Jaden Smith und die Kampfkünste: Eine Reise von Karate Kid zu Kung Fu Legenden

Der Film "Karate Kid" aus dem Jahr 2010, in dem Jaden Smith die Hauptrolle spielte, hat viele Zuschauer, darunter auch den Autor dieses Artikels, inspiriert, sich mit Kampfsportarten auseinanderzusetzen. Der Film erzählt eine Coming-of-Age-Geschichte im Gewand eines Martial-Arts-Films und trug erheblich zur Popularisierung von asiatischem Kampfsport im Westen bei.

Für den Martial-Arts-Film musste der damals 12-jährige Sohn von US-Star Will Smith ein eisernes Training durchlaufen, bei dem der 56-jährige Actionstar Jackie Chan ihn an seine Grenzen trieb. "Ich habe ihn so hart trainiert, dass ihm schon die Tränen in den Augen standen", verriet Chan. Von dem Nachwuchsschauspieler war der in Hongkong geborene Rush Hour-Darsteller vor allem deshalb begeistert, da er nicht wie erwartet Star-Allüren aufwies.

Chan lobte den Kinderstar, der seine erste große Hauptrolle 2006 in Das Streben nach Glück neben seinem berühmten Vater spielte: "Ich dachte anfangs auch, dass der Sohn vom berühmten Will Smith bestimmt sehr verwöhnt und eingebildet sein müsste. Aber das Gegenteil war der Fall. Er brachte mir Respekt entgegen und war sehr diszipliniert."

Als Vorbild nehme Jaden sich inzwischen aber nicht nur seinen Vater, sondern auch seinen Karate Kid-Co-Star. "Er sagte, er möchte eines Tages der neue Jackie Chan sein, ein Actionstar, der seine Stunts selbst macht." Chan legte seinem Lehrling in einem Brief nahe, wie er es zu großem Erfolg schaffen könne: "Trainieren, trainieren und nochmals trainieren, erst dann hast du die Chance, ein großer Star zu werden." Chan selbst sehe derweil die Kampfkunst-Legende Bruce Lee als sein Idol. "Er war mein absoluter Held. Wenn ich Enttäuschungen einstecken musste und keine Zukunft mehr sah, half es mir, es wie Bruce Lee zu halten: Trainiere, auch wenn du gerade keine Zukunft für dich siehst", so der Star aus Shang-High Noon.

Mit dem Remake von Karate Kid scheint es, als hätten Will und Jada Pinkett Smith ihrem Sohn Jaden eine Freude machen wollen. Die Familienproduktion ist ganz auf den Nachwuchs zugeschnitten, was besonders an einem Punkt deutlich wird: Der vorlaute Dre (Jaden Smith) ist gleich um mehrere Jahre jünger als Daniel. Die Handlung bleibt im Prinzip dieselbe: Ein Junge zieht mit seiner Mutter in eine neue Umgebung, verliebt sich in ein Mädchen und wird darauf zum Prügelknaben eines militaristischen Dōjōs. Mithilfe eines unscheinbaren Hausmeisters wird er darauf in die Technik und Philosophie des Kämpfens eingeführt und tritt seinen Peinigern schließlich in einem öffentlichen Wettkampf gegenüber.

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Es sind eher oberflächliche Veränderungen, die bei Karate Kid vorgenommen wurden. So ist der im Film praktizierte Kampfsport etwa entgegen dem Titel nicht Karate, sondern Kung Fu. Dre und seine Mutter ziehen nicht nach Kalifornien wie im Original, sondern nach China. Bei einer Verfolgungsjagd durch die Gassen der Hauptstadt, einem Schulausflug in die Verbotene Stadt oder einer Massenszene in einer Kampfschule nutzt der Film den exotischen Schauplatz als dekorative Hintergrundkulisse.

Die Qualitäten von Karate Kid liegen allerdings auch woanders. Im Stil eines klassischen Sportfilms wie Rocky erzählt der Film von einem David-gegen-Goliath-Kampf und dem beschwerlichen Weg dorthin. Dazu gehören mit Musik untermalte Montagesequenzen, die Dre beim Training zeigen, ebenso wie ein weiser Mentor und ein bis zur Karikatur überzeichneter Bösewicht.

Für eine angenehme Überraschung sorgt dagegen Jackie Chan als Mr. Han. Statt der üblichen Blödeleien und Slapstickeinlagen, für die Chan besonders in seinen amerikanischen Filmen berüchtigt ist, verkörpert er eine tragische Figur, einen gebrochenen Mann, der seine Familie bei einem Autounfall verloren hat und sich seitdem von der Außenwelt isoliert. Der Film lässt keinen Zweifel daran, dass Mr. Han für den halbverwaisten Dre auch eine Vaterfigur ist.

Jaden Smith sollte man sich besser nicht anlegen. Der Zwölfjährige ist zwar klein, dünn und sieht nicht besonders kräftig aus, aber er kann etwas, das nicht viele Zwölfjährige draufhaben: Kung-Fu. Kein Wunder, denn Jaden Smith hatte einen Kung-Fu-Lehrer ganz für sich allein. Über Wochen hinweg trainierte er, jeden Tag viele Stunden. Als Hauptdarsteller eines großen Films bekam Jaden einen persönlichen Trainer. Doch auch ohne diesen Luxus kann jeder lernen, irgendwann einmal so eindrucksvoll wie Jaden zu kämpfen.

Trainingsmethoden im Film und ihre Realitätsnähe

Der Autor des Artikels interessierte sich besonders für die Trainingsmethoden, die im Film gezeigt werden, wie die Übung mit den Stöckern, bei der Jackie Chan das eine Ende vom Stab in einer Schlaufe hatte und Jaden Smith das andere, und das Ganze mit der anderen Hand auch. Jackie bewegte sich, und Jaden musste die Bewegungen mitmachen. Auch die Übung, bei der ein Stock in den Nacken gelegt und die Arme darüber gelegt wurden, während Kicks ausgeführt wurden, fand der Autor interessant. Es stellt sich die Frage, was solche Übungen bringen und ob es traditionellere Übungen gibt, die Körper und Geist trainieren.

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Es wurde angemerkt, dass Hollywood oft kein sonderlich hilfreiches oder realistisches Bild von traditionellen Trainingsmethoden vermittelt. Es gibt mehrere Traditionen von Kampfkünsten, und die Trainingsmethoden können sich stark unterscheiden. Daher ist es ratsam, von einem kompetenten Lehrer zu lernen und nicht von Filmen. Zuvor sollte man die Grundlagen der Trainingslehre kennenlernen, um Wirksames von Unwirksamem oder gar Schädlichem unterscheiden zu können.

Einige traditionelle Übungen, die Sinn machen, sind Liegestütze, Kniebeugen, Klimmzüge und Klappmesser. Wie im Film angesprochen, sollte man die Konzentration und Achtsamkeit des Trainings auch im Alltag einfließen lassen. Anstatt Bewegungen nur für den Kampfsport zu konditionieren, kann man im Alltag Bewegungen nach den Prinzipien der geübten Kampfkunst ausführen, also z.B. auf Gleichgewicht und Körperstruktur achten.

Karate Kid Legends: Eine neue Generation

Mit „Karate Kid: Leg­ends“ startet nach 15 Jahren endlich wieder ein Karate Kid-Film im Kino. Li Fong (Ben Wang) zieht mit sein­er Mut­ter (Ming-Na Wen) von Peking nach New York. In Peking hat er unter Anleitung seines Lehrmeis­ters Mr. Han (Jack­ie Chan) Kung Fu gel­ernt. Nach ein­er Tragödie in der Fam­i­lie ver­bi­etet Lis Mut­ter ihm mit Kampf­s­port jed­wed­er Art weit­erzu­machen. In New York fre­un­det sich Li mit Mia Lipani (Sadie Stan­ley), Tochter des Ex-Preis­box­ers und Pizze­ria-Betreibers Vic­tor Lipani (Joshua Jack­son) an. Diese ist zufäl­liger­weise auch die Ex-Fre­undin des bru­tal­en Karate-Cham­pi­ons Con­nor Day (Aramis Knight). Nach ersten, kon­flik­tre­ichen Aufeinan­dertr­e­f­fen fordert Con­nor den zuge­zo­ge­nen Li her­aus, am hochdotieren Karate-Turnier Five Bor­oughs teilzunehmen. An diesem Punkt tritt auch Lis Kung Fu-Meis­ter Mr. Die Prämisse der „Karate Kid“-Reihe war schon immer so sim­pel, dass sie bis heute gut funk­tion­iert: Ein Jugendlich­er wird gemobbt und lernt im Kampf­s­port innere Bal­ance und richtig coole Moves. Was trägt „Karate Kid: Leg­ends“ nun Neues zu dieser Formel bei? Ganz ein­fach: Er macht aus dem Karate Kid Li Fong keinen Anfänger, denn er ist bere­its tal­en­tiert­er Kung Fu-New­com­er. Die Her­aus­forderung, die Kampfkun­st nicht weit­er betreiben zu dür­fen, gibt der Haupt­fig­ur tat­säch­lich eine leicht andere Moti­va­tion. Ben Wang ist als Karate Kid zu sehen.

Es wird angedichtet, dass Mr. Miya­gi (Pat Mori­ta) - Lehrmeis­ter des orig­i­nalen Karate Kids - eine lange Fre­und­schaft mit Mr. Han (Jack­ie Chan) verbindet. Diese Ver­flech­tun­gen dienen der Geschichte und wir akzep­tieren es gerne - auch wenn es natür­lich in den Fil­men zuvor noch kein­er­lei Anze­ichen dafür gab. Generell hal­ten sich die Ver­weise auf „Cobra Kai“ in Gren­zen. Du musst die Serie nicht gese­hen haben, um den Film zu ver­ste­hen und das scheint auch so gewollt zu sein. Jack­ie Chan als Mr. Han (links) und Ben Wang als Li Fong (rechts) beim gemein­samen Train­ing. In punc­to Action ist „Karate Kid: Leg­ends“ eine sichere Bank und über­holt müh­e­los alle bish­eri­gen Ein­träge der Rei­he. Dass die Action so gut funk­tion­iert, liegt zu großen Teilen an New­com­er-Tal­ent Ben Wang, der sein­er Haupt­fig­ur Li Fong neben der geforderten Kör­per­lichkeit auch den richti­gen spitzbübis­chen Charme ver­passt. Jack­ie Chan als Kung Fu-Meis­ter Han beweist eben­falls, dass er mit seinen 71 Jahren nicht zum alten Eisen gehört. Mach Dich bere­it auf knall­harte Kampf­szenen.

„Karate Kid: Leg­ends“ ist trotz aller Aufre­gung auch ein Feel-Good-Kinofilm mit klaren Botschaften zu Fre­und­schaft, Respekt und Lei­den­schaft - und kommt mit ein­er ordentlichen Por­tion Humor daher. Dieser ist nicht „Deadpool“-artig selb­stre­f­eren­ziell, son­dern entste­ht aus wun­der­baren Charak­ter­dy­namiken. Er kräftigt die Rei­he mit clev­eren Ergänzun­gen, ohne dabei die „Karate Kid“-Essenz aus den Augen zu ver­lieren. Nach unser­er „Karate Kid: Legends“-Kritik kön­nen wir sagen: Der Film zele­bri­ert gute Action und behan­delt aber auch Jugend­liebe und Ver­lustäng­ste. Faz­it: „Karate Kid: Leg­ends“ ist kurzweilig, warmherzig, witzig und führt die Rei­he leicht­füßig zu alter Stärke zurück.

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Jaden Smiths Training für Karate Kid (2010)

Jaden Smith musste für die Rolle tatsächlich Kung Fu lernen. Er wurde vom Besten ausgebildet: Wu Gang, Stuntkoordinator des Jackie Chan Stunt Team. Chan gründete 1983 sein Stuntteam, um die Arbeit an der Kampfchoreografie zu erleichtern, da er in seinen Filmen fast alle seine Stunts selbst ausführt.

Wu Gang trainierte den Jungen drei Monate lang in Los Angeles, bevor die Produktion in Peking begann, und setzte die Ausbildung während der viermonatigen Dreharbeiten fort. Wu erinnert sich: "Als ich Jaden kennenlernte, war er ein ganz gewöhnlicher Junge. Ein paar Monate später befand er sich auf einer Stufe mit Jungs, die Kung Fu bereits seit fünf oder sechs Jahren praktizieren. Er war höchst konzentriert, sehr talentiert, nie hörte ich ihn klagen. Ich bin sehr stolz auf ihn."

Sie begannen ganz am Anfang. Wu sagte: "Wenn ich jemandem Kung Fu beibringe, ganz besonders einem Kind, ist das Erste, was ich lehre, der Respekt vor anderen Menschen. Bei Kung Fu geht es nicht ums Kämpfen, es geht darum, anderen Menschen zu helfen." Danach begann die Ausbildung in Wushu. Obwohl sie einen Film drehten, erlagen die Filmemacher nie der Versuchung, auf Filmtricks zurückzugreifen, um Jaden aussehen zu lassen, als könne er etwas, was er gar nicht wirklich beherrschte.

Wu stellte sicher, dass Smith und all die anderen Kung Fu kämpfenden Kids lernten, wie man vor der Kamera in einer choreografierten Auseinandersetzung kämpft und es auf der Leinwand gut aussehen lässt. Jaden Smith bestätigte, dass das Kämpfen in einem Film nicht einfach ist: "Man muss den Gegner tatsächlich berühren - man tut das ganz leicht, aber man muss den Schlag hart aussehen lassen. Außerdem muss man abblocken. Wenn man einen Schlag nicht abblockt, wird man schnell im Gesicht getroffen." Smith fand Gefallen an seinem Training und fragte Wu, ob er seine Ausbildung nach Abschluss der Dreharbeiten fortsetzen wolle.

Abschließend lässt sich sagen, dass Jaden Smiths Reise in die Welt der Kampfkünste durch "Karate Kid" und die Zusammenarbeit mit Jackie Chan eine prägende Erfahrung war, die ihn nicht nur körperlich, sondern auch geistig weiterentwickelt hat. Der Film hat nicht nur die Popularität von Kampfsportarten gesteigert, sondern auch gezeigt, wie wichtig Respekt, Disziplin und die Verbindung von Körper und Geist sind.