Goldpreis 24 Karat: Aktuelle Entwicklungen und Wissenswertes

Das Edelmetall Gold tritt meistens in Legierungen auf und nur selten in Reinform. Reines Gold besteht aus 100% Gold und wird als 24 Karat Gold, Reingold oder Feingold bezeichnet. Außerdem verfügt Gold über eine hohe Dichte. Gold ist aufgrund seiner Eigenschaften auch einer der wichtigsten Industrierohstoffe.

Eigenschaften und Verwendung von Gold

Das gelbe Edelmetall lässt sich leicht verarbeiten und leitet Elektrizität und Wärme. Wegen seiner hervorragenden Leitfähigkeiten findet Gold vor allem in der Elektroindustrie Verwendung. Doch auch in der Zahntechnik wird Gold verarbeitet und dies bereits seit rund 3000 Jahren. Am häufigsten wird Gold jedoch in der Schmuckbranche verwendet. Auf diesen Geschäftszweig entfallen rund 75 Prozent des verarbeiteten Goldes.

Goldvorkommen und Reserven

Außer in der Antarktis, wo aufgrund internationaler Bestimmungen grundsätzlich kein Bergbau betrieben werden darf, wird das Edelmetall auf allen Kontinenten abgebaut. Die weltweiten Goldvorräte sind in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen und haben aktuell ihren Höchststand erreicht. Dies liegt auch daran, dass Gold, im Gegensatz zu anderen Rohstoffen, nahezu unzerstörbar ist und nicht verbraucht wird. Somit wächst die weltweite Menge an Gold beständig an.

Die höchsten Goldreserven liegen in den USA (rund 8.133 Tonnen/287 Millionen Unzen). Deutschland belegt bei den Goldvorräten den zweiten Platz (3.417 Tonnen/120 Millionen Unzen), gefolgt vom Internationalen Währungsfonds mit 3.217 Tonnen/113 Millionen Unzen. Erst danach folgt Frankreich (2.586 Tonnen/91 Millionen Unzen).

Gold als Kapitalanlage

Der Goldpreis hat in den vergangenen Jahren eine wahre Kursrallye erlebt. Investitionen in Gold gelten als sicherer Hafen und krisenresistente Kapitalanlage. In das gelbe Edelmetall kann dabei sowohl durch Wertpapiere als auch durch einen physischen Kauf investiert werden. Bei Banken, Münz- und Edelmetallhändlern ist es möglich, Gold in physischer Form als Barren oder Anlagemünzen zu erwerben.

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Allerdings ist die sichere Lagerung von Gold bei Bankinstituten meist mit erheblichen Kosten verbunden, die beim Handel mit Wertpapieren nicht anfallen. Handelt man Gold durch einen physisch hinterlegten Kauf in Form von Wertpapieren müssen jedoch Trading- oder Börsengebühren bezahlt werden. An der Börse oder bei Brokern kann man in Form von Goldzertifikaten, Gold-Fonds oder Gold-ETFs in das Edelmetall investieren, erhält dabei aber kein physisches Gold. Eine andere Form der Investition in Gold ist das sogenannte Xetra-Gold, eine nennwertlose Anleihe, die auf Goldbestände lautet.

Die Bedeutung der Karat-Angaben

Bei Gold mit tieferen Karat-Angaben handelt es sich immer um eine Metallmischung von Gold mit anderen Metallen (Legierung), bei welcher der Anteil von Gold am Gesamtgewicht kleiner als 100% ist.

100 Gramm einer Goldlegierung enthalten daher 91.6 Gramm Gold (22 Karat), 75 Gramm Gold (18 Karat), 58.5 Gramm Gold (14 Karat), 37.5 Gramm Gold (9 Karat) bzw. 33.3 Gramm Gold (8 Karat).

Goldlegierungen und ihre Anteile

Hier eine Übersicht über die verschiedenen Goldlegierungen und ihre Goldanteile:

Gold Legierung Anteil Gold Anteil Gold
24 Karat 24/24 100%
22 Karat 22/24 91.6%
18 Karat 18/24 75%
14 Karat 14/24 58.5%
9 Karat 9/24 37.5%
8 Karat 8/24 33.3%

In der Schweiz sind diese Legierungen mit folgenden Feinheitsangaben gestempelt: 18 Karat mit 750, 14 Karat mit 585 und 9 Karat mit 375.

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Die Preisbildung des Goldes

Die Entstehung des Goldpreises unterliegt komplexen Finanzmarktmechanismen, die einige Zeit in die Geschichte zurück gehen. Gold ist im Prinzip lediglich ein normales Handelsgut, das heißt der Preis wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Da Gold ein natürlicher Rohstoff und damit nicht duplizierbar ist, wie etwa Banknoten, steigt bei wachsender Nachfrage der Goldwert, während bei sinkender Nachfrage der Goldpreis sinkt.

In Krisenzeiten setzen Anleger vermehrt auf Anlageformen, die inflations-resistent sind. Der Goldpreis ist heute nicht abhängig von finanzpolitischen Entscheidungen, denn die Währungen von einzelnen Ländern sind nicht mehr an die Goldreserven der Notenbanken gekoppelt.

Aufgrund des Umstandes, dass Gold ein normales Handelsgut ist und keinen speziellen Bestimmungen unterliegt, gibt es standardisierte Handelsplätze an denen Angebot und Nachfrage aufeinander treffen. An den Handelsplätzen, also den Börsen, wird der Goldpreis festgelegt, nach dem sich anschließend der Großhandel richtet und letztlich auch die Online-Händler und der Edelmetallhändler in der Stadt, bei dem Anleger ihr Kapital in Gold investieren.

Der London Bullion Market und das Goldfixing

Die wichtigsten Handelsplätze für den Handel mit Gold sind Zürich, London, New York und Hongkong. Im Goldhandel wird am so genannten London Bullion Market Goldfixing betrieben. Das Ziel dabei ist so viele Transaktionen wie möglich zu einem Fixpreis durchzuführen. Dabei sind Vertreter der fünf Bullionbanken beteiligt. Sie sind Mitglieder der Bullion Market Association (LBMA).

Der Fixingkurs, der beim Goldfixing ermittelt wird, bestimmt als Richtgröße die weiteren Transaktionen des Edelmetalls. Der Goldpreis wird seit dem 17. Jahrhundert am London Bullion Market bestimmt. Durch das beschriebene Goldfixing, das seit dem 12. September 1919 betrieben wird, ist eine Marktstruktur entstanden, die bis in die Gegenwart existiert.

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Zweimal täglich ist am Londoner Bullion Market, jeweils Montag bis Freitag Handelszeit. Während dieser Handelszeiten ist das Ziel so viele Transaktionen wie möglich zu einem Fixpreis abzuwickeln. Befanden sich Angebot und Nachfrage in einem ausgewogenen Verhältnis, wurden die britischen Flaggen von den Teilnehmern gesenkt und der Goldpreis des jeweiligen Tages wurde fixiert.

Der fixierte Goldpreis galt als repräsentativ für den Goldhandel des Tages und das obwohl lediglich ein geringer Anteil der Goldumsätze an der Preisfixierung des Tages beteiligt war.

Am 3. September 1939, kurz nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges schloss der Londoner Goldmarkt. Der letzte Fixpreis betrug 8,05 Pfund Sterling je Feinunze. Nach 15 Jahren, am 22. März 1954 fand erstmals wieder ein Goldfixing statt. Dabei wurde ein Eröffnungspreis von 12, 42 Pfund Sterling ermittelt, was in etwa 35,00 US-Dollar pro Feinunze entsprach.

Im November 1967 kam es durch einen Beschluss der britischen Regierung zu einer Abwertung des Pfund Sterlings. Da dieser nach dem US-Dollar als wichtigste Reservewährung galt, kam es am Londoner Bullion Market zu einem Ansturm auf das Edelmetall. Nach einer erneuten Schließung am 17. März 1968 und einer baldigen Wiedereröffnung am 1. April 1968 kam es zu einer Zweiteilung des Goldmarkts. So konnte sich ein Preis wie gewohnt dem Markt anpassen, während der andere fix war.

Seit dieser Zweiteilung gibt es daher ein zweites tägliches Treffen um 15.00 Uhr Ortszeit am Londoner Bullion Market. Bei diesem Treffen wurde der Preis zur Öffnungszeit der US-Börsen abermals festgelegt.

Der London Bullion Market bestimmt den Weltmarktpreis für Gold. Der festgesetzte Fixpreis wird von großen Goldbesitzern wie etwa Bergbauunternehmen oder Raffinerien benutzt. Viele Notenbanken, unter anderem auch die „Deutsche Bundesbank“, beziehen sich auf den fixierten Preis beim nachmittäglichen Goldfixing (PM Fix). Damit geben sie ihren eigenen Goldreserven den jeweils aktuellen Wert.

Auch im Einzelhandel ändern die Edelmetallhändler in Übereinstimmung mit dem Goldfixing ihre Preise. Der am Londoner Bullion Market festgelegte Weltmarktpreis wird ebenso auf dem Markt für Gold-Futures genutzt, um zum Beispiel den Preis von Swaps oder Optionen festzulegen.

Wenn es um sichere Kapitalanlagen in Zeiten von Finanzkrisen und Staatspleiten geht, ist Gold immer noch eine der verlässlichsten Anlagemöglichkeiten. Weder Aktien noch Fonds konnten jemals eine vergleichbare Wertsteigerung verzeichnen wie das Edelmetall. Bei physischem Gold existiert zwar kein Zinssatz, allerdings lassen sich die finanziellen Vorteile nicht abstreiten.

Gold behält in Zeiten mit einer hohen Inflationsrate seinen Wert, Vermögen von Goldanlegern sind daher nicht von einer drastischen Geldentwertung betroffen.