Judo zu Hause lernen: Eine Anleitung

Da aktuell kein Judotraining zusammen möglich ist, haben wir eine kleine Anleitung zum Fitbleiben eingerichtet. Diese soll bitte nicht als Pflicht verstanden werden und unter Druck setzen. Wir möchten lediglich ein paar Ideen und Anregungen zur Verfügung stellen, um die Zeit ohne Training zu überbrücken.

Online-Trainingsprogramm

Da uns der Sportbetrieb bis auf Weiteres untersagt ist, haben wir für euch unser Online-Trainingsprogramm in kürzester Zeit entwickelt, welches ihr ab sofort auf der Seite „Trainingsplan“ einsehen könnt. Das Trainingsprogramm, aufgeteilt in Schul - und Wettkampfjudo, wird jede Woche erweitert und ist vorerst bis einschleißlich der Osterferien durchgeplant.

Wichtige Hinweise

  • Die Athletikübungen sind sehr gut auch alleine zu Hause oder im Garten abzuarbeiten. Achtet dabei bitte auf die saubere Ausführung der einzelnen Übungen.
  • Die Judotechniken sind als Festigung zur Nachahmung ohne Partner (Tandoku-Renshu) gedacht.
  • Bitte beachtet, dass Judotechniken mit Partner nur unter Anleitung eines Trainers oder mit einem judoerfahrenen Partner durchzuführen sind.

Typisches Judo-Training

Beim Judo Training muss man dabei sein, um es zu fühlen und wirklich für sich gewinnen zu können. Dennoch versuchen wir euch ein paar typische Trainingseinheiten vorzustellen. Das Training ist nicht nur förderlich für die Fitness, sondern hilft auch die Techniken und Bewegungsabläufe zu erlernen. Sicherlich setzen Trainer andere Schwerpunkte, der Ablauf ist jedoch meist sehr ähnlich. Am besten besucht ihr mal eine Trainingsstunde bei einem Judoverein in eurer Nähe.

Ablauf einer Trainingseinheit

  1. Die Begrüßung: Beim Betreten des Dojos ist es üblich, an der Türschwelle anzuhalten und sich in Richtung der Hallenmitte zu verneigen. Hierbei stellen sich die Schüler nach ihrem Rang in einer Reihe auf und beginnen vom erfahrensten auf der rechten Seite bis zum Neuling auf der Linken. Auf Befehl des Sensei wird sich erst verbeugt, danach gesetzt und konzentriert, dann mit einer tiefen Verbeugung begrüßt, bei der die Stirn fast den Boden berührt und danach wieder erhoben. Abschließend folgt noch eine stehende Verbeugung.
  2. Die Aufwärmphase: Nach der Begrüßung folgt das Aufwärmen, was meist in Form von verschiedenen Laufübungen, wie zum Beispiel Kniehebelauf oder Seitschritten, vollzogen wird. Manche Trainer bringen spielerische Elemente wie etwa Ballsportarten mit in die Aufwärmphase ein, um den Spaßfaktor zu erhöhen. Ein paar kurze Dehnübungen runden diese erste Phase des Trainings ab und geben Euch Zeit zum Durchatmen.
  3. Technik Übungen: Dann folgt der Technikteil, in welchem das Augenmerk auf die Perfektion der einzelnen Bewegungsabläufe gelegt werden soll. Hier werden beispielsweise Fallübungen gemacht oder neue Judo Techniken unter dem wachsamen Auge des Trainers erlernt und einstudiert. Der Sinn in diesem Teil des Trainings ist die bessere Beherrschung der Judo Techniken und weniger deren praktische Anwendung.
  4. Randori (Übungskampf): Anschließend werden beim Randori die gelernten Hebel und Würfe mit einem Übungspartner trainiert. Randori soll einen Übungskampf in lockerer Atmosphäre darstellen, bei dem es weder Gewinner noch Verlierer gibt. Lediglich die korrekte Anwendung der erlernten Techniken an einem Gegner, welcher sich auch verteidigt und seinerseits Techniken anwendet, steht im Mittelpunkt. Sollten einige Kyú eine Gürtelprüfung mit einer Kata vor sich haben, so wird sie auch in diesem Trainingsabschnitt mit geübt.
  5. Die Verabschiedung: Abschließend folgt die Verabschiedung, die mit der Begrüßung identisch ist.

Zusätzliche Ressourcen

In der Rubrik Übungen haben wir Videos mit kurzen Hinweisen zu wichtigen Knackpunkten bei der Ausführung hochgeladen, die ihr euch anschauen könnt. Aus diesen Übungen zusammengesetzt stellen wir euch in der Sparte Trainingspläne variierende Trainingspläne zur Verfügung. Diese werden von Zeit zu Zeit aktualisiert und angepasst, dass es nicht langweilig wird. Bei Fragen, Anregungen und Kritik wendet euch gerne an uns.

Die Bedeutung des Trainers und Partners

Dein Wunsch Judo (o-ä.) zu lernen ist toll, aber zu Hause im Selbststudium ist eine absolute Schnapsidee. Da braucht man schon einen Lehrer oder Trainer, der einem das beibringt und man braucht auch Partner, mit denen man üben kann. Du kannst Dich oder Deinen Partner übel verletzen, wenn Du noch nicht einmal die Grundlagen beherrschst. Aber wenn Du Dich wirklich für Judo interessierst: Sprich doch mal mit Deinem Sportlehrer. Vielleicht lässt er sich ja sogar breitschlagen, einen Judo-Trainer aus dem Verein einzuladen?

Lesen Sie auch: Was ist der Unterschied?

Tandoku-Renshu

Das einzige vom Judo, das Du wirklich aus dem Buch lernen kannst und zu Hause auch üben kannst, sind die sog. " Tandoku-renshu" der Seiryoku zen`yo kokumin taiiku, die Einzelübungen der "Nationalen Körperertüchtigung nach der Methode der maximalen Effektivität". Die Techniken des Seiryoku Zen'Yo Kokumin Taiiku, hier speziell die der Tandoku Renshu (übersetzt meines Wissens "Einzelübungen") sind Übungen, die von Jigoro Kano, dem Begründer des Judo, vor allem zur "körperlichen Ertüchtigung" entwickelt wurden. Es sind Einzelübungen, in denen man, um den Körper zu trainieren, ohne einen Gegner Tritte und Schläge übt.

Lesen Sie auch: Exploring Precht's Philosophy

Lesen Sie auch: Was sind die Judo Regeln?