Horst Wolf war eine Schlüsselfigur im Kampfsport der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), insbesondere im Judo.
Horst Wolfs Rolle in der DDR
Horst Wolf war Direktor der Sporthochschule der DDR und Offizier der Staatssicherheit. In dieser Funktion spielte er eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Förderung des Kampfsports in der DDR.
Da Jiu-Jitsu in der DDR verboten war, benannte Wolf es in "Judo-Selbstverteidigung" um, um es weiterhin lehren und praktizieren zu können. Interessanterweise verwechselte Wolf in seinen Büchern konsequent die Begriffe "Uke" und "Tori", was auf eine mögliche Abweichung von traditionellen Lehrmethoden hindeuten könnte.
Erich Rahn und die Entwicklung des Jiu-Jitsu in Deutschland
Es ist wichtig, den Kontext von Erich Rahn zu betrachten, um Horst Wolfs Rolle besser zu verstehen. Erich Rahn verschrieb sein ganzes Wirken dem Jiu-Jitsu - seinem Jiu-Jitsu, dem deutschen Jiu-Jitsu. Dass er sich hierbei mit wechselnden Obrigkeiten arrangieren musste, kann man ihm nicht vorwerfen, da sein Werk sonst zum Scheitern verurteilt gewesen wäre.
Kontroverse um Erich Rahn
Leider hat Thorsten Preiß recht, wenn er auf die in Mode gekommene Verunglimpfung alter Meister in diversen Internetforen hinweist. An der Spitze der Verunglimpfer steht ein gewisser Tom Herold, seines Zeichens Leiter einer kleinen Judosparte in einem Verein in Preetz, einer kleinen Stadt bei Kiel (was mir als Nordlicht natürlich ziemlich peinlich ist). Er bezeichnet Rahn als geschäftstüchtigen Scharlatan, der, außer mit der Dummheit der Leute Geld zu verdienen, nichts gekonnt habe. Das ist historisch falsch und menschlich niederträchtig.
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Die Entstehung des Ju-Jutsu
Die Entstehung des Ju-Jutsu muss meiner Meinung nach vor dem innenpolitischen Hintergrund der 60er Jahre gesehen werden. Durch die Trennung von Jiu-Jitsu und Judo ergab sich für die Polizeibehörden der BRD die Situation, dass angesichts ansteigender Jugendunruhen (Halbstarkenkrawalle, Auseinandersetzungen zwischen Rockern und Mods und letztlich die Studentenunruhen) kein geeignetes Selbstverteidigungssystem zur Verfügung stand.
Weitere Einblicke in die Kampfsportwelt
Abschließend sei noch erwähnt, dass Rahn auch Schauspieler unterrichtete, so z.B. Joachim „Blacky“ Fuchsberger, Eddy Arendt oder Brigitte Grothum - alle aus der Mannschaft der Edgar-Wallce - Reihe. Für den Film „Freddy und das Lied der Prairie“ mit Freddy Quinn spielten seine Schüler sogar Stuntmen in einer Wirtshausschlägerei.
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