Es gibt eine breite Auswahl an Kampfsportarten, nicht nur aus dem asiatischen Raum. Zu den bekanntesten zählen Karate, Judo, Kickboxen, Boxen, MMA oder Krav Maga. Aber es gibt weitaus mehr Kampfsportarten.
Was ist Kampfsport?
Kampfsport wird häufig als Oberbegriff für verschiedene Kampfstile verwendet. Beim Kampfsport geht es vor allem um eines: den sportlichen Wettkampf. Die bekannteste Kampfsportart ist das Boxen. Weitere beliebte Kampfsportarten sind Judo oder Ringen.
Kampfkunst vs. Kampfsport
Wer Kampfkunst betreibt, der beschränkt sich nicht auf den sportlichen Bereich, sondern verfolgt einen ganzheitlichen Aspekt. Kampfkünste folgen häufig einer langen Tradition, die oft im fernen Osten ihren Ursprung haben. Dazu zählen zum Beispiel Kung-Fu, Aikido oder Karate. Bei Kampfkunst liegt der Fokus nicht auf dem sportlichen Wettkampf, sondern auch auf der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.
Selbstverteidigung
Bei Selbstverteidigung kommt es nicht auf den sportlichen Wettkampf an. Außerdem spielen Tradition und Disziplin keine Rolle. Denn: Bei Selbstverteidigung kommt es einzig darauf an, sich im Ernstfall gegen einen oder mehrere Angreifer zu schützen.
Krav Maga
Die Ursprünge gehen auf Imrich Lichtenfeld zurück, der 1910 in Ungarn geboren wurde und in der Slowakei aufwuchs. Lichtenfeld lehrte erstmals in den 1930er Jahren seine Kampfmethode, um in der Slowakei lebende Juden gegen antisemitische Übergriffe zu unterstützen. Er emigrierte und reiste 1942 in Palästina ein. Nach der Gründung Israels wurde er Nahkampfausbilder der israelischen Armee. Krav Maga gibt es inzwischen im zivilen Bereich für Privatpersonen, für die Polizei und das Militär. Es zeichnet sich durch einfache Techniken aus. Natürliche und instinktive Reaktionen werden im System verwendet. Es gilt nicht als Sport, deshalb gibt es auch keine Wettkämpfe. Trainiert wird vor allem auch das Reagieren unter Stress.
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Welcher Kampfsport passt zu mir?
Ihr wisst noch nicht genau welcher Kampfsport für Euch geeignet sein könnte?
- Zunächst einmal müsst ihr wissen, dass Kampfsportarten teilweise andere Zielstellung haben: Verteidigung (für das Militär oder Bevölkerung), sportliche Ertüchtigung oder Training des Geistes/ Konzentration.
- Manche Kampfsportarten sind härter als andere: Kickboxen und MMA sind sehr hart, Tai Chi hingegen ist auf sanfte Abläufe ausgelegt. Und habt keine Sorge, bei einer Anfängergruppe im Kickboxen schlägt man sich nicht sofort die Zähne ein.
- Probieren geht über studieren - nehmt an einem Probetraining teil: Es ist sehr empfehlenswert ein paar Schnupperkurse zu besuchen und sich einen Einblick zu verschaffen. Denn das Umfeld, eure Trainingspartner und der Trainer machen sehr viel aus. Sie entscheiden maßgeblich über den Erfolg.
- ➡️ Überlegt euch auch zunächst was euer Ziel ist.
Wie schwer ist welche Kampfsportart?
Wie komplex ist die jeweilige Kampfsportart zu erlernen, weichen die Bewegungsabläufe stark vom Alltag ab? - Grundsätzlich werden bei allen Kampfsportarten intuitive Bewegungsabläufe gelehrt und gesucht. Hervorzuheben sind hierbei ggf. Krav Maga, Sambo und ggf. Kickboxen. Denn diese Kampfsportarten wurden teilweise vom Militär entwickelt, mit dem Ziel, dass die Techniken schnell zu vermitteln und zu erlernen sind. Es gibt auch Kampfstile, die Jahrelange Übung erfordern.
Wie lange muss man Kampfsport üben bis man ihn beherrscht?
In welcher Zeit lassen sich Grundtechniken erlernen und wie lange dauert es bis man die Sportart „beherrscht“.
- Die Grundbewegungen, -schläge, -tritte, -würfe und Hebel lassen sich bei allen Sportarten innerhalb von 12 Monaten erlernen. Vorausgesetzt, das Training wird zweimal die Woche besucht. Bis ihr allerdings schwierige Kicks gut beherrscht, vergehen Jahre.
Wie effektiv sind die einzelnen Kampfsportarten?
Kann die Kampfsportart im Ernstfall helfen sich gegen einen oder mehrere Gegner zur Wehr zu setzen. Hier schneiden letztendlich alle Kampfsportarten gut ab. Denn ihr Hintergrund ist die Verteidigung. Davon ausgenommen sind nur sehr wenige, wo es eher um Fitness und Beweglichkeit geht (bspw.
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Wie viel Kondition braucht man für Kampfsport?
Wie viel Fitness ist notwendig, um die Kampfsportart auszuüben und wie wirkt sich das Training auf das Fitnesslevel aus.
- Wer schon einmal einen Trainingskampf hatte, weiß wie anstrengend das ist. Daher ist der Konditionspunkt ein wichtiger Faktor. Auch zur Selbstverteidigung ist es sehr sinnvoll eine gewisse Fitness mitzubringen. Das Gute an allen klassischen Kampfsportarten ist die Erhöhung der Fitness.
Wie hoch ist der Kraftbedarf bei Kampfsportarten?
Ist die Kampfsportart auch ohne hohen Kraftbedarf zu erlernen bzw. auszuüben - bzw. wie wirkt sich das Training auf das Training der Muskelkraft aus.
- Kampfkünste die explizit die Kraft des Gegners nutzen, um sie gegen diesen einsetzen sind für körperlich schwache Menschen gut geeignet. Das ist beispielsweise Judo sowie Jiu Jitsu. Aber auch sehr effektive Kampfsportarten gleichen diesen Faktor aus, so ist auch Krav Maga oder Sambo eine gute Wahl. Beim Training werdet ihr natürlich an Fitness zulegen. Allerdings werdet ihr dadurch nicht unbedingt Muskelpakete. Daher könnt ihr euer Kampfsport-Training noch um ein Muskeltraining ergänzen. Es ist jedoch selten entscheidend, wie viel Kraft ihr habt.
Wie beweglich sollte man für Kampfsport sein?
Die Anforderungen an die Beweglichkeit variieren innerhalb der Kampfsportarten mitunter erheblich. Das betrifft in erster Linie die Beweglichkeit für Würfe oder auch Fußtritte. In jeder Kampfsportart existieren beim Training für Fortgeschrittene Tritttechniken, die ein hohes Maß an Beweglichkeit erfordern. Jedoch kann das Anfängertraining auch mit geringer Beweglichkeit absolviert werden.
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Krav Maga als effektivste Kampfsportart zur Selbstverteidigung
Als effektivste Kampfsportart zur Selbstverteidigung können wir Euch guten Gewissens das Krav Maga empfehlen. Der Begründer legte großen Wert darauf, dass es effektiv ist, schnell erlernt werden kann und dabei keine allzu hohen körperlichen Anforderungen benötigt. Ihr erlernt hier gezielt jene Techniken, die Euch im Notfall helfen können.
Häufige Fragen rund um Kampfsport
Hier findet ihr Antworten auf häufige Fragen rund um das Thema Kampfsport.
Kann man einen Kampfsport zuhause erlernen?
Nein, eher nicht. Sicherlich könnt ihr eure Fitness verbessern und Grundtechniken zur Abwehr und zum Angriff üben. - Fehler in der Stellung und Lücken in der Abwehr werdet ihr allerdings nicht bemerken. Zudem fehlt euch ein ganz wichtiger Baustein: Die Partnerübungen und Übungskämpfe. Im Verein oder mit erfahrenen Übungspartner lernt ihr die richtigen Grundlagen, macht schneller Fortschritte und schärft euer Auge für Bewegungen. Kurzum, zu Beginn solltet ihr auf alle Fälle in einen Verein gehen, Bewegungsabläufe können und sollten aber zuhause vertieft werden.
Wann ist man bereit für einen Wettkampf?
Es dauert mindestens Jahre bis man im Vollkontakt kämpfen kann, und nicht völlig untergeht. Je nach Kampfstil müssen Kampftechniken, Hebel, Faustkampf, Fußtechniken, Bodenkampf oder der Kampf mit Waffen lange geübt und perfekt beherrscht werden, bevor man für einen Wettkampf bereit ist. Man muss zwar keinen schwarzen Gürtel haben, bis man an einem Wettkampf teilnehmen kann, allerdings sollte man schon fortgeschrittener sein.
Wie oft sollte man Kampfsport trainieren?
Das ist ganz von eurem Ziel abhängig: Wenn ihr an einem Wettkampf teilnehmen und euch mit den besten messen wollt, dann solltet ihr täglich trainieren oder mindestens 5-mal die Woche. Und das über mehrere Jahre. Wenn ihr euch fit halten und im Ernstfall verteidigen möchtet, dann ist es ausreichend, wenn ihr zweimal die Woche trainiert. Und noch einen weiteren Sport (Joggen, Schwimmen, Fitnessstudio…) ausübt. Wenn euer Ziel ist, besser auf einen Ernstfall vorbereitet zu sein, dann solltet ihr ein paar Intensivkurse besuchen (bspw.
Was kostet eine Mitgliedschaft in einem Kampfsport-Verein?
Die Mitgliedschaft im Verein für Kampfkunst variiert sehr nach Region und beläuft sich auf 30€ bis 100€ im Monat. Das hängt ganz davon ab, wie viele Mitglieder es gibt, wie teuer die Miete ist, welche Ausrüstung vorhanden ist. Ein reiner Selbstverteidigungskurs, der einen Nachmittag lang geht, kostet meist um die 100€.
Kampfsportarten Liste
Es gibt unzählige Arten von Kampfsport - und es ist deswegen schier unmöglich, alle Arten aufzuzählen. Hier ist eine alphabetisch sortierte Liste bekannter Kampfsportarten:
- Aikido
- Boxen
- Brazilian Jiu Jitsu
- Capoeira
- Fechten
- Hapkido
- Jeet Kune Do
- Jiu Jitsu
- Judo
- Karate
- Kendo
- Kickboxen
- Krav Maga
- Luta Livre
- Muay Thai
- Ringen
- Systema
- Taekwondo
- Wing Chun
- Wrestling
Weitere Kampfsportarten und Kampfkunste
Neben den weit verbreiteten Kampfsportarten Judo, Karate oder Kickboxen gibt es noch zahlreiche weitere und eher unbekanntere Kampfsportarten bzw. Kampfkünste.
- Adlerkrallen Kung Fu: Die Krallen des Adlers werden in diesem chinesischen Kampfsport von den Händen gebildet. Angegriffen werden die Vitalpunkte des Körpers.
- Affen Kung Fu: In diesem chinesischen Kampfsport werden die Bewegungen eines Affen imitiert. Der Kämpfer klettert zwar nicht auf Bäumen herum, wird aber fast so beweglich.
- Aikijutsu: Eine mit dem japanischen Jiu Jitsu verwandte Kampfkunst. Die Bewegungen eines Angreifers werden blockiert und dann wird die Kontrolle über ihn übernommen.
- Amarok: ist ein sehr junger Kampfsport aus der Türkei, dessen Übungen zusammengestellt wurden aus den Kampftechniken der Turkvölker.
- Arnis
- Baguazhang: Der Kämpfer im Baguazhang steht nie still. Er kann es mit mehreren Gegnern gleichzeitig aufnehmen. Die Kraft holt er der gespeicherten Bewegungsenergie.
- Baji Quan: Ist die chinesische Kampfkunst „Faust der acht Extreme“. Ziel des Trainings ist es, einen Gegner mit einem einzigen Schlag besiegen zu können.
- Boxen
- Brazilian Jiu Jitsu
- Capoeira
- Chaquan
- Cirit
- Drunken Monkey Kung Fu: Ein ganz spezieller chinesischer Kampfsport. Der Kämpfer bewegt sich, als wäre er betrunken.
- Escrima
- Gatka: Kampfstil aus Indien.
- Glíma: Ist eine Form des Ringens aus der Schweiz. Ist dort Nationalsport.
- Hapkido
- Jeet Kune Do
- Jiu Jitsu
- Jo-Do: Jo-Do ist ein alter japanischer Kampfsport mit dem Kurzstock, dem „Jo“. Der Kurzstock wird dabei nur zur Verteidigung gegen das Samurai Schwert (Katana) eingesetzt.
- Judo
- Kalaripayattu: Kampfstil aus Indien.
- Karate
- Kendo
- Kickboxen
- Krav Maga
- Kyudo: Auch Schwertübungen können eine Zen Übung sein. Immer wieder einen imaginären Gegner niederstrecken und dabei sich selbst besiegen.
- Lethwei: Ein Kampfsport aus Burma. Ist ähnlich dem Thaiboxen.
- Luta Livre: Brasilianischer Ringkampfsystem zwischen dem Ringen und Judo. Der Gegner wird zu Boden gebracht und zur Aufgabe gezwungen.
- MMA (Mixed Martial Arts): Die „Gemischten Kampfkünste“ sind ein moderner Vollkontaktsport. Es werden die Techniken verschiedener Kampfsportarten angewendet wie Boxen, Kickboxen, Ringen, Judo oder Brazilian Jiu-Jitsu.
- Muay Lao: Ein Kampfsport aus Laos. Ist ein rauher Vollkontaktsport mit Schlägen und Tritten. Entspricht dem Muay Thai in Thailand, ist aber (noch) nicht so populär.
- Ninjutsu: Ist die Kampfkunst der japanischen Ninja.
- Pencak Silat: Ist ein Kampfsport aus Südostasien (Indonesien, Malaysia, Singapur, Brunei).
- Ringen
- Sambo: Sambo ist eine russische (sowjetische) Kampfsportart. Es wurde entwickelt aus Jiu-Jitsu, Judo und Ringen.
- Savate: Ein französischer Kampfsport, der ursprünglich von Matrosen für ihre Raufereien entwickelt wurde.
- Shaolin Kung Fu: Das Shaolin Kloster ist eines der großen, legendären Zentren der chinesischen Kampfsportarten.
- Shintaido
- Sumo
- Systema
- Taekwondo
- Wing Chun
Kampfsport und Gesundheit
Menschen verfolgen mit Kampfsport in der Regel zwei Ziele: Sie möchten ihre Fähigkeit zur Selbstverteidigung steigern und ihre körperliche Fitness verbessern. Tatsächlich trainieren die meisten Kampfsportarten körperliche Fähigkeiten wie Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination und Kondition.
Studien haben positive Effekte von regelmäßigem Kampfsporttraining auf die körperliche Fitness nachgewiesen. Außerdem scheinen die Bewegungsabläufe bei asiatischen Kampfkünsten die Knochengesundheit besonders gut zu fördern . Studien haben zum Beispiel eine verbesserte Knochendichte bei jungen Menschen nachgewiesen, die Judo, Karate und Taekwondo ausüben. Als Gesundheitssport für Menschen über 60 Jahre sind vor allem „weiche“ Kampfsportarten gut geeignet.
Kampfsport kann sich zudem günstig auf die psychische Gesundheit auswirken. Die Rituale für Achtsamkeit, die Teil traditioneller asiatischen Kampfkünste sind, fördern die Selbstachtung und die Wertschätzung des Gegenübers. Eine neuere Studie liefert Hinweise darauf, dass Menschen, die japanische Kampfkünste über einen längeren Zeitraum regelmäßig ausüben, zufriedener und weniger anfällig für psychische Erkrankungen sind als der Durchschnitt der Bevölkerung. Außerdem lassen sich mit Kampfsportarten Aggressionen zielgerichtet abbauen. Und schließlich verleiht Kampfsport Sicherheit. Das Wissen, sich bei Gefahr angemessen verteidigen zu können fördert die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein.
