Die Bedeutung des braunen Gürtels im Judo

Beim Judo signalisieren unterschiedliche Gürtelfarben die Kenntnisstände in der Kampfsportart.

Auch beim Judo gibt der Gürtel Auskunft über den Fortschritt.

Wenn man beim Üben einige neue Techniken gelernt hat, dann sollte man auch dafür Anerkennung bekommen.

Dafür gibt es beim Judo die verschiedenen Gürtelfarben.

Die Judo Ausrüstung wird noch durch einen Judoanzug komplettiert.

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Judo Gürtel Farben und Bedeutung

Ihr beginnt als 9. Kyū, als Kukyū, mit dem weißen Gurt, welchen Euch niemand absprechen kann, dann folgen die weiteren Gürtelfarben im Judo.

Die Reihenfolge ist weiß, weiß-gelb, gelb, gelb-orange, orange, orange-grün, grün, blau und dann braun.

Dann verändern sich die Gürtelfarben im Laufe der Zeit.

Früher gab es weniger Grade bei den Farbgurten (Kyu-Grade).

Es wurden weitere Stufen hinzu genommen, um gerade Kindern und Jugendlichen auch kleinere Lernerfolge honorieren zu können.

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Erwachsene Judokas können die Zwischenstufen überspringen, in dem sie zwei Prüfungen zum gleichen Termin ablegen.

Für den nächsthöheren Gürtel muss eine Prüfung erfolgreich absolviert werden.

Auf der einen Seite steht der individuelle Rang des Judoka, der am Judo Gürtel zu erkennen ist.

Diesen Rang kann er durch das Absolvieren der Judo Prüfung zum entsprechend nächsten Rang erhöhen.

Hiervon klar zu unterscheiden ist die Einteilung in Alters und Gewichtsklassen, wie sie beim Wettkampf vorgenommen wird, denn diese hat nichts mit dem Gürtelrang des Judoka zu tun.

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Jeder Neuling startet mit dem Schülergrad des 9. Kyū und trägt den weißen Judo Gürtel, mit steigendem Schülergrad werden die Gürtelfarben dunkler und führen über gelb, orange, grün und blau nach braun.

Die Prüfungen führen schrittweise abwärts bis zum 1. Kyū, dem braunen Gürtel, woraufhin der nächste Schritt die Prüfung zum 1. Dan ist, dem Grad des niedrigsten Judo Meister und somit dem „Schwarzgurt“.

Prinzipiell sollte der Schüler alle Techniken vergangener Prüfungen verinnerlicht haben.

Der Prüfer ist bei höheren Graden auch berechtigt, diese abzufragen.

Besonders in Dan Prüfungen machen Prüfer von dieser Option sehr gern Gebrauch und lassen Techniken vorführen, die zum Grundwissen jedes Judoka gehören, im aktuellen Prüfungsprogramm aber nicht speziell genannt sind.

Die Bedeutung der einzelnen Gürtelfarben

Die Gürtelfarbe gibt Aufschluss über die Fertigkeiten des Trägers.

Die Judogürtel werden dabei in einer bestimmten Reihenfolge vergeben.

  • Weiß-Gelb Gürtel: Der 8. Kyū, der Hachikyū, trägt den weiß-gelben Gürtel und muss in seiner Prüfung rückwärts und seitlich fallen können. Außerdem werden 2 Wurf- und 2 Bodentechniken verlangt und 2 bis 3 Einheiten Randori von je einer Minute durchgeführt.
  • Gelb Gürtel: In der Prüfung zum 7. Kyū mit gelbem Gürtel, dem Nanakyū, müsst Ihr eine Judorolle vorwärts beherrschen, je 2 zusätzliche Wurf- und Bodentechniken und 3 bis 4 Einheiten Randori zu je einer Minute demonstrieren.
  • Gelb-Orange Gürtel: Für den 6. Kyū, den Rokkyū, erhaltet Ihr gelb-orange und müsst die Judorolle beidseitig beherrschen. Außerdem erlernt Ihr 5 neue Wurftechniken, bekommt unfangreichere Anwendungsaufgaben und müsst 3 bis 5 Randori-Einheiten zu je 2 Minuten durchhalten.
  • Orange Gürtel: Der orangefarbene Gürtelträger nennt sich Gokyū und ist der 5. Kyū. Hier müsst Ihr die Judorolle über ein Hindernis vorführen und erlernt neue Wurftechniken, welche auf einem Bein ausgeführt werden, sowie Hebeltechniken am Boden. Randori bleibt wie beim 6. Kyū.
  • Orange-Grün Gürtel: Der Sprung zum orange-grünen 4. Kyū, dem Yonkyū, ist groß und Vorkenntnisse werden von hier an nur noch stichprobenartig geprüft. Hier müsst Ihr erstmals die fortgeschrittene Falltechnik „freier Fall“ demonstrieren. Zu den neuen Wurftechniken zählt der aus Filmen bekannte Tomoe-Nage.
  • Grün Gürtel: Für den 3. Kyū, auch Sankyū genannt und den damit verbundenen grünen Gürtel müsst Ihr die erste Kata erlernen. Beim Randori existieren weniger Vorgaben, damit ein ungezwungener Übungskampf stattfinden kann. Weitere Wurf- und Bodentechniken runden die Prüfung ab und Vorkenntnisse werden von hier an seltener abgefragt, da diese aus dem Prüfungsprogramm heraus ersichtlich sind.
  • Blau Gürtel: Wenn Ihr die Prüfung zum Nikyū, dem 2. Kyū mit blauem Gürtel, antretet, müsst Ihr erste Würgetechniken beherrschen und Euch in 3 Einheiten Randori zu je 3 Minuten gegen einen Gegner behaupten, welcher extreme Körperhaltungen einnimmt. Außerdem wird eine neue Kata gelehrt.

Braun Gürtel

Der letzte Schülergrad und Braungürtel, der 1. Kyū namens Ikkyū, verlangt Eure höchste Präzision und Flexibilität, denn hier werden keine Fehler mehr geduldet.

Die Würfe und Hebel müssen aus verschiedenen Situationen heraus sicher angewandt werden, beim Randori werden 3 verschiedene Übungspartner ausgewählt und die dritte Kata muss zu beiden Seiten ausgeführt werden.

Der braune Gürtel (1. Kyū) wird nach einer erweiterten Anwendungsprüfung verliehen.

Bei dieser wird nach besonders strengen Maßstäben bewertet.

Schwarz Gürtel (1-10)

Die Prüfungsprogramme zu den Meistergraden 1. bis 10. Dan, allesamt Schwarzgurte (oder ab dem 6. Dan rot-weiß oder komplett rot), sind noch deutlich umfangreicher und umfassen neben neuen Techniken auch eine ständige Wiederholung des Gelernten.

Ab der 3. Dan-Prüfung kann der Prüfling den Großteil der Techniken frei wählen.

Den schwarzen Gürtel kann man frühestens als Erwachsener, also mit 18 Jahren, ablegen.

Voraussetzung ist, dass der Judoka mindesten 4 Jahre Träger des braunen Gürtels war.

Die Meistergrade müssen im DJB zentral vor 2 Prüfern abgelegt werden.

Weitere Aspekte rund um den Judo Gürtel

Der Gürtel hält die Judohose und die Jacke in Form und gibt dem Judoanzug halt.

Darüber hinaus gibt er Auskunft über die Kenntnisse bzw.

Judo Gürtel sind in fast allen Fällen aus reiner Baumwolle oder manchmal auch aus Seide gefertigt.

Sie bestehen aus vielen Stofflagen, wodurch sie besonders strapazierfähig sind.

Wenn Ihr Euch einen kompletten Judogi für Einsteiger leistet, müsst Ihr meist keinen separaten Judo Gürtel kaufen, da dieser oftmals mit dabei ist.

Bei den Judo Gürteln ist die Preisspanne bei weitem nicht so groß, wie bei den Anzügen.

Das liegt in erster Linie daran, dass auch die Einsteigermodelle bereits eine hohe Belastbarkeit aufweisen.

Höherwertige Modelle zeichnen sich lediglich dadurch aus, dass sie besser sauberer vernäht sind und somit besser aussehen.

Außerdem besitzen höherwertige Gürtel, wie etwa Dan Gürtel, oft eine größere Steifigkeit, welche den Träger kräftiger wirken lässt.

Judo Gürtel haben normalerweise die unangenehme Eigenschaft, nicht für die maschinelle Reinigung ausgelegt zu sein.

Die meisten Gürtel dürfen daher nur in lauwarmem Wasser und ausschließlich per Hand gewaschen werden.

Es gibt gegen einen geringen Aufpreis die Möglichkeit, Judo Gürtel zu bestellen, welche zum Beispiel den Namen des Judoka oder des Dojos tragen.

Die Träger höherer Grade verzieren ihre Gürtel meist mit Stickereien und Zeichen, welche zum Beispiel die Symbole des Dojos darstellen könnten.

Gürtellänge

Generell wird die Länge, wie bei Jacke und Hose, nach der Körpergröße bestimmt, denn aufgrund der Bindetechnik reicht es hier nicht aus, einfach, wie bei einer Jeans, den Hüftumfang zu messen.

Der Gürtel wird schließlich zweifach um die Hüften geschlungen und vor dem Bauch speziell verknotet.

Ein erster Prüfungsbestandteil sind Falltechniken, bei denen der Schüler seinen Schwung abfangen muss, um Verletzungen zu verhindern.

Ab dem 3. Kyū muss der Schüler zusammen mit einem Partner noch eine Kata vorführen, die auf den ersten Blick dem Randori ähnelt.

Körpergröße Gürtellänge (ca.)
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