Gold Karat Tabelle: Alles, was Sie über Goldlegierungen wissen müssen

Gold übt seit Jahrtausenden eine große Faszination auf uns Menschen aus. Das Edelmetall mit dem satten, warmen Schimmer wurde erstmals in der Jungsteinzeit zu Schmuck verarbeitet und bis heute hat es nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt.

Wer sich intensiver mit Gold befasst, stößt schnell auf die Frage der Reinheit - also darauf, wie hoch der tatsächliche Goldanteil eines Schmuckstücks, einer Münze oder eines Barrens ist. Die Gold-Reinheitsgrade geben an, wie viel reines Gold in einem Gegenstand enthalten ist.

Was bedeutet Karat bei Gold?

Das Karat ist eine Maßeinheit für den Feingehalt bei Gold. Es bezeichnet den Goldanteil in einer Legierung, ausgedrückt in 1/24-Gewichtsanteilen. 24 Karat entsprechen reinem Gold. 1 Karat in einer Legierung entspricht 1/24-Gewichtsanteil des reinen Goldes - in Prozent ausgedrückt: 4,167 Prozent.

Der Reinheitsgrad wird offiziell in Promille (1/1.000) angegeben und als 3-stellige Zahl ausgedrückt. So hat 333er-Gold einen Goldanteil von 333/1.000, also 33 Prozent - dies entspricht 8 Karat.

Heute ist es üblich, den Reingehalt in Promille (Tausendstel) anzugeben. Deshalb wird Gold mit 24 Karat auch mit „999,9“ bezeichnet (999,9 von 1.000) und umgangssprachlich „Four Nine Fine“ genannt.

Lesen Sie auch: Der umfassende Leitfaden zur Karat Tabelle für Gold

Woher kommt das Wort Karat?

Karat entstammt dem griechischen Wort Keration und bedeutet „Johannisbrotbaum“. Das Besondere dieses Baums: Jeder ausgewachsene Samenkern der Schote hat das gleiche Gewicht von rund 0,2 Gramm.

Die Samenkörner dienten früher als Gewichtseinheit für Edelsteine, insbesondere für Diamanten. Das Gewicht eines Karats entspricht daher 0,2 Gramm. Die Maßeinheit für Diamanten ist jedoch nicht mit der Maßeinheit für Gold zu verwechseln. Bei Gold drückt Karat nicht das Gewicht, sondern den Anteil des reinen Goldes aus.

Was sagt Karat über den Wert des Goldes aus?

Außer zur Bestimmung des Gewichts von Edelsteinen wird die Bezeichnung Karat auch zur Angabe des Feingehalts von Gold verwendet. Je niedriger der Karatwert ist, desto weniger reines Gold ist enthalten. Beispielsweise entspricht ein Feingehalt von 250 dem Wert 6 Karat.

Wie erkennt man den Feingehalt von Goldlegierungen in Karat?

Goldlegierungen werden hauptsächlich mit Kupfer und Silber hergestellt. Anhand der auf Barren und Münzen angegebenen Promillezahlen lässt sich der reine Goldgehalt in Karat bestimmen. Grundlage ist immer die Regel, dass 24 Karat fast exakt 100 Prozent Feingehalt entsprechen. Der Feingehalt wird faktisch mit 99,9 Prozent angegeben, da es praktisch ausgeschlossen ist, kleinste Verunreinigungen vollständig zu eliminieren.

Ein Beispiel: Die Zahl „333“ bedeutet „333 von 1.000“, der Goldgehalt beträgt damit 33,3 Prozent. Und 33,3 Prozent von 24 (Karat) ergeben 7,992. Dies entspricht - aufgrund der „99,9-Prozent-Regel“ - 8 Karat.

Lesen Sie auch: Feingehalt und Legierungen von 585er Gold

Gold Karat Tabelle: Welcher Wert entspricht welcher Feinheit?

Hier ist eine Übersichtstabelle, die Ihnen hilft, den Karatwert in den entsprechenden Feingehalt umzurechnen:

Karat (kt)Feingehalt in TausendstelnGoldanteil in Prozent
8 kt333er Gold33,3 %
9 kt375er Gold37,5 %
10 kt417er Gold41,7 %
14 kt585er Gold58,5 %
18 kt750er Gold75 %
20 kt833er Gold83,3 %
21 kt875er Gold87,5 %
22 kt916,66er Gold91,666 %
24 kt999er Gold99,9 %

*Anmerkung zur Karat Goldtabelle: Prozentangaben nur zur Veranschaulichung. Prozentwerte sind in der Edelmetallbranche unüblich

Welche Goldlegierungen gibt es?

Heute wird Gold in der Schmuckherstellung immer als Legierung verwendet, um seine Eigenschaften zu optimieren, aber auch seine Farbe zu verändern.

Eine Goldlegierung für Schmuckstücke sollte das Beste aus zwei Welten vereinen: Als Edelmetall reagiert Gold nur sehr träge und nur mit wenigen Stoffen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass es getragen werden kann, ohne anzulaufen und auf die Haut abzufärben.

Allerdings ist reines Gold ein sehr weiches Metall und deshalb ohne weitere Beimischungen nicht für die Schmuckfertigung geeignet - der Goldschmuck würde leicht verbiegen und schon von geringen Belastungen Kratzer und Dellen davontragen.

Lesen Sie auch: Wissenswertes über Goldkarat

Für Schmuckstücke liegt in unserem Kulturkreis dieser „Mittelweg“ bei einem Legierungsanteil zwischen 375er und 750er Gold. 375er Gold eignet sich aufgrund der höheren Härte sehr gut für Alltagsschmuck, der tagtäglich getragen wird.

Allerdings sollte hier beachtet werden, dass wegen des verhältnismäßig geringen Feingoldgehaltes der Schmuck minimal nachdunkeln kann. 585er Gold ist ein guter Mittelweg, wenn man ein wertvolles Stück besitzen möchte, aber dieses auch regelmäßig tragen möchte. Gerade für Eheringe bietet sich diese Legierung an.

750er Gold ist eine sehr hochwertige Goldlegierung, die feine Schmuckstücke ergibt und edle Brillanten und Farbsteine und Goldschmiedekunst vervollkommnet, dabei aber noch widerstandsfähig genug gegen übliche Belastungen bleibt.

Noch höhere Legierungen werden hauptsächlich in außer-europäischen Kulturkreisen getragen, vornehmlich als Statussymbol.

Verschiedene Goldfarben und ihre Zusammensetzung

Gold ist zunächst einmal ein Element, das in der Natur auch in Reinform vorkommt. Das Edelmetall mit der satt-orangegelben Farbe ist in purer Form allerdings sehr weich - zu weich, um es als Schmuck zu verwenden, denn es würde rasch verformen und durch Kratzer und Abdrücke unansehnlich werden. Deshalb wird Gold für Schmuckstücke immer mit anderen Metallen in einer Schmelze gemischt, um seine Eigenschaften zu optimieren.

  • Gelbgold: Hier wird das Feingold mit Silber und Kupfer vermengt, um die gelbe Farbe beizubehalten, aber eine höhere Härte und bessere Bearbeitbarkeit zu erreichen.
  • Roségold: Hier wird der Anteil von Silber zugunsten des Kupfers verringert. Die größere Beimengung von Kupfer gibt dem Gold eine zarte, pastellige rosenfarbene Tönung.
  • Rotgold: Enthält nur sehr wenig oder gar kein Silber mehr. Die Beimengung von Kupfer gibt der Legierung eine kräftig rötliche Färbung.
  • Weißgold: Enthält kein Kupfer, stattdessen wird das Feingold mit Silber, Palladium und geringen Mengen Zink legiert. Oft wird Weißgoldschmuck rhodiniert, also mit einer dünnen Schicht Rhodium überzogen, um einen noch strahlenderen weißen Glanz zu erreichen.
  • Graugold: Ist eine Legierung aus Feingold und Palladium und Silber. Der Verzicht auf Zink verschiebt die Farbe durch den hohen Palladium-Anteil deutlich ins Graue.

Der verschieden hohe Goldanteil beeinflusst auch den Preis von Goldlegierungen. Für reines Feingold gibt es tagesaktuelle Ankaufspreise (an der Börse gelten hierbei andere Preise als für den Goldschmied, aktuell liegt der Börsenpreis für Feingold bei rund 60 - 70 Euro pro Gramm) und von diesen abhängig ist dann auch der Preis der daraus gefertigten Goldlegierung: Je mehr Feingold enthalten ist, desto teurer ist auch die Legierung.

So sind Schmuckstücke aus 375er Gold auf das Goldgewicht gerechnet günstiger als Schmuck aus 750er Gold, das durch die größere Goldmenge das hochwertigere Material ist.

Spezielle Goldlegierungen

  • 333er Gelbgold-Legierungen (8 Karat Gelbgold): bestehen üblicherweise nicht nur aus einem Goldanteil von 33,3%, sondern beinhalten auch Beimengungen von Kupfer und Silber.
  • 333er Rotgold-Legierungen (8 Karat Rotgold): verfügen in der Regel über einen Goldanteil von 33,3% Feingold und einem Kupferanteil, während der Silberanteil minimal oder sogar vernachlässigbar ist. Das von Natur aus rötliche Kupfer dominiert den Farbton der Legierung, wodurch ein kräftiger Rotton entsteht.
  • 333er Weißgold-Legierungen (8 Karat Weißgold): sind Legierungen, die neben ihrem 33,3%igen Feingoldgehalt in der Regel auch Silber sowie entweder Nickel oder Palladium enthalten. Das von Natur aus metallisch silbrig schimmernde Silber, Nickel oder Palladium prägt den überwiegend weißen oder silbernen Farbton der Legierung.