfkunstler immer wieder aufs Neue fokussieren können. Ziele setzen und erreichen, lautet hier die Devise. Es ist auch das Bestehen gegenüber sich selbst, das eine Dan-Prüfung ausmacht.

Der Gürtel - allen voran natürlich der Schwarze Gürtel, der eine hohe Stufe markiert - ist damit nicht nur das große Ziel der Kampfkünstler, die in ihrem Fach vorankommen wollen, sondern auch und insbesondere ein Must-have für Kampfkunstlehrer, die damit nicht nur ihr Können krönen, sondern auch als großes Vorbild für ihre Schüler gelten möchten. Lehrer und Trainer erfüllen damit nicht zuletzt auch die an sie gerichteten Erwartungen.

Der Schwarze Gürtel - Ein Anfang

Der Schwarze Gürtel ist allerdings nicht das Ende der Reise, sondern deren Anfang: Erst mit dem Schwarzen Gürtel beginnt für den Kampfkünstler das ernsthafte Training.

Die Bedeutung der Dan-Prüfungen

Während im Mannschaftsport die Begegnung mit anderen Teams zeigt, auf welchem sportlichen Niveau sich die Gruppe bewegt, lassen sich die persönlichen Leistungen in anderen Sportarten nur bei Wettkämpfen unter Beweis stellen. Die Kampfkunst bildet hier eine Ausnahme: Kampfkünstler perfektionieren ihr Können nicht nur in der Begegnung mit Gleichgesinnten und in Wettkämpfen, sondern auch und insbesondere bei den Dan-Prüfungen, in denen ein neuer Gurt oder eine weitere sportliche und persönliche Entwicklungsstufe erworben und dokumentiert werden kann.

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Für Karate-, Kickbox-, Kungfu-, Taekwondo-, Ju-Jutsu- oder MMA-Lehrer ist die Farbe ihres Gürtels das weithin sichtbare Aushängeschild der eigenen sportlichen Expertise und Karriere. Kampfkunstlehrer und -schulleiter, die selbst den Weg bis hin zum Schwarzgurt gegangen sind, dienen in vielerlei Hinsicht als Vorbild für ihre Schüler.

Den Dan-Prüfungen des Kampfkunstkollegiums können sich Kampfkünstler aller Verbände und Organisationen stellen. Die Prüfungen im Kampfkunstkollegium sind objektiv und fair - Kampfkünstler, die zur Dan-Prüfung antreten, werden an ihren jeweiligen Stärken gemessen und bewertet. Schulleiter des Kampfkunstkollegiums können eine Lizenz als Dan-Prüfer erhalten, die sie berechtigt, im Namen des Kampfkunstkollegiums Dan-Prüfungen abzunehmen.

Persönliche Entwicklung und Vorteile

Das Durchhaltevermögen und die Willensstärke, die Kampfkünstler auf ihrem Weg zum Schwarzen Gürtel entwickeln, sind positive Eigenschaften, die ihnen auch in den anderen Bereichen ihres Lebens zugutekommen. Wer den Schwarzen Gürtel trägt, hat über Jahre sich und seine Stärken kennengelernt und weiss, wie er diese Stärken auch im Falle der Verteidigung einsetzen kann. Wer die Prüfung zum Schwarzen Gürtel ablegt, beweist Mut. Nicht selten ist diese nämlich mit Ängsten verbunden, der Herausforderung nicht gewachsen zu sein. Wer zur Prüfung antritt, stellt sich also seinen Ängsten.

Mit Bestehen der Prüfung zum Schwarzgurt, aber auch in dem vorangegangenen jahrelangen Training insgesamt erfährt der Kampfkünstler viel Bestätigung seines Könnens. Dies überträgt sich auf sein Leben und führt zu einer positiven Veränderung in Bezug auf Ausstrahlung und Persönlichkeit.

Die Bedeutung der Gürtel als Symbol

Jede bestandene Prüfung soll dem Schüler ein Erfolgserlebnis vermitteln, so dass er den neuen Grad als weitere Station auf seinem Weg zur Kampfkunst ansehen kann. Die farbigen Gürtel werden als Anerkennung für die Anstrengungen im Training verliehen und ermutigen den Schüler, sich auch in Zukunft weiter zu bemühen. Sie sind nicht dazu da, dem Ego zu schmeicheln. Farbige Gürtel dienen auch weiterhin dem Zweck, andere Schüler zum harten Training anzuspornen, um einen bestimmten Grad zu erreichen. Man sei sich jedoch immer bewusst, dass Gürtel nur Symbole sind.

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Denk daran, dass der Gürtel ebenso als Symbol für das vom Training zu Erwartende steht, wie er eine Belohnung für den geleisteten Einsatz ist. Er dient der Inspiration und Führungshilfe.

Das Prüfungssystem und seine Aspekte

Das Prüfungssystem verankert auch das wichtige Sempai- / Kohaiverhältnis (Senioren- / Juniorenverhältnis), jene Rangordnung, die den reibungslosen Ablauf der jeweiligen Aufgaben und Funktionen im Dojo gewährleistet. Die Verleihung der Gürtel führt jedoch manchmal zu Eifersucht und Rivalitäten. Man lasse von dieser unnützen Einstellung besser ab. Wer sich weiter entwickeln möchte, muss sich von der Unreife lösen, da sie sonst zu einem Hindernis wird.

Ein Schüler kann seinem Lehrer bezüglich der Zeiträume zwischen den Prüfungen vertrauen. Der Lehrer weiss normalerweise besser, wann der Schüler für den nächsten Schritt bereit ist. Sei nie versucht, durch die Prüfungen zu eilen. Lerne zu kriechen, bevor du gehen willst. Arbeite so hart, wie du nur kannst, aber sei geduldig.

Es ist völlig unzulänglich, die Prüfungen nur aufgrund von technischen und physikalischen Kriterien zu betrachten. Denk daran: "Du wirst nie wissen was du kannst, solange du nicht anpackst, was du nicht kannst." Je länger du trainierst, desto besser wird es dir gelingen, neues aufzunehmen.

Geduld und Selbstdisziplin

Die Geduld ist eine der wichtigsten Anforderungen für das Karatetraining. Man muss geduldig sein, um in den scheinbar unnötigen täglichen Repetitionen der Grundtechniken einen Sinn zu sehen. So einfach ist das. Doch in der heutigen Gesellschaft geht die Geduld verloren.

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Der Karateka soll erkennen, dass Selbstsucht und Egoismus die am schwierigsten zu besiegenden Feinde überhaupt sind. Karate bietet die Gelegenheit, sowohl die Kontraproduktivität der Eitelkeit zu erkennen, als auch die Wichtigkeit, glücklich zu sein - mit sich selber und zusammen mit anderen. Ziele, die du dir steckst, sollten Massstäbe für Vergleiche mit dir selbst sein, nicht mit anderen.

Dennoch sind Gegebenheiten nicht immer so, wie sie zu sein scheinen. Die Belohnung der Geduld mag nicht immer klar ersichtlich sein, trotzdem ist Geduld langfristig gesehen weit produktiver als Überstürzung. Das heisst aber nicht "langsam und träge". Wir sprechen hier nicht von Faulenzen.