Kampfsportarten bieten eine breite Palette an Disziplinen, die Körper, Geist und Persönlichkeit fördern. Sie reichen von traditionellen, oft spirituell geprägten Künsten bis hin zu modernen, wettkampforientierten Stilen. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Einblick in verschiedene Kampfsportarten, ihre Techniken, Prinzipien und Anwendungen.
Traditionelle japanische Kampfkünste
Judo: Maximalwirkung bei minimalem Aufwand
Nach dem Prinzip „Siegen durch Nachgeben“ gründete der Japaner Kanō Jigorō Anfang des 20. Jahrhunderts den Judo-Sport. Damit schuf er eine Vereinigung unterschiedlicher Kampfstile, vor allem traditioneller Jiu-Jitsu-Stile. Neben Wurf-, Fall-, Boden- und Schlagtechniken prägen philosophische Prinzipien zur Persönlichkeitsentwicklung das Judo. Zu den beiden Grundprinzipien zählen das Prinzip des gegenseitigen Helfens und Verstehens und der harmonische Einsatz von Körper und Geist. Das Prinzip der Körper-Geist-Harmonie kommt bestenfalls nicht nur auf der Judo-Matte zum Einsatz, sondern begleitet den Praktizierenden durch den gesamten Alltag.
Karate: Kampfsportart mit spirituellem Kern
Karate ist ein Konditionssport, der neben Fußfege-Techniken auf Schläge, Stöße, Tritte und Blocktechniken setzt. Hebel und Würfe sowie Würgegriffe inklusive Nervenpunkttechniken gehören zum Training der höheren Ränge. Kobudōwaffen und andere Waffentrainings sind kein zwingender, aber möglicher Bestandteil. Japanisches Karate wird mittlerweile in vier großen Stilrichtungen betrieben und entspricht entweder Gōjū-Ryū, Shitō-Ryū, Shōtōkan oder Wadō-Ryū. Letzterer Stil basiert auf den beiden okinawanischen Karatestilen Shōrei- und Shōrin-Ryū. Alle neuen Stilrichtungen sind aus mindestens einer der sechs Schulen hervorgegangen. Wie Kendō und Judo zeichnet sich Karate durch einen spirituellen Kern aus Zen- und Taoismus-Elementen aus.
Aikido: Defensive Kampfkunst
Aikidō ist eine betont defensive moderne japanische Kampfkunst, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Ueshiba Morihei als Synthese aus unterschiedlichen Budō-Disziplinen entwickelt wurde. Dies geschieht in der Regel durch Wurf- und Kontrolltechniken, die den Hauptteil der Aikidō-Techniken ausmachen.
Jiu-Jitsu: Die sanfte Kunst
Jiu-Jitsu ist eine moderne und realistische Form waffenloser Selbstverteidigung, bei der zahlreiche Elemente verschiedener Kampfsportarten zu einer flexiblen Kampfkunst zusammengeführt werden. Auf Wunsch des Bundesinnenministeriums wurden 1967 Techniken aus Jiu-Jitsu, Judo, Aikido, Karate sowie weiteren Kampfsportarten zu einem effektiven System kombiniert, das von Polizei, Zoll, Justiz und Militär genutzt werden konnte. Die so entstandene Kampfsportart wurde Ju-Jutsu, übersetzt "sanfte Kunst", genannt. Dieser Name entspricht dabei vor allem dem damaligen Zeitgeist, es handelt sich nicht um eine traditionelle japanische Kampfkunst wie Jiu-Jitsu, sondern um ein modernes Selbstverteidigungssystem.
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Ju-Jutsu ist Selbstverteidigung und Zweikampfsport, der Elemente aus Judo (Würfe, Würge- und Festlegetechniken) und Karate (Abblocken, Schläge und Tritte) in sich vereint. Ju-Jutsu heißt übersetzt nachgebende oder auch sanfte Kunst. Die waffenlose Selbstverteidigung asiatischen Ursprungs wurde vormals Jiu-Jitsu genannt. Es geht darum, mit möglichst geringem Krafteinsatz und unter Ausnutzung der Bewegung und Kraft des Gegners Angriffe erfolgreich abzuwehren. "Ju" bedeutet "sanft", d.h. ausweichen, anpassen, nachgeben."Jutsu" bedeutet "Kunst oder Kunstgriff".
Ju-Jutsu ist also die Kunst, durch Ausweichen oder Nachgeben die Kraft des Angreifers zu nutzen und ihn damit zu besiegen. Falls erforderlich, kann ein Angriff aber auch in direkter Form, z.B. durch Atemi (Schock)-Techniken abgewehrt werden. Über allen Verteidigungstechniken steht das "ökonomische Prinzip", also "mit dem geringsten Aufwand den größtmöglichen Nutzen zu erzielen". Alle Verteidigungstechniken können in weicher oder harter Form, mit vielen Zwischenstufen nach dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit angewandt werden.
Sollen Ju-Jutsu Techniken ihre volle Wirksamkeit zeigen, müssen die Prinzipien beachtet werden. "Wirksamkeit" heißt nicht Kraft oder Gewalt, sondern richtige Technikanwendung und Ausführung. Nur so ist es auch kleineren oder Schwächeren möglich, sich gegen stärkere Angreifer erfolgreich zu verteidigen. Das Training gibt Sicherheit im Alltag. Jeder Ju-Jutsuka lernt, wie er hinfällt, ohne sich zu verletzen. Und wenn man bedroht wird, weiß man, wie man sich wehren könnte. Ganz nebenbei werden beim Ju-Jutsu sämtliche Muskelgruppen trainiert.
- Technik-Lehrgänge
- Trainer Aus- und Fortbildungen
- Bundeslehrgänge
- Prüfungs- und Ausbildungsprogramm
- Informationsmaterial zum Ju-Jutsu
Da man sich bei der Entwicklung dieses Systems überwiegend für die Verwendungen der so genannten „weichen“ bzw. sanften Techniken entschied, wurde der Name Ju-Jutsu für diese Neuentwicklung gewählt. Das System verbreitete sich allerdings sehr schnell auch im zivilen Bereich und wird heute in über 1.000 Vereinen des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes e.V. (DJJV) für die effektive Selbstverteidigung trainiert.
Moderne Kampfsportarten und -systeme
MMA (Mixed Martial Arts): Die interdisziplinäre Kampfkunst
Ist der Boxer oder der Ringer der bessere Kämpfer? Aus dieser Fragestellung entwickelte sich Mixed Martial Arts, ein interdisziplinäres Messen der Kampfsportarten. Als Vollkontaktsportart gewann MMA durch Vergleichskämpfe im UFC während der 1990er erste Bekanntheit. Schlag- und Tritttechniken aus dem Boxsport, Kickboxen, Muay Thai, Taekwondo und Karate treffen in dem Kampfsport auf Bodenkampf- und Grappeling-Techniken des Brazilian Jiu-Jitsu, des Ringens, des Sambos und Judos. Die scheinbar härteste Kampfsportart der Welt vereint Treten mit Schlagen, Werfen, Clinchen und Bodenkampf zu einem Vollkontaktsport mit bewusst wenig Regelbeschränkung und wird deshalb fälschlicherweise oft als regellose Kampfkunst bezeichnet. Die aufgeführten Sportarten in der Beschreibung treffen sich im MMA zwar mit großer Freiheit, Schutzregeln gibt es für die Kampfsportler aber durchaus.
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Kickboxen: Boxen mit dem gewissen Kick
Kickboxen lebt von der Schlagkraft der Füße und Hände und integriert Karate und Taekwondo mit Boxen. Zwar bleiben Tiefschläge, Rückentreffer und Werftechniken genauso Tabu wie im konventionellen Boxsport, manche Kickboxverbände lassen allerdings Lowkicks, Handdrehschläge und Fußfeger zu. Trotz des abendländischen Kickboxursprungs sind im Training sowie Wettkampf teils Ähnlichkeiten zu Savate und Muay Thai zu erkennen. Eine offizielle Wettkampfdisziplin wurde aus Kickboxen Anfang der 70er Jahre. Mittlerweile stehen Kickboxern als Wettkampfarten Semikontakt-, Leichtkontakt- und Vollkontakt- sowie K-1-Rules-Wettkämpfe offen. In Letzteren dominieren die Ähnlichkeiten zum Thaiboxen, wobei neben Lowkicks Knieschläge zugelassen sind.
Brazilian Jiu-Jitsu: Der Fokus auf Bodenkampf
Im Brasilianischen Jiu-Jitsu treffen die japanischen Kampfsportstile Jūdō und Jiu-Jitsu aufeinander und bilden einen neuen Kampfsport mit dem Schwerpunkt Bodenkampf. Wurftechniken im Stand sind im Training an der Tagesordnung. Brazilian Ju-Jutsu ist eine Art Effektiv-Judo und von den aufgeführten Sportarten in der Beschreibung anders als Judo eine Kampfsportart, die sich auch bei schmächtigem Körperbau hervorragend eignet. Der Sport verändert die Mechanik und technische Hebelwirkung des Judos zugunsten zierlicher Personen. Gründer dieser Kampfkunst sind die Brüder Helio und Carlos Gracie zurück.
Krav Maga: Das israelische Selbstverteidigungssystem
Krav Maga ist ein israelisches, modernes, eklektisches Selbstverteidigungssystem, das Schlag- und Tritttechniken präferiert, aber auch Grifftechniken, Hebel und Bodenkampf beinhaltet. Der Name Krav Maga bedeutet „Kontaktkampf“, wobei krav „Kampf“ und maga „Kontakt“ bedeutet. Die Ursprünge des Krav Maga gehen auf den 1910 in Budapest geborenen Imrich Lichtenfeld zurück. In den 1930er Jahren lehrte Lichtenfeld zum ersten Mal seine Kampfmethode, um die mit ihm lebenden Juden gegen antisemitische Übergriffe zu unterstützen. Heute wird Krav Maga weltweit unterrichtet. Dabei muss zwischen drei Zielgruppen unterschieden werden: Privatpersonen, Sicherheitsbereich bzw. Polizei und für das Militär.
Krav Maga zeichnet sich durch einfache Techniken aus. Natürliche und instinktive Reaktionen werden im System berücksichtigt und sinnvoll eingebunden. Dadurch ist Krav Maga relativ schnell zu erlernen. Krav Maga ist seinem Selbstverständnis nach kein Sport, sondern ein reines Selbstverteidigungssystem. Es gibt keine Wettkämpfe.
Weitere bemerkenswerte Kampfsportarten
Taekwondo: Dynamik und Schnelligkeit
Der koreanische Kampfsport Taekwondo besteht aus Fußtechnik und Handtechnik. Trotz großer Ähnlichkeiten mit anderen Kampfsportstilen aus dem asiatischen Raum basiert die Taekwondo-Technik charakteristischerweise mehr auf Dynamik und Schnelligkeit als verwandte Stile und enthält wesentlich dominantere Fußtechniken. Bruchtest, Selbstverteidigung, Gymnastik und Theorie treffen auf Grundschule, Freikampf, Formenlauf und Wettkampf. Schlüsselbegriffe hinter der Kampfkunst sind Höflichkeit, Integrität und Durchhaltevermögen sowie Geduld, Selbstdisziplin und Unbezwingbarkeit. Neben Reaktionskraft, Gleichgewicht und Konzentration gehören Atmungskontrolle und Schnelligkeit zur Taekwondo-Theorie. Aus fünf Ursprungsstilen haben sich mittlerweile etliche Stilrichtungen entwickelt.
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Kung Fu: Der Weg zur Vervollkommnung
Einer Legende zufolge kam der buddhistische Mönch Daruma Taishi im sechsten Jahrhundert ins Shaolin-Kloster und entwickelte dort neben dem Zen-Buddhismus körperliche Übungen. Den Mönchen wollte er durch die Ertüchtigung die Konzentration bei der Meditation erleichtern, woraus sich Shaolin Kung Fu entwickelte. Sämtliche chinesischen Kampfkunststile sollen aus dieser Technik entstanden sein. Während die aufgeführten Sportarten je einer einzelnen Kampfsportart entsprechen, stellt Kung Fu bis heute eine Palette aus unterschiedlichen Kampfsportarten des chinesischen Raums dar. Als Stile haben sich Shaolin- und Wing Chun Kung Fu etabliert. Allen Kung Fu Arten sind die symbolischen Elemente gemein, so beispielsweise die Faust als Erdsymbol. In der Übersetzung bedeutet Kung Fu „harte Arbeit“, die Zeit, Kraft und Mühe voraussetzt. Neben Geduld sind Ausdauer, Disziplin und Willensstärke wichtige Persönlichkeitsentwicklungen im Kung Fu und lassen Praktizierende den Weg zur Vervollkommnung beschreiten.
Boxen: Der Klassiker unter den Kampfsportarten
3000 vor Christus entwickelten sich in Ägypten die Uranfänge des Boxkampfs. Im antiken Griechenland wurde daraus der Faustkampf, der im Rom der Antike unter Kämpfern verbreitet war. Moderner Boxsport entstand im Laufe des 18. Und 19. Jahrhunderts in England, als die Queensberry-Regeln als Boxbasisregeln zum Einsatz kamen. Legenden wie Ali und spektakuläre Knockouts machten den Boxsport zur viel respektierten Kampfsportart, die neben zahlreichen Anhängern auf der ganzen Welt etliche Ableger hervorgebracht hat.
Capoeira: Kampf, Tanz und Musik
Capoeira ist eine brasilianische Kampfkunst bzw. ein Kampftanz, dessen Ursprung auf den afrikanischen NíGolo („Zebratanz“) zurückgeführt wird. Capoeira wurde während der Kolonialzeit in Brasilien von aus Afrika eingeschifften Sklaven praktiziert und weiterentwickelt. Es wird heutzutage zwischen zwei Hauptrichtungen unterschieden: Dem „alten“ Capoeira Angola und dem „modernen“ Capoeira Regional. Inhaltlich ist Capoeira von drei Ebenen geprägt: dem Kampf, der Musik und der „Roda“ (portugiesisch „Kreis“) als gesellschaftlichem Rahmen, in dem der Kampf stattfindet. Die Kampftechniken selbst zeichnen sich durch extreme Flexibilität aus; es gibt viele Drehtritte, eingesprungene Tritte und Akrobatik. Traditionell wird zu den Kämpfen Musik gespielt.
Die richtige Ausrüstung für Ihren Kampfsport
Damit du beim Austeilen und Einstecken nicht nur deinen Charakter, sondern auch deine Technik fortlaufend weiterentwickelst und dabei stets gut geschützt bist, brauchst du für die aufgeführten Sportarten die richtige Kampfsportausstattung.
- BJJ Zubehör: Vom Wettkampfgürtel über BJJ Anzug bis hin zur Kampfrichtemanschette.
- Ju-Jutsu Zubehör: Von Übungswaffen und Handpratzen bis hin zur Wurfpuppe.
- Judo Kampfsportausrüstung: Vom Budo Gürtel über Dummys bis hin zu Judo Slippern und Übungsmatten.
- MMA Kampfsportartikel: Vom Tiefschutz bis hin zu MMA Dummies, Übungshandschuhen, Sticks, Shorts und Mouthguards.
- Karate Zubehör: Vom Gi bis hin zu Protektoren.
- Boxzubehör: Von Boxhandschuhen über Kopfschutz bis hin zu Bandagen.
- Taekwondo Kampfsportausrüstung: Mit Schützern, Schlagpolstern und Doboks.
- Kung Fu Kampfsportartikel: Von Übungswaffen bis hin zum Kung Fu Anzug.
- Kickboxzubehör: In Form von Schutzausrüstung sowie Trainingsausstattung von Handschuhen bis Pratzen und Gewichtsmanschetten.
Die Kampfsportprofis aus unserem Haus theoretisieren die verschiedenen Kampfsportarten nicht nur, sondern praktizieren diese mit Leidenschaft. Deswegen stecken in unserem Kampfsportzubehör Erfahrungswerte, die dich in deiner Entwicklung unterstützen und besser machen!
Kampfsport als Weg zur persönlichen Entwicklung
Entwicklung ist im Leben alles. Fördere durch Kampfsport deinem Körper, deinen Geist und deine Persönlichkeit.
Viele Sportvereine bieten altersgerechte Trainigsmöglichkeiten an, die die individuellen Voraussetzungen der Teilnehmenden berücksichtigen. Allerdings beanspruchen bestimmte Kampfsporttechniken den Bewegungsapparat stark. Bei Rücken- und Gelenkproblemen ist Kampfsport daher nur bedingt zu empfehlen. Außerdem sollten schwangere Frauen bedenken, dass Kampfsport mit einer Sturzgefahr verbunden ist und vor allem bei „harten“ Disziplinen Tritte und Schläge die Kindesgesundheit gefährden. Auch für Menschen mit gesundheitlichen oder körperlichen Einschränkungen ist in jedem Fall eine ärztliche Beratung und Untersuchung vor dem ersten Training sinnvoll.
