Gold ist eines der wertvollsten Metalle der Welt und wird seit Jahrtausenden in Schmuck, Kunstgegenständen und für Investitionen verwendet. Allerdings besteht nicht jedes Goldstück aus reinem Gold. Stattdessen werden verschiedene Legierungen verwendet, bei denen Gold mit anderen Metallen wie Silber, Kupfer oder Palladium gemischt wird. Diese Mischungen verleihen dem Gold unterschiedliche Eigenschaften in Bezug auf Farbe, Härte und Preis.
Was ist eine Goldlegierung?
Bei einer Goldlegierung handelt es sich um Gold, dem mindestens ein weiteres Element beigemengt ist. Eine Goldlegierung entsteht, wenn reines Gold mit anderen Metallen gemischt wird, um bestimmte Eigenschaften zu verbessern. Ausgedrückt wird der Goldanteil in Tausendteilen vom Gewicht. Eine ältere Kennzeichnung ist die Angabe in Karat, welche im Schmuckbereich noch gebräuchlich ist. Hiervon abzugrenzen sind Goldimitate. Diese enthalten entweder gar kein Gold oder der Anteil ist schwindend gering. Im letzteren Fall spricht man dann von einer Vergoldung. Um das zu erkennen gibt es diverse Testverfahren.
Die Gründe für die Herstellung von Goldlegierungen sind vielfältig:
- Physikalische Gründe: Durch gezielte Beigaben werden bestimmte Eigenschaften von Gold wie Härte, Formbarkeit, Leitfähigkeit oder Schmelzpunkt nach Wunsch verändert.
- Ästhetische Gründe: Gold ist von Natur aus gelblich. Durch Legierungen lassen sich Farbnuancen erzeugen. Der Goldton kann rötliche, gelbliche, grünliche oder weißliche Farbtöne haben.
- Kostengründe: Durch Beimengung kostengünstiger Metalle lassen sich Kosten einsparen.
- Medizinische Gründe: Hier kommen je nach Einsatz diverse Legierungen zum Einsatz. Entscheidend sind hier Verträglichkeit, Formbarkeit, Festigkeit, Säure- und Korrosionsbeständigkeit.
Typische Legierungszusätze
Was die Zusammensetzung betrifft, so lassen sich viele Elementen zu einer Goldlegierung schmelzen. Gebräuchliche Beimischungen sind Kupfer, Silber, Nickel, Palladium, Platin, Titan, Cadmium, Zink oder Zinn.
Umlegieren
Von Umlegieren spricht man, wenn ein Goldschmied bei einer bereits bestehenden Legierung den Anteil an Feingold erhöht oder verringert. So lässt sich aus Altgold neues Gold schmelzen mit einer anderen Feinheit.
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Karat und Feingehalt: Was bedeuten die Angaben?
Karat ist eine Maßeinheit, um die Reinheit von Gold in Goldlegierungen anzugeben. Karat (abgekürzt kt oder C) ist ein traditioneller Begriff, der im Schmuckbereich verwendet wird, um den Goldanteil in einer Legierung anzugeben. Dieser Anteil wird in 24tel Gewichtsanteilen ausgedrückt. Je mehr Gold in der Legierung vorhanden ist, desto höher die Karatzahl. 24 Karat ist die höchste Karatzahl und steht für Gold mit einer Reinheit von 99,9%, also 999er Gold. Die niedrigste gängige Karat-Angabe ist 8 Karat und steht für 333er Gold, das vor allem in Deutschland zu finden ist. Gold Karat wird entweder als „K“ oder „kt“ abgekürzt und im Schmuck gestempelt. Allerdings wird Karat auch als Gewichtseinheit verwendet. So steht 1 Karat für 0,2 Gramm und wird auch als metrisches Karat bezeichnet. Diese Angabe bezieht sich meist auf Edelsteine, wie Diamanten und wird abgekürzt als „ct“ angegeben.
Der Feingehalt oder auch Feinheit bezeichnet den Anteil eines Edelmetalls in einer Legierung, angegeben in Tausendteilen (Promille) des Gesamtgewichts. Diese Angabe ist heute der Standard, auch im Schmuckbereich. Zum Beispiel bedeutet 585er Gold, dass der Goldanteil 585 Promille des Gesamtgewichts beträgt. Der theoretische Maximalwert ist 1000, praktisch gilt 999er Gold als reines Gold.
Sowohl Karat als auch Feingehalt beschreiben den Anteil von reinem Gold in einer Legierung. Während der Feingehalt in Tausendteilen (Promille) angegeben wird, erfolgt die Karat-Angabe in 24er Teilen. Beide Werte sind relative Angaben, die grundsätzlich ineinander umgerechnet werden können.
Gold Karat Tabelle
Welcher Wert entspricht welcher Feinheit?
| Karat (kt) | Feingehalt in Tausendsteln | Goldanteil in Prozent |
|---|---|---|
| 8 kt | = 333er Gold | = 33,3 % |
| 9 kt | = 375er Gold | = 37,5 % |
| 10 kt | = 417er Gold | = 41,7 % |
| 14 kt | = 585er Gold | = 58,5 % |
| 18 kt | = 750er Gold | = 75 % |
| 20 kt | = 833er Gold | = 83,3 % |
| 21 kt | = 875er Gold | = 87,5 % |
| 22 kt | = 916,66er Gold | = 91,666 % |
| 24 kt | = 999er Gold | = 99,9 % |
Wo finde ich die Angaben zum Goldgehalt?
Der Goldgehalt wird bei Schmuckstücken durch eine Punzierung angezeigt - ein kleiner Stempel an einer unauffälligen Stelle des Schmuckstücks. Diese Punze war früher nicht zwingend vorgeschrieben, aber heute ist sie bei den meisten Goldwaren üblich. Die Angaben auf Schmuckstücken sind jedoch nicht immer einheitlich: Der Goldgehalt kann entweder in Karat oder als Feingehalt in Promille angegeben werden.
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Bei Goldbarren und Goldmünzen gibt in der Regel eine deutlich sichtbare Prägung Auskunft über den Feingehalt.
Typische Verwendungen von Goldlegierungen
- 333er Gold: Mindestuntergrenze für Goldanteil, um sich in Deutschland offiziell als Goldschmuck bezeichnen zu dürfen.
- 375er Gold: Mindestuntergrenze für Goldschmuck in Großbritannien.
- 417er Gold: Mindestuntergrenze für Goldschmuck in USA.
- 585er Gold: Populäre Schmucklegierung, da relativ hochwertig bei gleichzeitig hoher Kratzfestigkeit. Gern genommen für Goldohrringe, ein Goldarmband oder eine goldene Uhr.
- 750er Gold: Auch “Kronengold” genannt. 750er Schmuckgold wird gern verwendet für relativ hochwertigen Schmuck, etwa eine Goldkette. Auch für Zahngoldlegierungen.
- 833er Gold: Hochwertiger Schmuck.
- 875er Gold: Für besonders hochwertigen Goldschmuck, etwa ein Gold-Collier.
- 895er Gold: Historische Goldmünzen. Auch “Pistolengold” genannt (Pistole = historische spanische Goldmünze).
- Feinheit 900: Diverse Goldmünzen wie etwa die Goldmünze Tscherwonetz. Auch “Münzgold” genannt.
- Feinheit 916,667: Diverse Goldmünzen, wie etwa der Kürgerrand. Aufgrund der Kupferbeimischung gilt der Kügerrand als weniger kratzempfindlich.
- Feinheit 965: Auch “Thaigold” genannt. Hier wenig gebräuchlich.
- Feinheit 986: Manche Goldmünzen wie etwa Kaiser Franz Joseph Dukaten aus Österreich. Auch “Dukatengold” genannt.
- Feinheit 995: Mindestgehalt für Goldbarren. Mehr: LBMA Good Delivery Standard.
- Feinheit 999: Manche Goldmünzen wie z.B. China Panda. Als 999er Goldschmuck in China populär.
- Feinheit 999,9: Gängig für viele Anlagegold-Produkte, also Goldmünzen und Goldbarren.
Farbgoldlegierungen
Goldfarben spielen vor allem bei der Schmuckherstellung eine große Rolle. Der Goldton kann rötliche, gelbliche, grünliche oder weißliche Farbtöne haben.
| Farbton | Legierung | Typische gängige Legierungszusätze | Details |
|---|---|---|---|
| Gelbgold | Kupfer, Silber | Je nach Mischverhältnis Farbtöne von hellgelb bis gelborange | |
| Rotgold | Kupfer, Silber | Höherer Kupferanteil sorgt für rötlichen Schimmer und macht Legierungen härter | |
| Roségold | Kupfer, Silber | Wie Rotgold, aber Kupferanteil etwas geringer | |
| Grüngold | Silber, Cadmium, Kobalt | Weniger verbreitet | |
| Weißgold | Palladium, Silber, Nickel, Platin | Weiß-blasser Farbton. Ursprünglich als Platinersatz in Pforzheim entwickelt. Auch als “Graugold” bezeichnet |
Goldlegierungen im industriellen Bereich
Titan-Gold-Legierungen: Gelten als besonders fest. Interessant für die Medizintechnik.
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