Die Band Karat gilt als eine der erfolgreichsten Bands der ehemaligen DDR, die es auch im Westen zu großen Achtungserfolgen gebracht hat. 1975 entstand die Band aus der Gruppe „Pantha Rei“, mit Sängerin Veronika Fischer an der Spitze. Nachdem die Sängerin, später selbst im Osten ein gefeierter Star, der Band abhandengekommen war, formierten sich die Bandmitglieder Herbert Dreilich, Henning Protzmann und Ulrich Swillms kurzerhand neu. Es entstand die Band Karat.
Die frühen Erfolge
Bereits in den späten 1970ern und 1980ern feierte Karat große Erfolge. Mit zahlreichen Alben, eingängigen Melodien und poetischen Texten gewann die Band ein stetig wachsendes Publikum.
1978 veröffentlichte Karat ihr erstes Album, das den Titel „Karat“ trägt. Nur drei Jahre nach Bandgründung schaffte Karat den Sprung nach ganz oben.
Ein DDR-Fernsehfilm wird zum riesigen Glücksfall. Er heißt «Über sieben Brücken musst du gehn». Keyboarder Ed Swillms, Verfasser vieler Hits der Band, vertont den gleichnamigen Titelsong. Beim Internationalen Schlagerfestival 1978 in Dresden gewinnt Karat mit dem Lied den Grand Prix. Die Single schafft es in der DDR-Jahreshitparade auf Platz 2 - hinter «König der Welt», ebenfalls eine Ballade von Karat.
1979 veröffentlichte die Band einen Ausnahmehit: Über sieben Brücken musst du gehen. Wenig später coverte Peter Maffay das Stück. Damit wurde Karat auch im Westen berühmt. Auch beim «Klassenfeind» westlich der Mauer kommt die Single «Über sieben Brücken musst du gehn» in die Läden. Peter Maffay hört den Titel im Radio und ist so begeistert, dass er ihn covert. Auch diese Version wird ein großer Hit - im Westen Deutschlands. Seit 1990 singt Maffay ihn immer mal wieder zusammen mit seinen Freunden von Karat. Auch viele andere erfolgreiche Sänger haben die «Sieben Brücken» gecovert, etwa Heinz Rudolf Kunze, Helene Fischer, Chris de Burgh und Roland Kaiser.
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Weitere Veröffentlichungen wie Albatros und der Blaue Planet feierte man auch im Westen.
Als erste DDR-Band darf Karat ab 1979 alle Platten in Ost und West herausbringen. 1982 wird das Album «Der blaue Planet» ein Riesenerfolg. Die Single «Jede Stunde / Falscher Glanz» erklimmt die Top Ten in der BRD. Karat tritt in der ZDF-Hitparade von Dieter Thomas Heck auf, schafft es dort mit «Jede Stunde» auf den zweiten Platz. Auch bei «Wetten, dass..?» singen die DDR-Balladenkönige. Moderator Frank Elstner bezeichnet sie als «Diamant der Popgruppen der DDR».
1982 trat Karat als einzige DDR-Band in der Sendung „Wetten, dass?“ auf.
Die Wende und die Zeit danach
Als Karat 15 Jahre alt ist, verschwindet die DDR. Im Jahr 2025 sind es 35 Karriere-Jahre im vereinten Deutschland. Noch immer werden die Berliner als DDR-Band oder Ost-Band bezeichnet. Dreilich hat sich darüber schon viele Gedanken gemacht und ist zum Schluss gekommen: «Es lässt sich nicht wegreden. Ich empfinde es als Güte-Siegel.» Musik von Bands mit DDR-Wurzeln sei ein richtiges eigenes Genre geworden. Alle großen Karat-Hits entstanden vor dem Mauerfall.
Nach dem Mauerfall gibt es auch für Karat eine Karriere-Delle, die Fans zieht es zur Westmusik. Aber bald kehren sie zurück. Doch im Oktober 1997 erleidet Sänger Herbert Dreilich bei einem Konzert einen Schlaganfall. Rund ein halbes Jahr später steht er wieder auf der Bühne, aber es bleiben ihm danach nur noch einige Jahre. Im März 2004 gibt das Karat-Management bekannt, dass Dreilich an Leberkrebs erkrankt ist. Am Ende des gleichen Jahres stirbt er - mit 62 Jahren.
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Nach dem Tod von Frontmann Herbert Dreilich trat Sohn Claudius 2004 in die Fußstapfen seines Vaters. Er steht heute an der Spitze der Kultband.
Für die verbliebenen Musiker folgt bald der nächste Schock: Dreilichs Witwe untersagt ihnen, den Bandnamen weiterzuverwenden. Der Sänger hatte sich 1998 beim Deutschen Patent- und Markenamt die Rechte an der Marke Karat gesichert. Die Band nennt sich deshalb ab 2006 «K...!». 2007 schließlich unterliegt die Witwe vor Gericht. Karat heißt wieder Karat. Gitarrist Bernd Römer schildert später: «Wir waren echt fertig, wir saßen mit zitternden Knien im Gerichtssaal.»
Zurück ins Jahr 2004: Als sein Vater an Krebs erkrankt, bekommt Claudius Dreilich einen Anruf von der Band. Er wird gefragt, ob er als Sänger einspringen kann. Der Musiker-Sohn hatte eigentlich eine andere Karriere eingeschlagen, Ausbildungen als Hotelkaufmann und Einzelhandelskaufmann absolviert. Er arbeitete bei Ikea, eröffnete die Filiale in Moskau mit. Sechs Monate lang habe er sich dann nicht entscheiden können, welcher Weg der Richtige ist. «Ich bin ja mit Karat aufgewachsen und hab diese Musik geliebt», schildert er. Andererseits habe er mit seinem damaligen Job wirtschaftlich auf festen Füßen gestanden. Schließlich habe er beim damaligen Karat-Schlagzeuger Rat gesucht. «Er sagte mir: "Du wirst immer zu Karat gehören. Aber wenn Du es nicht machst, steht künftig ein anderer auf der Bühne"». Dann entschied Claudius Dreilich, dessen Stimme der seines Vaters verblüffend ähnelt: «Ich muss es wenigstens versuchen.»
Die Jubiläen und die Gegenwart
Längst hat es die Runde gemacht: Die Berliner Kultband KARAT feiert 2025 ihr 50jähriges Jubiläum. 50 Jahre - das sind zwei Generationen und fast ein Leben.
Mit einer umfangreichen Tournee, die mindestens so viel Konzerte wie die Band an Jahren hat, mit einem neuen Album, einer TV-Doku, einem neuen Buch und einer großen Jubiläums-Kreuzfahrt mit der AIDAdiva nach Norwegen im nächsten Mai werden KARAT fünf Jahrzehnte Revue passieren lassen und damit auch an die verstorbenen Musiker Herbert Dreilich, Thomas Kurzhals sowie Ed Swillms erinnern.
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Am Samstag (22.2.) wird das Quintett 50 Jahre alt - und feiert das mit einem Jubiläumskonzert in Berlin. «Wir werden neue Songs vorstellen und alte Songs würdigen», sagt Sänger Claudius Dreilich der Deutschen Presse-Agentur.
50 Jahre Karat, das heißt auch: Es gibt ein neues Album samt ausgiebiger Jubiläumstour. Bis Dezember sind bundesweit knapp 60 Konzerte terminiert - unter anderem in der Hamburger Elbphilharmonie und der Dortmunder Westfalenhalle.
Am 22. Februar, dem Band-Geburtstag, erscheint das neue Album «Hohe Himmel». Dreilich beschreibt die Gemeinsamkeit der neuen Songs so: «Es geht einzig und alleine um den Menschen. Um die Schattenseiten und die Sonnenseiten.» Und es gilt weiterhin: «Wir arbeiten viel mit Metaphern und zynischen Andeutungen.
Die Bandmitglieder
Wieviel Karat steckt noch in Karat? Zwei Gesellschaftssysteme, zwei Sänger, zwei Bandnamen: Karat hat sich immer wieder neu formieren müssen. Beide Musiker waren seit DDR-Zeiten in der Band. Aus der Anfangs-Ära ist noch Gitarrist Bernd Römer dabei. Er stieß 1976 zu Karat. Komplettiert wird die aktuelle Band von Keyboarder Martin Becker, Bassgitarrist Daniel Bätge und Schlagzeuger Heiko Jung. Die Musiker sind 49 bis 72 Jahre alt.
- Bürgerlicher Name: Claudius Dreilich
- Geburtsdatum: 8. September 1970
- Sternzeichen: Jungfrau
- Wohnort: Berlin
- Ausbildung: Hotelkaufmann
- Augenfarbe: braun
5 Fakten über Karat
- Claudius Dreilich mag keinen Fisch.
- Martin Becker spielte 1990 in der Begleitband von Frank Schöbel.
- Bernd Römer hat sich das Gitarrespielen selber beigebracht.
- Christian Liebig hat in über fünf Bands gespielt.
- Ulrich Swillms verließ Karat für eine Zeit lang, ist aber seit 2005 wieder bei dabei.
Diskografie (Studioalben)
- 1978: Karat
- 1979: Über sieben Brücken
- 1979: Albatros
- 1980: Schwanenkönig
- 1982: Der Blaue Planet
- 1984: Die sieben Wunder der Welt
- 1985: 10 Jahre Karat - Auf dem Weg zu Euch
- 1987: Fünfte Jahreszeit
- 1990: …im nächsten Frieden
- 1991: Karat (1991)
- 1992: vierzehn Karat - Die größten Hits
- 1995: Die geschenkte Stunde
- 1997: Balance
- 1998: sechszehn Karat - Ihre größten Hits
- 2000: Ich liebe jede Stunde
- 2001: 25 Jahre - Das Konzert
- 2003: Licht und Schatten
- 2005: 30 Jahre Karat
- 2010: Weitergeh´n
- 2013: Symphony
- 2014: Rock-Legende (Puhdys, City, Karat)
- 2015: Rock-Legende-Live (Puhdys, City, Karat)
- 2015: 40 Jahre-Live von der Waldbühne Berlin
- 2015: Seelenschiffe
- 2017: Rock-Legende- Vol.2 (Puhdys, City, Karat)
- 2018: Labyrinth
- 2025: Hohe Himmel
Auszeichnungen
Karat gewann 1978 ihren ersten Preis. Im gleichen Jahr gewannen sie den „Kunstpreis der FDJ“, „Grand Prix beim internationalen Schlagerfestival“ und den „Preis der Presse“. Neben vielen weiteren Preisen gewann Karat vier Mal die „Goldene Schallplatte“ und drei Mal den „nl-Interpretenpreis“.
| Auszeichnung | Jahr |
|---|---|
| Kunstpreis der FDJ | 1978 |
| Grand Prix beim internationalen Schlagerfestival | 1978 |
| Preis der Presse | 1978 |
| Goldene Schallplatte | 4 Mal |
| nl-Interpretenpreis | 3 Mal |
