Japanische Kampfsportarten: Eine umfassende Liste

Die Welt der japanischen Kampfsportarten ist reich und vielfältig. Jede Kampfkunst hat mehrere Schulen oder Stile, die Ryu genannt werden. Von traditionellen Künsten wie Judo und Karate bis hin zu weniger bekannten Disziplinen bietet Japan eine beeindruckende Auswahl an Kampfsportarten, die sowohl körperliche als auch geistige Aspekte betonen.

Einleitung in die japanischen Kampfkünste

Japanische Kampfkünste werden unter dem Oberbegriff Budo zusammengefasst. Im Gegensatz zu reinen Kriegskünsten ist der Budo Kampf auch stets durch eine innere Do-Lehre geprägt. Budo ist der zusammenfassende Oberbegriff aller japanischen Kampfkünste, welche neben dem Aspekt des Kampfes auch innere Lehren vermittelt. Ein Jutsu wird mithilfe mentaler Prinzipien und geistigen Trainings zum Do. Der philosophische Teil ist dann die unentbehrliche Basis für die Techniken, was die Kampfsportarten komplex und gleichzeitig natürlich und ästhetisch macht. Auch wenn es heute keine Krieger - Bushi - mehr gibt, lebt Bujutsu weiter: In Budo. Während Bujutsu Techniken des Überlebens und Tötens lehrte, mussten für den heutigen „Weg des Krieges“ einige davon abgewandelt werden, um einen fairen Wettkampf zu ermöglichen. Das machte die Kriegskunst zum modernen Kampfsport.

Die Entwicklung der Kampfkünste in Japan

Kampfsport war ursprünglich keine Kunst für sich, sondern ein Mittel zum Zweck und musste sich quer durch die Jahrhunderte der historischen Situation und diversen Schwierigkeiten anpassen. Während der Meiji-Restauration 1868 ordnete der neue Kaiser das Verbot der Kampfkunst an, als das Land modernisiert und Samurai abgeschafft wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden jedoch erneut alle Aktivitäten, die mit dem Militär in Verbindung standen, von der Besatzungsregierung verboten. Heute ist keine Kampfkunst mehr verboten - mit der Voraussetzung, dass ihre Ausübung nicht mit Verletzung oder sogar Tod endet. Heute gelten Stile wie Tai Chi (das als „Schattenboxen“ gegen imaginäre Gegner im Prinzip oft mehr als Gymnastik denn als Kampfkunst betrachtet wird) als ebenso populär wie das reine Wettkampf-Judo der 70er Jahre.

Bekannte japanische Kampfsportarten

Jeder kennt Karate und Judo - aber wussten Sie, dass Japan in seiner Geschichte über 60 Kampfkünste entwickelt hat? Ob mit oder ohne Waffe: Der japanische Kampfsport ist vielfältig und faszinierend.

Aikido

Die einst blutigen japanischen Kampfsportarten wurden im Aikido zu einer pazifistischen Körperkunst umgewandelt. Das Ziel ist nicht mehr der Sieg. Alles über Aikido Hintergründe, Geschichte, Philosophie, Graduierung, Strategie, Waffenkampf, Kleidung, Videos und Buchtipps für Aikido.

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Jiu Jitsu

Ein Grundprinzip im japanischen Kampfsport Jiu Jitsu ist: Nachgeben, um zu siegen. Wie verteidige ich mich, wenn ich keine Waffe trage? Nicht mit brachialer Gewalt, sondern mit Technik und Prinzipien. Jiu Jitsu war einst die waffenlose Kampfkunst der Samurai. Erfahre, wie du als Anfänger in diese traditionsreiche Disziplin einsteigen kannst - mit 5 Tipps für dein Training, passende Ausrüstung und den Grundlagen.

Judo

Der Weg des Judo beginnt mit einer Fallschule. Der Übende muss fallen können, ohne sich zu verletzen, bevor er richtig mit diesem japanischen Kampfsport beginnen kann. Eine Einführung über die olympische Kampfsportart Judo aus Japan. Dessen geschichtliche Hintergründe, die Prinzipien, Strategien und über Judo in Deutschland.

Karate

Der Kampfsport Karate ist der Weg der „leeren Hand“. In ihm sind chinesische Kung Fu Techniken und japanische Kampftraditionen zu einem neuen System verschmolzen. Eine Einführung über die im 19. Jahrhundert entstandene Kampfkunst Karate. Mehr über die Geschichte und den Wettkampf- und Fitnessaspekt des Karate. In diesem Beitrag erfährst du alles, was du wissen musst, um erfolgreich in den Karatesport einzusteigen. Lass uns gemeinsam die Welt des Karate entdecken!

Kendo

Moderner japanischer Schwertkampf. Ist mehr ein Zen Weg des Schwertes. Kendo „Der Weg des Schwertes“ basiert auf dem Kenjutsu der japanischen Samurai. Entdecke die faszinierende Welt von Kendo! Hier erfährst du mehr über die Geschichte, die Philosophie, die Techniken, Respekt und Etikette der Schwertkunst. Außerdem erhalten Anfänger 10 gratis Tipps und erfahren, wie sie das Kendo-Training optimal angehen können.

Kenjutsu

Oberbegriff für die alten Kampfsportarten mit dem japanischen Schwert. Dieses Schwert soll durch sein Eigengewicht schneiden, der Kämpfer hält es lediglich in der Bahn. Kenjutsu ist der Oberbegriff aller Formen der japanischen Schwertkunst. Es geht ebenso um die innere Haltung, Wachsamkeit und Spontanität im Schwertkampf.

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Kyudo

Das japanische Sumo Ringen verbindet Wettkampf mit Tradition. Obwohl es einfache Regeln besitzt, können 82 Techniken zum Sieg führen. Ein Kampf dauert meist wenige Sekunden. Kyudo, der Weg des Bogens, war in der Edo-Periode geboren, wobei diese Waffe schon lange vor unserer Ära im Einsatz war. Wie viele Kampfkünste in Japan hat auch diese als Basis eine Philosophie, die dem Zen ähnelt. Durch Aufgabe der eigenen Wünsche und Gedanken, Achtsamkeit, Verschmelzung mit dem Bogen und präzise Verinnerlichung der motorischen Abläufe soll Perfektion erreicht werden.

Iaido

Iaido ist die japanische Kunst des Schwertziehens und stammt aus der Zeit der Samurai. Das Besondere ist, während des Schwertziehens bereits einen effektiven Angriff zu starten. Erfahre mehr über die Technik und die Vorteile dieser Kampfkunst. Du erhältst ein paar kostenlose Tipps und 5 gute Gründe, warum du Iaido trainieren solltest.

Ninjutsu

Ninjutsu war früher die Art der japanischen Spionage und wird heute mit der Kampfkunst der Ninja umschrieben. Mit den Kampftechniken haben sie sich Zugang zum Wissen geschaffen.

Kobudo

Es gibt auch eine Gruppe der Kampfkünste, die mit Bauernwaffen ausgeübt werden und die Kobudo genannt werden - „alte Kriegskünste“. Solche Waffen sind Sichel, Schlagring, Dreizack oder etwa der Bo: Ein 121 oder 181 cm langer Stab, der im Bojutsu eingesetzt wird. Mit einem oder mehreren Gegnern nutzt man ihn zum Angriff und zur Selbstverteidigung, und braucht Fingerspitzengefühl, um ihn geschickt zu handhaben.

Liste weiterer japanischer Kampfsportarten

Die Kampfsportarten Liste ist sortiert nach dem ABC, soweit dies sinnvoll möglich ist.

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  • Budo Taijutsu: Eine mit dem japanischen Jiu Jitsu verwandte Kampfkunst. Die Bewegungen eines Angreifers werden blockiert und dann wird die Kontrolle über ihn übernommen.
  • Hojojutsu: Nicht nur die Samurai hatten ihre Kampfkünste. Auch die Bauern wussten sich zu wehren. Bei diesem Kampfsport sind den meisten Menschen die Regeln wohl vertraut.
  • Jo-Do: Ist ein alter japanischer Kampfsport mit dem Kurzstock, dem „Jo“. Der Kurzstock wird dabei nur zur Verteidigung gegen das Samurai Schwert (Katana) eingesetzt.
  • Kempo (Faustlehre): Ist ein japanischer Kampfsport, der seine Wurzeln hat im chinesischen Karate. Die Techniken sind sich sehr ähnlich, nur die Namen sind auf Japanisch.
  • Kyusho Jitsu: „die Kunst der Vitalpunkte“ ist keine Kampfkunst, wird aber in einigen Kampfsportarten angewandt. Du kannst die Druckpunkte auf 3 Arten einsetzen, sie können heilend, hemmend oder zerstörend auf die Nervenleitbahnen des menschlichen Körpers wirken.
  • Naginatado: Auch beim Naginatado müssen Kämpfer die Bogu tragen. Naginata nennt man eine über zwei Meter lange stockähnliche Waffe, die ein Kurzschwert an der Spitze hat.

Japanische Kampfsportarten im modernen Kontext

Auch andere Länder haben sich Techniken japanischer Kampfkünste abgeschaut. Brasilianisches Jiu Jitsu etwa ist eine Abwandlung des japanischen Originals, die sich auf den erbarmungslosen Bodenkampf konzentriert. Weltweit haben sich viele kleinere Schulen japanischer Kampfsportarten herausgebildet, die einen eigenen Stil und Grundsatz lehren. Sie werden durch nationale und internationale Organisationen verwaltet, die Wettkämpfe austragen und Regeln festlegen. Wenn man selbst eine japanische Kampfkunst erlernen möchte, muss man dieser nicht seine ganze Freizeit widmen. In der Freizeit ist es ein Weg, die eigene Stärke und Geschicklichkeit, Koordination und Körperbeherrschung, Konzentration und Reaktion zu trainieren. Nicht zuletzt ist man so für Situationen gewappnet, in denen man sich und andere verteidigen muss.

Gesundheitliche und psychologische Aspekte

Von asiatischen Kampfsportarten geht eine große Faszination aus. Sie versprechen häufig nicht nur eine kämpferische Überlegenheit gegenüber (nicht selten körperlich stärkeren) Gegnern, sondern fast immer auch philosophische Ansätze, die zur Entspannung, Meditation und sogar zur geistigen Erleuchtung dienen.

Im Erlernen der verschiedenen Sportarten kennen wir heute, anders als es Erwin von Balz erging, keine Altersbegrenzung nach oben. So können auch die Sportinteressierten hier trainieren, bei denen nicht der Wettkampf, sondern die körperliche Ertüchtigung im Vordergrund steht.

Über den Wert der einzelnen Kampftechnik für die Selbstverteidigung hinaus wird Im Kampfsport allgemein die sogenannte Kraftausdauer trainiert, also die Fähigkeit über längere Zeit dynamische oder statische Muskelarbeit oberhalb von 30-50% der Maximalkraft durchzuhalten. Daneben werden Reaktionsschnelligkeit, Koordination, Beweglichkeit und der Gleichgewichtssinn geschult.

Die heutigen westlichen Judo-Werte Respekt, Höflichkeit, Wertschätzung, Ernsthaftigkeit, Selbstbeherrschung, Mut, Hilfsbereitschaft, Bescheidenheit und Ehrlichkeit passen gut in unsere Zeit und haben sich von früheren Elementen von Gehorsam und Unterwerfung emanzipiert.