Gewichtsklassen im Kickboxen: Ein umfassender Überblick

Damit es bei der Zusammenstellung von Kämpfen zu möglichst ausgewogenen Kampfpaarungen kommt, treten die Sportler in Alters- und Gewichtsklassen gegeneinander an. Dem Gewicht der Sportler kommt bei der Zusammenstellung von Wettkämpfen eine große Bedeutung zu. Vor jedem Wettkampf wird unter Aufsicht eines Kampfrichters das Gewicht ermittelt.

Altersklassen im Kickboxen

Der Weltverband AIBA definiert die Alters- und Gewichtsklassen ab Junioren aufwärts. Bei Meisterschaften und größeren Turnieren gilt, dass ausschließlich innerhalb gleicher Alters- und Gewichtsklassen gekämpft werden darf. Hier eine Übersicht der Altersklassen:

  • Schüler U13: 10. - 12. Lebensjahr
  • Kadetten U15: 13. - 14. Lebensjahr
  • Junioren U17: 15. - 16. Lebensjahr
  • Jugend U19: 17. - 18. Lebensjahr
  • Erwachsene Erw.: mindestens 19. - maximal 40. Lebensjahr

In dem Jahr, in dem ein Kickboxer sein Lebensjahr vollendet, ist dieser berechtigt, noch in der Altersgruppe wie am Anfang des Jahres weiter zu kämpfen.

Gewichtsklassen im Kickboxen

Die Altersklassen haben für jedes Geschlecht eine eigene Einteilung der Gewichtsklassen.

Semi- und Leichtkontakt

Männer und Junioren:

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  • Fliegengewicht: bis 57,0 kg
  • Leichtgewicht: bis 63,0 kg
  • Weltergewicht: bis 69,0 kg
  • Halbmittelgewicht: bis 74,0 kg
  • Mittelgewicht: bis 79,0 kg
  • Halbschwergewicht: bis 84,0 kg
  • Cruisergewicht: bis 89,0 kg
  • Schwergewicht: bis 94,0 kg
  • Superschwergewicht: über 94,0 kg

Frauen:

  • Federgewicht: bis 50,0 kg
  • Leichtgewicht: bis 55,0 kg
  • Mittelgewicht: bis 60,0 kg
  • Leichtschwergewicht: bis 65,0 kg
  • Schwergewicht: bis 70,0 kg
  • Superschwergewicht: über 70,0 kg

Vollkontakt

Männer und Junioren:

  • Fliegengewicht: bis 51,0 kg
  • Bantamgewicht: bis 54,0 kg
  • Federgewicht: bis 57,0 kg
  • Leichtgewicht: bis 60,0 kg
  • Halbweltergewicht: bis 63,5 kg
  • Weltergewicht: bis 67,0 kg
  • Halbmittelgewicht: bis 71,0 kg
  • Mittelgewicht: bis 75,0 kg
  • Halbschwergewicht: bis 81,0 kg
  • Cruisergewicht: bis 86,0 kg
  • Schwergewicht: bis 91,0 kg
  • Superschwergewicht: über 91,0 kg

Frauen:

  • Bantamgewicht: bis 48,0 kg
  • Federgewicht: bis 52,0 kg
  • Leichtgewicht: bis 56,0 kg
  • Mittelgewicht: bis 60,0 kg
  • Leichtschwergewicht: bis 65,0 kg
  • Schwergewicht: bis 70,0 kg
  • Superschwergewicht: über 70,0 kg

Kickboxen: Ursprung und Entwicklung

Kickboxen steht zum einen für eine Gruppe von Kampfsportarten, die Schläge und Tritte kombinieren. Die frühesten Ursprünge des Kickboxens gehen auf das 13. und 14. Jahrhundert und eine Kunst namens Muay Boran zurück, die ein Vorläufer des Muay Thai war. Dabei handelte es sich um ein Kampfsystem, das von den siamesischen Kriegern verwendet wurde und sich später zu einem sehr beliebten Sport entwickelte.

Die Geschichte des modernen Kickboxens begann jedoch in den späten 1950er Jahren. Ein Karateka namens Tatsuo Yamada war einer der ersten, der Muay Thai zu trainieren begann. Obwohl er dem Karate treu blieb, war Yamada von den Vollkontaktregeln des Muay Thai fasziniert. Also begann Yamada, mit Karate- und Muay-Thai-Techniken und -Regeln zu experimentieren, und legte in gewisser Weise den Grundstein für ein neues Kampfsystem, das später zum Kickboxen werden sollte.

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Der Mann, der oft als Vater oder Erfinder des Kickboxens angesehen wird, war ein bekannter Promoter, Osamu Noguchi. In den späten 1950er Jahren schuf er eine neue Kampfkunst und einen Kampfsport, bei dem Kämpfer aus Karate und Muay Thai gegeneinander antreten konnten. Noguchi nutzte Karate als Grundlage und fügte Techniken und Regeln des Vollkontakts aus dem Muay Thai hinzu.

Noguchi gründete 1966 die erste „Kickboxing Association“ und organisierte kurz darauf am 11. April die erste Veranstaltung in Osaka.

Verschiedene Stile des Kickboxen

Kickboxen ist sowohl ein eigenständiges Kampfsystem als auch ein Begriff, der für eine Gruppe von Kampfsportarten steht, die Schläge und Tritte miteinander kombinieren. Das bedeutet, dass es beim Kickboxen viele verschiedene Stile gibt.

Obwohl es viele Stile und Formen des Kickboxens gibt, sind die Grundtechniken bei allen Kickboxstilen fast gleich. Sie lehren verschiedene Kicks aus dem Karate, Taekwondo und Muay Thai und wie man sie mit westlichen Boxtechniken kombiniert.

Japanischer Stil

Der japanische Stil entstand in den 1950er Jahren in Japan und war die erste Version des modernen Kickboxens. Einer der ersten Pioniere dieses Stils war der Karateka Tatsuo Yamada, der sein eigenes Dojo namens „Niho Kempo Karate do“ hatte. Der japanische Stil ist eine Mischung aus Karatetechniken (hauptsächlich aus dem Kyokushin) und den Regeln des Muay Thai. Die Kämpfer können mit Tritten, Schlägen und Knien sowohl oberhalb als auch unterhalb der Taille zuschlagen.

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Amerikanischer Stil

Der amerikanische Stil des Kickboxen entwickelte sich in den späten 1960er Jahren. Der Begründer dieses Stils war Karateka Joe Lewis, der in den 60er Jahren auch Jeet Kune Do mit Bruce Lee trainierte. Dies war die Geburtsstunde des amerikanischen Kickboxstils, der sich von den anderen beiden Stilen dadurch unterscheidet, dass er keine Low Kicks zulässt. Es ist eine Mischung aus Karate und westlichem Boxen, wobei der Schwerpunkt auf hohen Tritten und Handschlägen liegt.

Niederländischer Stil

Das Kickboxen im niederländischen Stil entstand in den 1970er Jahren in den Niederlanden. Jan Plas benutzte den japanischen Stil als Basis, auf die er westliche Boxtechniken aufbaute. Der Schwerpunkt liegt auf dem Vorwärtsdruck, der hohen Schlagkraft und dem harten Low Kick. Kämpfer im holländischen Stil greifen selten mit einem einzigen Powerschlag an, der Schwerpunkt liegt auf Kombinationen.

Savate

Savate ist eine französische Kampfsportart, bei der das Kämpfen durch Tritte erfolgt. Sie wurde im frühen 19. Jahrhundert praktiziert und war hauptsächlich unter den unteren Schichten der Pariser Gesellschaft verbreitet. Lecour entwickelte eine Form, bei der sowohl Schläge als auch Tritte verwendet wurden. Obwohl Savate in seiner ursprünglichen Form an Popularität verloren hat, wird es heute immer noch in einigen Teilen der Welt praktiziert. Es hat sich weiterentwickelt und verschiedene Stile und Techniken integriert.

Muay Thai vs. Kickboxen

Diese beiden Kampfsysteme haben viel gemeinsam, denn Kickboxen hat seinen Ursprung im Muay Thai. Gleichzeitig gibt es aber auch große Unterschiede in Bezug auf Regeln, Schwerpunkte, Techniken und viele andere Faktoren.

Muay Thai ist eine Schlagkunst, bei der der Schwerpunkt auf harten Tritten und dem Kampf im Clinch mit Ellbogen und Knien liegt. Das Kickboxen hingegen unterscheidet sich stark davon. Der Schwerpunkt liegt auf Vorwärtsdruck, einer hohen Schlagzahl und Boxkombinationen.

Die Regeln des Muay Thai sind einfach und leicht zu verstehen. Die Kämpfe gehen über 5 Runden, wobei jede Runde 3 Minuten dauert. Die Kämpfer haben zwischen den Runden eine 2-minütige Pause und treten mit gepolsterten Handschuhen und Shorts an.

Beim Kickboxen gibt es viele verschiedene Regeln. Aber in den meisten Fällen dauern die Kämpfe 3 Runden, wobei jede Runde 3 Minuten dauert.

Muay Thai ist eine thailändische Kampfkunst, bei der die Kämpfer Boxschläge, Ellbogentechniken, Tritttechniken und Kniestöße einsetzten. Sie Clinchen auch im Nahbereich den Gegner und führen dann Ellboge- und Knietechniken aus.

Kickboxen ist nicht so vielseitig wie Muay Thai, da die Kämpfer hier „nur“ Tritte und Schläge einsetzen. Die meisten modernen Kickboxstile wie K-1 oder der holländische Stil gebrauchen den Clinch nur kurz, um ein Knie anzubringen.

Wettkampfarten im Kickboxen

Kickboxkämpfe werden auf Matten oder im Boxring ausgekämpft. Die Seitenlänge des Boxrings sollte mindestens 4,5 m und höchstens 6,10 m sein. Das untere Seil befindet sich in einer Höhe von 33 cm über dem Ringboden, das obere Seil sollte nicht höher als 1,32 m angebracht sein.

Jeder Kampf geht über zumeist drei Runden, von denen jede drei Minuten dauert. Titelkämpfe gehen über fünf Runden, wobei jede Runde drei Minuten dauert. Die Rundenanzahl ist von der Organisation, dem Kickboxverband festgelegt und kann variieren.

Ein Kampfrichter leitet den Kampf und kontrolliert die Kickboxer vor und während des Kampfes. Er bestimmt auch ob der Kickbox- Kämpfer angezählt wird, wann das Anzählen nach einem Niederschlag beginnt beginnt und stoppt. Der Kampfrichter kann einen Kampf jederzeit beenden, wenn ein Kickboxer in Gefahr ist.

Semikontakt

Beim Semikontakt wird nach jedem erfolgreichen Treffer am Körper des Gegners der Kampf kurzzeitig unterbrochen. Die Kickbox Kämpfer begeben sich wieder in die Ausgangsstellung, und jeder Treffer wird von drei Kampfrichtern bewertet. Damit ein Punkt vergeben wird, müssen sich die Kampfrichter einig sein, dass die Techniken sauber und eindeutig ausgeführt wurden. Die Semikontaktkämpfe werden auf Matten, auch Tatami genannt, ausgetragen.

Leichtkontakt

Die Leichtkontaktkämpfe werden meistens auf Matten gekämpft. Es geht darum, mehr Treffer als der Gegner zu erzielen. Für jeden Treffer werden Punkte vergeben, Fußtreffer zum Kopf und gesprungene Treffer ergeben mehr Punkte. Der Kampf wird nach jedem Treffer nicht unterbrochen, sondern weitergeführt. Leichtkontakt Kämpfer sind meistens technisch sehr gut und verfügen über gute Kondition.

Vollkontakt

Das Vollkontakt Kickboxen wird meistens im Boxring gekämpft. Der Kampf kann sowohl nach Punkten, aber auch durch einen Knockout (K.O.) gewonnen werden. Ein K.O. kann sowohl durch einen Niederschlag des Gegners als auch durch seine Kampfunfähigkeit (technischer K.O.) erzielt werden.

Entscheidungen im Kampf

Folgende Entscheidungen können einen Kampf beenden:

  • Sieg durch Niederschlag - K. O. nur im Vollkontakt
  • Sieg durch Aufgabe eines Kampfes
  • Sieg durch Abbruch wegen technischer Überlegenheit nur im Semikontakt wenn Trefferunterschied 10 Wertungspunkte beträgt.
  • Sieg durch Abbruch eines Kampfes wegen Kampf- oder Verteidigungsunfähigkeit oder sportlicher Unterlegenheit
  • Abbruch wegen Verletzung
  • Sieg durch Punktwertung
  • Sieg durch Disqualifikation des Gegners
  • Unentschieden darf im Turnier nicht gegeben werden.