50 Jahre Karat: Ein Jubiläum der Superlative
Karat feiert 2025 ihr 50-jähriges Bandjubiläum. Am 22. Februar 1975 stand Karat erstmals im sächsischen Pirna auf der Bühne - gegründet von Herbert Dreilich, Ulrich Swillms und Henning Protzmann. Die Band hat viel vor: „Wir wollen in den nächsten zwei Jahren - 2025 feiern wir 50-jähriges Bandjubiläum - viel unterwegs sein“, so Claudius Dreilich.Eine Dokumentation zum Jubiläum
Zum 50-jährigen Jubiläum erscheint ein neues Album. Es gibt auch eine brandneue Doku, welche am 30.03.25 um 20.15 Uhr im MDR ausgestrahlt wird. Am 09.07.2025 um 20:15 Uhr feiert der RBB ein ganz besonderes Jubiläum und präsentiert die mitreißende Dokumentation "50 Jahre Karat - Eine deutsche Rockgeschichte", welche auf über die ARD Mediathek abrufbar ist. Die Dokumentation "50 Jahre Karat - Eine deutsche Rockgeschichte" nimmt Sie nicht nur mit ins Studio, wo die Band an ihrem neuen Album arbeitet, und zu mitreißenden Live-Konzerten, sondern gewährt auch tiefe Einblicke in fünf Jahrzehnte Bandgeschichte.Die Geschichte von Karat
Karat betrat 1975 die Rock- und Popszene der DDR und katapultierte sich mit Hits am laufenden Band schnell an die Spitze. Mit "Über sieben Brücken" wurde Karat Ende der 1970er Jahre nicht nur zur unangefochtenen Lieblingsband der DDR, sondern auch zu einem begehrten Exportartikel für den Westen. Ihre Alben wurden in Westdeutschland mehrfach mit Gold ausgezeichnet, und als einzige DDR-Band überhaupt rockten sie sogar die legendäre Samstagabend-Show "Wetten, dass...?". Im eigenen Land wurden die kreativen Köpfe mit höchsten Auszeichnungen wie Kunstpreisen und dem DDR-Nationalpreis geehrt.Turbulenzen und Neuanfänge
Mit der Wende schien das glanzvolle Kapitel der ostdeutschen Rockmusik plötzlich vor dem Aus zu stehen. Mitte der 90er-Jahre entdeckten die Ostdeutschen ihre musikalischen Helden der Jugend wieder, und die Flamme der Begeisterung entfachte neu. Ein dramatischer Wendepunkt kam 2004, als Herbert Dreilich, die unverwechselbare Stimme der Band über Jahrzehnte, im Alter von 62 Jahren verstarb. Doch die Geschichte von Karat sollte hier nicht enden. Sein Sohn Claudius Dreilich stand vor der wichtigsten Entscheidung seines Lebens: eine vielversprechende Managerkarriere in Shanghai oder das Erbe seines Vaters antreten. Er wählte die Musik.Karat als deutsch-deutsches Musikphänomen
In den 1980er Jahren spielten sich die Musiker um den charismatischen Frontmann Herbert Dreilich und den kongenialen Keyboarder und Komponisten Ed Swillms in die erste Reihe der deutschen Rockbands. Dieser Erfolg machte nicht am Eisernen Vorhang halt. Bereits vor dem Fall der Mauer spielte Karat Konzerte in der Bundesrepublik, verkaufte tausende Schallplatten und trat als erste Band aus der DDR in der legendären Fernsehshow „Wetten dass..?!“ auf. Karat war schon vor 1989 ein deutsch-deutsches Musikphänomen.Neue Besetzung: Karat stellt sich neu auf
Es ist eine Weltpremiere: Karat hat zur ersten Probe mit den neuen Musikern gebeten, die an die Stelle der langjährigen Bandmitglieder Michael Schwandt und Christian Liebig treten. „Noch nie in der Geschichte der Band haben wir gleichzeitig zwei neue Kollegen integriert“, sagt Bernd Römer. Beide Musiker waren seit DDR-Zeiten in der Band: Schlagzeuger Schwandt (75) seit 1976, Bassist Liebig (68) seit 1986. "Es steht außer Frage, dass wir Micha und Christian nach so langer gemeinsam verbrachter Lebenszeit alles Gute und vor allem Gesundheit wünschen", heißt es weiter in der Erklärung von Keyboarder Martin Becker, Sänger Claudius Dreilich und Gitarrist Bernd Römer.Die Suche nach den Nachfolgern
Gefunden hat Karat die beiden mit ein wenig Hilfe. „In den letzten fünf Jahren hat Ronny Dehn bei uns getrommelt, wenn Micha Urlaub hatte“, erzählt Claudius Dreilich. Für ein langfristiges Engagement stand der Schlagzeuger allerdings nicht zur Verfügung. „Er hat eine andere Lebensplanung. Und es gibt einige Projekte, die ihm sehr am Herzen liegen, die aber mit unserem vollen Terminkalender nicht vereinbar sind.“ Das Gute: Ronny Dehn hatte Vorschläge für die Band. „Er hat uns erst Heiko empfohlen und später auch Daniel“, erinnert sich Claudius.Die Neuen: Heiko Jung und Daniel Bätge
Heiko Jung hatte Karat bereits 2007 kennengelernt - im Rahmen der „Ostrock in Klassik“-Tour. „Und dann haben wir uns durch Zufall auf der ‚Goldenen Henne‘ im letzten Jahr wiedergesehen“, lacht Bernd Römer. Heiko spielte in der Band, die dort auf der Party für Stimmung sorgte. „Das war wie ein Wink mit dem Zaunpfahl: Wir haben uns so übereinander gefreut“, sagt Bernd. Als der Ausstieg von Micha Schwandt dann feststand, rief Bernd bei Heiko an, um ihn zu fragen, ob er Interesse habe, die Trommeln zu übernehmen. „Ich dachte, das ist ein Scherz“, erzählt Heiko. „Aber als mir klar wurde, dass die Jungs das ernst meinen, wusste ich: Dazu kann ich nicht Nein sagen!“ Die Band lud ihn zu ihrem Konzert in Erkner ein. Daniel Bätge kannte die Band vorher gar nicht. Doch nach der Empfehlung durch Ronny Dehn rief Claudius bei Daniel an. Auch er besuchte die Band auf Tour. „Das Konzert im Leipziger Gewandhaus war mein allererstes Karat-Konzert“, erinnert sich Daniel.Die Entscheidung für die Zukunft
Fest stand für Karat, dass sie nicht nur Gastmusiker für die nächste Tour wollten, erzählt Bernd. „Wir suchten zwei vollwertige Bandmitglieder. Und die beiden haben sich sofort mit Herzblut mit unserer Musik identifiziert!“ Schließlich wolle man gemeinsam in die Zukunft gehen und Neues schaffen, bestätigt Claudius. Die Band hofft sehr, dass auch die Fans sich auf die Neuen freuen werden. Die Zeiten ändern sich, und Veränderungen sind manchmal unausweichlich. Karat sieht dies als Chance, und zieht schon jetzt so viele Inspirationen aus der Arbeit mit Heiko und Daniel.Die Tournee beginnt
Nur knapp drei Wochen hat die Band Zeit, gemeinsam zu proben: Am 21. April fiel in Stendal der Startschuss zur Toursaison. Die Termine stehen bis Ende des Jahres - und auch schon für 2024.Ein Blick in die Zukunft
Dass sich die Fünf auch menschlich verstehen werden, daran zweifelt keiner. „Ich bin 100 Prozent überzeugt, dass wir eine tolle Zeit vor uns haben“, sagt Claudius, „dass wir auch nach den Konzerten gern mal noch ein Bier oder zwei miteinander trinken werden. Wir haben Lust, uns nach und nach besser kennenzulernen und zusammenzuwachsen.Karat: Eine Band, die Generationen Verbindet
Karat ist eine der erfolgreichsten DDR-Rockbands, denen auch nach der Wende viele Anhänger treu geblieben sind. Für Karat ist es nicht die erste Turbulenz: Nach dem Tod von Frontmann Herbert Dreilich im Jahr 2004 hatte dessen Sohn Claudius das Erbe seines Vaters als Stimme von Karat angetreten.Claudius Dreilich ist privat ein Fan sehr verschiedener Musikrichtungen. «Mir gefällt Klassik ebenso wie Punk», sagte der 54-Jährige der Deutschen Presse-Agentur dpa. Zu Hause lege er gern Schallplatten auf. «Ich gehe auch viel auf Konzerte. Das bringt mich immer ein bissel weiter», sagte der Sänger. Oft sei er bei Auftritten von Punk-Bands im Publikum. Die Gruppe gehört mit den Puhdys, City und Silly zu den erfolgreichsten DDR-Rockbands, denen auch nach der Wende viele Anhänger treu geblieben sind. Unterdessen mussten sich die Fans aber schon von vielen dieser Musiker verabschieden: Die Puhdys haben sich vor sieben Jahren aufgelöst, City stand vor wenigen Tagen das letzte Mal auf der Bühne. Und bei Karat gibt es nun nur noch einen Musiker, der schon seit DDR-Zeiten dabei ist: Gitarrist Römer.Tabelle: Wichtige Daten und Fakten zu Karat
| Ereignis | Datum |
|---|---|
| Bandgründung | 22. Februar 1975 |
| Tod von Herbert Dreilich | 2004 |
| 50-jähriges Jubiläum | 2025 |
| Ausstrahlung der Jubiläumsdokumentation im MDR | 30. März 2025 |
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