Anna-Maria Wagner: Eine Judo-Karriere zwischen Leidenschaft und Erfolg

Anna-Maria Wagner hat sich in der Klasse bis 78 kg in dieser Olympiaqualifizierung wie bereits im Jahr 2021 durchgesetzt.

Steckbrief:

  • Geboren am: 17.05.1996
  • Größe: 1,82 m
  • Beruf: Sportsoldatin
  • Graduierung: 5. Dan
  • Aktiv seit: 2004
  • Trainer: Kansetsu Eguchi, Claudiu Pusa
  • 1. Trainer: Christa Hoffmann
  • 1. Verein: KJC Ravensburg
  • Aktueller Verein: KJC Ravensburg

Der Beginn einer Leidenschaft

Schon immer war Anna-Maria Wagner generell Sport begeistert gewesen.

In der 2. Klasse nahm sie an einer Judo-AG teil.

Dies sollte ihr Leben entscheidend beeinflussen.

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Seit 2004 macht sie also Judo.

Inzwischen begleitet sie ihr Sport überall hin.

Judo ist schlicht ihre Leidenschaft - ihr Leben!

Zum Judo kam Anna-Maria Wagner über eine Judo-AG.

„Es hat mir so viel Spaß gemacht, da wollte ich danach direkt im Verein KJC Ravensburg weiter machen.“

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Allerdings gab es durchaus auch noch andere Sportarten, die sie mit viel Freude ausgeübt hat.

„Ich habe Tennis gespielt, vier Jahre Ballett und zwei Jahre Hiphop getanzt.“

Aber sie war schon relativ früh im Judo erfolgreich und wollte dann auch immer mehr.

„Ich habe eine sehr gute Judo-Grundschule von meiner ersten Trainerin, Christa Hoffmann, mitgenommen."

Als sie dann in die Nationalmannschaft U17 gekommen ist, war für sie klar, Judo ist mehr als ein Hobby.

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Erfolge und Werdegang

Mit frühen Erfolgen folgten Anreize noch besser zu werden und größere Erfolge zu feiern und seit 2011 gehört Anna-Maria Wagner mit Stolz der Deutschen Nationalmannschaft an.

Nach ihrem Realschulabschluss 2012 in Ravensburg folgte das Sportinternat in Stuttgart und der Wechsel auf das Wirtschaftsgymnasium.

Seit 2013 kämpft sie in der 1. Bundesliga der Frauen für die TSG Backnang.

Nach ihrem Abitur 2015 trat sie in die Sportfördergruppe der Bundeswehr ein.

Jedoch entschied sie sich 2016 zusätzlich zu einem Studium: Hotel und Tourismus Management an der SRH Riedlingen.

Im Oktober 2016 wechselte sie an den BSP Köln.

Ihr Verein ist aber nach wie vor der KJC Ravensburg.

„Nach meinem Realschulabschluss bin ich dann 2012 nach Stuttgart ins Sportinternat gezogen.“

Damit begann auch eine sehr erfolgreiche Zeit im Nachwuchsbereich.

„Das Jahr 2016 war bei den Junioren mit Abstand mein Erfolgreichstes.“

Sie hat jedes Turnier gewonnen, war ungeschlagen.

Die Krönung bzw. der Abschluss war dann Europameisterschafts-Gold.

„In diesem Jahr hat man mir den Spitznamen ´Gold-Marie´ gegeben“, sagt sie schmunzelnd.

In Stuttgart hatte sie ihr Abitur auf dem Wirtschaftsgymnasium gemacht und ist anschließend zur Bundeswehr gegangen.

Im Oktober 2016 ging es dann für sie an den Stützpunkt Köln.

Sie traf diese Entscheidung mit einem lachenden und einem weinenden Auge, da sie gern in Stuttgart war.

„Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu Stuttgart und meinem Trainer Mirko Grosche und versuche immer mal wieder, nach Stuttgart zu fahren, um dort zu trainieren.“

Judo ist für sie immer wieder eine Faszination.

„Es ist für mich immer noch eine der schönsten Sportarten, die es gibt.

Es war mal ein Hobby, ich darf es aber mittlerweile als meinen Beruf bezeichnen.

Dabei ist für sie das Schöne an der Sportart, dass nicht eine bestimmte Weite, Höhe oder Schnelligkeit zählt.

„Es zählt jede einzelne Sekunde. Man kann gegen Jeden gewinnen aber auch gegen Jeden verlieren.“

Sie hat ein gutes Judo-Gefühl.

„Ich denke beim Kämpfen nicht groß nach, sondern agiere einfach je nach Situation intuitiv.

„Wenn mein Kopf am Wettkampftag optimal da ist, weiß ich, ich kann alle schlagen.“

Sportlich bezeichnet sie ihren Kopf als die größte Stärke.

„Er war aber auch mein größter Gegner nach Tokio.“

Olympische Spiele und weitere Ziele

2021 sollte ihr Kindheitstraum von den Olympischen Spielen in Erfüllung gehen.

Mit dem WM Titel, doppeltem Grand Slam Gold und Bronze bei den Spielen war dies ihr bisher erfolgreichstes Jahr.

Ihr emotionalster Erfolg war Olympia-Bronze im Einzel in Tokio.

Nicht zuletzt deshalb, weil ich damit beide Male mein Ticket zu den Spielen gelöst habe.“

Zu ihren Vorbildern befragt, antwortet sie diplomatisch: „Ein richtiges Vorbild hatte ich bis jetzt nie, für mich sind alle Olympiasieger Vorbilder.“

Sie ist von Kindheit an eng mit Olympischen Spielen verbunden und war schon immer von den Sportlern und deren Leistungen begeistert.

Nach dem ganzen Olympiastress will sie hoffentlich erst einmal ihre Medaillen genießen.

„Ansonsten möchte ich einfach viel Zeit mit meinen Liebsten und der Familie nachholen.“

Auch will sie unbedingt wieder ihr Studium aufnehmen und abschließen.