Lieder sind ein nicht wegzudenkendes Element des Alltagslebens. Sie zu singen und zu hören gehört zu den am häufigsten ausgeübten Freizeittätigkeiten. Auch in der DDR gehörte die Musik wie selbstverständlich zum Leben, wie das Leipziger Zentralinstitut für Jugendforschung 1988 in einer repräsentativen Umfrage ermittelte.
Im Burgtheater mussten „im intimen Rahmen“ die rund 600 Fans auf nichts verzichten. Es ist wirklich das allererste Mal, dass Karat in ihrer 49-jährigen Bandgeschichte in Dinslaken auftreten. Und dann stimmt Dreilich - zunächst a capella mit dem Publikum, unter das er sich gemischt hat - jenes Lied an, das einst Ost und West gemeinsam sangen, als die Mauer noch undurchdringlich war, das man in Schulbüchern findet und das längst zu einem „wahren Volkslied“, so Dreilich, geworden ist: „Über sieben Brücken musst du gehen“.
Die Songs der Gruppe KARAT sind auch in Rügen bei den Störtebeker-Festspielen 2025 präsent. KARAT. „Ich glaube, dass wir eine zeitlose Musik machen. Die Ur-Seele ist natürlich damals durch das Feeling von Ulrich „Ed“ Swillms geprägt worden.
Wie schon des Öfteren, blicken die Mitglieder der Band auch im 50. Jahr nach vorne. „Wir haben hier stark mit alten Soundelementen gearbeitet. Aber trotzdem, glaube ich, dass wir es auch geschafft haben, im Jetzt zu sein“, sagt der Sänger Claudius Dreilich.
Die Bandmitglieder sind ein streitbares Völkchen und ringen gemeinsam um den richten Sound, die passende Liedzeile. „KARAT ist man nicht nur auf der Bühne. KARAT muss man leben.“ (Adele Walter, Managerin) Die Bandmitglieder bleiben aktiv und neugierig und stehen mitten im Leben.
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Am 19. Juli 1982 steigt die DDR-Band Karat mit “Jede Stunde“ in die deutschen Charts ein. Es wird ihr größter Hitparadenerfolg in der Bundesrepublik. Es war aber nicht der einzige Hit der Gruppe in der BRD.
Mit der Single aus dem Erfolgsalbum “Jede Stunde” waren Karat auch in der ZDF-Hitparade vertreten. Auch die aktuellen Karat-Lieder sind zeitlos schön. Eine besondere Beziehung pflegen Karat zu Peter Maffay.
Die 1980er-Jahre werden das Jahrzehnt für die Band. 1982 kommt mit „Der Blaue Planet“ der größte Erfolg der Bandgeschichte in die Läden. Trotzdem gehören sie nach wie vor zu den Top-Bands des Ostens.
Claudius Dreilich, der seit mittlerweile 20 Jahren Teil von KARAT ist, erklärt: „Es hat sich letztlich für die Band immer nur in eine Richtung entwickelt, und das ist die, die wir wollen: Nämlich nach vorne.
Die Musik und die Texte von KARAT treffen auf ein Lebensgefühl und erreichen die Leute: Ihre Songs begleiten viele Menschen schon ihr Leben lang und wecken Erinnerungen. Aber auch junge Leute entdecken die Musik von KARAT für sich und füllen die Konzertsäle.
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Dadurch, dass Peter Maffay, der nur selten Songs anderer Komponisten außerhalb seiner Anfangsphase aufgenommen hat, sich für “Über 7 Brücken musst du geh’n” begeistert hatte, schaffte es auch die Original-Version 1981 in die Deutschen Charts. Anfang der 80er Jahre hörten die jungen Leute mit Begeisterung Songs der “Neuen Deutschen Welle”.
Mit dem Album “Der blaue Planet” hatte die Band zu dieser Zeit auch ein Meisterwerk zu bieten, dessen Titelsong auch in den Westdeutschen Hitparaden anzutreffen war. “Der blaue Planet” ist heute noch ebenso aktuell wie vor 40 Jahren, das Thema aktueller den je.
Die Songs der Gruppe KARAT sind auch in Rügen bei den Störtebeker-Festspielen 2025 präsent: „Albatros“ beispielsweise ist für mich eine der schönsten Balladen gegen Unterdrückung und der Sehnsucht nach Freiheit.
So geht es bei dem Lied „Albatros“ sicher nicht nur um diesen Seevogel. Das Lied trifft einen Nerv der DDR-Jugend und ihrer Sehnsucht nach Freiheit.
Keyboarder Ulrich „Ed“ Swillms war der kreative Kopf der Band von Beginn an und hat alle die Songs, die bis in die heutige Zeit alle Live-Konzerte der Band bestimmenden Titel komponiert. Angefangen beim „König der Welt“, selbstverständlich „Über sieben Brücken“, der immer noch hoch aktuelle „Blaue Planet“ und „Jede Stunde“.
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Ed Swillms komponierte die meisten Songs basierend auf seiner Prägung durch sein Studium in Cello und Klavier, in dem er mit klassischer Musik in Berührung kam. Wie vielen Künstler*innen in der DDR, hatte auch die Gruppe KARAT mit der Bürokratie zu kämpfen. Es wurde darauf geachtet, dass sie auch im Sinne des Sozialismus unterwegs waren. Vieles, was gesagt werden musste, konnte nur verschlüsselt gesungen werden.
Ihre Musik ist publikumsnah und inhaltlich anspruchsvoll. Ein Spagat, der bei KARAT nicht peinlich berührt. Teilweise Pop und Schlager, hauptsächlich aber Deutsch-Rock mit klassischen Elementen.
Die politischen Entwicklungen auf der Welt, aber auch in Deutschland gehen nicht spurlos an den Rockern vorbei, gibt Bernd Römer zu: „Wir sollten uns immer daran erinnern, dass wir Menschen sind.
